Ahoi Tour ab Kiel
AIDAprima, 07.08.-14.08.21

Hier sind Sie live bei unseren Kreuzfahrten dabei.
Unsere Abenteuer stellen wir hier während des Urlaubs online. Bilder und Formatierung folgen dann in Ruhe erst nach dem Urlaub.

Fazit der ersten Corona-Fahrt

Ahoi Tour ab Kiel, Kiel 14.08.21

Nach fast zwei Jahren wieder fahren zu können, erscheint uns nun am Ende schon wie ein ferner Traum. Und nun bleibt nur noch das Verlassen des Schiffs und ein positives Fazit zu ziehen.

Früh stehen wir auf, denn wir wollen noch in Ruhe das letzte Frühstück im French Kiss genießen. Das machen wir, auch wenn es mit Blick auf die Abreise nie so gemütlich ist wie an den anderen Tagen. Vorher legen wir schon in Kiel an.

Danach bleibt nur noch, den Rest zu packen, die Kabine zu räumen und um kurz vor 9 Uhr treffen wir uns im Theatrium. Da die Kofferfreigabe im Terminal erst um 9:30 Uhr erfolgen soll, wir aber einen Check-out-Slot 8:30-9:00 Uhr bekommen haben, nehmen wir die Kofler selbst mit von Bord und haben sie gestern nicht vor die Tür gestellt, damit die Mitarbeiter sie von Bord bringen.

Erwartungsgemäß sind deshalb die Fahrstühle voll mit Menschen mit Koffern, wir begeben uns deshalb gleich um die Ecke nach hinten zum Außenfahrstuhl, weil uns klar ist, dass der kaum für die Abreise genutzt wird. Wird er auch nicht, er fährt aber nur bis Deck 7, somit müssen wir den Koffer noch ein Deck über die Treppe tragen. Das ist machbar.

Ausgang ist dann an Deck 6 ganz vorne und so verlassen wir das Schiff. Bei Einreise in Deutschland muss man ja einen Geimpften- oder Genesenen-Nachweis dabei haben oder einen frischen Antigen-Schnelltest. Im Terminal kontrolliert das aber dann keiner.

An dieser Stelle fällt uns noch ein, dann am Anfang der Reise gesagt wurde, dass ein Team des ZDF an Bord ist, aber niemanden gegen seinen Willen gefilmt würde. Gegen unseren Willen haben wir davon nichts gesehen.

Dann kommt draußen im strahlenden Sonnenschein der große Abschied, wir gehen dann weiter in die Schlossgarage. Dort muss das Tickert in bar beim Wächter bezahlt werden. Unser Auto wartet unversehrt auf uns und dann geht es los.

Auf dem Hinweg hatte ich schon von unserer Erfahrung mit dem neuen E-Auto berichtet. Zurück würden wir auch ohne Laden kommen, aber nicht wenn wir richtig schnell fahren wollen. Deshalb laden wir noch bei Neumünster an einem der neuen Schnelllader. Das geht wirklich extrem schnell. Anders als sonst ist es auch ziemlich voll an den Ladern und es kommt unweigerlich zum Erfahrungsaustausch mit anderen E-Auto-Fahrern. Und ein bisschen ist das so, als wenn man mit einem Welpen unterwegs ist, da kommt es auch schnell zu Gesprächen, berichtet die beste Ehefrau von allen.

Das mit dem Schnellfahren geht dann aber nur kurzzeitig, gerade um Hamburg ist wie üblich elendig lange Stop-and-Go.

Vor Soltau müssen wir dann von der Autobahn runter, um den nächsten Stau zu umgehen, das gibt uns dann Gelegenheit, uns mit Kuchen und Baguette einzudecken. Und dann kommen wir gegen 13:30 Uhr wieder zu Hause an.

Fazit

  • Die erste Fahrt nach fast 2 Jahren tat unheimlich gut und wir haben uns gut erholt. Wir sind so froh, dass wir das endlich wieder erleben konnten
  • AIDA tut alles, um Corona von Bord zu halten und jeden vor Ansteckung zu schützen. Und das machen sie gut
  • Endlich geht auch Buffet wieder, da muss aber noch am Abstand gearbeitet werden
  • Durch die geringere Belegung des Schiffs ist viel mehr Platz an bisherigen Engstellen
  • Ausflüge auf eigene Faust gingen bisher noch nicht, das ist schade, wussten wir aber vorher
  • Shows sind stark reduziert, das wäre aber auch unter Corona-Bedingungen mehr möglich
  • Das Essen war wirklich gut und wir haben es reichlich genossen. Mehr als beeindruckt haben uns zusätzlich das Rossini und Buffalo Steak House
  • Einfach nur Balkon mit einem Buch in der Hand tut so gut
  • Alle waren nett und fröhlich
  • Das Spielen mit der Familie hat viel Spaß gemacht
  • Wir haben insgesamt 2.961 km zurückgelegt bei überwiegend schönem Wetter
  • Am Ende ist die Woche aber wie im Flug vergangen und erscheint schon als ferner Traum

Der Gewinn des letzten Tages

Ahoi Tour ab Kiel, Ostsee 13.08.21

Am letzten Seetag geht es noch einmal um Spielen. Im Theatrium und ausnahmsweise im Casino. Mit unerwartetem Gewinn. Und es ist Zeit, die Kabine vorzustellen, die Veranda macht den Unterschied.

Heute wachen wir recht spät auf und gegen 9 Uhr geht es erst zum Frühstück. Die Treppenhäuser sind noch menschenleer. Alles andere auch. Wurde das Schiff evakuiert? Die großen Touch-Screens, die überall hängen, zeigen kurz vor 6 Uhr an. Ups…

Im Weite Welt Restaurant, an dem wir vorbei müssen, ist kein Mensch. Aber im French Kiss hört man Geschirr klappern und zwei Tische sind tatsächlich besetzt. Da das Restaurant um 7:30 Uhr aufmacht, muss es später sein, wie leider öfter zeigen die Displays des Schiffs Unsinn an.

Unser Handy aber auch. Da wir auf dem offenen Meer die Mobilen Daten grundsätzlich ausschalten, weil sonst extrem teure Rechnungen durch Einwahl in maritime Telefonanbieter zustande kommen, muss das Handy irgendeine falsche Zeitzone erdacht haben, jedenfalls kann die Kellnerin klären, das es jetzt kurz vor 8 Uhr ist.

Somit haben wir die Kellner fast für uns allein und das Auftragen der Frühstücksmassen geht sogar noch deutlich schneller als sonst.
Nach und nach füllt es sich dann sehr langsam, wir sind doch nicht allein auf dem Schiff, die Leute schlafen einfach nur am Seetag länger aus.

Nachdem ich an den letzten Tagen die Corona-Sicherheits-Situation ausreichend beleuchtet habe, heute ein paar Worte zur Kabine.
Wobei „beleuchtet“ ein gutes Stichwort ist, denn unsere Kabine liegt Backbord, was bedeutet, dass wir heute Morgen schon pralle Sonne auf dem Balkon haben. Das hatten wir die ganzen Tage so nicht, kann ich aber leicht erklären: Von Stockholm aus müssen wir nach Durchqueren der Schären wieder Richtung Süden. Unser Kurs ist jetzt heute Morgen Süd-Südwest, im Moment befinden wir uns zwischen Gotland und Öland. Sobald wir dann unterhalb von Schweden angekommen sind, biegen wir dann nach Westen ab Richtung Kiel. Und das bedeutet, dass wir von unserem Balkon immer der Sonne entgegensehen, die jetzt noch im Osten steht.

Außerdem liegt unsere Kabine hinten im Schiff. Ganz hinten. Genauer: Ganzganzhinten, wir haben den letzten Balkon auf der Backbordseite. Neben uns folgt noch eine Innenkabine, dahinter nur noch der Gang zu den Suiten, die zum Heck herausschauen. Und der auch zu Treppenhaus und Fahrstuhl führt.
Um das genauer einschätzen zu können ist es wichtig, das Heck der AIDAprima vor Augen zu haben: Ganz hinten befindet sich auf beiden Seiten ein Außenfahrstuhl mit Glasfront, der das Weite Welt Restaurant auf Deck 7 mit dem oberen Außendeck 15 verbindet. Die daneben liegende Treppe reicht nur bis Deck 14, dafür befindet ich auf Deck 15 wie ein Kranz der Skywalk um den Fahrstuhl herum, eine voll verglaste Brücke. Wenn wir nun direkt nach oben auf den Skywalk schauen haben wir auch schon einen guten Tipp bereit: Nicht mit Minirock auf dem Skywalk hinsetzen.

Das bedeutet für unseren Balkon, dass wir mit Blick nach hinten gar keinen Ausblick haben. Weil dort nicht nur die Wand zum Nachbarn ist, sondern weiter nach außen erst das Treppenhaus und dann der Fahrstuhl. Und das bedeutet, wir können nicht nach hinten sehen, sondern haben nur eine einseitige Sicht nach vorne.

Das hatten wir uns vorher allerdings schlimmer vorgestellt als es ist. Denn zum einen kann man vom Fahrstuhl kaum auf unsren Balkon schauen, zum anderen ist das Blickfeld noch ausreichend groß, was besonders die Fotos und Filme gestern aus den Schären zeigen.

Weiterhin sind wir auf Deck 10, das bedeutet, dass der Außenbereich des Weite Welt Restaurants 3 Decks unter uns ist. Nah genug, um den ganzen Tag Geschirrklappern zu hören, weit genug, um dadurch nicht zu sehr gestört zu sein.

Ansonsten ist der Balkon deutlich größer als bei den kleineren Schiffen, was dazu führt, dass er hier gar nicht mehr Balkon, sondern Veranda heißt, weshalb wir auch keine Balkonkabine, sondern eine Verandakabine haben. Genauer eine Verandakabine Komfort, was bedeutet, dass es in der Kabine eine vom Bad getrennte separate Toilette oder – wie bei uns – einen begehbaren Kleiderschrank gibt.

Wenn ich jetzt die pralle Sonne auf unserem Balkon sehe, fällt mir aber auch auf, dass die Kabinen zwei Decks höher deutlich schlechter sind. Denn dort ist das Dach über der Veranda weiter nach außen gezogen, weshalb Sonne verloren geht.

So prall bleibt die Sonne leider nicht, es ist im Laufe des Vormittags eher bewölkt und diesig bei 22°C. Und sehr windig. Trotzdem lesen wir natürlich auf dem Balkon – Entschuldigung – auf der Veranda um die Wette.

