Wegen Corona abgesagte Reisen

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  • Kurzreise nach Schweden mit der AIDAmar 02.05.-06.05.20
  • Mediterrane Highlights, Spanien, Portugal mit Ibiza mit der AIDAstella 02.08.-23.08.20
  • New York, Florida und Karibik mit der AIDAluna 10.10.-24.10.20

Mit dem Wohnmobil durch Dänemark
31.07.-13.08.20

Hier sind Sie live bei unseren Kreuzfahrten dabei.
Unsere Abenteuer stellen wir hier während des Urlaubs online. Bilder und Formatierung folgen dann in Ruhe erst nach dem Urlaub.

Das große Fazit unseres ersten Camping-Urlaubs

Wegen Corona mit dem Wohnmobil durch Dänemark, Ahrensburg 15.08.20

Kreuzfahrt war ja nun nicht möglich. Wie war jetzt das Experiment Wohnmobil-Urlaub für uns? Hier das große Fazit des Wohnmobils, Dänemarks, der Camping-Plätze und Strände.
Möglichst früh brechen wir auf und bringen das Wohnmobil zurück nach Ahrensburg. Es gibt keine Beanstandungen und so ist das Abgeben problemlos. Aber welch eine Umstellung von dem eher LKW mit beschränkter Klimaanlage auf unsere kleine Elektrolimousine mit kräftiger Klimaanlage. Tatsächlich ist es möglich, bei brennender Sonne nicht zu schwitzen.
Nur sitzen wir auf einmal so tief, das ist ganz ungewohnt.

Wir mussten zwar die Kinder abgeben; hätten sonst aber das Wohnmobil glatt noch um eine Woche verlängert. Und wären sogar noch einmal nach oben gefahren. Ging aber nicht, weil das Wohnmobil bereits verkauft ist und der Käufer das aus irgendeinem Grund nun auch gerne haben möchte. Wie sich manche Leute anstellen…
Aber das beantwortet die Frage, ob es uns gefallen hat. Hier kommt das ganz persönliche ausführliche Fazit:

Urlaub in Corona-Zeiten und Kreuzfahrt
Es bleibt dabei, dass nichts über Kreuzfahrt geht. Aber da das im Moment mit der Gefahr von Ansteckung oder Quarantäne nicht geht, kommt für uns Wohnmobil-Urlaub schon direkt danach.
Ideal war die Entscheidung für Dänemark, weil es nicht nur dünn besiedelt ist, sondern auch die Urlauber viel Platz und damit Abstand zueinander haben.

Sehr gut hat uns die Landschaft in Dänemark gefallen. Und dass man wirklich überall mit Karte bezahlen konnte, wir haben für die gesamten Urlaub keine dänischen Kronen eingetauscht.

Ganz abgesehen davon waren zu dieser Zeit alle Strände und Hotels an der deutschen Küste komplett ausgebucht.

Das Wohnmobil
Die Stärken des Wohnmobils sind, dass alles Nötige dabei ist, besonders am Strand. Das haben wir sehr genossen.
Zu viert in einem mittelgroßen Wohnmobil bedeutet aber sehr viel Rücksichtnahme und Sokoban-Spielen. Vielleicht kennt der geneigte Leser noch das alte, schöne Computerspiel Sokoban, bei dem Kisten auf bestimmte Plätze verschoben werden mussten und man gut überlegen musste, welche Kiste erst einmal zur Seite geschoben werden muss, um mit anderen Kisten zum Ziel zu kommen. Das ist im Wohnmobil genauso: Kaffeemaschine nach vorne ziehen, damit die Gasflamme frei wird, oder zur Seite schieben, damit das Hubbett herunter kann. Kind 1 in die Sitzecke, Kind 2 an die Tür, dann kann Papa nach hinten gehen. Usw.

Hier war es aber ein großer Vorteil, dass die Kinder alles gut mitgemacht haben. Das ist sicher auch ein Vorteil des Alters, zumindest solange man nicht aus Versehen auf den Pubertäts-Knopf drückt.

Zudem muss man wackelresistent sein, denn dank Luftfederung hatten wir immer das Gefühl, auf dem Schiff zu sein, wenn einer sich bewegt hat.

Andererseits ist wirklich alles da, was man braucht: Kühl-Gefrierkombi, Gasherd, Schränke, WC, Dusche, Campingtisch und Stühle, drehbare Vordersitze für eine gemütliche Spielrunde.

Insofern war für uns alles in Ordnung. Anders mag es sein, wenn 14 Tage Regen gewesen wäre.

Allerdings würden wir, wenn wir ein eigenes Mobil besitzen würden, auf eine wertigere Ausstattung achten. Hier war doch viel einfaches Plastik. Für so einen Urlaub kein Problem, auf Dauer dürfte das defektanfällig sein.

Campingplätze
Die Campingplätze habe ich ja schon bewertet, als wir jeweils da waren. Zusammenfassend kann man sagen:

Saltum war der schönste und ruhigste Campingplatz mit sehr guten Sanitäranlagen, und ordentlichem Kaufmann. Die Gastronomie war nicht sehr gut und der Strand zu Fuß zu weit.

Rømø war sehr nahe am Strand, das Wasser aber weit weg. Der Platz war gut, die Sanitäranlagen reichlich und gut, die Gastronomie und das Supermarktangebot sehr sehr reichhaltig und gut.

Hvide Sande war der Platz groß, sehr frei, das Meer direkt hinter einer Düne. Die Sanitäranlagen waren noch ok. Wegen der Freiheit auf dem Platz war es aber auch der lauteste Platz mit wenig Einkaufsmöglichkeit und gar keiner Gastronomie in unmittelbarer Nähe.

Positiv überrascht hat uns insgesamt die sehr gute Ausstattung der Campingplätze. Mit Zelt und Improvisation hat das nichts zu tun. Dabei sind wir nicht in die Camper-Familie assimiliert worden und konnten den Urlaub so gestalten, wie wir wollten.

Strände
Natürlich hat uns der Strand um Blokhus am besten gefallen und wir würden sofort wieder umdrehen und dorthin fahren. Die Weite, die Ruhe, die Möglichkeit, das Wohnmobil direkt mit an den Strand zu nehmen. Und dann genau das richtige Verhältnis von Dünen, Strandbreite und Meer. Und natürlich der feine, warme Sand mit wenig Steinen, im Wasser gar keinen Steinen.

Aber auch die Strände in Hvide Sande und auf Rømø sind wirklich schöne Strände, die zwar an unseren Blokhus-Strand nicht herankommen, aber trotzdem absolut empfehlenswert sind. Sauber ist es überall und herrlich ist das Meer auch überall.

Fazit
Da Kreuzfahrt nun mal nicht möglich war, haben wir das allerbeste daraus gemacht, das wir uns vorstellen können. Wohnmobil war ein Experiment für uns und wir würden es jederzeit wieder machen, wenn es grad keine Kreuzfahrt gibt.

Und dafür, dass es gerade die heißeste Zeit des Jahres war, die wir nicht im stickigen Inland verbringen mussten, sondern bei frischer Meeresluft, sind wir sehr dankbar.

Oder, um es mit Jürgen zu sagen: Alles richtig gemacht.

Vom Fjord-Stellplatz zum Reinigen bei Gewitter

Wegen Corona mit dem Wohnmobil durch Dänemark, Aabenraa 14.08.20

Trotz schönem Fjordblick ist die Nacht unruhig und dann geht es wieder zurück nach Deutschland. Vor dem Elbtunnel geht es und deshalb haben wir genug Zeit zum Wohnmobil-Reinigen im ersten Gewitter seit Wochen.
Die Nacht war nicht leicht. Es stand schon als Bewertung in der Stellplatz-App, aber man hofft ja immer noch: Die halbe Nacht haben laut grölende, besoffene Jugendliche am Strand gefeiert. Oh Mann.

Der Platz selbst liegt direkt am Fjord. Vor dem Platz ist das Meer, seitlich eine sehr flache Bucht mit Strand und Steg ins Wasser. Gestern Abend war der Strand voll mit Badenden. Und auch heute Morgen trauen sich schon einige ins Wasser.

Toiletten und Duschen (letztere kostenpflichtig, aber sehr günstig) sind sauber. Allerdings etwas knapp, genau 2 Toiletten und 2 Duschen. Nebenan beim Segelclub noch einmal ein paar Toiletten, dazu Waschmaschinen. Da offensichtlich viele Wohnmobile morgens schon sehr früh gestartet sind, gibt es aber keinen Stau vor den Sanitäranlagen.

Schwieriger ist es, einzuchecken. Die Schranke öffnet sich bei Einfahrt automatisch, aber beim Ausfahren ist ein Code erforderlich, den man nach Bezahlung erhält. Dieser Code ist auch für die Toilette erforderlich und für die Dusche, sofern man das beim Buchen angekreuzt hat. Bezahlen geht am Automaten, den wir aber erst nicht finden. Der ist nämlich nebenan bei den Häusern des Segelclubs an der Marina. Aber mittels QR-Code können wir einfach per Handy einchecken.

Der Blick auf den Ostsee-Fjord ist schön, nur stadtnah industriell. Hinter der Marina ist ein Containerhafen. Auf der anderen Seite ein Steinwerk.

Stadteinwärts ist ein großes Gewerbegebiet, nach 10 Minuten Weg finden wir einen Supermarkt. In dem holen wir die letzten fehlenden Erdbeer-Joghurts. Brötchen gibt es hier nicht, aber einen Supermarkt weiter finden wir auch diese.

Und so gibt es auch heute noch einmal ein ruhiges Frühstück, bevor wir noch einmal Abwasser und Toilettenkassette leeren und reinigen. Und dann sind wir gegen 10 Uhr wieder auf der Autobahn und nach wenigen Minuten über die Grenze bei Flensburg.

In Hamburg an der großen Baustelle Volkspark geht es bis zum Elbtunnel langsam voran, aber insgesamt macht es sich bezahlt, dass wir Freitag fahren, Später hören wir, dass morgen 1,5 Stunden Wartezeit vorm Elbtunnel sind.

In Deutschland war ja durchgehend heißes Wetter deutlich über 30°C. Pünktlich zu unserer Rückkehr gewittert es und so kommen wir bei kühlerem, schwüleren Wetter an und müssen uns die Regenlücken aussuchen, um den Wagen zu reinigen, denn morgen muss das Wohnmobil wieder besenrein abgegeben werden.

Also alles rausholen, saugen, alles abwischen, ich bin sicher, dass wir das nicht so glänzend übernommen haben, wie es heute Abend nach ein paar Stunden aussieht.

Morgen bringen wir dann das Wohnmobil zurück nach Ahrensburg.

Das Zentrum von Blokhus

Wegen Corona mit dem Wohnmobil durch Dänemark, Blokhus 13.08.20

Zum Abschluss schlendern wir noch einmal ausführlich durch die Geschäfte in Blokhus, bevor es wieder Richtung Deutschland geht.
Es war einfach die ganzen Tage viel zu schön, und da war Strand die einzige Option. Also haben wir den Besuch in Blokhus Tag um Tag verschoben. Aber heute soll es nun sein, bevor wir wieder Richtung Süden starten.

Der Plan ist, nicht die ganze Strecke auf einmal zu fahren, sondern in Aabenraa vor der deutschen Grenze auf einem Stellplatz am Fjord zu übernachten. So haben wir den Vormittag noch für Blokhus, und dort hat Opa ein Eis ausgegeben. Fernmündlich.

Nach einem letzten gemütlichen Frühstück heißt es um 11 Uhr bezahlen (nebenan ist der Minigolfplatz schon jetzt voll), nochmal Abwasser leeren und Frischwasser aufnehmen und dann die 5 Kilometer rüber nach Blokhus.

Sehr traurig ist, dass auf unserem alten Platz die Nachbarn versucht haben, mit Wasser die Sandbienen zu töten, die uns vor ein paar Tagen noch so viel Freude gemacht haben. Gemeine Bienenmörder!

Blokhus ist ein ehemaliges Fischerdorf. Viele alter Häuser sind am Steinbau zu erkennen und werden heute zumeist als Restaurant, Boutique oder anders öffentlich genutzt. Viele sind in den letzten 45 Jahren, die wir das beobachten, sehr schön renoviert worden.

Im Gegensatz dazu sind die tausenden Ferienhäuser zumeist aus Holz gebaut. Zwischen den vielen Touristen, zum großen Teil Dänen, in der Vergangenheit mehr Deutsche, gehen die gut 500 Einwohner fast unter.

Blokhus wird schon seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts als Nordseebad genutzt. Günstig haben wir Blokhus nie erlebt, inzwischen ist manche Boutique aber auf ein sehr zahlungskräftiges Publikum ausgerichtet. Es gibt auch sehr viel mehr Boutiquen als früher, dafür sind die Läden für Töpferware oder Strandzubehör deutlich weniger geworden.

Der zentrale Platz kurz vor dem Strand, der vor 45 Jahren einfach ein riesiger Wendekreis war, ist konsequent als autofreier Freizeitplatz mit vielen Bänken und einer Bühne weiterentwickelt worden. Hier und in den zuführenden Straßen finden sich die allermeisten Geschäfte und Restaurants.

Mit der Situation vor 45 Jahren hat das nichts mehr zu tun, aber vor 15 Jahren war diese Entwicklung schon zu erkennen und ist nur konsequent weiter geführt worden.

Um dieses Zentrum herum führen dann zig Sandwege zu den vielen Ferienhäusern.

Ins Zentrum gehen wir dann erst einmal. Die Parkfrage konnten wir gut lösen, denn hinter der Bushaltestelle ist nun eine große Rasenfläche zum Parken freigegeben worden. Da passen wir gut mit dem Wohnmobil hin und sind sogar die ersten. Toiletten sind auch hier, und schon geht es ins Zentrum, vorbei an den ersten Boutiquen und gemütlichen Restaurants.

Sehr zur Freude der Kinder, die draußen auf den Bänken warten, schaffen wir es, durch fast jede Boutique und jeden Souvenir-Shop zu schlendern. Ein bisschen finden wir auch und dann gibt es das versprochen Softeis in guter Tradition in dem Laden mit den selbstgebackenen Waffeln.

