Südafrika mit La Réunion & Mauritius 2 mit der AIDAstella, East London / Südafrika 09.02.26
Da wir heute kaum noch Zeit haben, lohnt sich kein Ausflug. Lediglich der kleine Strand vor dem Hafen wäre möglich gewesen. Dafür gibt es Informationen über East London und schwüle Luft. Die Eier führen zu einer minuten-Diskussion, das Filet ist aber indiskutabel gut.
Bilder folgen hier in Kürze
Südafrika mit La Réunion & Mauritius
AIDAstella 2026
Gestern Morgen war die Luft schon schwül. Heute Morgen ist die Luft nach dem Regen der Nacht nochmal deutlich schwerer.
Da trifft es sich gut, dass wir heute nichts vorhaben.
Das liegt daran, dass es insgesamt nicht wirklich interessante Ausflüge gibt. Zu Fuß allein sollen wir nicht losziehen. Und dann legen wir bereits um 12:30 Uhr ab.
Wie lange hat das Ei denn gekocht?
Dasselbe haben sich viele andere auch gedacht. Um 8 Uhr ist es bereits gut gefüllt beim Frühstück, um 9 Uhr voll. Voll heißt nicht, dass keine Plätze mehr zu bekommen wären, sondern dass die ruhigeren Plätze am Fenster und an den Rändern besetzt sind. In der Mitte gibt es immer noch Behelfstische, so dass keiner hungern muss.
„Behelfstische“ nenne ich sie deshalb, weil sie recht nahe an den Nachbartischen stehen und sich auch noch der Kellner daran vorbeidrücken muss.
Gestern um dieselbe Zeit waren wir fast allein. 6 Gäste mit 5 Kellnern.
Nach der Ei-Erfahrung von gestern lege ich lieber eine halbe Minute drauf und bestelle die üblichen 2 Eier mit 5 Minuten. Der Koch ist ein Mathe-Genie und macht daraus 1 Ei mit 10 Minuten. Kommt ja auf das gleiche raus. Also noch ein Ei nachbestellen – mit dem gleichen Ergebnis.
Jetzt wird es schwierig: 4:30 Minuten sind deutlich zu kurz, 5 Minuten deutlich zu lang. Bestelle ich morgen 4:42 Minuten? Wenn ich nun frei nach Loriot die Minuten genauer nachfrage, befürchte ich, dass der Koch dann irgendwann kellenschwingend aus der Küche stürmt.
Aufmerksamkeit durch negative Bestärkung
Wie jeden Morgen geht ein leitender Restaurantmensch einmal durchs Restaurant und grüßt jeden Gast. Dabei fällt mir auf, dass er manchmal stehen bleibt und ein paar Worte wechselt. Richtig Zeit nimmt er sich dort, wo es eine Beschwerde gibt. Als erfahrener Laien-Psychologe mit 14jähriger Gäste-Beobachtung auf AIDA-Schiffen frage ich mich jetzt, ob das nicht zu viel negative Bestärkung ist. So lernt der unerfahrene Gast, dass er nur längere Aufmerksamkeit bekommt, wenn er eine Beschwerde hat.
Das bestätigt sich bei Rückkehr zur Kabine. Wir kommen an einem Ausflugs-Counter vorbei, an dem sich eine Gästin gerade lautstrak über die mangelnde Empathie bei Uhrzeit-Verlegung der Ausflüge beschwert.
Die Sache an sich haben wir auch schon öfter kritisiert, aber wir würden dafür nie ein Deck zusammenschreien. Gebracht hat es ihr am Ende auch nichts, außer Aufmerksamkeit.
Das Treiben auf dem Kai
Da wir nun also nichts weiter vorhaben, nehmen wir uns wieder die Zeit auf unserem Lieblingsplatz, dem Balkon. Es ist heute Morgen bewölkt, aber trocken. Im Laufe der Zeit wird es dann wie gestern immer sonniger bei 26°C.
Dabei können wir das Treiben auf dem Kai beobachten.
Busse sind keine mehr da, alle Ausflüge sind bereits gegen 8 Uhr losgefahren, da ja nach hinten raus nicht so viel Zeit ist.
Aber wir beobachten ganze Gruppen von Menschen, die nach rechts in den Containerbereich des Hafens wandern.
Dieser Bereich ist nicht von uns abgegrenzt, direkt vor unserer Kabine beginnend bis zum nächsten Kai liegen die Container und werden auch hin- und hergefahren.
Dazwischen hindurch gehen die Gäste zu einem Nebenausgang. Direkt davor ist ein kleiner Sandstrand vor dem Hafen. Das dürfte relativ sicher sein angesichts der schieren Masse an Kreuzfahrern, die dort liegen und teils baden. Es sei denn, man beachtet die Anweisungen nicht und stellt sich auf dem Weg dahin zwischen die Container, dort wird man von den Gabelstaplern nicht gesehen.
Von diesem Strand haben wir nichts gewusst. Was schlicht daran liegt, dass es kaum Reiseberichte von East London gibt. Was wiederum daran liegt, dass hier nur wenige Kreuzfahrer anlegen. Diese Lücke füllen wir jetzt.