Am frühen Nachmittag wollen die Kinder gerne noch in den Beach Club. Also denken wir, dass der Kaffee auch da schmeckt, was natürlich eine Illusion ist. Denn obwohl es durch die geringere Auslastung des Schiffs nicht so voll ist wie in der Vergangenheit an Seetagen, ist es trotzdem zu voll. Also verlegen wir uns ins Café Mare, wo auch nur noch einen kleine Sitzniesche am Gang zur Plaza frei ist und genießen das, was wir uns jeder unserer Fahrten meist verkneifen: Ein Stück Kuchen zum Kaffee. Das ist hier so geregelt, dass es zum kostenpflichtigen Getränk ein Stück Kuchen umsonst gibt. Auswahl ist dabei aus 4 täglich wechselnden Sorten.

Die meisten Kinder treiben wir dann in den Kabinen auf und treffen uns schließlich im Theatrium statt im Beach Club für eine Runde „Skull King“. Die beste Ehefrau von allen sagt, ich soll nicht weiter auf der Intrige von gestern rumhacken und deshalb erwähne ich nicht, dass ich bis kurz vor Schluss führe, um dann durch das nicht genannte Wort von der nicht erwähnten Person vom Thron gestoßen zu werden.

Aber Pech im Spiel – Glück im Spielen. Falls der geneigte Leser sich wundert, wieso das bekannte Zitat heute so anders klingt: Uns fällt noch rechtzeitig ein, dass AIDA unserer Clubstufe je 20,- € als Casino-Gutschein schenkt. Das zu verschwenden wäre blöd, und deshalb gehen wir noch ins Casino, wo wir erfahren, dass wir den Gutschein auch am elektronischen Roulette einsetzen dürfen. Das machen wir und betonen aber noch einmal ausdrücklich, dass wir nie eigenes Geld einsetzen würden. Sondern nur den Gutschein und den setzen wir Anfangs mit 5-Euro-Chips. Als wir aus 20 geschenkten Euro 20 eigene gemacht haben, geht es dann mit 1-Euro-Chips weiter und nach 10 Minuten sind aus 20 Euro 100 Euro geworden. Unglaublich!

Dann doch noch etwas auf der Veranda lesen, bis wir uns um 18 Uhr zum letzten Essen im Marktrestaurant verabredet haben. Wie auf allen Schiffen steht zu dem Zeitpunkt bereits eine Traube Menschen vor dem Restaurant, wie immer für mich völlig unverständlich, da genug frei ist. Es füllt sich erst nach und nach.

Der geneigte Leser erinnert sich, dass ich vor ein paar Tagen über die Wegeleitung im Restaurant berichtet habe. Die Pfeile auf dem Boden sind nun schmaler und zahlreicher, es gibt nun sogar Schilder mit Pfeilen, um die Menschen am Buffet entlangzuleiten. Das Ergebnis ist dasselbe wie vor ein paar Tagen: Klappt nicht, jeder geht wo er will, Abstände werden kaum eingehalten, aber Masken sicher und zuverlässig getragen.

Zum Abschluss spielen wir noch eine Runde „Codenames“, bis es so spät ist, dass wir nun leider alle Koffer packen müssen. Ein letzter Cocktail macht noch die Runde. Nebenbei: Überall heißt es, dass es Trinkhalme zu Cocktail oder Aperölchen nur noch auf Anforderung gibt, die Praxis ist letztlich, dass die Kellner die Strohhalme dabei haben und diese Anforderung stets automatisch voraussetzen.

Nebenbei läuft im Theatrium erst der 2. Auftritt des Comedian, dann die Wiederholung der Show „Secret Garden Moments“. Aber wie spielen lieber.

Bis 22 Uhr kann noch die Bordrechnung in Bar beglichen werden, was wir ausnahmsweise auch tun (das „ausnahmsweise“ bezieht sich natürlich nicht auf „Begleichen der Bordrechnung“, sondern auf „in bar“, denn normalerweise lassen wir diese abbuchen). Punkt 22 Uhr sind wir an der Rezeption und das geht zügig vonstatten.

Und dann bleibt nur noch Koffer packen und die letzte Nacht genießen. Anders als sonst stellen wir die Koffer nicht vor die Tür, unser Check-Out-Slot ist früher als die Kofferfreigabe im Terminal.

Morgen sind wir dann zurück in Kiel.

Mit dem Boot durch Stockholm

Ahoi Tour ab Kiel, Stockholm 12.08.21

Unser einziger Ausflug auf dieser Reise gefällt uns besonders gut: Es geht mit dem Boot durch Stockholm. Somit haben wir vom Wasser aus noch einmal eine ganz andere Sicht auf diese schöne Stadt. Zu Abschluss versammeln wir uns dann, um gemeinsam noch einmal die Fahrt durch die wunderschönen Schären zu genießen.

Heute werde ich zum Revoluzzer und versuche beim Frühstück statt der üblichen Senf-Dill-Sauce meinen geliebten Meerrettich zum Lachs zu bekommen. Was gelingt! Mit Tränen in den Augen genieße ich das. Nun, weniger Freudentränen, sondern der Meerrettich ist viel und rein.

Heute nun endlich unser einziger Ausflug, eine Bootsfahrt durch Stockholm. Auch ein geführter Spaziergang wäre noch möglich gewesen, das haben wir aber schon gemacht in einer weit in der Vergangenheit liegenden Zeit, als Ausflüge auf eigene Faust noch möglich waren, die Älteren unter der Leserschaft erinnern sich sicher.

Bis dahin ist aber noch etwas Zeit und so lesen wir erst einmal auf dem Balkon oder schreiben Reiseberichte, letzteres auch auf dem Balkon. Weiterhin mit Blick auf eine Fabrikhalle. Diese hat auch einen umlaufenden Balkon und auf diesem sitzen jetzt lauter junge Leute zum Mittag. Doch ich schweife ab.

Ein bisschen erschreckend ist es, schon an die Abreise erinnert zu werden, zum einen, indem alle aufgefordert werden, sich einen Zeitslot zum Check-out geben zu lassen, sofern noch nicht vorab geschehen und zum zweiten weil kostenpflichtige Antigen-Tests für Ungeimpfte angeboten werden, die diese bei Einreise nach Deutschland zwingend vorweisen müssen.

Ausflüge werden seit einigen Jahren nicht mehr einzeln aufgerufen, sondern jeder ist selbst dazu angehalten, sich im Bordportal darüber zu informieren, ob es geänderte Startzeiten gibt. Das ist nicht ganz so einfach, weil ich das Bordportal eher unpraktisch und unübersichtlich finde, aber es gelingt schließlich: Unverändert geht es um 14 Uhr los.

Überall wird darauf hingewiesen, dass man sich nicht früher als 5 Minuten vor Beginn einfinden soll, um Häufchenbildung am Ausgang zu vermeiden und weiter ausreichende Abstände gewährleisten zu können. Das machen wir und sind pünktlich 15 Minuten vorher auf Deck 3. Personalausweis und negatives PCR-Testergebnis haben wir dabei, das muss hier an Land mitgeführt werden.

Am Ausgang sind tatsächlich nur vereinzelte Gäste, es wird kurz Fieber gemessen, die Bordkarte wird erst einmal eingelesen, um zu prüfen, ob wir wirklich einen Ausflug haben, dann das übliche Einlesen der Bordkarte beim Ausgang und dann verlassen wir das erste Mal auf dieser Fahrt das Schiff.

Vor dem Schiff sammeln sich dann nur zwei Gruppen, zum einen die Radfahrer und zum anderen unser Ausflug. Da das recht leicht auseinanderzuhalten ist (die Radfahrer sind an den Fahrrädern in der Hand zu erkennen), stehen wir in der richtigen Gruppe, kurz nach 14 Uhr sind alle vollzählig. Hier wird die Bordkarte das 3. Mal eingelesen als Anwesenheitskontrolle.

Dann geht es nur ein paar Schritte um ein Terminal-Gebäude herum und schon gehen wir auf ein kleines Ausflugsboot direkt an unserem Pier. Das Boot ist ruckzuck gefüllt, wir werden informiert, dass wir die Masken während der gesamten Zeit tragen müssen, weil keine ausreichenden Abstände einzuhalten sind. Machen auch alle problemlos, nur ein einziges Mal muss jemand daran erinnert werden, dass das Ding deshalb Mund-Nasen-Schutz heißt, weil es auch über die Nase muss.

Das Boot ist komplett geschlossen mit einem Glasaufbau. Oben ist das Dach geöffnet für frische Luft und die Fenster an der Seite können zur Hälfte aufgeschoben werden. Das macht das Fotografieren nicht ganz leicht, aber die Rundumsicht ist gut. Dabei haben wir herrlichen Sonnenschein bei 23°C.

Los geht es also direkt vor unserem Schiff zunächst entlang der Fährlinie auf dem großen Meeresarm. Da schaukelt es noch ganz ordentlich, besonders wenn die zahlreichen Schnellboote schneller als erlaubt an uns vorbeifahren.

Nach einiger Zeit biegen wir dann aber in die Stadt ein. Da Stockholm auf 14 Inseln gebaut ist („Venedig des Nordens“), gibt es genug Wasser, um hindurchzufahren. Im ersten Bereich sind viele alte umgebaute oder neue Gebäude entstanden, die ähnlich der Hafencity in Hamburg nun teure Eigentumswohnungen bieten. Das sieht sehr gut aus, und bedeutet eine erhebliche Lebensqualität, hier eher für jüngere Menschen. Auch Hotels in ehemaligen Werkhallen kennen wir aus Hamburg.

Auch die Hochhäuser am Hafen, gegenüber unserem Schiff sehen wir jetzt mit anderen Augen. Hielten wir diese zunächst für blöde Hochhäuser, wissen wir jetzt, dass es eine extrem teure Wohngegend mit tollen Blick über das Wasser ist. Ein genauerer Blick zeigt dann auch, dass die Architektur verspielter ist als wir erst dachten.

Weiter geht es dann an Inseln mit richtigen Palästen und Parks vorbei in die Altstadt. Auch hier gewaltige alte Häuser und natürlich das Schloss. Dies hier kennen wir schon von unserem Spaziergang bei unserer Fahrt mit der AIDAdiva im Juli 2018. Aber wenn man vor den Häusern spazieren geht, ist das ein ganz anderer Blick als mit Entfernung vom Wasser aus. Das ist uns schon an anderer Stelle aufgefallen, besonders in St. Petersburg oder Amsterdam, vor allem aber natürlich in New York, wie anders und interessant eine Stadt vom Wasser aussieht.

Diesen Blick nun genießen wir sehr und meinen, dass allein deshalb dieser Ausflug keine Resterampe ist (wir hatten ja berichtet, wie schwer es war, überhaupt noch Ausflüge buchen zu können), sondern ein richtig schöner Ausflug.

Zurück geht es dann von der Innenstadt durch einen Kanal mitten durch einen ausgedehnten Park. Hier ist zwar weniger zu sehen, aber es ist wunderschön ruhig. Wie dicht hier in Stockholm Innenstadt und ruhige Natur beieinander liegen. Von Stockholms 216 Quadratkilometer Fläche sind 1/3 mit Wasser, 1/3 mit Stadt und 1/3 mit Parks und Wäldern bedeck

Pünktlich nach 2 Stunden kommen wir wieder am Schiff an. Unsere Tour-Führerin ist deutschsprachig und plappert munter drauf los, wodurch wir viel über die Sehenswürdigkeiten, aber auch das Leben in Stockholm erfahren.