Das alles ist eine schöne Erinnerung und ein guter Abschied. Dafür gehen wir noch kurz an den Strand und dann geht es gegen 14:30 Uhr unwiderruflich los. Noch ein letzter Einkauf im Supermarkt in Hune, vor allem die Kinder zu Hause haben in guter Erinnerung den typischen Joghurt bestellt. Wir kaufen den gesamten Bestand von 1-Liter-Jordbæryoghurt (Erdbeer-Joghurt) auf, reicht aber noch nicht, irgendwo müssen wir noch mehr besorgen.

Dann geht es direkt zur Autobahn und dann immer nur nach Süden. Es ist wieder viel zu heiß und die Klimaanlage im Wohnmobil ist wirklich nicht toll, so schwitzen wir um die Wette. Erleichterung bringt nur eine Pause im Schatten mit viel kaltem Wasser. Tanken müssen wir auch noch, gar nicht so einfach, wenn der Automat nur Dänisch spricht.

Was mich auf deutschen Autobahnen nervt, sind Überholmanöver von LKW, die über viele Kilometer blockieren und Staus entstehen lassen. Nahezu auf der gesamten Strecke gilt hier ein LKW-Überholverbot zeitbezogen, von 6-9 und von 15-18 Uhr. Dadurch ist der Verkehr sehr flüssig. Und bis auf ein paar dänische LKW halten sich alle daran, einschließlich wir, denn für unser Wohnmobil gelten ja die LKW-Schilder. Nun hätten wir sogar 100 km/h fahren dürfen, aber Dank des Überholverbots trödeln wir nun hinter LKW her.

Gegen 19 Uhr kommen wir dann endlich in Aabenraa kurz vor der deutschen Grenze an. Der Stellplatz ist gar nicht so leicht zu finden: Er ist auf dem Gelände des Segelclubs direkt neben der Marina. Ein großer Sand-Schotter-Platz für bestimmt 50 Wohnmobile mit Elektroanschluss direkt am Fjord.

Insgesamt ist der naja, aber ok, und was das bedeutet, sehen wir auf einem Rundgang, das erläutere ich morgen, bevor es wieder nach Deutschland geht.

Notfall am Strand

Wegen Corona mit dem Wohnmobil durch Dänemark, Blokhus / Saltum 12.08.20

Ein letzter Tag am herrlichen Strand mit wolkenlosem Sonnenschein, sehr ruhigem Meer und Notfall. Bäcker, Nachbar und Eismann sind heute besonders gut drauf. Und dann ist alles zum letzten Mal.
Der Morgen beginnt mit strahlendem Sonnenschein. Und Kraft hat die Sonne jetzt schon…

Auch der Bäcker ist heute gut drauf und erzählt davon, dass er nächste Woche Urlaub macht, In Italien. Auf dem Campingplatz. Eigentlich Slapstick, wenn man auf einem Campingplatz seine „Brötchen verdient“, oder?

Der Nachbar hinter uns auf der Parzelle ist auch gut drauf. Als wir unseren Frühstückstisch aufgebaut haben, nutzt er umgehend das Entsorgungsrohr zwischen den Parzellen, direkt neben unserem Tisch, und gießt da eine suspekte Abwasserkassette hinein. Sicherheitshalber grußlos, damit wir das nicht merken. Leute gibt’s! Zum Glück sind die anderen beiden Parzellen in unserem Karree frei, wer weiß, was die noch für Ideen hätten.

Heute ist noch eine letzte Maschine Wäsche dran und dann geht es zum letzten Mal an den Strand. Wieder gleiche Stelle wie immer. Da der Wind heute vom Land kommt, stellen wir uns quer hin und schwupp sitzen wir in unseren Sitzsäcken und lesen vor uns hin.

Dadurch gibt es leider keine Wellen. Aber Wind vom Land heißt auch, dass man leichter abtreiben kann und offensichtlich ist das jemandem passiert. Auf einmal kommen Rettungswagen, Feuerwehr mit Rettungsboot und Hubschrauber. Letzterer sucht systematisch Reihe für Reihe das Meer ab, offensichtlich werden sie fündig und das Rettungsboot kann gezielt anlaufen. Hoffen wir, dass nur jemand mit seinem Stand-Up-Paddeling-Brett zu weit abgetrieben ist und rechtzeitig gefunden worden konnte!
Genauer wissen wir das nicht, denn zu der großen Gruppe Urlauber, die eine Traube um das Boot bilden, gehören wir selbstverständlich nicht.

Und auch dieser herrlich sonnige Strandtag bei 24°C geht viel zu schnell vorbei. Ein letztes Mal gewinnen die Eltern noch „Wikinger Schach“ und dann geht es zurück zum Campingplatz. Dort ist vor der Schranke noch eine kleine Eisbar und da gibt es noch eine schöne Belgische Waffel mit dänischem Softeis. Auch der Verkäufer ist heute ausgesprochen nett und redefreudig. Und dabei haben wir einen schönen Blick über eine tolle, sehr aufwändig gestaltete Minigolf-Anlage.

Danach noch einmal Entsanden, heute besonders nötig, da der Wind den feinen Dünensand über uns gefegt hat.

Mal ein Wort zum Fernseher: Es ist absolut erstaunlich, wie gut die Schüssel auf Knopfdruck alleine ausfährt und den richtigen Satelliten findet. Und wie gut die Qualität des Senders ist, vor 45 Jahren gab es nur wenige, extrem langweilige dänische Programme. Und noch erstaunlicher, wie selten wir das in dieser Zeit ausprobiert haben.

Statt Fernsehen deshalb noch eine abschließende Runde „Dog“, die die Kinder als Ausgleich für den Nachmittag kurz und schmerzreich gewinnen.

Zum Abschluss setzt sich noch ein kleiner Hase erwartungsvoll vor die Tür. Süß! Morgen geht es dann weiter in den Ort Blokhus und dann nach Süden zu einem Stellplatz vor der Grenze.

Noch einmal Strand historisch und live

Wegen Corona mit dem Wohnmobil durch Dänemark, Blokhus / Saltum 11.08.20

Sonne, Schatten, Meeresrauschen, Baden und Spielen. Und das den ganzen Tag. Heute und vor Jahrzehnten.
Nach anfänglicher Sonne wird es erst einmal wieder trüb und wolkig. Da auf die Wetter-App ja kein Verlass ist, wie wir gestern gesehen haben, müssen wir noch in den Himmel schauen. Jetzt um 8:30 Uhr ist es aber noch zu früh, um zu erkennen, wie das Wetter heute wird. So ab 11 Uhr kann man das besser sehen.

Zu früh ist es wohl auch noch für alle anderen, denn nahezu der gesamte Campingplatz schläft noch. Nur wir wandern zum Bäcker, der aber erst einmal seine Zigarette heimlich hinter dem Laden zu Ende aufrauchen muss. Dann erst bekommen wir unsere Brötchen und genießen dann ein sehr einsames, ruhiges Frühstück.

„Ruhig“ ist ein gutes Stichwort. Natürlich kommt es immer auf die Nachbarn an, aber fraglos ist dieser Campinglatz und besonders die Ecke, in der wir stehen, der ruhigste Campingplatz, den wir hatten. Das ist so angenehm!
Genauso die sanitären Anlagen. Die waren ja auch auf Rømø schon gut und sauber, aber hier nochmal moderner, sauberer, getrennter. So hat jede Toilette ein eigenes Waschbecken in einem großen Raum, auch die Duschen sind nicht nur einfach abgetrennte Kabinen, sondern große eigene Räume. Und nahezu immer viel frei. Das gefällt uns auch sehr.

Lediglich die Qualität des Restaurants hier ist nicht annähernd mit Rømø zu vergleichen. Da sehnen wir uns nach den wirklich guten Burgern und Hot Dogs und Lachs-Baguette zurück!

Ein Wort zu unserer Geschichte. Ich hatte ja immer wieder berichtet, wie viel uns mit Blokhus verbindet. Meine Eltern sind schon mit uns 6 Jahre lang hierher gefahren, weil der Arzt Seeluft empfohlen hat. Das war 1972 bis 1977. Anfangs musste der Schlüssel für das Ferienhaus noch irgendwo in Dänemark beim Vermieter abgeholt werden, die Autobahn hörte in der Mitte Dänemarks auf und der kleine VW-Käfer war mit Eltern, Oma und 2 Kindern abenteuerlich bepackt. Prompt ging in einem Jahr der Motor auf der Fahrt kaputt und die Polizei war so freundlich, uns zum Ferienhaus zu bringen.

Abgesehen davon war es herrlich: Oma saß den ganzen Tag in der Düne, wir tollten die Dünen hoch und runter und Mittagsschlaf fand im Schlauchboot in den Dünen statt. Damals mussten Kinder noch Mittagsschlaf machen.

Und selbst wenn es Sturm und waagerechten Regen gab, sind wir im Ostfriesennerz am Strand langgegangen und haben tolle Muscheln gefunden, die das aufgewühlte Meer an den Strand geschmissen hat.

Diese herrlichen Dünen, den schönen Strand und das tolle Meer wollten wir dann später unseren Kindern auch zeigen, daraus wurden 7 Jahre Sommerurlaub 2003 bis 2009 im Ferienhaus in Blokhus. Die Jüngsten haben hier am Strand laufen gelernt und so wäre es vielleicht weiter gegangen, wenn wir nicht 2 Jahre hintereinander komplett verregnete Wochen gehabt hätten. Das brachte uns erst in den Süden und später zur Kreuzfahrt.

Und heute haben wir das wieder. Um 12 Uhr sind wir bereits am Strand am selben Platz wie gestern. Zunächst wird es immer wolkiger, in der Ferne ist sogar Regen zu sehen. Aber auch das reißt wieder auf und den Rest des Tages haben wir 23°C und strahlenden Sonnenschein.

Solange es noch nicht so schön ist, greifen wir wieder in die Erinnerungs-Kiste und gehen wie früher erst einmal am Wasser entlang zum Muscheln-Suchen. Ein paar schöne Exemplare und hübsche Steine finden wir, die dürfen zu Hause das Schildkrötengehege bereichern. Und auch eine große Scherbe, das haben wir von Anfang an beigebracht bekommen: Jede Scherbe mitnehmen und entsorgen, schon schneidet sich einer weniger in die Füße.

Der Rest des Tages ist Sonnen auf unseren Luftkissen, in den Schatten legen, dem Meeresrauschen zuhören, ins Meer springen (naja, ehrlicher Weise springt nur unser Jüngster, die Eltern schleichen in Zeitlupe ins Wasser, angesichts des Temperaturunterschieds von sonnenaufgeheizter Haut und Eismeer), Lesen, noch mehr Sonnen und eine Runde „Wikinger Schach“, die diesmal zur Abwechslung wieder die Eltern gewinnen.

Gegen 18:30 Uhr geht es dann wieder zurück und nach einer hausgemachten Pizza aus dem hiesigen Restaurant ist wieder wohliges Entsanden in der Dusche angesagt.

Inzwischen steht es fest: Weil wir uns hier so wohlfühlen, haben wir unseren Stellplatz noch einmal bis Donnerstag verlängert. Je nach Wetter geht es deshalb morgen noch einmal den ganzen Tag an den Strand. Donnerstag gehen wir in Blokhus in den Ort selbst und fahren dann Richtung Süden, um auf irgendeinem Stellplatz noch einmal zu übernachten.

Nachdem das geklärt ist, gibt es noch eine kleine Runde „Skull King“, die ausnahmsweise der Autor dieser Zeilen gewinnt.

Auch morgen sind wir noch in Blokhus / Saltum.

Nun ist es amtlich bestätigt der schönste Strand

Wegen Corona mit dem Wohnmobil durch Dänemark, Blokhus / Saltum 10.08.20

Erstmals fahren wir direkt mit dem Wohnmobil an den Strand. Und nutzen neue Sitzsäcke. Das ist alles eine gute Idee, besonders als die Wolken aufreißen. Der Vergleich dieses Strands mit den vorherigen ist dann eindeutig.
Der erste Gang geht natürlich zum Bäcker. Hier kommen wir aber mit Deutsch oder Dänisch (letzteres unseretwegen) nicht weiter, auf Englisch ist es aber kein Problem. Und nachdem wir nun wissen, wie das mit den Waschmaschinen geht, ist auf dem Weg dorthin auch noch eine Maschine Wäsche fällig.

Womit wir aber gut weiterkommen, ist kein dänisches Geld. Abgesehen von den Waschmaschinen, die nur dänische Münzen schlucken, kann in Dänemark alles mit Karte bezahlt werden, weshalb wir überhaupt keine dänischen Kronen eingetauscht haben.

Früher als sonst geht es zum Strand, weil wir ja alles dabei haben. Und da wir die Parzelle eh wechseln müssen, fahren wir die Markise ruckzuck ein, bringen Stühle und Stromkabel schon mal zur neuen Parzelle und dann geht es in weniger als 10 Minuten zum Strand Der Sand ist stellenweise weicher als gestern, aber es sind noch genug feste Bereiche vorhanden.

Und der Strand ist viel viel leerer. Zum einen liegt es daran, dass ja gestern Sonntag war und bei so schönem Wetter kommen vielen aus den großen Städten wie Aalborg hierher.
Zum anderen sieht das Wetter im Moment noch nicht gut aus. Zunächst noch hin und wieder Sonne, dann nur noch graue Wolkendecke. Der Wind ist wieder frisch, naja.

Da der Strand so leer ist, haben wir freie Wahl und stellen das Wohnmobil so auf, dass es als Windschutz dient. Und die Strandmuschel dann so, dass sie Sonnenschutz bietet. Das hat zwei Probleme: Zum einen liegt man auf dem Boden in der Muschel trotzdem im kalten Wind, weil dieser unter dem Wohnmobil durchzieht. Zum anderen mangelt es ja nun an Sonne, es sieht sogar eher nach Regen aus. Also bauen wir die Muschel ab, zu früh, wie sich zeigt.

Denn die Wettervorhersage hat irgendwie an der Küste oft Unrecht. Ja, sie hatte diese dichten Wolken und 21°C vorhergesagt. Daran hält sich das Wetter aber nicht, denn mittags reißt die Wolkendecke auf und innerhalb von Minuten ist wolkenloser Himmel und strahlende Sonne. Nun wird es herrlich.