East London bei Nacht
Wie versprochen, heute noch ein paar Informationen zu East London.
Wenn wir über Nacht in einer Stadt bleiben, ist es besonders schön, abends noch einen Stadtbummel zu unternehmen. Mancher stürzt sich auch gern in das pulsierende Nachtleben. Das ist hier in Südafrika wegen der Kriminalität unmöglich.
Die Mitarbeiter warnen ausgiebig davor, spielen das aber in meinen Augen dann wieder zu sehr herunter, indem sie um Verständnis dafür werben, dass die Armut so groß ist und ein Überfall auf uns für Tage das Essen sichert. Zudem würde es auch in Deutschland Straßen geben, in die man sich nachts nicht trauen sollte.
Das stimmt sicher alles, ist aber kein Vergleich. Während ich in Deutschland nachts nicht allein hinter den Bahnhof einer Großstadt gehen würde, sollte man hier nachts gleich die ganze Stadt meiden und tagsüber nur bestimmte Bereiche betreten.
In der vergangenen Nacht konnte man auch gar nicht hinaus, weil der Hafen ja aus Sicherheitsgründen von den Behörden dicht gemacht wurde.
Die Südafrikaner hätten uns aber auch merkwürdig angeguckt. Denn so etwas wie einen Stadtbummel kennt man hier einfach nicht. Kein Einheimischer würde durch die Stadt schlendern, sondern zu Fuß geht nur, wer sich kein Auto leisten kann.
Dementsprechend sehen die Innenstädte auch aus, hier ist mehr Müll als Menschen.
East London ist kleiner als Port Elizabeth. War dort einer der größten Arbeitgeber VW, ist es hier Mercedes. Wobei Gerüchte für sehr viel Unruhe sorgen, dass Mercedes das Werk möglicherweise schließen will. Das wäre eine Katastrophe für die Region bei der sowieso hohen Arbeitslosigkeit in Südafrika.
Die koloniale Geschichte
Wie schon gestern berichtet, haben deutsche Siedler einen hohen Anteil an der Gründung der Stadt, was hier sehr gewürdigt wird. Natürlich haben hier auch die Engländer schon vorher mitgemischt, was am Namen der Stadt deutlich wird.
Ähnlich wie in Port Elizabeth gibt es auch hier Überlegungen, die Stadt umzubenennen, man versucht in ganz Südafrika, die koloniale Geschichte loszuwerden.
Passend dazu gibt es hier kaum schöne alte Kolonialbauten. Die wenigen, die es gibt, haben wir gestern im Vorbeifahren ansehen können.
East London liegt am Buffalo River. Um zu unserem Kai zu kommen, mussten wir gestern ein kleines Stück in den Fluss hereinfahren. Das konnten wir gestern früh nicht beobachten, wohl wissend, dass wir heute zu einer zivilisierten Zeit wieder aufbrechen und uns das dann ansehen können.
Um 11:30 Uhr strömen dann die Gäste von den Ausflügen und vom Strand zurück. 30 Minuten vor der Zeit, so ist es vernünftig. Das gibt aber Stau am Eingang.
Frische Seeluft
Bereits um 12 Uhr wird die Gangway eingezogen und so laufen wir pünktlich aus.
Es geht das kurze Stück den Fluss hinunter, durch Molen, die die Einfahrt schützen. Dann biegen wir ab nach Norden und entfernen uns dabei nur langsam von der Küste.
So können wir von unserem Balkon noch einmal auf den Containerhafen, den kleinen Strand, die Stadt schauen. Dann folgt die Küste, die so weit wir gucken können sehr grün ist. Einzelne meist bewachsene Sanddünen sind zu erkennen und immer wieder beige Strände.
Und die Luft wird angenehm. Statt der schwülen, schweren Hitze von eben jetzt frische Seeluft.
Klar, dass wir das lange aushalten und viel lesen, selbst wenn zwischendurch mal ein Schauer herunterkommt.
Kurz vor 15 Uhr gehen wir dann ins Café Mare, gönnen uns den üblichen Caramel oder Latte Macchiato und verfolgen den Vortrag des Lektors über unser nächstes Ziel Durban.
Das macht er wieder sehr interessant mit einem Ausflug in die Geschichte der Apartheid.
Zauberhaftes Steak zum Abschluss
Danach halten wir es noch eine Weile auf dem Balkon aus.
Bis zum Abendbrot, für das wir heute im Buffalo Steak House reserviert haben. Und somit ein herrlich zartes Filet mit Süßkartoffel-Pommes, Knoblauchbrot, gerilltem Spargel, Champignons und Sauce Bernaise genießen können.
Zum Abschluss verblüfft uns der Zauberer Felix Gauger mit seiner Show.
Die nächste Etappe sind 498 Kilometer bis Durban.
ÜBERSCHRIFT BILDER FOLGT
GALERIE FOLGT
Sie haben Fragen oder Kommentare? Gerne mit uns teilen!