Auf dem Weg an Bord wird wieder Fieber gemessen, dann sausen wir ins Café Mare, denn wir haben noch Durst auf einen Kaffee und schon in weniger als einer Stunde legen wir ab.

Pünktlich um 17 Uhr versammeln wir uns auf den Balkonen. Unser Ältester hat den Balkon neben uns, und die Kleinen aus den Innenkabinen kommen nun hinzu, damit alle die Ausfahrt aus den Schären genießen können. Diese verzögert sich aber um fast eine halbe Stunde, weil es leider noch einen Notfall gibt und jemand von einem Krankenwagen abgeholt werden muss. Das tut uns sehr Leid, und als der Krankenwagen weg ist, bleiben am Pier nur ein Rollstuhl und zwei Koffer zurück, um die sich eine Hafenmitarbeiterin kümmert.

Logischerer Weise schauen wir diesmal auf die andere Seite als bei Einfahrt. Diesmal verfolgen wir die Fahrt auch auf dem Handy und können so noch einmal besser nachvollziehen, wo wir gerade sind und in welchen Schlangenlinien wir uns durch die vielen Inseln bewegen.

Zunächst fahren wir durch Stockholmer Vororte mit lockerer Bebauung von teils prächtigen Einfamilienhäusern, dann wird die Bebauung immer dünner, bis wir die auf der Hinfahrt beschriebenen Schwedenhäuser einzeln oder in kleinen Gruppen auf den Inseln sehen. Manche Häuser bilden ein ganzes Ensemble mit großem Wohnhaus etwas über dem Wasser, kleinem Häuschen am Wasser und Bootshaus am Steg, Das alles dann natürlich in gleichem Stil und Farbe.

Manchmal weitet sich das Wasser zu richtigen Seen aus, manchmal gibt es zwischen den Inseln nur eine schmale Fahrrinne und die Bäume scheinen fast zum Greifen nah, Besonders diese Strecken versuche ich mal in einem Film einzufangen, indem ich die Kamera an die Balkonwand angeschraubt habe.

Es ist wunderschön und einmal mehr können wir uns vorstellen, mit einem kleinen Boot durch die Schären abseits der großen Schifffahrtslinien zu fahren. Wir suchen uns bei den zahlreichen kleinen Booten um uns herum schon einmal das richtige aus.

Langsam sinkt die Sonne und irgendwann sehen wir gegen die Sonne nur noch schwarzen Hintergrund. Deshalb machen wir uns ungewohnt spät auf den Weg zum Essen. Diesmal ins Weite Welt Restaurant, da haben wir hinten weiterhin einen schönen Blick auf die nun äußeren Schären.

Zum Abschluss spielen wir dann noch eine Runde „Dog“, bei dem wir durch Intrigen um den sicheren Sieg gebracht werden. Merke: Gewinnen tut diejenige, die am lautesten von sich ablenkt: „Papa gewinnt gleich und muss unbedingt gestoppt werden“.
Da wir wieder direkt am Theatrium sitzen, werden wir diesmal unterhalten von einem „Wohnzimmerkonzert“ der Band Wonderland.

Die letzte Etappe sind 1.078 Kilometer bis Kiel, morgen ist aber erst einmal Seetag.

Sonnenaufgang in den Stockholmer Schären

Ahoi Tour ab Kiel, Stockholm 11.08.21

Das Highlight der Reise ist die morgendliche Fahrt durch die Stockholmer Schären, die wir ausführlich genießen. Mangels Ausflug sehen wir die Altstadt nur aus der Ferne und der Balkon ist weiter unser bester Freund, neben Stoffeln beim Shuffleboard und halben Brauhaus-Enten.

Zum Glück wachen wir früh genug auf, um wenigstens den größten Teil des Schärengartens vor Stockholm mitzuerleben. Der geneigte Leser darf sich das als riesige Ansammlung von kleinsten und großen Inseln vorstellen, durch das man sich nur in Schlangenlinien hindurchwuseln kann.
Direkte Linie wären es vom Osten bis Stockholm rund 60km, insgesamt besteht der Stockholmer Schärengarten aus rund 24.000 Inseln.

Noch ist Dämmerung und die Farben sind noch nicht richtig auszumachen, aber langsam geht die Sonne auf und wir sehen die Schären in voller Pracht:
Die meisten Inseln bestehen aus Felsen und sind dicht bewaldet. Auf den größeren und manchmal auch auf den allerkleinsten stehen die ganz typischen schwedischen Holzhäuser, oft in rot, aber auch in anderen Farben. Dazu weiße Fensterrahmen, alles so, wie man sich das nach Pipi Langstrumpf vorstellt.

Viele Häuser haben kleine Anleger unten am Wasser, manche auch ein Boot dabei. Brücken sehen wir kaum, dafür einige Fährten, die die Inseln verbinden. Das sieht alles traumhaft und malerisch aus und einmal mehr stellen wir uns vor wie es wäre, mit einem kleinen Boot auch durch schmalere Wasserarme oder in die idyllischen Buchten zu fahren.

Dabei gibt es oft Situationen, in denen sich die Bäume der kleinen Inseln im Vordergrund schneller an uns vorbeischieben als die Bäume der großen im Hintergrund. Dieses bewegte dreidimensionale Bild könnten wir stundelang ansehen, mit dem Fotoapparat ist das nicht einzufangen.

Dabei ist es absolut leise. Auch unser großes Schiff gleitet nahezu geräuschlos durch den Morgen, die kreuzenden Fähren sind deutlich lauter. Es ist einfach nur schön, romantisch und herrlich.

An einer Stelle wundern wir uns, warum Lampen an einer unbewohnten Insel angebracht sind. Hier sehen wir dann einen Anleger, von dem Gänge in den Fels gegraben sind, vermutlich eins der bekannten Bergwerke im Schärengarten, in denen einige Elemente erstmals gefunden wurden.

Sind es zunächst meist nur einzelne Häuser auf den Inseln (oder allermeist gar keine), wird die Bebauung dichter je näher wir nach Stockholm kommen. Zunächst noch die typischen Schwedenhäuser, dann vermehrt Mehrfamilienhäuser, Hotels und auch Industrie. Am Ende ist dann schon Großstadt zu sehen und so kommen wir direkt aus den Schären in einen riesigen Industriehafen.

Gegen 9 Uhr legen wir in Stockholm an. Diesmal liegen wir anders als das letzte Mal, zunächst macht es mir etwas Angst, dass genau gegenüber von unserem Pier eine riesige lärmende Baustelle ist. Denn von Lärm hatten wir gestern mehr als genug. Das sieht der Kapitän auch ein und dreht das Schiff noch einmal, damit wir zum Pier schauen.

Damit wird es Zeit zum Frühstück, das wie immer reichlich und lecker ist. Und heute sehr voll, vermutlich stehen einige vor einem Ausflug. Wir heute noch nicht, die Ausflugknappheit gilt auch weiterhin, aber morgen geht es dann los. Deshalb geht es erst einmal in die Kabine.

Zunächst werden wir aber noch einmal vom Balkon vertrieben, denn die gestern angekündigte Außenreinigung findet tatsächlich statt. Erst als der letzte Arbeiter erfolglos in unsere Kabine eindringen wollte und dann den Balkon wieder verlassen hat, trauen wir uns wieder auf den Balkon und schreiben weiter an unseren Reiseeindrücken.

Und damit ist auch noch Zeit, ein bisschen aus dem Nähkästchen zu plaudern, was wir so gestern bei der Sternstunde aufgeschnappt haben.
Der geneigte Leser erinnert sich sicherlich an den ersten Tag, als wir mit gespannter Sorge auf das Testergebnis gewartet haben. Tatsächlich ist es bereits vorgekommen, dass Passagiere daraufhin wegen Corona das Schiff wieder verlassen mussten. Gut gesichert auf Wegen, auf denen andere nicht vorbeikommen. Dass das vorkommt ist logisch, und dass das mit steigender Inzidenz häufiger wird leider auch. Jeder ist aber froh, wenn es ihn nicht erwischt hat und hat tiefes Bedauern für die Betroffenen!

Eine weitere Maßnahme zur Prävention ist, dass das Schiff nicht voll belegt wird. Das ist uns schon insofern aufgefallen, dass es viel weniger voll an Fahrstühlen oder Buffet ist. Und genau das ist beabsichtigt. Im Moment sind es rund 1.800 Passagiere statt 4.350 sonst in den Sommerferien. Das muss weiterhin ein herber Verlust sein für AIDA, aber zumindest sind Fahrten so möglich und recht sicher.
Für uns natürlich extrem angenehm, weil überall Platz ist.

Auf der anderen Seite ist dafür das East Restaurant als einziges Restaurant geschlossen. Zum einen reicht die restliche Kapazität völlig aus, zum anderen ist das East zu eng und zu sehr auf Buffet und Live-Cooking ausgelegt.

Auch stellt sich nun heraus, dass einige das Konzept des Bedienens im ehemaligne Buffet-Restaurant besonders gut finden. Nun gibt es das in den Spezialitäten-Restaurants sowieso schon immer, aber auch das Belladonna Restaurant fungiert ja im Moment so. Wer weiß, vielleicht bleibt das eine oder andere so.

Es bestätigt sich im Gespräch auch, dass voraussichtlich vermehrt Reisen für Geimpfte angeboten werden, weniger auf Betreiben von AIDA, mehr durch Vorgaben der Häfen. Vernünftig, damit ist das Risiko weiter deutlich zu minimieren.

Eine weitere Maßnahme ist, dass jeder täglich seine Temperatur messen kann. Das ist freiwillig und ich glaube nicht, dass das allzu viele machen. Anders bei Ausflügen: Hier wird verpflichtend vorher und nachher Fieber gemessen.

Heute ist mal ein Gang zur Rezeption fällig, wir wollen gern unser verbleibendes Bordguthaben auf die Kinderkabinen aufteilen. Macht ja keinen Sinn, dass wir etwas über haben und die Kinder draufzahlen. Ist aber aus irgendeinem Grund nicht möglich. Merkwürdig.
Zum Trost fahren wir ganz hoch aufs Außendeck, um einmal einen Rundgang zu machen und erstmal Stockholm von oben zu sehen, da verkalkulieren wir uns aber, denn wir haben uns ja zum Kaffee verabredet und sausen schnell wieder runter.