Und wir haben auch noch etwas Neues, das sich jetzt bewährt: Früher hatten wir immer auf Luftmatratzen gelegen. Die letzten Tage einfach auf Handtüchern, denn der Strandboden ist ja weich. Wir haben aber auch zum ersten Mal solche Sitzsäcke dabei, die einfach kurz in den Wind gehalten werden, dann blähen sie sich auf und werden zugeklippt. Einfach, sehr schnell und erstaunlicher Weise richtig bequem! So lassen wir uns die Sonne auf den Bauch scheinen, und als es zu viel Sonne wird, ziehen wir einfach ein Handtuch über die Nase. Und das ist so gemütlich, dass ich zum ersten Mal sogar eindöse, obwohl mein Buch so spannend ist.

Apropos Buch, ich bin schon beim 4. Buch einer Krimi-Serie von Jussi Adler-Olsen, die in Dänemark spielt und sich immer sehr brutale Verbrechen ausdenkt. Prima Timing!

Das mit dem Wohnmobil am Strand ist wirklich genial. Es ist alles dabei, Essen, Toilette, Windschutz und es muss nichts an den Strand geschleppt werden. Solange der Boden fest genug ist, machen wir das wieder so.

Noch ein Wort zum Strand: Diesen habe ich ja gestern ausführlich beschrieben, in Abwägung aller Vor- und Nachteile der Strände, die wir auf dieser Reise gesehen haben, auf Rømø, in Hvide Sande und an der Jammerbucht, ist dieser Strand nun für uns der allerschönste. Und das liegt nun nicht nur an unserer nun schon einige Mal erwähnten Geschichte, die ich morgen noch einmal genauer erläutere, sondern einfach, weil uns diese Kombination von Dünen, Strand und Meer am besten gefällt. Und das ist sogar amtlich, was bedeutet, dass die beste Ehefrau von allen dem auch zustimmt.

Ins Wasser gehen wir heute nicht, dafür war anfangs der Wind zu frisch, aber wir spielen eine ausführliche Runde „Wikinger Schach“, die die Kinder gewinnen.

Dann fahren wir zu unserer neuen Parzelle, bauen dort alles wieder auf, inzwischen mit einiger Routine und Geschwindigkeit. Von dem Restaurant holen wir uns ein paar Burger und Hot Dogs und freuen uns wie immer auf die Dusche, die den ganzen Sand abspült.

Bleibt noch die Diskussion, wie wir das Ende der Woche mit der Rückfahrt machen. Wir haben zwischenzeitlich den Wohnmobil-Vermieter um Verlängerung bis Samstag gebeten und er hat das bestätigt. Prima!
Das haben wir so gelegt, weil wir nicht Sonnabend zurückgefahren wollen, wenn in Dänemark Bettenwechsel ist und der Elbtunnel verstopft ist. Deshalb Freitag zurück und Wohnmobil grundreinigen und Samstag Wohnmobil abgeben.
Oder – um nicht Freitag erst in der Nacht anzukommen – in 2 Etappen Donnerstag nur den halben Tag am Strand und dann bis in den Süden Dänemarks, um die Strecke in 2 Teile aufzuteilen?
Das müssen wir noch weiter überlegen und spielen so lange eine Runde „Skull King“, die – natürlich – die beste Ehefrau von allen gewinnt.

Auch morgen sind wir noch in Blokhus / Saltum.

Angekommen!

Wegen Corona mit dem Wohnmobil durch Dänemark, Blokhus / Saltum 09.08.20

Der Strand ist weit weg, aber wir bewältigen das zu Fuß, was offensichtlich nicht jeder sagen kann angesichts des partiellen Gestanks am Wegesrand. Der Strand ist dann genau das, was wir kennen, lieben und lange genießen. Zum Schluss verlängern wir unsere Buchung hier, auch wenn wir nur knapp an einer Katzen-Mahlzeit vorbeikommen.
Auch hier gibt es vor dem Campingplatz einen kleinen Kaufmann mit Bäcker. Das ist natürlich unser erster Weg, nachdem wir wunderbar ruhig geschlafen haben. Kein Durchgangsverkehr auf dem Schotterweg, wie die Tage davor.

Natürlich verlangen wir nicht, dass man im Ausland für uns deutsch spricht. Aber wir freuen uns immer, wenn das jemand tut, weil es uns die Kommunikation naturgemäß erleichtert. Das ist hier oben nicht mehr so verbreitet wie früher, aber wir verständigen uns trotzdem und bekommen nicht nur unsere Brötchen, sondern fragen auch an der Rezeption nach der Waschmaschine, die nur mit Münzen zu füttern ist. Ist aber auch kein Problem: Wir bekommen Münzen und zahlen die mit Karte, bequemer geht es nicht. 30 Kronen pro Waschmaschine, 20 Kronen pro Trockner. Schon teurer als auf AIDA.
Erste Waschmaschine stellen wir gleich an, zum Glück hängt hier eine Anleitung, wie man die Maschinensprache auf Deutsch umstellt, dann ist die Bedienung selbsterklärend.

Inzwischen haben wir die Markise heruntergekurbelt, was sich zunächst als Problem herausstellt, weil wir die senkrechten Stangen nicht arretieren können. Was wir aber auch irgendwann verstehen und nun gefällt uns das gut und wir essen darunter Frühstück.

Diesmal mit Begleitung, denn überall um uns herum sind kleine runde Löcher im Boden. Längere Beobachtung zeigt: Erdbienen (Sandbienen). Die sind harmlos (anders als Erdwespen, die können recht aggressiv werden), können nicht stechen und die meisten Arten sind in Deutschland vom Aussterben bedroht. Irgendwann kommen dann aber Wespen und wir denken, dass die die Bienen jagen. Und wundern uns aber, dass sich die Wespen nicht für unser Frühstück interessieren. Bis wir verstehen, dass das gar keine Wespen sind, sondern Erdbienen, die so voll mit hellen Pollen beladen sind, dass sie farblich wie Wespen aussehen. Faszinierendes Schauspiel, besonders als sie uns zuliebe besondere Tänze vor dem Erdloch aufführen.

Heute wollen wir wieder an den Strand. Bei strahlend blauem Himmel und 22°C eine gute Idee. Der Nachteil dieses Campingplatzes ist, dass er zu weit vom Strand weg ist. Außer natürlich für uns. Man müsste das Auto nehmen, wir können ja nur mit dem Wohnmobil an den Strand. Aber bevor wir uns dort festfahren, wie es beinahe gestern in Blokhus passiert wäre, möchten wir uns das erst einmal ansehen. Blokhus selbst wollen wir auch noch einmal, aber erst die nächsten Tage.

Also geht es gegen 13 Uhr zu Fuß los. Zuerst durch ein sehr hübsches Ferienhausgebiet, dann an auf einem schmalen Fußgängerstreifen neben der Straße zum Strand. Das sind gut 3 Kilometer und damit knapp 40 Minuten Weg. Der bei dieser Wärme sehr lang werden kann. Offensichtlich für manche zu weit, denn Leichen pflastern den Weg. Zumindest ein toter Fuchs, der wahrscheinlich auf dem Weg verdurstet ist und nun im Straßengraben entsetzlich stinkend verwest.

Dies Schicksal bleibt uns erspart und wir kommen gut am Strand an. Nur um festzustellen, dass zumindest im straßennahem Bereich der Boden fest genug ist für das Wohnmobil. Also Notiz an uns selber: Morgen mit Wohnmobil wiederkommen.

Am Anfang ist es noch sehr voll, ein Stück weiter auch, aber mit ein paar Lücken. Dort bauen wir dann unsere Muschel direkt am Wasser auf und springen direkt hinein.

Der Sand ist sehr weich und weiß und sauber. Steine gibt es nur wenige glatte Kiesel. So wie ich das von früher kenne: An der Wassergrenze sind ein paar Kiesel und Muscheln lässig verteilt, die man hier richtig gut suchen und finden kann. Ansonsten ist der Boden weich und lädt zum Sprinten ins Meer ein.

Allerdings nicht die Temperatur. Noch immer ist die Nordsee kalt und deshalb der Weg ins Wasser langsam. Zunächst geht es nur bis zur Hüfte ins Wasser, dann kommt eine Sandbank, dahinter sind sogar Wellen und hier halten wir uns auf. Herrlich, wenn man erstmal drin ist. Auch heute geht das noch ein zweites Mal.

Wir sind hier in der Jammerbucht, diese zieht sich 100 Kilometer entlang der Nordwestküste Dänemarks an der Nordsee. Bedingt durch die Bucht sind die Strömungen hier ruhiger, es gibt weniger Gezeiten, was das Baden leichter macht. 13 Strände finden sich hier, insgesamt 55 Kilometer lang. Viele sind befahrbar und 50 bis 100 Meter breit.

Genauso ist es hier: Am Meer und an den Dünen stehen Autos und Strandmuscheln, dazwischen ist Fahrbahn. In Blokhus selbst, wo der Strand noch etwas breiter ist, ist in der Mitte noch eine große Fläche, auf der viel gespielt wird.

Die Dünen sind vorne flach und nach hinten hoch, nicht so abgeschnitten steil wie in Hvide Sande. In regelmäßigen Abständen gehen schmale Wege über die Dünen, die auch hinter dem Dünengürtel weitergehen (Sti) und in einem Querweg münden, der längs hinter den Dünen entlangführt (Sti 100).

Wir gehen am Sti 23 auf die höchste Düne weit und breit und haben eine tolle Aussicht nach Süden bis Blokhus, im Norden sind die Steilklippen hinter Løkken zu erahnen. Der Stand ist unendlich, der Dünengürtel weiß von Sand und grün vom Strandhafer, hinter dem Dünengürtel viel grün und niedrige Sträucher mit Ferienhäusern dazwischen.

Das ist so schön! Das ist das was ich schon von meiner Kindheit kenne und wir später gemeinsam jahrelang als Familie erlebt haben. Hier, genau diesen Strand und diesen Dünengürtel lieben wir seit Jahrzehnten und fühlen uns wie wieder angekommen.

Das genießen wir, bis es gegen 18 Uhr zu frisch wird. Dann geht es wieder den Weg zu Fuß zurück. Am Eingang des Campingplatzes gibt es ein kleines Restaurant mit Außenverkauf, hier bestellen wir uns Burger und halbe Hähnchen. Das führt zu einiger Verwirrung, weil wir killing bestellen, das sind kleine Kätzchen, korrekt ist Kylling (Hähnchen). Naja, zum Glück merkt der Koch das noch und wir bekommen das richtige. Die Burger sind gut, die Hähnchen zu roh.

Danach eine entsandende Dusche. Das geht hier wieder anders; Auf einer Karte werden die Duschvorgänge aufgebucht, pro Duschvorgang gibt es 3 Minuten warmes Wasser, abgerechnet wird am Schluss.

Aber erst ganz am Schluss und den zögern wir schon einmal raus. Wir hatten uns ja vorgenommen, nur die Mindestzahl Tage zu buchen, die für Einreise nötig sind und dann spontan zu entscheiden, wie gut es uns gefällt, ob wir bleiben oder weiter fahren. Hier gefällt es uns sehr gut und deshalb gehen wir in die Rezeption, um zunächst um zwei Tage zu verlängern, ansonsten müssten wir morgen schon wieder los. Ist auch kein Problem, nur unser Platz ist dann besetzt und so müssen wir genau ein Karree weiter fahren. Kein Problem, da wir heute ja eh an den Strand fahren, müssen wir bei Rückkehr nur daran denken.

Und darüber ist es dann so spät geworden, dass wir ins Bett fallen. Auch morgen noch sind wir in Blokhus / Saltum.

Ein eigenwilliges Navi auf dem Weg nach Nordjütland

Wegen Corona mit dem Wohnmobil durch Dänemark, Blokhus / Saltum 08.08.20

Auf dem Weg nach Blokhus zeigt das Navi einen eigenen Willen: Erst will es fast 100 Kilometer Umweg und als wir das nicht mitmachen, fahren wir quer durch die Großstadt. Und stranden fast noch am Strand, was sich nur durch verkehrspolizeiliches Geschick lösen lässt.
Obwohl wir kurz nach Öffnung beim Mini-Bäcker stehen, gibt es schon eine lange Schlange. Und noch länger die Schlange an der Rezeption. Ganz klar, es ist Samstag, viele reisen ab.

Wir auch, aber nicht nach Hause, sondern ganz nach Plan weiter an der Nordseeküste nach Norden, Richtung Blokhus. Aber erst einmal lassen wir uns viel Zeit beim Frühstück, dann wird alles wieder fest verzurrt und gegen 11 Uhr geht es los. Am Ausgang noch einmal alle Flüssigkeiten leeren und neu befüllen, dann durch die Schranke und zur Rezeption.

Wie schon bei Ankunft sind die Rezeptionisten ausgesprochen freundlich. Heute haben wir wohl die Chefin, denn sie erzählt uns, dass früher der Kaufmann viel größer war, dass heute aber alle lieber in die Stadt zum Supermarkt fahren, weil sie hier einfach zu teuer sind. Was daran liegt, dass sie nicht die Einkaufskonditionen bekommen, die die Supermärkte bekommen. Deshalb ist hier alles sehr teuer, aber reiner Service für das Nötigste. So haben wir das auch gesehen und neben den Brötchen nur mal etwas mitgenommen, das wirklich fehlte.

Machen wir doch mal einen Vergleich: Schön auf diesem Campingplatz ist die freie Platzwahl in der Natur und das nahe Meer. Sehr anstrengend die hohe Düne. Auf Rømø waren dafür mehr sanitäre Anlagen, und die moderner und sauberer. Und die verschiedenen Restaurants direkt am Campingplatz auf Rømø waren für uns auch sehr praktisch, hier gibt es Restaurants nur in größerer Ferne.
Von den Besuchern her sind die Deutschen hier eindeutig in einer massiven Mehrheit, dann kommen Dänen. Das war auf Rømø auch schon so, aber noch nicht ganz so extrem.

Tja, und auch wir machen das so, wie die Mehrheit: Erst einmal fahren wir zurück ins Zentrum von Hvide Sande und dort in einen Supermarkt, denn unsere Vorräte an frischen Sachen sind nun arg aufgebraucht, besonders an diesem wahnsinnig leckeren dänischen Trinkjoghurt.

