Südafrika mit La Réunion & Mauritius 2 mit der AIDAstella, Kapstadt / Südafrika 04.02.26
30 Stunden Anreise ist schon eine Ansage. Die sich nur lohnt aufgrund des Ziels. Von Kapstadt haben wir allerdings nicht mehr als einen kurzen Eindruck. Vor den zwei Flügen stehen aber erst einmal lange Schlangen. Dafür werden wir dann gemästet. Am Beginn stehen wir kurz vor dem Erfrieren, am Ende schwitzen wir für alle anderen mit. Und haben noch Glück, andere trifft das Wetterchaos härter. Zwei Herzschlag-Momente überstehen wir und werden dann von Dennie begrüßt.
Bilder folgen hier in Kürze
Südafrika mit La Réunion & Mauritius
AIDAstella 2026
Die Anreise hört sich erst einmal nicht so vielversprechend an: Irgendwie nach Düsseldorf kommen und das möglichst nicht mit der Bahn. Sechs Stunden fliegen, dann drei Stunden in Dubai rumhängen, dann noch einmal 9 Stunden fliegen.
Allerdings ist das Ziel interessant, und da wir eine der letzten Kabinen bekommen haben und uns deshalb keinen Direktflug aussuchen konnten, müssen wir das in Kauf nehmen. Denn die Gegend kennen wir noch nicht. Letztes Jahr sind wir von Singapur über die Seychellen nach Mauritius gefahren. Mehr Zeit war damals nicht. Dieses Jahr fügen wir ein weiteres Stück hinzu, nämlich von Südafrika nach Mauritius.
Mietwagen statt Bahn
Das einfachste wäre sicherlich die Anreise per Bahn gewesen, zumal diese im Preis inbegriffen ist. Aber zwei Dinge sprechen dagegen. Erstens ist die Bahn im Moment nicht so zuverlässig, wie wir uns das wünschen. Zweitens muss ich morgens noch arbeiten, deshalb könnten wir bei ausgefallener Bahn nicht einfach auf eine andere ausweichen, denn dann wird die Zeit zu knapp.
Also entscheiden wir uns gegen die Bahn.
Eigenes Auto geht auch nicht, denn wir fliegen zwar in Düsseldorf ab, kommen aber in 14 Tagen in Hamburg wieder an. Und es ist zu bezweifeln, dass unser Auto das dann alleine von Düsseldorf nach Hamburg schafft.
Kleiner Herzschlag-Moment beim Mietwagen
Also machen wir das ganz anders und nehmen einen Mietwagen.
Frühzeitig haben wir den gebucht, damit nichts schief geht.
Was prinzipiell ein Irrtum ist. Denn unser Abenteuer geht bereits vorgestern los, mit einem Anruf der Mietwagenfirma, dass denen gerade auffällt, dass sie den bestellten 7-Sitzer nicht liefern können.
Das stelle sich der geneigte Leser einmal vor: wir planen und bestellen sorgfältig und dann kann die Mietwagenfirma 1 Tag vorher einfach anrufen und sagen: „Pech gehabt, geht doch nicht“.
Das hätten die tatsächlich gemacht. Wenn wir einen 7-Sitzer bestellt hätten. Haben wir aber nicht, denn wir fahren nur zu Zweit. Und ein kleines Auto haben sie zum Glück da.
Keine Ahnung wie die darauf kommen, bestellt war alles richtig, wie ein Blick in den Voucher zeigt.
Wahrscheinlich kommen die nur darauf, damit ich im Reisebericht auch was zu berichten habe.
Durch Schnee und Eis
Gestern musste ich also noch arbeiten.
Um nun Zeit zu sparen, fahren wir nicht wie sonst zur Mietwagenfirma, holen den. Wagen nach Hause und beladen den, sondern unsere Jüngsten bringen uns mitsamt Gepäck hin, wir laden alles um und können direkt lossausen. Das müssen wir auch, denn wir haben nicht viel Reservezeit.