Nach einem Kaffee im Café Mare spielen wir noch eine Runde Shuffleboard. Mit herausragendem Ergebnis. Weitere Runden unterbindet irgendsoein Stoffel. Dieser gehört zum Entertainment-Team und macht uns deutlich, dass gleich das offizielle Shuffleboard beginnt und wir fertig werden müssen. Stoffel ist er deshalb, weil er uns das erst recht wenig empathisch verordnet, dann mit einem Ehepaar, das schwört, sich über die neue Service-Nummer am Schiff angemeldet zu haben, überhaupt nichts anfangen kann, weil sie nicht auf seiner Anmelde-Liste stehen. Die stehe jetzt nur dumm rum und sowas muss man handeln können.

Naja, gehen wir noch ein bisschen auf dem Balkon lesen, bevor wir uns um 18 Uhr im Brauhaus verabredet haben. Eigentlich wollten wir uns dort vorher anmelden, das ging nicht, wäre aber wirklich gut gewesen, denn wir sind fast die einzigen und werden so gut umsorgt. Mit Brauhaus-Ente, Schnitzel, Marillenknödel und allerlei anderem.

Im Anschluss setzen wir noch den Rundgang über Deck fort. Der Blick geht rundum auf Hafenanlagen, auf einer Seite Terminals für Fähren, auf der anderen die riesige Baustelle. Gegenüberliegend ist noch ein Wohngebiet und auf der anderen Seite sind alte Kirchtürme zu sehen, dort wird die Altstadt sein, mehr ist davon aber nicht zu sehen.

Dafür ist das Wetter weiter schön, den ganzen Tag strahlender Sonnenschein bei 22°C. Sonne haben wir auf dem Balkon aber weniger, wir schauen Richtung Norden und vor uns ist auch noch eine große Halle.

Zum Abschluss spielen wir noch „Codenames“ zu Ende und weil es so schön ist, noch eine weiter Runde, während uns die Sängerin Wanda Kay auf der Bühne begleitet.

Über Nacht bleiben wir in Stockholm.

Erstes Shuffleboard vor Gotland und die Sache mit den Masken

Ahoi Tour ab Kiel, Visby/Gotland 10.08.21

Gotland sehen wir heute nur von der Seite, da noch immer keine individuellen Ausflüge erlaubt sind. Dafür spielen wir zum ersten Mal auf all unseren Reisen das traditionellste aller Schiffssportarten. Das macht unheimlich Spaß, auch wenn unser Jüngster erstmal pausieren muss, während wir dankbar sind, dass Papierkörbe nicht aus Papier sind. Den Abschluss bildet ein fantastisches 6-Gang-Menü im Rossini. Und Zeit, um Masken und Abstände auf AIDA zu beleuchten, bleibt auch noch.

Früh machen wir in Visby auf Gotland fest. Der Kapitän macht dazu gegen 8 Uhr eine Ansage, die uns weckt. Der Blick aus dem Fenster zeigt: Wir schauen aufs Meer, vor uns ein schmaler Pier, in der Ferne die Vasco da Gama, die vor dem Hafen liegt und tendert.

Demnach ist Gotland die zweitgrößte Insel der Ostsee, 170 km lang, östlich des schwedischen Festlands. Hier sollen mehr Schafe als Menschen leben. Gehörte Gotland eins den Goten, dann ein paar Jahrhunderte zu Dänemark, gehört es jetzt zu Schweden. Hauptort ist die alte Hansestadt Visby. Bekannt ist vor allem der Naturreichtum mit vielen Naturreservaten.

Wenn wir nun schon einmal wach sind, gehen wir heute etwas früher zum Frühstück. Wie bisher klappt alles reibungslos und wir genießen erneut ein hervorragendes Frühstück. Das erstaunlichste ist dabei, dass das nach dem fantastischen Essen von gestern schon wieder geht.

Das French Kiss Restaurant bildet hier ja wie einige andere kleine Restaurants an einer Innenstadt-Flaniermeile nach. Deshalb haben wir immer einen schönen Blick auf die Passagiere, die hier morgens zum Frühstück streben. Heute sind das weniger als sonst, einige schon bewaffnet mit Rucksäcken, die Glücklichen haben einen Ausflug bekommen.

Leider ist durch diese Restaurantanordnung der Blick nach außen fast komplett versperrt. Vor den Fenstern hinter der Flaniermeile hängen die Rettungsboote und der schmale Streifen Licht darüber wird nun von einem großen Schiff verdeckt, das sich langsam neben uns schiebt. Das wird uns noch ärgern, später dazu mehr.

Erst einmal hängen wir hier noch an den Ausflügen. Wir hatten ja die Reise recht kurzfristig gebucht und da war schon nahezu kein Ausflug mehr zu bekommen. Manchmal kann man an Bord noch Ausflüge buchen, aber die gestrige Nachfrage beim Ausflugs-Counter erbrachte das gleiche Ergebnis: Nur noch Warteliste.

Dazu kommt, dass sich die Ausflüge auf Gotland nicht so spannend anhörten. Außer die Radtour über Gotland. Aber auch ausgebucht und wenn ich jetzt gerade auf den Regen draußen gucke: zum Glück. So denken wir, dass das spannendste ein Spaziergang auf eigene Faust durch Visby gewesen wäre. Aber leider lässt AIDA hier weiter keine eigenen Ausflüge zu.
Also berichte ich heute zwangsläufig wieder von Bord.

Natürlich machen wir nach dem Frühstück erst wieder einen Rundgang über Deck, um uns wie immer an einer neuen Destination einen Überblick zu verschaffen. So wahnsinnig viel gibt auch das nicht her:

Vor uns liegt eine Fabrik. Der Blick an der Küste weiter Richtung Norden zeigt eine kleine Stadt, wo eine schöne alte Kirche zu sehen ist. Der Blick nach Süden eine Steilküste. In weiterer Entfernung sieht es aber deutlich hübscher aus: Erst ein kleines Dorf oben an der Küste, dann ganz in der Ferne schöne helle Klippen, darauf ein Dorf, das sich bis in eine Bucht erstreckt – Ja, so könnte Gotland hübsch sein, aber das werden wir heute ja leider nicht erkunden.

Dann geht es wie üblich auf den Balkon. Die Zeit dort ist heute nicht sehr schön. Neben uns hat die Silja Symphony festgemacht. Das Schiff ist etwas in die Jahre gekommen, aber was schlimmer ist: Es brummt derart laut, dass man kaum ein Wort auf dem Balkon wechseln kann. Das ist gar nicht schön.

Die Silja Symphony gehört zur Silja Line, eine Marke der Tallink Gruppe aus Estland, die vor allem Fährlinien auf der Ostsee betreibt. Bei Fähren denkt man nun, die legen nur kurz an, aber denkste, dieser infernalische Lärm bleibt uns den ganzen Tag erhalten.
Auch drüben flanieren Menschen über das Schiff, was erst gar nicht auffällt ist, dass niemand Masken trägt. Hm.

Aber das leitet über zum nächsten Thema der Corona-Sicherheitsregeln: Masken an Bord.
Bei AIDA ist es so, dass in allen Innenräumen außer der Kabinen ständig medizinische Masken getragen werden müssen. Davon ist auch niemand ausgenommen. Bereits bei Buchung wird darauf hingewiesen, dass Menschen, die eine Maskenbefreiung haben, nicht an Bord kommen dürfen. Hier wette ich, dass so mancher, der sich im Alltag gern auf seien Befreiung beruft, hier bei der schriftlich zu beantwortenden Frage, ob er von der Maskenpflicht befreit ist, ein „Nein“ angibt.

Von dieser Regel ausgenommen ist die Zeit, in der man beim Essen oder an den Bars beim Trinken sitzt. Und natürlich im Pool.

In den Außenbereichen kann die Maske abgenommen werden, wenn man alleine ist. Sobald keine größeren Abstände mehr möglich sind, müssen auch dort Masken getragen werden.

Auf Abstände wird ebenfalls überall geachtet, im Allgemeinen gilt eine Abstandspflicht von 1,50m, für die jeder selbst verantwortlich ist. In den Fahrstühlen ist die Zahl der Fahrer auf 3 begrenzt, bei Familien dürfen es bis 6 sein.

Im Theatrium konnten wir gut beobachten, wie für Abstand gesorgt wird: Überall stehen Mitarbeiter bereit mit Sperr-Schildern in den Händen. Sobald sich eine Gruppe setzt, werden die Schilder daneben und teils auch davor oder dahinter verteilt, je nachdem wie eng die Reihen stehen. Setzt sich trotzdem jemand dorthin, wird ihm freundlich ein alternativer Platz gezeigt. Im Gegensatz zur vorgestern beschriebenen Einbahnstraßenregelung klappt das sehr gut.

An den Bars sind alle Barhocker gesperrt, nur die umliegenden Tische sind frei.

Nach meiner Beobachtung klappt das alles sehr gut und bisher sind mir keine Maskenmuffel aufgefallen. Und auch die beliebten Nasenpimmel fallen mir wenig auf.
Und auch auf Mitarbeiterseite werden konsequent in allen Bereichen Masken getragen, in einzelnen Fällen mit zusätzlichem Face-Shield.

Gegen 13 Uhr wird uns der Lärm zu viel. Zudem haben wir gesehen, dass dort eine Lücke in den zahlreichen Aktivitäten des Sport-Entertainments ist, so dass wir hoffen, das Feld für uns allein zu haben. Auf Deck 15 befinden sich 2 Shuffleboard-Felder und ein Schach-Feld hintereinander. Und obwohl es kaum zu glauben ist, haben wir es bei 33 Kreuzfahrten noch nie geschafft, die klassischste aller Schiffssportarten zu spielen, Nein, ich meine nicht Schach, sondern das an Eisstockschießen erinnernde Shuffleboard.

Ein Deck tiefer ist die Rezeption des Four Elements, dort bekommen wir unkompliziert und kostenfrei einen Eimer mit Disks, 2 Stöcke (Cue) und 1 Punkteliste samt Stift. Und ein Regelblatt mit dem wir uns vertraut machen.

Wir teilen uns in zwei Mannschaften ein. Ziel ist es nun, immer abwechselnd die Disks in die Zahlenfelder zu bekommen. Dabei ist das Minus-Zahlenfeld zu meiden und es zählen nur Disks, die die Linie nicht berühren. Und obwohl die Felder breiter sind als die Linien, habe ich eine hohe Sicherheit darin, Linien zu treffen. Muss man auch mal schaffen, es sei denn, man möchte gewinnen.

Das macht tatsächlich so viel Spaß, dass wir gleich 3 lange Runden spielen. Die Frage, wer am Ende gewinnt, vernachlässige ich hier aus eigenem Interesse. Nur so viel: Die Gruppe, die weniger Sicherheit darin hat, Linien zu treffen und mehr Boshaftigkeit darin hat, unsere Disks wieder wegzuschießen.