Wahrscheinlich ist der Wagen nun doppelt so schwer. Und das ist die beste Zeit, dass uns das Navi schockt. Denn bei Google Maps waren es gerade mal 219 Kilometer unter Vermeidung von Fähren. Das Wohnmobil-Navi will uns aber glatt 300 Kilometer schicken, und zwar erst einmal streng nach Osten, ganz rüber zur Ostsee nach Århus und dann auf der Autobahn nach Norden. Da streiken wir und nach einiger Fummelei stellt sich heraus, dass dies dadurch kommt, dass die „schnellste Route“ voreingestellt ist. Und ein Navi hält Autobahnen immer für massiv schneller.

Also stellen wir um auf „kürzeste Route“ und dann sind es nur noch rund 250 Kilometer. Immer noch mehr, denn nun geht es schräg nach Nordosten bis Viborg und von da in Aalborg über den Limfjord. Auch weiter westlich in Nordseerichtung gibt es Brücken über den Limfjord, das wäre erheblich kürzer, weil wir an der Nordsee bleiben, statt quer durchs Land zu gurken und wieder zurück. Aber dazu kriegen wir das Navi mit allem guten Zureden nicht. Und da das extra für Wohnmobile geschaffen ist, unsere Größe und Gewicht kennt (also die des Wohnmobils..) und wir im Internet keine Angaben finden, ob wir zu schwer oder zu groß für die westlicheren Brücken sind, vertrauen wir dann doch dem Navi.

Allerdings lässt sich das Navi davon nicht besänftigen, dass wir einfach die Routenoptionen umgestellt haben, wird uns das Navi noch spüren lassen.

Zunächst fahren wir also erst einmal durch die Einsamkeit Dänemarks. Es ist wirklich erstaunlich, wie dünn das Land besiedelt ist. Zudem fällt uns auf, dass immer mehr einsame Häuser an den Straßen verlassen werden.

Das Autofahren in Dänemark ist sehr angenehm und hilft enorm bei der Entschleunigung. Auf Landstraßen darf man nur 80km/h fahren, auf Autobahnen 130 km/h (wir mit über 3,5t nur 100 km/h). Dadurch stören auch die zahlreichen Kreisel nicht, da man eh nicht schnell fahren darf und die immer herunterbremsen. Das ist schön. Und wir haben ja auch zu Hause mit dem Elektroauto festgestellt, wie viel gesünder es ist, nicht immer nur von einem Punkt zu nächsten zu hetzen. Es ist gar nicht so recht zu verstehen, warum es in Deutschland so viele Widerstände gegen eine sinnvolle Geschwindigkeitsbegrenzung auf Autobahnen gibt. Wer sich darauf mal einlässt, wie wir hier, merkt den entspannenden Unterschied deutlich. Ganz abgesehen von der Reduktion von Unfalltoten, die nachweislich erheblich ist.

Ab Viborg folgen wir dann der Route, die meine Eltern in den 70ern genommen haben, als es die Autobahn noch nicht gab. Dann geht es aber doch auf die Autobahn Richtung Limfjord-Tunnel. Und mitten in Aalborg wieder runter von der Autobahn. Das verstehen wir nun gar nicht, müssen wir doch irgendwie über den Limfjord. Aber egal, das Navi lässt sich nicht beirren, es geht stur ins Zentrum Aalborgs. Vorbei an der Klinik, in der wir mal vor Jahren mit dem Ältesten waren, als er sich beim Toben im Meer die Nase gebrochen hatte.

Hatte ich schon mal erzählt, wie die Schwestern dort sich immer bemüht haben, möglichst perfekt norwegisch zu sprechen und wir sie völlig verständnislos angeschaut haben? Was wiederum die Schwestern völlig irritiert hat. Bis wir alle verstanden, dass wir aus Bergen kommen, sie dachten nun Bergen / Norwegen, nicht Bergen / Niedersachsen…

Jedenfalls fahren wir nun wieder auf dem alten Weg über eine Klappbrücke mitten durch Aalborg. Und warum das Ganze? Weil die Autobahn einen Bogen macht und das war dem Navi zu lang, weil wir ja die „kürzeste Route“ eingestellt haben. Das haben wir nun davon. Aber so sind wir auf der anderen Seite des Limfjords in Nordjütland und nun erkennen wir immer mehr Sachen wieder.

Der erste Weg geht natürlich nicht zum Campingplatz, sondern nach Blokhus. Ich befürchte zwar wegen der Hitze das Schlimmste, aber es bewahrheitet sich: Blokhus ist proppevoll, das dürfte erst ab Montag weniger werden. Der Weg zum Strand ist Stau, aber das geht noch. Viel schlimmer ist, dass nur ganz an der Strandeinfahrt der Sand fest ist, direkt hinter den 10.000.000.000 Autos ist nur weichester Sand. Keine Chance für unser 4,4Tonner. Zum Glück können wir mit einem geschickten Manöver (durch den Fahrer dieses Tonners) und der verkehrspolizistischen Begabung der besten Ehefrau von allen, die eben mal den gesamten Verkehr durch die Sandberge zum erliegen bringt, direkt am Eingang drehen und dem Sand entkommen.

War also nichts mit Brötchen am Strand. Stattdessen schauen wir uns Blokhus an, schwelgen in Erinnerung, vergleichen noch einmal (zum 1.000. Mal) das Zentrum heute mit 1975 und die Entwicklung seit 10 Jahren. Nun ist doch glatt ein Papiermuseum im alten Aldi und Aldi und Spar sind umgezogen. Und so weiter.

Nun geht es weiter zum Campingplatz. Der ist nicht in Blokhus selbst, die Beurteilung von diesem in diversen Tests war einfach zu schlecht, sondern 8 Kilometer weiter nördlich in Saltum.

Dieser Platz ist eher auf Kinder und junge Familien ausgerichtet. Es gibt reihenweise Spielplatz, Minigolf, Schwimmbad, Fußball, Tennis usw. Demnach heißt der Platz auch Jambo Feriepark. Mit knapp 400 Plätzen nicht so wahnsinnig groß, dafür aber sehr gut unterteilt. Zwischen den einzelnen Bereichen gibt es hohe Tannenhecken. Manche Bereiche umfassen 2 Reihen mit beispielsweise 24 Stellplätzen. Andere haben immer 4 Stellplätze mit kleiner Hecke umrahmt, je nach Platzkosten. Wir haben einen Platz im mittleren Preissegment mit Elektro- und Wasseranschluss. Auch mit Abfluss, das nützt uns aber nichts, wohl aber den Nachbarn, die eine Regenrinne aus ihrem Wohnwagen verlegt haben.

Gut, Wasser hätten wir nicht gebraucht, hätte also auch eine Kategorie günstiger getan, aber ein Rundgang über den Platz zeigt: Alles richtig gemacht, denn wir stehen sehr ruhig, in anderen Bereichen spielen Kinder quer über die Stellplätze Fußball. Und Ruhe haben wir im Moment gern.

Witziger Weise stehen nur in dieser Ecke Deutsche um uns herum (deshalb witzig, weil wir die freie Auswahl bei Buchung hatten und uns so entschieden haben, wo vermutlich mehr Ruhe ist), der überwiegende Rest des Platzes sind Dänen. Also auch ein Trend, den wir vor Jahren schon beobachtet haben: Waren vor 40 Jahren die Ferienhäuser ganz im Norden eher für Deutsche, entdecken immer mehr Dänen ihren Norden.

Neben uns ein deutscher Dauercamper, der bei unserer Ankunft erst einmal prüfend guckt, aber ein paar freundliche Worte bringen ihn dazu, uns großzügig jede Formation zu erlauben. Wir stehen ganz vorne an dem Karree und längs, um Schatten zu haben. Er steht quer und so bilden wir ein T, hinter dem wir alle ungestört sind. Ja, passt gut, denn auch der Wutanfall des Jungen eine Parzelle weiter geht irgendwann vorbei.

Eigentlich wollen wir noch an den Strand, aber der ist hier deutlich weiter weg und deshalb orientieren wir uns nur. Die Fahrt in der Hitze hat auch ordentlich geschlaucht, und so sitzen wir nur im Schatten, trinken um die Wette und gönnen uns ein paar Nektarinen. In den nächsten Tagen planen wir dann Strand und Blokhus selbst.

Auch morgen sind wir noch in Saltum / Blokhus.

Generalstabsmäßig zu einem langen, herrlichen Strandtag

Wegen Corona mit dem Wohnmobil durch Dänemark, Hvide Sande 07.08.20

Ein ganzer Tag am Strand bedeutet so einige Vorbereitungen, dann aber sind Ruhe und Meer perfekt
Boah, nun ist es heiß. Und deshalb der beste Platz to be. In Deutschland sollen jetzt bis unter 40°C werden, da sehnt man sich nach einer frischen Meeresbrise. Und was soll ich sagen: Haben wir! Aber auch hier merken wir schon früh beim Aufstehen die brennende Sonne. Das schreit förmlich nach Strand, 24°C sind geplant.

Etwas später als sonst gehen wir zu dem Mini-Bäcker. Und werden erst einmal rausgeschickt. Masken sind hier nicht vorgeschrieben, aber Abstand. Und der Chef achtet streng darauf, dass nicht mehr als 8 Personen (inkl. 2 Verkäufer) im Laden stehen. Völlig in Ordnung, wir kommen schon noch dran und dann geht es ans Frühstücken, diesmal wieder draußen, bis die Sonne zu heiß brennt.

Das Wohnmobil hat eine eigene Markise, die haben wir aber bisher nicht genutzt, vor allem, weil sie bei Wind immer eingefahren werden muss. Der Vermieter hat uns mit Horrorgeschichten von umgeschlagenen Markisen versorgt. Und da wir den Rest des Tages ja am Strand sein wollen, lohnt sich Markise jetzt nicht.

Eigentlich wäre heute unsere Abreise gewesen, aber angesichts des herrlichen Wetters und da wir erst übermorgen in Blokhus angemeldet sind und da uns die Rezeption versichert hat, das wir das so spontan machen können wie wir wollen, bleiben wir diesen Tag noch hier.

Insgesamt ist es deutlich voller geworden als bei unserer Anreise, das könnte mit dem angekündigten schönen Wetter zusammenhängen.

Mittags gehen wir zum Strand. Das hört sich ganz einfach an, bedarf aber einer ganzen Batterie an Vorbereitung, weil wir länger da bleiben wollen:
Strandbrötchen müssen geschmiert werden, Wasserflaschen gefüllt. Alle cremen sich mit Sonnenmilch ein und ziehen schon einmal Badekleidung und Flip-Flops an. Dann nichts vergessen, Bücher, Sonnencreme, Strandmuscheln, Ball. Dann zum Strand und dann geht es generalstabsmäßig weiter: Zwei Muscheln gegen Wind und aufgrund der Hitze heute zur Schattenbildung aufbauen. Handtücher ausbreiten, alles Empfindliche in den Schatten der Muscheln.

Das alles dauert seine Zeit, aber es lohnt sich, denn nun haben wir alles was wir brauchen, um bis zum Abend durchzuhalten. Und das machen wir. Die Sonne ist so herrlich warm, dass uns heute vor 19 Uhr keiner vom Strand wegbekommt.

Und das ist so herrlich: Die Luft ist warm, es geht nur ein leichtes laues Lüftchen. Das Wasser ist kalt, aber wenn man erst einmal drin ist absolut herrlich. Heute gehen wir sogar zweimal ins Wasser, einmal mit ausgiebigen Ballspiel.

Der Weg zum Strand ist allerdings eine Herausforderung, denn diesmal ist der Weg über den Campingplatz weiter und die Düne höher. Viel höher. Als wir oben sind, suchen wir verzweifelt das Sauerstoffzelt.

Dann wieder recht steil bergab. Das Wasser ist dann aber nicht weit entfernt, der Strand ist deutlich schmaler als in Blockhus und um Längen schmaler als auf Rømø. Der Sand ist hell, fein und sauber. Aber es gibt Richtung Wasser mehr Steine. Zum Spazieren oder Liegen ist das mit den Kieseln aber noch ok. Lediglich beim Gang ins Wasser müssen erst einige Meter unangenehmer Kiesel überwunden werden, bevor der Boden wieder reiner Sand ist. Dann geht es flach ins Wasser, bevor ich ganz den Boden verliere kommt eine Sandbank, bis dahin gehen wir aber nicht.

Allerdings ist das Wasser heute absolut glatt. Vorgestern bei Ankunft war ja Wind und da haben uns so wilde Wellen begrüßt, dass wir zweifelten, ob man überhaupt baden kann. Heute ist das Meer flach wie ein Ententeich und so baden überall Menschen und viele gehen der neuen Trend-Sportart nach, nämlich Stand-up-paddeling.

Die Nähe des Wassers hat aber auch seinen Preis: Man sieht, dass die Dünen von der Meeresseite sehr steil abfallen, hier hat das Meer bei den Herbststürmen ordentlich Sand abgegraben. Das ist nicht gut für die Zukunft und auch nicht so schön wie in Blokhus, wo es flach in den breiteren Dünengürtel geht.

Da wir heute so lange am Strand bleiben, wird die Suche nach einem Restaurant, das es ja nicht in unmittelbarer Nähe gibt, zu spät und für so einen Fall haben wir – sehr zur Freude der Kinder – Spaghetti mitgenommen, die wir im Wohnmobil zubereiten können.

Danach folgt das übliche Entsanden in der Dusche. Noch ein Wort zu dem Duschen hier: Warmwasser ist nicht inklusive. Deshalb haben wir bei Anmeldung Duschkarten mitbekommen, die mit 50 Kronen aufgeladen sind. Je nach Duschdauer reduziert sich das. Dabei ist unbedingt zu beachten, dass bei Ausstellen des Wassers der Zähler weiter runterzählt, die Karte muss aus dem Lesegerät genommen werden, um den Zähler zu stoppen, etwa zum zwischendurch Einseifen. Das Wasser würde dann zwar weiterlaufen, aber nur noch kalt.

An Spielen ist nun auch nicht mehr zu denken, sondern unsere Große will wie allabendlich mit dem Freund in Deutschland telefonieren und morgen geht es (relativ) früh raus. Denn morgen fahren wir Richtung Blokhus.

Der herrliche Duft der Erinnerung und ein hoher, ein sehr hoher Leuchtturm

Wegen Corona mit dem Wohnmobil durch Dänemark, Hvide Sande 06.08.20

Das Wetter ist erst bewölkt, deshalb gehen wir zu einem unendlich hohen Leuchtturm mit herrlicher Aussicht auf das ganze Land. Und der Weg durch die Dünen bringt uns eine wunderschöne Erinnerung an die Vergangenheit.
Der Nachteil des Stellplatzes am Weg ist, dass morgens die ersten Camper wegfahren, und das hört man ordentlich auf dem Schotter. Und so werden wir früh wach. Nachts dagegen war das kein Problem, weil die Schranken nachts geschlossen sind.

Der erste Weg geht zum Bäcker. Das ist wirklich nur eine winzige Außenstelle mit dem allernötigsten. Wir haben aber auch noch alles und brauchen nur frische Brötchen, die wir bekommen. Das bedeutet: Für heute alles gut, aber spätestens morgen (oder so) fahren wir mal einen richtigen Supermarkt an, um uns mit frischen Sachen auszurüsten.

Dazu passt mal wieder ein Blick in die Kinderseele: Zum Bäcker gehen heute die Eltern und der Weg ist weit, bestimmt 600 Meter. Die Kinder decken in der Zeit den Tisch. Innen, da doch etwas windig. Papa schneidet alle Brötchen auf, draußen, wegen der Krümel. Mama kocht Kaffee und Eier. Danach waschen die Eltern ab. Kinder sitzen an den Handys. Und sollen dann aus dem 100 Meter entfernten Service-Haus in 3 Flaschen Trinkwasser holen: „Wieso immer wir, macht Ihr doch auch mal was.“ Ja.

Obwohl wir im Wlan-Umkreis sitzen, ist der Empfang dürftig. Es geht nur an der offenen Wohnmobil-Tür. Naja immerhin.

Die Luft ist herrlich frisch und warm. Nur der Himmel ist bedeckt. Aber im Laufe des Tages reißt der Himmel auf und es werden 21°C.

Zur täglichen Routine gehört der Abwasch. Auf dem Campingplatz gibt es dafür extra Becken und wir sehen täglich zahllose Camper mit Wannen voll dreckigem Geschirr dorthin wandern. Der Vorteil des Wohnmobils ist, dass dies auch hier gemacht werden kann. Das ist sicher weniger sinnvoll, wenn man ein großes Essen selbst gekocht haben sollte, ansonsten ist genug Waschbecken, Frischwasser und Abwassertank im Mobil. Nur kein Platz und deshalb waschen wir nach jedem Essen die paar Sachen gleich ab. Ist natürlich schnell gemacht und kein Problem, Zeit haben wir ja.

Da es mittags immer noch bewölkt ist und erst noch ein bisschen zu frisch für Strand, wünschen sich die Kinder Chillen am Wohnmobil. Das machen wir natürlich nicht den ganzen Tag, aber eine zeitlang sitzen wir im Windschatten des Wohnmobils und lesen. Und essen unsere geschmierten Strandbrötchen.

Irgendwann müssen wir aber auch wieder Bewegung haben. Zur Diskussion steht, das knapp 5 Kilometer entfernte Zentrum oder den berühmten Leuchtturm von Hvide Sande zu Fuß zu besuchen. Trotz Lockangebot mit Shoppen kann sich der Autor dieser Zeilen angesichts der Wahnsinnsentfernung nicht durchsetzen und so wird es der Leuchtturm. Knapp 1,5 Kilometer direkt hinter den Dünen entlang führt ein richtig schöner Rad- und Wanderweg. Zu einer Seite die sehr hohen Dünen zum Meer, zur anderen Seite eine weite Dünen-Strauch-Landschaft. Richtig schön und für uns ein wunderschöner Erinnerungs-Moment.

Das ist der Duft, der tief in unserer Erinnerung verwurzelt ist aus all den Jahren als Kind und später mit unseren eigenen kleinen Kindern: Dieser Duft aus warmen Sand, Strandhafer, Heide und Heckenrosen. Einzigartig und für uns eine wunderschöne Erinnerung.

Der Leuchtturm Lyngvig Fyr ist der jüngste dänische Leuchtturm und 1906 nach einem schlimmen Schiffsunglück gebaut worden. Besteigen ist kostenpflichtig, 25 Kronen pro Erwachsenem. Die Kinder wollen nicht mit. Wie Recht sie haben! Die Eltern müssen ein paar Minuten warten, denn die Zahl der Besucher ist begrenzt so wie der Platz oben im Leuchtturm. Dann geht es eine steile Holztreppe hinauf auf die Düne. Schon von hier haben wir einen schönen Blick über die schmale Landzunge zwischen Fjord und Meer, auf das Meer, über den Ringkøbingfjord zum andern Ufer.

Im Leuchtturm geht es dann eine schmale Wendeltreppe nach oben. Alle paar Meter ist eine Fensterlaibung, in die sich Entgegenkommende drücken können. Das ist alles kein Problem, 228 Stufen schaffen wir mit links, nur wir müssen mal Luft holen.

Dann oben auf der inneren Plattform nur noch eine Leiter mit 5 Sprossen und eine Luke, die nur kriechend durchrutscht werden kann. Dann hängt man mit dem Kopf draußen über der 50 cm schmalen äußeren Plattform, auf der man einmal im Kreis um den Turm gehen kann.
An dieser Stelle müsste der geneigte Leser aufmerksam werden: Mit dem Kopf hängt man über der schmalen Plattform In etwa 20.000 Kilometer Höhe. Diese hat zwar ein massives hohes Gitter, aber der Blick geht nun mal nach unten. Tief und weit nach unten und dann der Wind. So stehe ich mit dem Rücken fest an den Turm gepresst und bewege mich keinen Millimeter weiter. Ich weiß nicht, ob ich schon einmal meine natürlich Höhenskepsis erwähnt habe, aber an dieser Stelle meldet sie sich. Also gibt es nur einen Weg: Warten bis frei ist und wieder rückwärts mit Blick in die Tiefe die Leiter nach innen krabbeln. Puh, das war knapp. Nicht natürlich die mutigste Ehefrau von allen, die umrundet den Turm einmal, Was gefühlt hier oben auf der Wendeltreppe wartend Stunden dauert, weil die äußere Plattform zu schmal zum Überholen ist.

Nachdem wir erstaunlicher Weise lebend unten wieder angekommen sind, schauen wir noch kurz in den kleinen Shop daneben, staunen über die selbst für dänische Verhältnisse immensen Fantasiepreise und gönnen uns ein kleines Eis.

Das hat auch gleich den Vorteil, dass wir eigentlich gar nicht mehr hungrig sind, uns nur noch ein paar letzte Reste warmmachen, die wir noch von zu Hause mitgebracht haben. Und noch eine Runde „Die Siedler von Catan“ spielen, die die beste Ehefrau von allen uneinholbar gewinnt.

Was uns noch auffällt, ist dass die Duschen und Toiletten hier voller sind. Hier entstehen auch mal Schlangen, Das hatten wir auf Rømø nicht, da war das Verhältnis Duschenanzahl zu Plätzen besser.

Auch morgen sind wir noch in Hvide Sande.

Zu viel Geklapper und Fäkalien, zu wenig Lehm in der Natur

Wegen Corona mit dem Wohnmobil durch Dänemark, Hvide Sande 05.08.20

Nächtliches Geklapper und entwischte Bücher stellen eine echte Herausforderung dar. Die erste komplette Entsorgung dagegen nicht. Dann machen wir uns auf den Weg nach Hvide Sande, wo wir in der Natur landen und es an Lehm mangelt.
Morgens stehen wir nicht zu spät auf und packen alles ein. Das besondere im Wohnmobil ist, dass alles, was an den letzten Tagen irgendwo seinen Platz gefunden hat, nun wieder ordentlich verstaut wird, damit es während der Fahrt nicht durch das Mobil fliegt. Genauso müssen natürlich alle äußeren Klappen geschlossen sein, die Dachluken, die Sat-Schüssel müssen eingeklappt sein und besonders das Stromkabel abgenommen und eingepackt werden. Tische und Stühle müssen auch im Heck verzurrt werden und so noch einmal um den Wagen herum geschaut werden.

Dabei suche ich den Verantwortlichen der nächtlichen Ruhestörung. Über Nacht ist Wind aufgekommen und irgendwann fing es an zu klappern. Das hörte sich an wie ein Tischtennisball, den jemand immer so 2-3mal auf das Dach hüpfen lässt, Und das alle paar Minuten, synchron zu einer Windbö. Sowas kann ganz schön nerven.

Auf das Dach komme ich hier mangels Leiter nicht, ist aber auch nicht nötig, durch Stehen im Wind finde ich den Übeltäter: Die Klappe über dem Stromanschluss ist aus dünnem Plastik und lässt sich nicht befestigen, wenn ein Kabel steckt. Und diese klopft bei Wind nervig auf den Kabelanschluss. Aber auch hier gibt es Hilfe, zufällig haben wir ein Zusatz-Band von den Strandmuscheln dabei und damit knoten wir die Klappe schön fest. Ruhe!

Ein Buch suchen wir noch, das in einen Türschlitz zwischen Schrank und Dusche gerutscht ist. Wie wir uns auch anstellen, wir können das Buch weder mit Hand noch mit Besenstiel greifen. Nach langer Zeit stellen wir dann fest, dass der Schrank genau für so einen Fall eine Öffnung hat und man somit von innen alles greifen kann, was dazwischenrutscht…

Auch Regen war für heute angesagt und beim Aufwachen regnet es tatsächlich. Und immer wieder gibt es kleine Schauer. Unsere Brötchen vom Bäcker kriegen wir nur mit geschickter Umarmung trocken nach Hause. Deshalb Frühstück heute im Wohnmobil, nicht weniger lecker als sonst.

An der Rezeption haben wir nichts mehr zu erledigen, der Preis ist vorab bezahlt, und so planen wir ein, im letzten Moment um 12 Uhr das Camp zu verlassen. Vorher allerdings bringen wir noch alles in Ordnung, besonders den Wasserhaushalt des Wohnmobils. Dazu gibt es hier eine zentrale Entsorgungsstation, die gut auch für große Mobile erreichbar ist. Wieder genau über dem Gulli geparkt, das Grauwasser per Schieber ablaufen lassen, gleichzeitig Frischwasser nachfüllen. Und nun kommt die erste richtig große Herausforderung: Die Entsorgung des Schwarzwassers, sprich also der Fäkalien. Diese werden in einer Kassette gesammelt, die hier in ein Becken entleert werden darf. Dazu den Schieber gut schließen, Kassette lösen, Deckel des Stutzens öffnen und dadurch den Inhalt abgießen. Dazu gibt es einen kleinen Belüftungsknopf, damit der Inhalt flüssig abfließt. Klappt auch alles gut, nochmal nachspülen mit vorhandenem Frischwasser und wieder einbauen.

Dabei staunen wir, dass die Kassette doch fast voll ist. Denn wir haben konsequent jede Toilette auf den Stellplätzen genutzt, und nur das nächtliche kleine Geschäft auf der Toilette verrichtet. Und trotzdem ist nach 4 Tagen bei 4 Leuten alles voll. Hochgerechnet heißt das: Wer jedes Geschäft im Wohnmobil verrichtet, darf auch mindestens alle 2 Tage Kassette leeren…

Jedenfalls geht das so schnell, dass wir frühzeitig das Camp verlassen und wieder über den Damm zum Festland zurückfahren. Dann geht es immer in Küstennähe an der Nordsee entlang Richtung Norden, vorbei an Esbjerg. Das werden wir so fortsetzen, mal schauen, ob wir am Ende ganz im Norden in Skagen landen.

Ziel heute ist aber Hvide Sande, vielen Deutschen vom Urlaub bekannt und rund 130 Kilometer entfernt. Es ist wieder eine schöne ruhige Fahrt, mit einer kleinen Pause. Nicht weil es so weit ist, sondern weil viele Rastplätze sehr schön sind. Dabei war unser Plan, extra heute zu fahren, weil für heute Regen angesagt war. Der aber doch nur vereinzelt kommt und es wird noch windig, aber schön.

Die letzten 20 Kilometer geht es dabei auf einem schmalen Landstreifen zwischen Nordsee und Ringkøbingfjord entlang, oft zwischen hohen Dünen zu beiden Seiten hindurch. Das Meer ist nicht zu sehen, der Fjord immer wieder mit zahlreichen Windsurfern darauf.

Hier liegt Hvide Sande, wir fahren aber zunächst einmal nur hindurch, denn der Campingplatz liegt 5 Kilometer weiter nördlich.
Den finden wir auch und es geht erst einmal zur Rezeption.

Hier lernen wir, dass alles anders ist als auf Rømø: Bezahlt wird erst am Schluss, dafür können wir so lange bleiben wie wir wollen, die Vorbuchung ist nur nominell wegen der Einreisebedingungen. Feste Plätze gibt es auch nicht, einfach irgendeinen freien Platz liegen, der Campingplatz ist dermaßen groß, dass er noch nie komplett gefüllt worden wäre. Stromanschlüsse gibt es nicht überall, aber viel und die sind auf dem Übersichtsplan eingezeichnet. Zum Duschen müssen Karten mit Geld aufgeladen werden, die bekommen wir schon einmal mit, auch da wird am Schluss abgerechnet. WLan ist inklusive, gibt es aber nur in einem Umkreis um das zentrale Service-Gebäude und in einem Aufenthaltsraum.

Also fahren wir erst einmal über das Gelände und schauen. Tatsächlich gibt es sehr dicht besiedelte Flächen, besonders direkt an den Gebäuden und hinter den Dünen. Wir suchen eher weit genug vom Gebäude entfernt, dass wir von dort nicht gestört werden und nah genug, damit wir Empfang haben. Und da gibt es noch große freie Flächen. Wir halten direkt am Hauptweg, da ist ein Stromkasten noch frei. Und mehrere Parzellen. Die wir uns mit viel Fantasie ausmalen, denn Bedingung ist lediglich aus Brandschutzgründen ein Abstand von 3 Metern. Dieser Grünstreifen ist nahezu komplett frei. So müssen wir nicht mal rückwärts einparken, sondern nur ein bisschen hin und herrangieren und draußen vor dem Mobil diskutieren, von wo nun letztlich der Wind kommt und wir das Mobil wieder so parken, dass wir halbwegs im Windschatten sitzen können. Das gelingt, wir schließen das Mobil an den Strom an, alle Jalousien vor die großen Scheiben und es kann erst einmal Kaffee geben.