Der geneigte Leser kennt das vielleicht, dass man Kindern immer wieder dasselbe sagen muss. Nach so manchen im Laufe dieser Reiseberichte beschriebenen Situationen hat unser Kleinster erneut vergessen, mal was zu trinken und wir haben wieder versäumt, das alle 10 Minuten zu sagen. Beim Shuffleboard haben wir nun die ganze Zeit strahlenden Sonnenschein bei 19°C, was sich bekannter Weise auf dem Schiff doppelt auswirkt und sogar vierfach, wenn man nicht ordentlich trinkt. Resultat ist jedenfalls erneut, dass ihm der Kreislauf absackt. Wir schaffen es noch, ihn auf die Kabine zu bugsieren, aber nun nimmt der Magen bekanntlich in so einer Situation Flüssigkeit auch nicht gleich an und diese will erstmal wieder raus. Ich sage nur: Gut, dass die Papierkörbe in der Kabine nicht aus Papier sind…
Aber Entwarnung, nach ein bisschen Schlaf und langsamer Flüssigkeitszufuhr geht es ihm abends zusehends besser.

Mittlerweile haben wir gegen 17 Uhr abgelegt, endlich ist es leise auf dem Balkon und während der eine den Sohn bewacht, spielen die anderen noch ein bisschen Karten. Und dann bereiten wir uns auf das letzte Highlight des Tages vor.

Normaler Weise gibt es mit der Sternstunde bei jeder Fahrt ein besonderes Highlight für die höheren Clubstufen. Das ist oft ein Ausflug, kann aber auch ein gutes Essen in der Gruppe sein.
All diese Gruppenaktivitäten gehen wegen Corona auch nicht, dafür hat sich AIDA überlegt, an zwei Terminen ein 6-Gang-Menü im Gourmet-Restaurant Rossini zu schenken.
In dieser Zeit sind dann fast nur die Beschenkten im Restaurant, aber eben nicht als Gruppe, sondern an einzelnen Tischen mit Abstand. Und das ist heute Abend eins der großartigsten Essen, die sich AIDA in der Sternstunde hat einfallen lassen.

Es beginnt damit, dass die Menükarte personalisiert ist und jeder seinen Namen darauf findet, geht über zu einem sehr leckeren Aperitif und sehr guten Weinen bis zu einem Essen, dass sich so wohl zu Hause keiner trauen würde zu kombinieren. Und genau das ist das Faszinierende an diesem Luxus-Restaurant auf dem Schiff: Bekannte Geschmäcker so ganz anders zu kombinieren, so dass es neue, einzigartige Erfahrungen gibt. Beispiele für diese Aussage:
Ich wäre jedenfalls nie auf die Idee gekommen, aus Dijon-Senf ein Eis zu machen, das dann zu einem in Carpaccio eingewickelten Tatar gereicht wird. Aber geniale Kombination!
Highlight für mich die Trüffel-Suppe, den Kick bekommt sie durch Pastinake und Sellerie.
Und was genau sie mit der Perlhuhnbrust angestellt haben, dass diese einen grünen Kern hat, weiß ich auch nicht, aber die Zunge ist begeistert.
Letztlich ist jeder der 6 Gänge plus Gruß aus der Küche ein echter Genuss bis hin zum Eis mit geschmolzenem Schokoladenkern.

Somit ein sehr gutes und rundes Menü, das wir 3 Stunden lang genießen, ergänzt noch durch die ungeheure Gesprächsleistung der Generalmanagerin, die es tatsächlich schafft, an jedem einzelnen Tisch ein Masken-sicheres Pläuschchen zu halten. Das ist immer gut, um Insiderinformationen zu bekommen. Doch dazu mehr, morgen ist auch noch ein Tag, denn ein so wohl gefüllter Bauch benötigt Ruhe.

Die nächste Etappe sind 406 Kilometer bis Stockholm.

Dirty Wunscherfüller

Ahoi Tour ab Kiel, Ostsee 09.08.21

Heute lernen wir etwas über cleane und dirty Kellner und genießen das nicht nur beim Frühstück, sondern auch bei einem fantastischen Steak im Buffalo. Der Rest des Tages gehört dem Meer mit allerlei Schiffen, den Spielen und einem Comedian.

Hatte ich gestern gesagt, dass wir sowas wie Nutella nie brauchen? Fataler Irrtum. Im Brötchenkorb steckt jeden Morgen ein Croissant. Und heute Morgen testen wir, ob Nutella auf Croissant so schmeckt wie beim Bäcker. Tut es leider…

Ach ja, vorher sind wir natürlich aufgestanden. Die Nacht war herrlich: leichter Seegang, Wind umspielt den Balkon, das Meer plätschert an die Bordwand, da lässt sich bei offener Balkontür herrlich schlafen.

Wie gestern ist das Frühstück im French Kiss. Und obwohl es gestern bei unserem Abzug schon richtig voll war, wusste die Kellnerin noch, was wir so hatten. Wobei wir durch die Erfahrung gestern schon die Modifikationen mit einbauen können. Das nehmen die Kellner sich zu Herzen und so schwelgt die beste Ehefrau von allen heute in der Buttermenge einer halben Kuh.

Gestern habe ich ja schon etwas zum Ablauf des Frühstück berichtet. Heute lernen wir noch einmal dazu. In allen Bedien-Restaurants haben wir schon Kellner mit dem Button „Wunscherfüller“ gesehen. Jetzt lernen wir, dass das diejenigen sind, die versuchen, uns alle Essenswünsche zu erfüllen. Dabei sind alle Kellner in zwei Gruppen aufgeteilt, in „clean“ und „dirty“. Die Wunscherfüller sind „dirty“ weil sie direkten Kundenkontakt haben, die „cleanen“ liefern nur schnell das Essen aus.

Auch heute Morgen klappt das wieder schnell und einwandfrei. Unser Wunscherfüller tippt alles ins Handy und ist kaum fertig, als die „cleanen“ Kellner alles bringen. Toller Service!“

Aber auch das schönste Frühstück endet und so kommt der nächste Höhepunkt unseres Tages: Der Balkon.
Gegen 10 Uhr macht der Kapitän eine seiner bekannten interessanten Durchsagen. Da schauen wir gerade auf das schwedische Festland und erfahren, dass auf der anderen Schiffsseite Fehmarn zu sehen ist. Gerade in unserer Sichtweite die Fähren von und nach Fehmarn.

Der Rest des Morgens gehört dem Balkon. Bei schönem Wetter und 20°C lässt sich das prima mit Decke aushalten. Und so ist Zeit für Reiseberichte und Krimis, während in der Ferne die schwedische Küste vorbeizieht und uns viele große und kleine Schiffe begegnen. Schräg vor uns läuft die von vorgestern bekannte Vasco da Gama her, die wir im Laufe des Tages langsam ein- und überholen.

Da wir heute Abend erst spät zum Essen reservieren konnten, treffen wir uns gegen 14 Uhr zu einem Snack im Fuego Restaurant. Aus dem Snack wird noch der eine oder andere Burger, weshalb wir eine kleine Pause benötigen, bevor es zum Spielen ins Theatrium geht.

Gegen 16 Uhr ist aber jeder Tisch, der groß genug ist, von anderen Spielern besetzt. Selbst die Ausweichmöglichkeit im Brauhaus geht nicht, dort bastelt eine Kindergruppe.
Das ist das, was wir schon ein paar Mal erwähnt haben: Es gibt zu wenig solche Sitzplätzen auf diesen großen Schiffen. Auf den Schiffen der Sphinx-Klasse ist da die AIDA Bar immer eine gute Adresse.
Also setzen wir uns noch in die Sunset Bar und genießen einen Kaffee. Währenddessen gibt es Reisewerbung im Theatrium. Als das und die Kaffeezeit vorbei ist, leert es sich tatsächlich zusehends und wir können endlich spielen, eine wilde Runde „Codenames“. Männer gegen Frauen geht hier zunächst unentschieden aus, die Entscheidung muss morgen fallen, denn wir wollen uns noch den Comedian anhören.

Um 19 Uhr ist die erste Show des Comedian Dittmar Bachmann, der mit ein bisschen Stand-Up und einigem Gesang gut unterhält. Dabei muss ihm jemand erzählt haben, dass vor allem Mittelalte auf dem Schiff sind, denn er erzählt von unserer Jugend in den 70gern. Das können wir gut nachvollziehen und finden vieles lustig, unserer Kinder schauen dagegen oft etwas ratlos drein. Furios das Finale, ein Duett mit Wanda Kay.

Um 20 Uhr haben wir heute mal etwas Besonderes reserviert: Ein Essen im Buffalo Steak House. Dies A-la-carte-Restaurant ist ein reines Bedienrestaurant und die Abläufe sind deshalb wie früher auch. Das machen wir ja meist einmal pro Fahrt, wenn auch nicht in so großer Gruppe. Alle nehmen letztlich das Filet Mignon oder das Wagyu Outside Skirt. Und jedes einzelne Stück ist fantastisch auf den Punkt mit herrlichen Röst-Aromen gebraten. Ein voller Genuss für uns alle und ein wunderschöner Abschluss des ersten Seetags.

Morgen sind wir dann in Visby auf Gotland.

1 Jahr auf AIDA-Schiffen!

Ahoi Tour ab Kiel, Göteborg 08.08.21

Heute haben wir unser ganz persönliches Jubiläum, unbemerkt von AIDA, die trotzdem einen Champagner springen lassen. Bemerken tun wir dagegen die neuen Buffet-Regeln, dies ist die erste Reise mit wieder gestartetem Buffet. Gut gedacht gibt es bei der Sicherheit Luft nach oben. Aber natürlich beginnen wir woanders: Mit einem tollen Frühstück.

Noch nie war ich innerlich so schlecht auf eine Reise vorbereitet. Wir waren ja schon mehrfach auf der AIDAprima/perla, aber die anfängliche Orientierung auf dem Schiff ist mir sonst leichter gefallen. Nein, damit der geneigte Leser nicht auf die falsche Spur kommt, das ist nicht dem Alter geschuldet, sondern der Tatsache, dass derart viele Unwägbarkeiten vor dem Urlaub lagen: Wird die Reise doch noch abgesagt wie so viele davor? Kommen wir an Bord oder hält uns das Testergebnis davon ab? Diese Sorge habe ich ja schon gestern geschildert, und so komme ich erst heute richtig an und realisiere, dass wir wirklich da sind.

Die Nacht war sehr ruhig, das Meer glatt, heute Morgen werden wir aber mit Donner geweckt, Gewitter über der Ostsee. Tatsächlich haben wir bis dahin gut geschlafen und so ganz langsam merke ich, wie die Anspannung der letzten Wochen, der hektische Versuch, die ganze Arbeit fertig zu bekommen, die vielen Tausend Impfungen, die Unsicherheit von gestern, so ganz langsam beginnt abzufallen.