Mal sehen, wie wir das dann mit dem weiteren Essen machen, denn hier gibt es nur einen Bäcker, der morgens stundenweise geöffnet hat und Restaurants in ein paar Kilometer Entfernung.

Nach einer kräftigen Stärkung erkunden wir das Gelände zu Fuß. Der Campingplatz ist wirklich ein riesiges Naturgelände, Erst von einer mittigen Düne sehen wir die vielen Seitenbuchten und Einzelstellplätze. Zudem schauen wir uns alle 3 Service-Häuser an. Auch die sind mehr Natur, sprich die Toiletten und Duschen sind etwas einfacher gehalten als auf Rømø. In einem älteren Gebäude haben die Duschen sogar Duschvorhänge, gruselig. In den neueren Gebäuden sind sie aber fast so modern wie wir das in den letzten Tagen kennengelernt haben.

Wir gehen auch einmal über die sehr hohe Düne ans Meer, doch davon berichte ich dann übermorgen genauer. In jedem Fall ist das Meer ganz nahe und die Wellen viel höher, aufgepeitscht durch den Wind.

Auf dem Weg zurück sehen wir, dass sich der Platz kontinuierlich füllt. Es sind zwar immer noch überall Standplätze, aber keine größeren zusammenhängenden Flächen mehr wie bei unserer Ankunft. Zwischendurch versucht sich jemand genau neben uns zu stellen, aber er hat irgendein Problem mit dem Strom und fährt weiter. Auch ok.

Abends spielen wir noch eine lange Runde „Die Siedler von Catan“. Es gelingt kaum, mal genug Rohstoffe zu sammeln, aber am Ende wird es knapp. Unser Jüngster steht dabei am Rande eines Nervenzusammenbruchs, weil er gewinnen könnte, aber Runde um Runde die 7 würfelt, was bedeutet: Räuber, zu viel Karten abgeben und nichts bauen dürfen. Sind aber auch wirklich zu viele 7en heute und Lehm ist äußerst knapp. Aber irgendwann schafft er es doch noch, denn es gelingt den anderen nicht, noch aufzuholen.

Auch morgen sind wir noch in Hvide Sande.

Wer nur Karibik kennt und nicht die Elemente an der Nordsee, hat auch was verpennt

Wegen Corona mit dem Wohnmobil durch Dänemark, Rømø 04.08.20

Noch einmal herrliche Sonne im Windschutz, schöne Wellen in der Nordsee. Und der Vergleich mit der Karibik.
Uns ist aufgefallen, dass nicht viele hier das so machen wie wir das von jeher kennen: Nach dem Frühstück alles ordnen und dann die Sachen packen und den Rest des Tages am Strand verbringen. Viele bleiben den ganzen Tag auf dem Campingplatz oder gehen (einige) oder fahren (viel mehr) ein bisschen an den Strand und bald wieder zurück. Oder unternehmen ganz andere Dinge.

Für uns bedeutet Sonnenschein aber immer: Ran an den Strand. Beim Aufwachen regnet es zwar ein paar Tropfen, aber den Rest des Tages haben wir einen Sonnen-Wolken-Mix, wie gestern mit frischem Wind bei 17°C und im Windschutz heiße Sonne.

Frühstück holen wir uns wieder frisch aus dem Supermarkt und dann geht es wieder zu Fuß über die Düne. Da die meisten wieder unten am Wasser stehen, haben wir viel Platz direkt an der Düne und bauen heute nach dem Versuchsballon gestern auch noch unsere zweite Strandmuschel auf, ebenfalls ein Relikt aus unseren Dänemark-Urlauben vor über 15 Jahren. Auch die ist noch einwandfrei, wenn man über die rostigen Verbinder der Fiberglasstreben hinwegsieht. Und so richten wir uns wieder sehr schön häuslich ein, liegen stundenlang im Windschutz, lesen und träumen.

Wenn man sonst immer nur arbeitet, kann es so schön sein, einfach nur in den Himmel zu schauen und zu beobachten, wie sich die weißen Schäfchenwolken langsam umformen.

Zwischendurch gibt es ein heißes Match „Wikinger Schach“, das die Eltern knapp für sich entscheiden.

Und dann haben die Kinder heute keine Lust auf Meer, wir aber schon, und so gehen die Eltern heute allein die 8 Minuten über den Strand zum Wasser. Ganz wichtig: Handtuch mitnehmen, das kann man problemlos am Wasser liegen lassen, denn sonst ist der frische Wind unangenehm nach dem Bad auf dem Weg zurück.

Die Nordsee ist erwartungsgemäß kalt mit 18°C, aber wenn man erstmal drin ist, ist es herrlich. Oben die Sonne, hier die Wellen. Das kann man eine Weile aushalten. Machen wir auch.

Nichts gegen Karibik, dort hatten wir herrliche Strände und schönstes klares Meer, aber Nordsee hat einfach auch etwas: Deutlich mehr als im Luxus der Karibik ist man hier den Elementen näher: Dem Wind, dem fliegenden Sand, dem rauen Meer. Und genauso können wir das genießen. Selbst an Strandspaziergänge im waagerecht strömenden Regen haben wir gute Erinnerungen – sofern das nicht immer so ist.
Ja, gern wollen wir man wieder in die Karibik, aber die einsameren Nordseestrände Dänemarks wollen wir auch nicht missen.

Mal sehen, wie das morgen wird, da fahren wir ja weiter Richtung Norden zu einem der touristischen Hotspots an der dänischen Nordsee, bevor wir dann Ende der Woche in Blokhus landen.

Nach dem üblichen Entsanden gibt es noch eine Kleinigkeit am Imbiss, heute endlich typisch dänische Hot Dogs und für mich stattdessen – der geneigte Leser kennt das schon – Lachs-Baguette. Sehr lecker. Kleines Softeis mit Waffel zum Nachtisch, nach den Brötchen am Strand ist mehr nicht nötig.

Das Hubbett macht heute keine Probleme, nach einer kleinen Runde „Skull King“ fallen wir ins Bett.

Morgen sind wir dann in Hvide Sande.

Unerwartet in der Strandmuschel bei herrlichem Sonnenschein

Wegen Corona mit dem Wohnmobil durch Dänemark, Rømø 03.08.20

Nein, das war nicht zu erwarten und der Wetterbericht hat etwas ganz anderes gesagt: Nach ein paar dicken Wolken früh am Morgen bringt der Tag durchgehend Sonnenschein. Und das genießen wir am Strand unter perfekten Bedingungen mit Muschel und Erfahrung. Und verzweifeln abends fast noch einmal am Hubbett.
Als wir um 8 Uhr aufstehen, schlafen die meisten noch. Direkt vor dem Campingplatz ist ein kleiner Supermarkt. Das ist unser erstes Ziel heute, natürlich zu Fuß. Die Luft ist herrlich und das fängt schon gut an.

Im Supermarkt finden wir vieles, was wir von früher kennen, besonders der Trinkjoghurt hat es uns angetan. Also wird der reichlich gekauft, dazu ein paar Kleinigkeiten, die zum Frühstück noch fehlen, vor allem frische Brötchen. Das ist hier besser gelöst, als ich das aus der Vergangenheit kenne: Der Bäcker ist am Ende des Supermarkts, hier stellen sich alle an, die Brötchen wollen oder nicht. Die Verkäufer schreiben den Inhalt auf die Brötchentüte und von hier geht es dann zur Kasse, wo alles zusammen bezahlt wird. Ein Abwasch und nicht doppelt anstellen. Zudem geht es extrem schnell, denn die Verkäufer wechseln fliegend zwischen den Brötchen und der Kasse hin und her, je nachdem wo es sich staut. Prima.

Und dann unser erstes Frühstück in Dänemark. Zum Glück stehen wir mit dem Wohnmobil auf der Parzelle am Rand zum Meer. Von dort kommt ein frischer Wind und so können wir jetzt im Windschatten des Wohnmobils Tisch und Stühle aufbauen und zum ersten Mal draußen frühstücken. Kaffeemaschine geht auch, alles ist super!

Und weil es so schön ist, planen wir heute einen Strandtag ein. Der Wetterbericht hatte durchgehend Wolkendecke bei 18°C angesagt. Die Temperatur stimmt, bedingt durch einen sehr frischen Nordwest-Wind, die Wolken stimmen nicht. Zum Glück, denn nun macht sich unsere Dänemark-Erfahrung bezahlt.

Der Campingplatz liegt direkt hinter den Dünen. Der Weg dahin geht durch eine Wiese, in dem ein großer Hundeplatz eingezäunt ist. Riesengroß, mit hohem Gras, vielen Büschen und dazwischen unzähligen Trampelpfaden. Ein Traum für jeden Hund, denken wir, vor allem, weil an den beiden Toren ein riesiger Haufen bunter Tüten liegt. Hundehaufentüten. Schön, dass da viele so rücksichtsvoll sind, das gilt aber nicht für alle, denn auf dem Weg zum Hundeplatz liegen lauter „Tretminen“. Sind die ohne Explosion bewältigt, wird der Weg richtig schön und geht dann über eine Düne an den Strand.

Direkt hinter der Düne am Strand lassen wir uns nieder. Und bauen als erstes unsere Strandmuschel auf. Die müssen wir zwar in die Sonne drehen, deshalb gibt sie kaum Schatten, aber das soll sie auch nicht. Wir bauen sie mit dem Rücken zum Wind auf. Und das hat den Grund, dass der Wind so frisch ist, dass es nicht lange im T-Shirt auszuhalten ist. Aber im Windschatten der Muschel können wir problemlos den ganzen Tag in Badekleidung liegen und uns – gut geschützt mit Sonnencreme – die Sonne auf den Bauch scheiben lassen. Und das ist so herrlich!

Diese Strandmuschel hat schon Geschichte: Sie muss schon fast 20 Jahre alt sein und wir haben sie viele Jahre in Blokhus, ganz im Norden von Dänemark gekauft und genutzt. Dahin sind wir all die Jahre mit den damals noch kleinen Kindern gefahren, bis wir nach einem kurzen Kroatien-Intermezzo die Kreuzfahrt entdeckt haben. Und nun sind die großen Kinder schon in Beruf oder Studium. Unglaublich.

Dementsprechend sind alle Metallverbinder arg verrostet, der Rest sieht aber immer noch aus wie neu, und da alles heil ist und wir auch immer noch Rekonstruieren können, wie das Ding aufgebaut wird, sind wir mit vereinten Kräften gegen den Wind ruckzuck fertig.

Der Strand hier ist riesig, noch viel größer als der fantastische Strand in Blokhus. Er ist mit Autos befahrbar, die konzentrieren sich vor allem unten am Wasser, hier bei uns an den Dünen stehen nur ganz wenige. Das liegt daran, dass der Weg zum Wasser weit ist: an der breitesten Stelle fast 600 Meter. Mit meinem bekannt schnellen Schritt brauche ich glatt 8 Minuten von unserer Muschel bis zum Wasser!

Nicht so gut gefällt mir, dass die Autos über die gesamte Strandbreite fahren. In Blokhus sortiert sich das eher in 2-3 Spuren und dazwischen ist viel Platz zum Spielen. Und es ist hier viel mehr los, allerdings ist der Strand um Blokhus auch viele Kilometer länger und wir sind immer ein Stück weiter gefahren, um es einsamer zu haben.

Die Dünen sind dagegen wie wir es kennen: Breite Wege dort, wo Übergänge sind, schmale Wege dazwischen, viele bewachsene Flächen, dazwischen unbewachsener Platz, einige Abbruchkanten, an denen die Wurzeln des Strandhafers rausschauen.
Und wie wir das in unserer Kindheit gemacht haben und die Großen all die Jahre unserer Reisen, so laufen auch die beiden Kleinen mit ihren 14 und 17 Jahren los, verstecken sich zwischen den Dünen und erobern die schmalen Pfade. Mal sehen, wie sie das in den nächsten Tagen machen, wann das Dünen-Herunterkugeln kommt.

Wir lesen und dösen einige Zeit, zwischendurch machen sich dann drei von uns auf zum Wasser und tauchen sogar ein in die Wellen. Ich muss leider erst einmal zurückbleiben, die Muschel beschweren, sonst trägt der Wind die doch noch fort. Nun habe ich meine Berufung gefunden: Windpoller.

Aber im Anschluss gehe ich auch noch einmal zum Wasser, zwischen zwei Reihen Wagen hindurch, entdecke dabei einen großen Toilettenwagen und den Wachturm der Rettungsschwimmer. Und wir lernen gleich noch etwas: Gelbe Flagge heißt: Nur geübte Schwimmer, rote Flagge heißt Baden verboten, wer nun aber – wie ich – denkt: Gelbrote Flagge heißt irgendwas dazwischen, täuscht sich. Gelbrot bedeutet: Rettungsschwimmer anwesend, Strand bewacht.

Gegen 17 Uhr verlassen wir den Strand dann langsam. Es folgt das auch von den Kreuzfahrten bekannten Ritual: Entsanden, eine wohltuende Dusche (wenn auch nicht in der Kabine, sondern im Service-Haus, nasse Sachen aufhängen.

Da wir wie früher geschmierte Brötchen beim Strand dabei hatten, sind wir nicht so wahnsinnig hungrig, deshalb reicht uns zum Abendbrot eine belgische Waffel mit dänischen Softeis. Oder Churros. Nur der Kleine braucht eine Pizza.

Eigentlich haben wir hier nur 2 Nächte gebucht, aber wir haben uns zwischen den einzelnen Campingplätzen Zeit gelassen, um spontan zu entscheiden, wo es uns gefällt, und da es uns hier gefällt, verlängern wir noch an der Rezeption um eine Nacht. Deshalb müssen wir nicht morgen wieder los, sondern übermorgen. Unser Stellplatz ist auch noch frei, prima.

Den Abend soll eine Runde „Skyjo“ beschließen, haushoch gewinnt der mit der Pizza gestärkte. Müssen wir wohl morgen vor dem Spiel auch etwas mehr essen. Doch leider ergibt sich danach erneut ein Problem: Das elektrische Hubbett bewegt sich wieder mal keinen Millimeter. Alle Versuche scheitern, selbst das Abbauen des Schrankes darunter und Freilegen des Motors bringt uns nicht weiter. Wo sollen die Kinder nun schlafen? Draußen im Zelt? Dazu ist es doch nicht so warm. Wir rätseln etwas. Aber nach einer Stunde finden wir den Übeltäter. Die Sicherung ist durchgebrannt. Woher nun aber eine neue nehmen? Zum Glück ist die elektrische Trittstufe draußen genauso abgesichert und da wir die nicht zwingend brauchen, stecken wir die Sicherung um und alles geht. Welch eine Erleichterung! Aber eins ist klar: So bequem wie ein Hubbett ist, so störanfällig scheint die Technik zu sein. In diesem Fall sind wir übrigens selbst schuld: Die Bettdecken darauf waren zu hoch getürmt, und bei dem Versuch, morgens ganz nach oben zu fahren, wurde der Motor überlastet.

So fallen wir dann später als erwartet ins Bett. Auch morgen sind wir noch auf Rømø.

Unser allererster Campingplatz

Wegen Corona mit dem Wohnmobil durch Dänemark, Rømø 02.08.20

Die Fahrt über die Grenze ist erstaunlich unproblematisch, das Einnehmen unseres Stellplatzes auf dem allerersten Campingplatz unserer Urlaubs-Geschichte ebenfalls.
Morgens beim Aufwachen können wir uns erst einmal umsehen, in der Dunkelheit gestern war nicht viel zu sehen. Einige der 20 Wohnmobile sind schon wieder los. Die meisten fahren vor Abfahrt noch einmal an die Versorgungsstation und Entsorgen ihr Abwasser (kostenlos) und nehmen Frischwasser auf (1 € für 100 Liter).

Gegenüber des Stellplatzes ist der Busbahnhof von Niebüll mit Toilette. Es ist zwar nur eine Toilette pro Geschlecht, dafür aber sehr sauber. In 200 Metern Entfernung öffnet in wenigen Minuten ein Bäcker, wir sind die ersten dort und so gibt es heute gleich schon mal frische Brötchen.

Da das hier ein reiner Stellplatz ist, besteht nur rudimentär die Möglichkeit, draußen etwas aufzubauen, deshalb essen wir drin. Und haben gleich ein Problem: Wir haben pfiffig unsere Kaffeemaschine mitgenommen, aber nichts geht. Es dauert eine Weile, bis wir das nächste Geheimnis verstehen: 230 Volt gibt es nur, wenn wir am Strom hängen. Hier gibt es zwar für 1 Euro Stromanschluss, aber an der anderen Wohnmobilreihe, dorthin kommen wir mit dem Stromkabel nicht. Also gibt es Tee, erhitzt auf dem Gasherd.

Auch wir fahren noch einmal an die Sani-Station. Einfach das Mobil über einem Gulli platzieren, den Schieber für das Grauwasser öffnen (das ist das Abwasser aus Spüle, Waschbecken und Dusche) und laufen lassen. Gleichzeitig füllen wir Frischwasser mit dem Gardenaschlauch nach, entsprechende Anschlüsse liegen bei.

Um 10 Uhr sind wir dann wieder auf der Piste. Noch einmal vor der Grenze volltanken und dann geht es nach Dänemark. Das ist nicht so einfach möglich, wegen Corona sind nur wenige Grenzübergänge geöffnet, es wird streng kontrolliert und Urlauber dürfen nur ins Land, wenn sie mindestens 6 Nächte gebucht haben. Das haben wir ja nun, die Frage ist nur, ob sie akzeptieren, dass zwischen den Buchungstagen Lücken sind.

Berüchtigt sind die stundenlangen Wartezeiten an der Grenze. Aber hier spielt der Sonntag seine ganze Stärke aus: Kein Mensch ist vor uns und wir werden sofort zu einem Beamten gewunken. Hinter uns kommen noch ein paar PKW, die nicht an uns vorbeigekommen sind, sonst ist es hier ruhig. Der Beamte kontrolliert die Ausweise und da wir aus keinem Risikogebiet kommen, dürfen wir schon weiter fahren. Unsere Buchungen will er gar nicht sehen, offensichtlich versteht sich das von selbst bei einem Wohnmobil. Denn wir haben von Tagesreisenden gehört, die an der Grenze abgewiesen wurden.

Bis Rømø ist es nun noch weniger als eine Stunde. Auch hier ist die Landschaft so einsam und weidenreich wie gestern in Nordfriesland, besonders je näher wir ans Meer kommen. Rømø ist ja eine Insel, zu ihr kommen wir über einen Damm. Hier kommen uns Massen von Campern entgegen, offensichtlich ist hier Sonntag Exodus. Auf der Insel fahren wir einfach geradeaus zur Westseite ans Meer, dort ist Lakolk und wir finden direkt an der Hauptstraße das First Camping Lakolk. Ein großes Schild zeigt zum Check-In. Dort stehen schon am Straßenrand zahlreiche Wohnanhänger und Wohnmobile. Wir finden auch einen Platz und gehen zur Rezeption. Dort werden wir sehr freundlich informiert, dass wir erst in 20 Minuten wiederkommen können, erst müssen heute rund 400 Check-outs gemacht werden. Nach 20 Minuten kommen wir wieder, erhalten den PIN für die Schranke, das Wlan-Passwort und einen Übersichtsplan. Eine kurze Beschreibung und dann finden wir den Stellplatz tatsächlich auf Anhieb. Die Nummer steht zwar nur auf einem kleinen, in den Boden gelassenen Stein, aber die beste Ehefrau von allen steigt aus, findet den Stein und winkt mich rückwärts in die Lücke. Der gesamte Streifen ist belegt, nur unser Platz noch frei. Aber der Streifen gegenüber hat noch Lücken, dadurch kann ich gut rangieren.

Strom ist auch da, mit der beiliegenden Kabeltrommel und den Adaptern geht es wunderbar und so testen wir als erstes die Kaffeemaschine. Funktioniert prächtig und schmeckt zusammen mit dem Kuchen, den wir versehentlich heute in Niebüll noch gekauft haben, hervorragend.

Natürlich erwandern wir erst einmal die Umgebung. Der Campingplatz selbst ist riesig, ich schätze rund 1000 Plätze für Zelte, Wohnwagen und Wohnmobile. Dazu kommen noch kleine Miethäuschen. Die Parzellen sind groß, komplett mit Gras bewachsen. Man kann aber sehen, wo Zelte standen und das Gras welk ist. Insgesamt ist es sehr leise, die Menschenmassen verlaufen sich gut. Dazu tragen auch 3 Service-Häuser bei, die so sinnvoll über den Platz verteilt sind, dass es von keiner Ecke weit zu einem Service-Haus ist. Je nach Größe variieren die Angebote etwas, aber allen gemeinsam sind Toiletten, Duschen, Küche zum Selberkochen, Becken zum Geschirr spülen, Kinderspielplatz, Trinkwasserspender. Bei dem größten gibt es zusätzlich noch eine Entsorgungsstation für Wohnmobile und Waschmaschinen. Auch eine Hundedusche finden wir.

Alles ist penibel sauber und nicht einmal erleben wir, dass sich Schlangen bilden. Es ist aber auch nicht alles belegt, ich schätze 10% der Parzellen sind frei.

Auch zum Strand gehen wir noch einmal kurz, sehr nett neben einer Kuhweide über die Dünen, davon berichte ich dann morgen genauer.

Der nächste Schritt ist das Thema Duschen. Darauf haben wir heute Morgen verzichtet, auch wieder eine Eigenart im Wohnmobil: Wenn 4 Leute hintereinander duschen, ist trotz aller Sparmaßnahmen das Frischwasser gut reduziert und das Grauwasser ebenso gefüllt. Deshalb planen wir das nur für den Notfall und haben wir das hier auf den Campingplatz verschoben.

Das gestaltet sich ein bisschen schwierig, denn es gibt reichlich Duschen, aber die anderen gehen mit so einer Karte in den Duschraum. Haben wir nicht. Deshalb der Gang zur Rezeption, das ist eine Prepaid-Karte, mit der man z. B. die Waschmaschine bedienen kann, zum Duschen reicht die PIN, mit der wir die Schranke geöffnet haben. OK, klappt, große Duschkabinen, alles gut.

Zum Abend gehen wir zum Butikencenter, das sich in langer Linie neben der Rezeption entlangzieht. Neben Butiken und dem üblichen Strandspielzeug gibt es auch mehrere Restaurants. Einige innen, die sind aber im Moment voll, andere mehr Schnellimbiss mit Außenbestuhlung. Dorthin setzen wir uns und genießen einen riesigen hausgemachten Burger. Wobei sich der Genuss erst einstellt, als wir realisieren, dass alles in den Touri-Zentren Dänemarks so teuer ist, und wir nicht etwa den Imbiss erworben haben.
Sehr angenehm ist aber, dass man hier alles unkompliziert mit Karte zahlen kann, deshalb haben wir bisher kein Dänisches Geld eingetauscht.

Abendlichen Spielen entfällt, denn zum einen telefoniert unsere Kleine Stunde um Stunde mit ihrem Freund, zum anderen sind wir doch etwas erschöpft. So versuchen wir etwas, das WLAN zu nutzen, das es hier gibt, geht aber nicht, weil in unserer Ecke kein Empfang ist. Zum anderen entdecken wir, dass wir völlig umsonst so geschwitzt haben, denn die Klimaanlage, die der Vermieter bei Übernahme so genau eingestellt hat, ist gar nicht an. Müde fallen wir dann ins Bett.

Auch morgen sind wir noch auf Rømø.

Toller Strandparkplatz nach heißem Stau

Wegen Corona mit dem Wohnmobil durch Dänemark, Sankt Peter-Ording 01.08.20

Ein klemmendes Hubbett sorgt dafür, dass alle Planung über den Haufen geworfen wird und wir im Stau stehen. Auch den schönen Strandparkplatz in Sankt Peter-Ording finden wir erst nicht, dann aber richtig gut. Unser Stellplatz für die Nacht ist dann kurz vor der dänischen Grenze.
Wie wir das von unseren Kreuzfahrten kennen, stehen wir früh auf. Unser Plan ist ganz einfach: Heute ist Samstag und da gibt es erfahrungsgemäß mindestens zwei heftige Staupunkte auf unserer Strecke: Der Elbtunnel und die dänische Grenze. Das wollen wir vermeiden.

Warum es sich noch heute so vor dem Elbtunnel staut wie vor 40 Jahren bei unseren Dänemark-Fahrten als Kinder, weiß ich nicht genau, denn inzwischen gibt es ja mehr Röhren. Von denen aber nur 3 Röhren geöffnet sind und dann nicht alle Spuren. Und im Verlauf dahinter kommt ja die riesige Baustelle hinter Volkspark, wo die ganze Autobahn ein Dach bekommt.
Diesen Stau wollen wir umgehen, indem wir einfach früh genug hindurch sind. Und was soll ich sagen: Klappt gar nicht.

Der zweite Stau an der Grenze kommt dadurch zustande, dass die Dänen wieder Grenzkontrollen eingeführt haben und im Rahmen von Corona sehr genau sind. Denn einreisen darf nur, wer nicht aus Risikogebieten kommt und mindestens sechs Tage gebucht hat. Und da in ganz Dänemark samstags Bettenwechsel ist, stehen manche Autofahrer stundenlang an den wenigen geöffneten Grenzübergängen. Unser Plan ist deshalb ganz einfach: Wir fahren schon mal Richtung Dänemark, aber erst morgen über die Grenze. Auch hier ein Spoiler: Dieser Plan geht auf.

Wir stehen jedenfalls früh auf. Räumen den Rest der Betten und Badeutensilien ins Wohnmobil und dann kann es losgehen. Könnte, wenn das Hubbett hochfahren würde.
Dieses Wohnmobil hat ein elektrisches Hubbett in der Mitte. Die Idee dahinter ist, dass nicht allabendlich das ganze Wohnmobil umgeräumt werden muss, sondern nur der Tisch leer sein muss, zwei Sitzkissen umgeklappt werden und dann kann man das gemachte Bett hinunterlassen und morgens wieder einfahren. Leider steht das jetzt auf halber Höhe fest. Damit ist fahren unmöglich, denn die Kinder können nicht auf den Sitzen sitzen.

Also probieren wir hier und dort, lesen die Anleitung, schauen die Sicherung an, heben das Bett mit vereinter Kraft, aber nichts hilft. Es gibt noch die Möglichkeit, einen Schrank zu zerlegen und dahinter den Motor von Hand zu bewegen. Das Zerlegen fange ich an, das wird mir dann aber doch zu aufwändig, deshalb nutzen wir doch das Angebot des Vermieters, uns jederzeit telefonischen Rat zu holen. Und der muss auch überlegen, kommt dann aber doch recht schnell darauf, dass bei den Haupteinstellungen im Versorgungsdisplay ein Haken verschwunden ist, der gestern noch da war. Und dann dauert es 3 Sekunden: Haken setzen und das Bett schnurrt nach oben.

Derart genervt fahren wir dann mit stundenlanger Verzögerung los. Etwa eine halbe Stunde vor Hamburg fangen die Staumeldungen an und schließlich stehen wir über eine Stunde im Stau vor dem Elbtunnel, den wir so gern vermeiden wollten.
Naja, Schwamm drüber, stehen wir halt an einem der heißesten Tage im Stau statt am Strand und schwitzen uns hinter den großen Wohnmobilfenstern zu Tode. Klar kann man an allen Fenstern einfach Sonnenschutz hochziehen, das kommt aber an der Windschutzscheibe während der Fahrt nicht gut. Geht gut los!

Als Trost gehen wir mit den Kindern in Itzehoe zu McDonalds. Dabei lernen wir die halbe Stadt kennen, denn durch einige Baustellen um McDonalds kommen wir mit dem großen Wohnmobil nicht richtig durch und müssen erst einmal einen passenden Stellplatz finden. Aber auch das gelingt und so sind die Kinder glücklich. Und ich auch, weil ich sehe, dass hier die Hygieneregeln konsequent umgesetzt werden.

Hinter Hamburg auf der A23 Richtung Heide ist dann nicht viel los und das ist ein schönes Fahren. Und wird dann Richtung Meer immer schöner: Immer mehr Kühe stehen auf riesigen Weiden, teilweise auch ganze Fohlen-Gruppen, so wie es früher auch bei uns war und so, wie ich mir eine artgerechte Tierhaltung vorstelle. Zunehmend wird das Land feuchter, irgendwann tauchen die ersten Deiche auf. Schön, wenn sie mit Gras bewachsen und mit Schafen bewohnt sind, hässlich, wenn sie aus Beton sind, wie rund um das Eidersperrwerk.