Der erste Weg ist zum Frühstück: Das Goldfahrer-Frühstück findet wie immer hier im French Kiss statt. Dort hatten wir schon sehr gute aber auch desolate Frühstückserlebnisse. Heute ist es gut, allein weil ein Heer von Mitarbeitern bereit steht.
Das Frühstück im French Kiss ist von jeher ein Bedien-Frühstück. Konnte man aber in der Vergangenheit mal zum Tresen gehen, um noch ein Brötchen oder etwas Butter nachzuholen, wird der Platz nun nur zu An- oder Abreise verlassen. Sehr ungewohnt, die Mitarbeiter wegen Butter, Zucker (ich verweise ausdrücklich darauf, dass der Autor dieser Zeilen sich als Ernährungs-Genie von jedem Zuckerkonsum verwahrt, aus Datenschutzgründen wird der Zucker-Empfänger hier nicht genannt), noch ein Brötchen (aber bitte das dunkle), etwas Kaffee zu rufen.

Aber das geht völlig reibungslos: Einer nimmt die Bestellung auf, ein anderer bringt die Etagere mit Käse, Wurst und (Achtung!) natürlich Lachs, ein anderer den Kaffee, ein weiterer die Eier, noch einer, der Zucker auf seinem Tablett hat und nach Anweisung diesen direkt in den Kaffee löffelt. Einer trägt den Orangensaft durch die Gegend und da ist auch noch einer mit Obsttellern. Und einen Teller mit Marmeladen, Nutella und Honig gibt’s auch, abgefüllt in Schälchen. Toller, sehr Corona-sicherer Service.
Die Kehrseite ist natürlich, dass Lebensmittel, die wir nicht schaffen, in den Müll gehen. Das aber müssen wir in Kauf nehmen, es geht nicht alles, und dann ist Corona-Sicherheit wichtiger. Gleich auch positiv zu vermerken, dass alles abgefüllt kommt, keine einzige Einwegverpackung, weder bei Marmeladen noch Zucker. Das finde ich sehr gut!

Somit ist das Frühstück extrem gelungen. Einzige Minuspunkte sind das Minutensteak (das es im French Kiss nicht gibt im Gegensatz zum sonstigen Gold-Frühstück) und die Eier (die nicht frisch für uns gekocht sind, sondern vom Buffet des Nachbar-Restaurants geholt werden). Damit können wir leben.

Um 8:30 Uhr zu unserer üblichen Zeit ist es noch recht leer, bis 10 Uhr füllt es sich ordentlich.

Anlegen ist um 10 Uhr in Göteborg. Für unseren individuellen Ausflug muss ich leider auf den letzten Reisebericht verweisen, denn AIDA hat auf dieser Reise individuelle Landgänge im Gegensatz zu Mein Schiff noch nicht freigegeben. Das ist sehr Schade, denn zum einen geht es ja wohl, zum anderen haben uns sie angebotenen AIDA-Ausflüge nicht so zugesagt und waren zudem zumeist ausgebucht, da wir die Reise recht kurzfristig gebucht haben. So werden wir viel vom Schiff berichten und wenig von Ausflügen. Und wie gestern und heute begonnen, werde ich nach und nach von den neuen Corona-bedingten Sicherheitsmaßnahmen berichten, heute steht dabei das Essen im Vordergrund (naja, der geneigte Leser könnte meinen: Wie immer…).

In Stockholm ist das mit dem Ausflug dann anders, da konnten wir noch einen hoffentlich interessanten Ausflug buchen. Unser Motto ist halt auf dieser Reise: Egal, Hauptsache wieder Kreuzfahrt. Und jetzt aktuell sind mangelnde Ausflüge auch nicht wirklich schlimm bei dem Regen…

Und das genieße ich hier gerade ganz praktisch, in dem ich in warmer Jacke auf dem Balkon sitze, schön auf vorgelagerte Inseln schaue und das eine oder andere Gewitter an mir vorbeiziehen sehe.
Und hier sitze ich nun und schreibe und muss dem Leser nun noch davon berichten, dass heute n ganz besonderer Tag ist.

Im allerletzten Bericht unserer Fahrten im Oktober 2019 habe ich folgendes geschrieben: „Es ist kaum zu glauben, aber das war bereits unsere 33. Reise, heute sind wir genau 364 Tage an Bord eines AIDA-Schiffs. Eigentlich wollten wir noch unseren Jahrestag (1 Jahr an Bord) feiern, aber das verpassen wir um genau einen Tag. Also nächstes Jahr.“
Naja, aus bekannten Gründen wurde aus „nächstes Jahr“ das übernächste Jahr, fast 2 Jahre später. Aber nun ist es tatsächlich soweit: Heute sind wir exakt 365 Tage, also ein Jahr auf Schiffen von AIDA unterwegs. Das ist eine unglaublich lange Zeit, mehr als so mancher Mitarbeiter an Bord verbracht hat. Wir sind sehr dankbar, dass wir das alles erleben durften und uns ist sehr bewusst, dass das keinesfalls selbstverständlich ist. Und was wir alles erlebt haben von der Karibik bis Russland, vom Nordkap bis zu den Kanaren. 1 Jahr – unglaublich!
Ich bin sicher, dass AIDA uns heute zum großen Bankett einlädt und eine Kabine nach uns benennt. Oder auch nicht, Buffet hat auch was…

Derweil ist der Mittag vorbeigezogen und wir haben uns im Beach Club verabredet. Unser Kalkül ist, das viele auf einem Ausflug sind und es deshalb nicht so voll ist. Unten am Pool ist es recht voll, aber oben auf der Galerie finden wir acht Plätze. Und eine Kellnerin, die uns mit Kaffee und Milchshakes versorgt.

Auf der Kabine liegen Bademäntel und Poolhandtücher bereit, letztere können zudem im Beach-Club beliebig getauscht oder ergänzt werden.

Der Beach Club ist von einem Dach überzogen, das UV-durchlässig ist und deshalb Bräunung und auch Sonnenbrände ermöglicht. Davon kann zunächst keine Rede sein bei dem bewölkten Regenwetter, aber im Laufe der Zeit klart es immer weiter auf. Richtig warm ist es von Anfang an und deshalb tut ein Bad im warmen Pool mit Außenpool und Strömung gut. Nur die rechte Freude will nicht aufkommen, denn der Pool ist von einer Horde Kinder belegt, die sich beim besten Willen nicht benehmen können. Nicht dass Kinder prinzipiell stören, wir haben ja selbst einen ganzen Stall davon. Aber wenn diese Kinder an allen Stellen in den Pool springen (was deutlich sichtbar an ebensoviel Stellen verboten ist), ist das nicht nur für die Kinder gefährlich und das mindert den Spaß doch deutlich. Wenn aber die AIDA-Mitarbeiter sich nicht um das Durchsetzen von Verboten kümmern, hat eben nur diese eine Gruppe Kinder Freude, alle Erwachsenen verziehen sich ebenso schnell wie wir. Schade.

Ein paar Stunden lesen wir noch, bis es dann durch die immer länger scheinende Sonne zu warm wird. Dann wird es auch Zeit, sich für das Abendbrot fertig zu machen und bis dahin noch die herrliche Sonne bei 20°C auf dem Balkon zu genießen. Da wirken die kleinen Inseln vor dem Schiff in der Sonne viel freundlicher.

Ich lese gerade eine schwedische Krimireihe. Just jetzt wird dort geschildert, dass die Inseln der Schären an der Westküste eher steinig und kahl sind, während an der Ostküste die Inseln eher bewaldet sind. Genauso ist das, den Unterschied werden wir ja in ein paar Tagen auf dem Weg nach Stockholm deutlich sehen.

Um 18 Uhr geht es ins Weite Welt Restaurant. Zu dem Zeitpunkt ist es noch sehr leer. So finden wir einen schönen Achter-Tisch. Das Weite Welt Restaurant und das Marktrestaurant, das wir gestern erkundet haben, sind ja die beiden Restaurants, bei denen Buffet erstmals seit dieser Fahrt wieder möglich ist. Dazu hat sich AIDA ein neues Konzept ausgedacht. Nachdem wir das nun gestern und heute beobachten konnten, können wir uns schon mal ein Urteil erlauben:

Am Eingang steht ein Mitarbeiter und überwacht, dass jeder erst Hände wäscht und dann desinfiziert. Nach Betreten des Restaurants soll sich jeder zuerst einen Tisch suchen und dann erst losgehen. Am Tisch liegen neue Tafeln mit weißem Haken auf grünem Grund („frei“) oder weißem Kreuz auf blauem Grund („benutzt, noch nicht desinfiziert“ oder „zu nah bei den Nachbarn, nicht benutzen“). Zuerst kommt der Kellner und liest aus jeder Kabine eine Karte ein, soll der Kontaktnachverfolgung dienen. Das Einlesen klappt problemlos, nach der Zahl der Kabinen fragt aber keiner, weshalb meist nur eine Kabine eingelesen wird.

Danach kann frei zum Buffet gegangen werden. Dafür hat AIDA sich eine clevere Einbahnstraßenregelung ausgedacht. Pfeile am Boden zeigen die Richtung. In breiten Gängen ist Gegenverkehr möglich, aber die Pfeile zeigen strengen Rechtsverkehr an. Das System ist clever ausgedacht, hat nur den Nachteil, dass sich kein Mensch daran hält. Zum einen scheinen zu viele nicht darauf zu achten, was am Boden vor sich geht und nehmen die Pfeile nicht wahr, zum anderen schafft AIDA es gelegentlich, das Pfeile aufeinander zulaufen, was zu schlimmen Kollisionen führen würde. Würden sich alle daran halten, würde die „Blöd“ morgen berichten: Hunderte Verletze durch Geisterfahrer auf Kreuzfahrtschiff“.

An sich ist das System wirklich gut, denn Dank des Aufbaus der beiden Restaurants wäre ein Kreisverkehr problemlos möglich. Was fehlt sind einfach Schilder und entsprechende Abgrenzungen mit rote Durchfahrtsverboten und blauen Schildern mit Pfeilen. Die sind aus dem Straßenverkehr bekannt und das sollte besser klappen. So wie ich AIDA kenne, wird es das aber nicht geben, schlicht weil Verbotsschilder ganz schlecht sind in der Psychologie der Kundenorientierung. Deshalb gibt es außerhalb der Restaurants allenfalls grüne Schilder mit dünnen blauen „Turn-around“-Pfeilen.
Kurz: Alles psychologisch kundenorientiert geschickt aber völlig ineffektiv.

So werden also die Ströme kaum gelenkt, nur wenige verstehen das. Allein der reduzierten Belegung es Schiffes ist es zu verdanken, dass es keine großen Staus am Buffet gibt.

Was dagegen sehr effektiv klappt ist, dass Getränke nicht selbst abgefüllt werden dürfen, sondern hinter Tischen stehen Kellner, die die Getränke aus den bekannten Spenden abfüllen, sei es Softgetränke, warmes Wasser für Tee oder Bier am Zapfhahn. Das geht sehr schnell und es entsteht nie ein Stau. Die gleiche Situation beim Eis, die Schlangen davor sind auch deutlich kürzer als sonst.