Unser Ziel ist Sankt Peter-Ording. In einer App, die alle Stellplätze anzeigen soll, finden wir die Möglichkeit, dass auch Wohnmobile direkt am Strand parken dürfen. Nur leider ist die eingetragene Adresse falsch, dadurch fahren wir an dem richtigen Platz, den wir ja hinter dem Deich nicht sehen können, vorbei und gelangen zu einem privaten Stellplatz vor der Düne. Aber geübt ist geübt: Wie in Itzehoe vorhin lernen wir auch beim Suchen die halbe Stadt kennen, fahren sogar durch die enge Einkaufsstraße bis wir den richtigen Zugang finden, an dem wir vorher natürlich mehrfach vorbei gefahren sind:
Über den Deich führt von zwei Seiten eine Straße – also zunächst auf den Deich hinaus und an der anderen Seite hinunter. Statt nun hier eine Einbahnstraßenregelung zu machen, können die Autofahrer beliebig von der Landseite hoch oder runter. Und die Straße ist so schmal, dass sie zwei Autos nur mit Mühe begegnen können. Das scheint uns nicht der richtige Weg für unser großes Wohnmobil zu sein. Das auch noch schwer ist, 4,4t, weshalb ich mir grade ausmale, wie auf der anderen Seite des Deichs weicher Sand ist und wir tief einsinken.

Irgendwann kommen wir doch zu dem Schluss, dass es der richtige Weg ist, fassen uns ein Herz, gerade als kein Auto entgegenkommt und kämpfen uns den Deich hoch. Bis etwa zur Mitte, dann kommt ein kleines Wohnmobil entgegen. Letztlich weiß ich nicht genau, wie wir das dann hinbekommen, ohne dass eins der Mobile den Deich hinunterstürzt, aber irgendwie geht es mit rangieren doch.

Und auf der andern Seite dann Parkwächter. Da wir keine Gästekarte haben, macht das 14 Euro. Bis 22 Uhr, dann müssen wir den Parkplatz verlassen, Übernachten ist verboten.
Und dahinter dann ein riesiger Sandparkplatz. Zum Glück ist der Sand ganz fest, somit kein Problem für uns. Nur vorne, am Übergang zum Strand, ist weicher Sand, da müssen Wohnmobile rausgeschoben werden.

Und hier parken tausende Autos und hunderte Wohnmobile. Unglaublich. Ordnung gibt es keine, aber man sieht, dass die Fahrzeuge trotzdem halbwegs in Reihen stehen. Ganz vorne ist alles besetzt, aber es gibt in der Mitte schon große Lücken, jetzt gegen 17 Uhr haben viele den Strand schon verlassen.

Wir stellen uns nur hin und dann geht es zum Wasser. Im Moment ist auflaufendes Wasser, das bedeutet, dass es nicht der Niedrigstand Ebbe ist, sondern das Meer auch da ist.
Der Strand ist breit, feiner Sand, sehr sauber. Tausende Menschen liegen auf Handtüchern und in Strandmuscheln, viele baden. Obwohl es uns jetzt sehr kühl vorkommt im Vergleich zur Bruthitze des Wagens. Letztlich sind es unter 20°C, bis wir fahren sinkt die Temperatur auf 16°C. Es weht ein frischer Wind, deshalb haben viele Drachen steigen lassen.

Wer baden will, muss zur ersten Sandbank waten und erst dahinter ist es tief genug zum Schwimmen. Wir begnügen uns damit, mit den Füßen im Wasser am Strand entlang zu gehen. Und das ist herrlich.

Hier könnte man das auch länger aushalten: Es gibt Strandkörbe zu mieten, Kinder haben einen tollen Spielplatz und für Essen ist gesorgt durch Restaurants auf den berühmten Pfahlbauten.
Auch die Toiletten sind auf solchen Pfahlbauten, sehr sauber und kostenlos.

Zwischendurch legen wir uns etwas neben das Wohnmobil zum Lesen und Ausruhen und bleiben bin zum Sonnenuntergang. Dann wird es doch einfach zu frisch, wir spielen noch eine Runde „Skull King“ und dann verlassen wir den Strand.

Für die Übernachtung wollen wir noch etwas näher an die dänische Grenze kommen und da hat uns die Stellplatz-App einen Stellplatz direkt im Zentrum von Niebüll empfohlen. Sehr ruhig und sauber und für nur 5 Euro.

Der Weg dorthin ist dann etwas abenteuerlich, denn die Straßen werden immer schmaler, ein Schild informiert uns, dass hier das Ende der Ausbaustrecke sei und obwohl wir schon sehr vorsichtig sind, ist ein Bahnübergang so schlecht, dass das Wohnmobil ordentlich hüpft und ein paar Sachen durch die Gegend fliegen.

Jetzt verstehen wir auch das Navi. Das ist extra für Wohnmobile geschaffen und nervt uns durch ein ständiges Signal, mit dem jede Geschwindigkeitsänderung, jede scharfe Kurve und jeder kleine Bahnübergang angekündigt wird, Nun wissen wir warum.

Kaputt scheint aber nichts zu sein und ohne weitere Vorkommnisse kommen wir gegen 23 Uhr an unserem Stellplatz an, Erstaunlich viele Wohnmobile stehen schon dort, aber ein Platz ist noch frei. Alle anderen schlafen schon, als wir den Platz suchen und im Dunkeln können wir den Parkautomaten nicht finden, Naja, dann morgen, jetzt Hubbett wieder runter, Betten im Heck aufbauen und ab in den Schlaf.

Morgen fahren wir dann weiter nach Rømø.

Zum allerersten Mal Camping mit Wohnmobil statt Kreuzfahrt

Wegen Corona mit dem Wohnmobil durch Dänemark, Ahrensburg 31.07.20

Alle Kreuzfahrten für dieses Jahr wurden wegen Corona abgesagt. Nun muss schnell eine Alternative her. Kann ein Wohnmobil auch ohne Buffalo Steak House und Theatrium so eine Alternative sein? Das werden wir in diesem Urlaub herausfinden und lernen als absolute Neulinge von der ersten Minute an vieles über schwere Wohnmobile, Dänemark in Corona-Zeit und cooles Grüßen.
Tja, nun sind für dieses Jahr alle Kreuzfahrten abgesagt worden. Für einen echten Kreuzfahrtfan ist das hart. Natürlich kann man auch mal ein Jahr aussetzen, im Moment ist das schwer, in ein paar Jahren vergessen. Ja, gerade jetzt starten Kurzreisen, aber es ist uns einfach zu gefährlich, wenn hinterher 14 Tage Quarantäne drohen.

Nachdem im Frühjahr schon „Von Gran Canaria nach Mallorca“ mit der AIDAnova abgesagt wurde, dann die Kurzreise nach Schweden mit der AIDAmar und auch sehr früh „New York, Florida und Karibik“ mit der AIDAluna im Herbst, würden wir uns jetzt auf 3 Wochen Mittelmeer mit der AIDAstella vorbereiten. Geht nicht, kann keiner was dafür, müssen wir durch.

Aber nun muss eine Alternative her, denn Urlaub zu Hause ist zwar auch schön, aber letztlich fängt man dann doch an, überall was zu entdecken und nicht Urlaub zu machen. Die Hotels an der Nord- und Ostsee sind längst ausgebucht. Doch in einem Hotel auf Rügen, das wir früher gern besucht haben, hätten wir für 20.000,- Euro noch was mit den Kindern bekommen. Aus naheliegenden Gründen haben wir das nicht akzeptiert.

Also gibt es dieses Jahr eine Idee, auf die wir niemals gekommen wären, wen unsere geliebte Kreuzfahrt nicht weggebrochen wäre: Versuchen wir doch ein Wohnmobil, mal sehen, wie uns das gefällt. Der Plan ist, einfach durch Dänemark zu fahren, denn dort gibt es reichlich günstige Stellplätze und im Notfall darf man auch auf einem Parkplatz übernachten. Damit entkommen wir der Überfüllung, denn Ferienhäuser sind auch nicht mehr zu bekommen.

Wir wollen uns einfach treiben lassen und wo es uns gefällt länger bleiben. So einfach ist es dann aber doch nicht, denn aufgrund der Corona-Pandemie lassen die Dänen nur diejenigen ins Land, die mindestens 6 Nächte gebucht haben. Stellplätze kann man nicht vorher buchen, also müssen wir uns doch einen groben Plan machen und über die knapp 14 Tage 6 Nächte fest buchen. Diese teilen wir auf 3 Campingplätze auf, den Rest dazwischen entscheiden wir spontan.

Soweit die Theorie,. Muss aber erst noch ein Wohnmobil her, und da ist der Markt nahezu leergefegt. Zunächst versuchen wir über eine bekannte App, über die bin ich dann aber verärgert. Denn trotz „sofort verfügbar“ müssen die App-Hersteller erst beim jeweiligen Vermieter nachfragen. Und das dauert 2 Tage. In der Zeit kommt eine „Buchungsbestätigung“. Diese wird dann flugs in eine „Buchungsanfrage“ geändert, wenn das Mobil nicht verfügbar ist. Umgekehrt, wenn es doch verfügbar ist, komme ich aus der Buchung aber nicht mehr raus, dann ist sie verbindlich, auch wenn ich etwas Besseres gefunden habe. Das ist unfair, es muss schließlich für beide Seiten gleiches Recht gelten und das mache ich deutlich und bin deshalb da raus.

Denn tatsächlich haben wir etwas Besseres gefunden: Ein Verleih in Ahrensburg hat noch ein letztes Wohnmobil in der fraglichen Zeit frei. Denn so viel kommt ja nicht in Frage: Da wir zwei große Kinder mitnehmen, muss es schon so groß sein, dass 4 Betten drin sind, die auch halbwegs getrennt sind, andererseits darf es nicht so groß sein, dass das Fahren zu schwer ist, da wir ja nicht nur zu einem Platz fahren, an dem wir dann ewig stehen, sondern immer weiter fahren.

Das Kleinstmögliche ist ein 7,40 Meter langes vollintegriertes Wohnmobil (das bedeutet: Das Führerhaus ist nicht getrennt vom Innenraum), das aber über 3,5t wiegt und damit nicht mit dem neuen PKW-Führerschein gefahren werden darf. Naja, wir sind ja schon so alt, dass wir noch den alten grauen Lappen mit Klasse 3 haben, da ist das kein Problem.

So machen wir uns nun heute erst einmal auf, das Wohnmobil in Ahrensburg abzuholen und in Ruhe zu Hause einzurichten. Unseren PKW können wir in der Zeit beim Vermieter abstellen, das ist gut, um nicht mit 2 Wagen zu fahren.

Auf dem Weg nach Hamburg gibt es keine Staus, deshalb sind wir zu früh, wodurch wir erst noch unseren Wagen bei IKEA kostenlos laden können und – natürlich – einige Kleinigkeiten erwerben.
Hoffentlich läuft es morgen auch ohne Stau ab. Spoiler: Nein.

Unterwegs beschäftigen uns andere Fragen: Werden wir das mit dem großen Wohnmobil packen? Ist so ein Urlaub etwas für uns? Ist es nicht zu beengt, so lange in ein Wohnmobil gesperrt zu sein? Wie läuft das auf einem Campingplatz? Allein hier wäre die Horrorvorstellung, in die Gemeinschaft der Camper assimiliert zu werden, statt ein bisschen Ruhe zu haben. Mögen viele, wir nicht. Wie wird das? Wie funktioniert Toilette, Dusche, Entsorgung derselbigen. Und vieles mehr. Diese Fragen werden sich in den nächsten knapp 14 Tagen beantworten.

In Ahrensburg werden wir schon erwartet und bekommen eine 1,5stündige Einweisung in das Wohnmobil. Sehr gut! Lediglich ein paar Details mit technischem Verständnis erarbeiten wir gemeinsam.
Und sind angemessen beeindruckt, denn das Ding hat alles, was uns als absolute Laien sinnvoll vorkommt: 2×2 Betten, ein Kühlschrank, der selbst entscheidet, wann er mit Strom oder wann mit Gas arbeitet. Dusche, WC, großer Heck-Stauraum. Markise, selbsteinfahrendes Trittbrett. Sat-Schüssel, die sich allein in die richtige Richtung dreht und einen Fernseher, der kleiner ist als das Notebook, auf dem ich gerade schreibe. Und das alles ist das, was man braucht? Ob das praktisch ist? Wir werden sehen.

Die Fahrt zurück teilen wir uns und wir finden beide, dass sich das Mobil mit Automatik gut fahren lässt. Lediglich bei der Geschwindigkeit merken wir spät (zu Glück nicht zu spät), dass man mit einem Geschoss von 4,4t nur 80 auf Landstraßen und 100 auf der Autobahn fahren darf. Das fühlt sich aber tatsächlich auch sicherer an.

Und wir lernen noch mehr: Wohnmobilfahrer grüßen sich, wenn man sich begegnet, ähnlich wie bei Motorradfahrern üblich. Offensichtlich gehören wir mit Betreten des Mobils zu einer Art elitären Club. Hm, ich weiß nicht. Aber wenn es nunmal höflich ist, grüßen wir halt auch. Und alle freuen sich, außer die ganzen Neuen, die sich erstmals ein Wohnmobil geliehen haben und das noch nicht wissen. Im Laufe der Fahrt können wir auch gut üben, was am coolsten aussieht.

Nach einem kleinen Imbiss in Stapelfeld geht es dann nach Hause und Beladen. Leider gibt es hier keine Fahrradträger und es macht viel Mühe, wenigstens zwei Fahrräder in die Heckklappe zu bekommen, Nicht weil da vom Vermieter schon Campingtisch und -stühle stehen, sondern wegen der Höhe. Wir kriegen das mit Unterstützung von Jürgen und dem Lösen einiger Schrauben hin, aber ich bezweifle, dass ich die Dinger da irgendwann mal wieder rauspfriemeln werde.

Als wir mit allem fertig sind, ist es schon dunkel und wir gehen voller gespannter Erwartung ins Bett. Morgen fahren wir dann nach Sankt Peter-Ording