Das mit den Masken klappt allgemein auch gut: Bis zum Platz müssen Masken getragen werden. Am Platz können sie abgelegt werden, beim Verlasen des Platzes, auch beim Gang zum Buffet, wieder angelegt.

Fazit der Corona-Buffet-Maßnahmen: Gut überlegt, gute Voraussetzungen aber Verbeserungspotential, damit sie auch greifen.

Ganz wichtig dabei: Das Essen selbst. Typisch Buffet findet jeder etwas, ich muss heute schwelgen in einem unglaublich leckeren Kalbsfilet. Frisch vom Koch auf den Teller aufgeschnitten, dazu Bohnen und Blumenkohl mit Butterbröseln. Reicht zum Glücklichsein.

Obwohl es nun kühl und windig ist, gehen die beste Ehefrau und ich noch ganz nach hinten in die Lanai Bar. Nicht für unseren Jahrestag heute, sondern als Clubgeschenk hat AIDA uns Gutscheine für ein Glas Champagner hinterlassen, die in dieser Bar einzulösen sind. Das ist die Gelegenheit heute und wir stoßen auf den Tag an.

Den Kindern ist es zu kalt uns so gönnen wir uns im Anschluss neben dem Theatrium an unserem altbekannten Lieblings-Spieltisch (diese sind ja auf der Prima nicht so dicht gesät) einen Cocktail und spielen eine lange Runde „Codenames“ Das macht tatsächlich in großer Gruppe richtig Spaß, auch wenn wir nur knapp gewinnen., Ich hoffe, der geneigte Leser hat es so subtil formuliert wahrgenommen: Natürlich gewinnen die Eltern mit den älteren Twens…

Zwischendurch kann ich wenigstens zwei der Kinder für einen letzten Deck-Rundgang vor Ablegen um 20 Uhr gewinnen. Der Blick gibt aber nicht viel her: Direkt neben uns das Volvo-Museum, hinter uns eine Fähre, die grad von LKW entladen wird. Weiter hinten die Brücke, die wir bei unserem letzten Ausflug überquert haben, um in die sehenswerte Innenstadt zu kommen. Außer einem Kirchturm ist aber davon nichts zu sehen, nur viel Industrie auf dem Weg dahin. Da spielen wir lieber schnell weiter.

Parallel tritt im Theatrium die Solistin Wanda Kay mit Liedern der größten Diven auf. Die Show wollten wir eigentlich sehen, ist aber gar nicht nötig, denn die voluminöse Stimme übertönt uns auch hier mühelos und so haben wir beim Spielen auch noch ein erstklassiges Konzert. So lässt sich der Abend verbringen bis zur Bettzeit.

Die nächste Etappe sind 1038 km bis Visby, morgen ist aber erst einmal Seetag.

Kreuzfahrt im Zeichen von Corona

Ahoi Tour ab Kiel, Kiel 07.08.21

Fast zwei Jahre sind alle Kreuzfahrten für uns ausgefallen. Nun geht es wieder los – mit völlig neuem Sicherheits-Konzept. Das fällt besonders beim Check-In auf, wo wir uns von Station zu Station vorarbeiten. Aber auch in den Restaurants, in denen es zu unserer Freude erstmals auf dieser Reise wieder Buffet gibt. Und dann beginnt nach viel Anspannung unsere erste Kreuzfahrt unter Corona-Bedingungen.

Ein bisschen ist es wie ein Déjà-vu: Wir fahren im E-Mobil nach Kiel. Wie beim letzten Mal. Und doch ist alles ganz anders.

Doch diese Aussage ist erklärungsbedürftig. Als wir das letzte Mal am 03.10.19 zur AIDAbella nach Kiel gefahren sind, war die Welt noch nicht aus den Fugen. Was seitdem passiert ist, muss ich keinem der Live-Leser erklären. Falls diese Zeilen noch für zukünftige Generationen sichtbar sein sollten, werden diese aber mit gekrauster Stirn fragen, was das für eine Generation war, die einst den Fall der Mauer und 2020/21 die weltweite Corona-Pandemie erlebt hat.

So hatte 2019 keiner von uns damit gerechnet, dass das erst einmal die letzte Kreuzfahrt für fast 2 Jahre sein wird. Bis dahin haben wir immer so 3 bis 5 Kreuzfahrten im Jahr gemacht und so war auch der weitere Plan. Und dann wurde eine Fahrt nach der anderen gestrichen. Worüber wir dann auch froh waren, denn keiner von uns wollte sich auf den vollen Kreuzfahrtschiffen mit Covid-19 anstecken. Denn Impfungen gab es ja noch nicht, die kamen erst Anfang 2021.

Und jetzt ist es August 2021 und wir holen als erstes die Fahrt nach, die wir der ganzen Familie für das Frühjahr 2020 versprochen hatten.
Seit kurzem erst fahren wieder mehrere Schiffe deutscher Reedereien. Noch werden keine Unterschiede zwischen Geimpften und Ungeimpften gemacht wie in anderen Ländern, aber auch die deutschen Reedereien haben erste Kreuzfahrten nur für Geimpfte im Programm, bedingt durch die Vorgaben der Zielhäfen.

Wir jedenfalls sind alle geimpft, anders hätten wir uns nicht unter die (deutlich reduzierten) Menschenmassen getraut. Und wieder zu Acht, unser Mittlerer kann studienbedingt nicht mit, dafür hat die Jüngste ihren Freund dabei.
Und so machen wir uns um 9 Uhr auf Richtung Kiel. Da Sommerferien sind haben wir reichlich Puffer eingebaut. Denn ankommen müssen wir so, dass wir unsere Check-In-Zeit nicht verpassen. Aufgrund der neuen Sicherheitsbestimmungen musste jeder im Vorfeld eine Check-In-Zeit buchen. Unsere ist 13:10 Uhr, doch dazu später.

Erst einmal die letzten Sachen in die Koffer packen, das Haus ordentlich hinterlassen und noch mehrfach gut überlegen, ob wirklich nichts vergessen ist. Und dann geht es fast pünktlich los.

Mit dem Elektromobil zum Schiff – ein kurzer Exkurs

Wie erwartet gibt es mehrere Staus, besonders um Hamburg herum, aber nicht so schlimm, wie wir befürchtet haben, so dass wir gut durchkommen und schon um 12 Uhr ankommen.

Hier muss ich kurz zu einem Exkurs ausholen, der geneigte Leser mag mir das verzeihen. Aber auch das wiederholt sich, denn bei den letzten Kiel-Fahrten habe ich darüber berichtet, dass wir unser Elektroauto so 1-2x unterwegs kurz laden mussten, weil Autobahn eben mehr Strom frisst. Und wie begeistert wir trotzdem von dieser Art des Fahrens sind. In der Zwischenzeit ist die Entwicklung deutlich vorangegangen und Elektroautos mit großer Reichweite sind bezahlbar geworden. Damit ist wirklich jeder Gedanke an Reichweitenangst zu vergessen, unseres schafft nun über 550 km, auf der Autobahn sollten wir immer noch auf rund 450km kommen. Da ist Kiel mit rund 200 km kein Problem.

Ist es auch nicht, den Wagen zu bekommen war eher das Problem. Bis Anfang 2020 hatten wir als Zweitwagen immer noch einen Verbrenner in der Hinterhand, eben wegen der Gefahr plötzlicher weiter Fahrten, im Wissen um die Neuerungen wollten wir das nicht mehr und haben den neuen Mustang bestellt. Der hat nun aber über 1 Jahr auf sich warten lassen, erst wegen Corona, dann wegen der Chip-Krise, so waren jedenfalls die Begründungen. Und nun wurde dieser Wagen gestern ausgeliefert. Und wir fahren ihn heute das erste Mal. Und sind schier begeistert, was jeder nachvollziehen kann, der mit Elektromobilität unterwegs ist. Und nicht nur wir sind begeistert, bei den Staus auf der Autobahn zeigt so mancher Autofahrer Uhu-Qualitäten beim Verdrehen des Kopfes um unser Auto zu analysieren. Jedenfalls kommen wir in Kiel an, haben den Wagen dort gut ausgefahren, wo kein Stau war und immer noch 54% Akkukapazität.

Zum Parken haben wir wieder einen Platz in der Schlossgarage gebucht. Diese ist genau gegenüber des Liegeplatzes am Ostseekai und deshalb ideal gelegen. Für zwei Autos haben wir auch Stellplätze bekommen, unsere Jüngste brauchte ein bisschen, um zu überlegen wie das Kennzeichen des neuen Freundes ist und bis dahin war die Garage voll belegt. Deshalb parkt sie nun am Bahnhof, was auch immer noch zu Fuß erreichbar ist.

Der völlig neue Check-In – von einer Station zur nächsten

Die Koffer können wir sehr schnell seitlich am Terminal abgeben. Und dann sehen wir am Terminal eine endlos lange Schlange. Diese ist unterteilt in die verschiedenen Check-In-Zeiten, und da wir noch zu früh sind, stehen wir in der hintersten Schlange einmal halb um das Terminal herum.

Dann geht es aber zügig voran und unsere Schlange ist tatsächlich pünktlich an der Reihe, Und wird sehr schnell abgebaut, weil alles exzellent mit großem Personalaufwand organisiert ist. Dabei ist der Ablauf nun aber komplett anders als je zuvor:
Hintergrund ist das neue Corona-Sicherheitskonzept. Und das sieht vor, dass sich möglichst niemand an Bord anstecken kann. Und noch besser nur Corona-frei an Bord gelangen kann.

Die erste Stufe dazu ist, dass jeder frühestens 24 Stunden vor Check-In zu Hause einen Corona-Schnelltest machen muss. Wer positiv ist, soll gar nicht anreisen und sich beim Gesundheitsamt melden. Das Testergebnis muss jeder mitbringen und nachweisen.

Am Terminaleingang wird dann geprüft, welche Kabine man hat, damit nur gebuchte Reisende eintreten können. Dahinter sind zwei Schalter, an denen das mitgebrachte Schnelltest-Ergebnis geprüft wird und der vorher ausgefüllte Gesundheitsfragebogen eingesammelt wird.

An der nächsten Station sind die Schalter alphabetisch nach Nachnamen sortiert und dort erhält jeder ein vorbereitetes Teströhrchen, das dann zur nächsten Station mitgenommen wird. An dieser finden hinter Stellwänden verborgen die nächsten Tests statt: Ein PCR-Test. PCR sind ja die genauesten und sichersten Tests und seit einiger Zeit gibt es die Möglichkeit, diese als Schnelltest (> 1 Stunde) zu machen. Und hier läuft es, wie viele es bereits kennen: komplett vermummte Gestalten in Hygieneanzügen desinfizieren sich erst selbst und stecken dann einen Tupfer hinten in den Rachen, wo es so nett reizt und dann noch einmal in jedes Nasenloch, was auch hinten am Hirnstamm hübsch kitzelt. Huh, es gibt schönere Arten, den Urlaub zu beginnen. Aber fraglos nötig und richtig. Nur dass wir sonst immer auf der anderen Seite des Tupfers stehen, das ist deutlich angenehmer…

Nun erst geht es eine Etage höher und alles läuft hier wie gewohnt weiter: Schlangen vor dem eigentlichen Check-In, Foto von jedem, Bordkarte empfangen. Normalerwiese geht das für uns aufgrund unserer Clubstufe schneller, dafür ist extra eine Überholspur eingerichtet, aber diese wird uns heute glatt vorenthalten. Der junge Mitarbeiter ist neu und lässt uns nicht darauf und so müssen wir in langer Schlange die üblichen Serpentinen ablaufen. Was besonders deshalb gemein ist, weil der Mitarbeiter kurz danach abgelöst wird, und der Neue ist nicht neu, sondern kennt sich aus und so ziehen andere an uns vorbei.

Das ganze dauert aber nicht lange, es sind genug Schalter da. Unterschied zu früher ist nur, dass in allen Schlangen, auch außen und die ganze Zeit im Terminal Masken getragen werden müssen und Abstand eingehalten werden muss. Was auch gut klappt.

Letzte Station ist der übliche Röntgenapparat am Sicherheitscheck und auch den bewältigen wir schnell und routiniert. Pfefferspray hat diesmal auch keine der nicht namentlich genannten Schwiegertöchter-in-spe dabei.

Und dann dürfen wir endlich auf das Schiff, können das aber noch nicht genießen, denn alle müssen direkt auf ihre Kabine und dort ca. 1,5 Stunden verharren, bis klar ist, dass der PCR-Test negativ ist. Hierzu ist schon ein Aufkleber auf der Bordkarte aufgebracht, der uns anweist, bis 15:10 Uhr zu warten.

Das machen wir und das ist eine furchtbare Zeit. Wir trauen uns noch nicht auszupacken und Minute um Minute vergeht langsam und wir warten. Da ist ja die Mentalität eines jeden anders, meine ist so, dass ich mir immer vorstelle, wie furchtbar es jetzt wäre, einen Anruf zu bekommen und das Schiff dann wieder verlassen zu müssen.
In einem anderen Reisebericht habe ich gelesen, wie jemand dann kurz vor Ablauf der Wartezeit noch einen Anruf bekam. Ihm rutsche schon das Herz in die Hose, es war tatsächlich die Rezeption, aber es wurde nur mitgeteilt, dass aufgrund eines Fehlers die Wartezeit etwas verlängert werden muss.

Horror. Aber nichts passiert, kein Anruf mit der negativen Mitteilung eines positiven Tests (was in unserem Beruf mit vielen Kontakten mit kranken Menschen nicht völlig abwegig wäre). Um Punkt 15:10 Uhr springen wir erleichtert auf, jetzt kann der Urlaub beginnen und tatsächlich fällt schlagartig Anspannung von uns ab. Das Testergebnis werden wir dann bis morgen an unsere Kabinentür bekommen, es muss in Schweden samt Perso bei sich geführt werden.
Wir telefonieren gleich rund, nur unsere Kleine können wir nicht erreichen. Was ist da wieder los? Letztlich nichts Schlimmes: Sie haben die Wartezeit an der Rezeption verbracht, weil die Bordkarten an der Kabinentür nicht funktionierten. Neuprogrammierung brachte nichts, letztlich musste ein Techniker kommen und das an der Kabinentür reparieren.

Auch die Rettungsübung hat ein neues, viel besseres Konzept. Statt großer Übung kann man eine Sicherheitseinweisung besuchen. Diese findet an der üblichen Rettungsstation statt, immer in kleinen Gruppen, so wie die Leute eintrudeln. Jeder wird gebeten, direkt nach der Kabinenzeit zur Einweisung zu gehen. Unsere ist im Weite Welt Restaurant. Eine engagierte Mitarbeiterin bittet uns in kleinen Gruppen zu sich, jeder legt dann nach ihrer Anleitung und ggf. mit ihrer Korrektur die Rettungsweste an und dann wird gemeinsam ein kurzer Sicherheitsfilm gesehen. Ist genauso effektiv wie die große Übung, aber schneller und persönlicher. Danach wird die Bordkarte eingelesen als Beleg der Teilnahme und das war’s. Im Hintergrund wartet die nächste Kleingruppe, große Wartezeiten entstehen nicht.

Wer das nicht gemacht hat, wird nach Ende des gesamten Check-In dann zur großen Rettungsübung verpflichtet. Diese findet statt wie bisher, es nimmt ansonsten aber nur die Crew daran teil. Super gelöst, aber für AIDA sehr personalintensiv, wie auch das geänderte Essen. Der geneigte Leser darf jetzt über die gelungene Überleitung staunen.

Restaurant unter Corona-Bedingungen

Und dann treffen wir uns alle im Fuego Restaurant, um einer jahrelangen Tradition zu frönen: Als erstes gibt es einen Burger. Unsere Kleine samt Freund kommt wegen der Kabinenprobleme etwas später und wechselt zu Pizza.
Hier wird es Zeit, etwas zum Sicherheitskonzept in den Restaurants zu schreiben. Bis jetzt war es so, dass AIDA in jedem Restaurant, auch in alles Buffet-Restaurants Bedienung am Platz eingeführt hat, Buffets waren komplett abgeschafft. Hier konnte nun in den Buffetrestaurants zwischen mehreren Gerichten gewählt werden, wobei die Gerichte oder Desserts beliebig oft geordert werden konnten.
Diese Fahrt ist nun die allererste, auf der die AIDAprima (einige andere Schiffe der Flotte waren ein paar Tage früher) wieder Buffets in zwei Restaurants (Marktrestaurant und Weite Welt Restaurant) einführt. Eine enorme Freude für uns, weil wir das Buffet mit der Möglichkeit, sich immer wieder selektiv geliebte Speisen zu holen, so mögen. Wie das Konzept läuft und wie es klappt, werde ich an den nächsten Tagen berichten.

Jetzt jedenfalls werden wir am Eingang vom Kellner in Empfang genommen, dieser führt uns zum Tisch. Dort liegt en Kärtchen, das auf „belegt“ gedreht wird. Dies sichert, dass auch nach unserer Mahlzeit der Tisch erst wieder neu belegt wird, wenn er komplett desinfiziert ist.
Ein Kellner nimmt unsere Getränke und Speisewünsche auf, ein anderer bringt dann Getränke, ein weiterer das Essen. Das geht alles sehr schnell und ist – wie bisher – alles inklusive.

Und das genießen wir jetzt endlich: Der erste Burger, das erste Gefühl, dass wir angekommen sind!

Danach gehen wir noch eine Runde über Deck, schauen über Kiel, den Fjord (sorry, leichte Norwegen-Schädigung) hinunter, auf die neben uns liegende Vasco da Gama und die auf der anderen Seite der Förde liegende riesige MSC Seaview.

Und dann trauen wir uns, uns endlich in der Kabine einzurichten: Koffer aus, alles an seinen gewohnten Platz, als Clubgeschenk erwarten und schon AIDA-Handtücher, etwas Balkon genießen. Ein bisschen Zeit haben wir, wir haben uns um 18 Uhr an Deck verabredet, um das Auslaufen zu erleben. Kapitän Przemyslaw Kurc überrascht uns aber und fährt einfach ein paar Minuten vor 18 Uhr los, so dass wir das „Sail away“ zum Teil auf dem Weg nach oben miterleben.

Dann ist es aber herrlich, wir haben den Blick auf die Ostseite, zunächst auf die Werft, dann das Terminal Ostuferhafen, dann die nächsten Orte, Strände, Sperrgebiet, U-Boot-Ehrenmal und das berühmte Marine-Ehrenmal Laboe. Im Moment haben wir Sonne bei 21°C und genießen dieses erste Auslaufen sehr. Noch ein Punkt, an dem ich sagen kann: Endlich wieder! Fraglos ist das erste Auslaufen immer das schönste, da liegt noch der ganze Urlaub vor uns.

Als wir dann auf dem offenen Meer sind, genießen wir noch den Balkon. Das liebe ich sehr: Auf dem Balkon sitzen und einfach über das Meer schauen. Und nebenbei ein bisschen Reisebericht schreiben.

Um 19:30 Uhr haben wir uns wieder im Marktrestaurant verabredet, um noch etwas frisches Obst zu genießen. Hier nun also die Neuerung mit dem Buffet, das erste Buffet bei AIDA seit Monaten. Klappt insgesamt gut, auch wenn AIDA die Einbahnstraßen-Regelung noch nicht hinbekommt, das werde ich die nächsten Tage berichten.
Wir genießen das sehr, aber beim Obst bleibt es dann doch nicht, zu viel Verführerisches…

Zum Abschluss gönnen wir uns noch einen Begrüßungs-Cocktail im Theatrium. Interessanter Weise nimmt jeder etwas anderes, früher war das einheitlich ein Aperol. Nur die Alten halten noch dran fest. Nebenbei läuft eine Show. Auch Corona-bedingt darf kein großes Ensemble auf der Bühne stehen. Deshalb wurde eine bestehende Show für 1 Tanz-Paar und 1 Akrobaten-Paar umgeschrieben. Diese sind live auf der Bühne, während andere Teile der Show mit großem Ensemble auf der LED-Wand eingeblendet werden. Die Show heißt jetzt Secret Garden Moments, eine schöne Erinnerung, bei manchem Lied haben wir die Tänzer direkt vor Augen, bevor sie auf der LED-Wand erscheinen. Hoffentlich wird auch das bald wieder erweitert, bei dem sehr guten Hygiene-Konzept ist mir nicht klar, warum nicht ein großes Ensemble auftreten sollte.

Und dann sind wir einfach nur fertig von der Anspannung des Tages und fallen in sofortigen Schlaf. Nein, nicht direkt im Theatrium, in die Kabine schaffen wir es noch. Und fahren einem ganz besonderen Jubiläum entgegen.

Die erste Etappe sind 440 km bis Göteborg.

Unsere wegen Corona abgesagten Reisen

  • Von Gran Canaria nach Mallorca 4 mit der AIDAnova 04.04.-11.04.20
  • Kurzreise nach Schweden mit der AIDAmar 02.05.-06.05.20
  • Mediterrane Highlights, Spanien, Portugal mit Ibiza mit der AIDAstella 02.08.-23.08.20
  • New York, Florida und Karibik mit der AIDAluna 10.10.-24.10.20
  • Orient ab Dubai mit der AIDAprima 01.01.-08.01.21
  • Von Gran Canaria nach Mallorca mit der AIDAnova 03.04.-10.04.21
  • Italien & Mittelmeerinseln, Spanien & Portugal mit der AIDAstella 08.08.-29.08.21
  • Von Hamburg nach Teneriffa 15.10.-25.10.21