Natürlich gibt es mit den Kindern als Lohn noch einen Burger und dann geht es los mit einem kleinen Corsa.
Das kostet einiges Umgewöhnen: Schaltgetriebe, Verbrenner und klein.
Der geneigte Leser kennt aus vergangenen Berichten, dass wir sonst Elektro fahren. Solche Autos haben keine Schaltung. Und klein ist so relativ.
Spätestens die Bilder unserer Ladepausen auf dem Weg zum Flughafen könnten aufgefallen sein.
Die wir heute trotzdem machen. Nein, nicht die Bilder, sondern die Ladepause. Zum einen muss der Wagen ja wieder mit derselben Tankfüllung abgegeben werden wie übernommen. Zum anderen ist es gesund, eine kleine Kaffeepause (und natürlich Pipi-Pause) zu machen. Das genießen wir beim Laden immer und darum machen wir das auch heute.
Bei strömenden Regen um 0°C.
Und das ist ein Fortschritt, denn ab dem Weserbergland nach Südwesten ist es warm und es liegt kein Schnee.
Anders, als wir ein paar Stunden früher gestattet sind: 14°C. Minus natürlich. Überall Schnee und auf allen Parkplätzen spiegelblankes Eis, Auch bei der Mietwagenfirma und dem Burger-Restaurant.
Nein, die -14°C sind nicht gelogen. Das ist laut Deutschem Wetterdienst die gefühlte Temperatur. Eigentlich sind es -7°C bei einem eisigen Wind. Und der ist so kalt, dass wir bei Übergabe des Wagens so zittern, dass wir kaum die zahlreichen Unterschriften auf dem Tablet leisten können.
Fast pünktlich am Flughafen
Zum Glück kommen wir mit nur wenig Staus durchs Ruhrgebiet, so dass wir die geforderten 3 Stunden Ankunft vor Abflug knapp schaffen.
Die Abgabe des Mietwagens ist einfach: In einem eigenen Teil eines Parkhauses sind alle Mietwagenfirmen vertreten. Hier warten schon Mitarbeiter, um den Wagen kurz anzugucken und zu übernehmen.
Lob und Leid mit Emirates
AIDA hat uns auf Emirates gebucht.
Das kann man kurz zusammenfassen:
Furchtbarer Check-In, toller Service an Bord.
Ein Online-Check-In ist bei Emirates zwar möglich, aber nicht, wenn man über AIDA gebucht hat. Denn dann gibt AIDA keine Buchungsnummern raus und damit geht weder Check-In noch Sitzplatzreservierung.
Außer über AIDA. Dort können rund 7 Tage vorher Sitzplätze reserviert werden. Für 50 Euro pro Flug pro Person. Macht 400 Euro. Eine sehr stolze Summe. Aber erforderlich, wollen wir doch nicht über das Flugzeug verteilt sitzen, wie das anderen passiert, wie wir nachher sehen werden.
Daran ändert auch ein Anruf bei Emirates nichts, auch die können nicht helfen.
Also stellen wir uns jetzt in einer Schlange vor den Emirates-Schaltern an. Einer sehr langen Schlange. Und wenn der geneigte Leser jetzt an eine sehr lange Schlange denkt, ist diese nochmal doppelt so lang.
Dies ist dann aber nur die Schlange für diejenigen, die einen Online-Check-In gemacht haben. Die Schlange ist so lang, weil es keine automatische Kofferabgabe gibt und so jeder seine Koffer am Schalter einchecken muss. Was war das schön letztes Mal in Frankfurt, als wir den Koffer nur in den Automat stellen mussten. Ohne Schlange, in aller Ruhe.
Andererseits sind wir nachher noch sehr froh, diesmal nicht in Frankfurt zu sein.
Ohne Check-In
Wir als Nicht-Check-Inner werden dann von einer Mitarbeiterin aus der Schlange gezogen und in eine andere gestellt, die nicht ganz so lang ist, aber noch länger braucht, weil jeder nun den Check-In machen muss.
Nach 1,5 Stunden sind wir dann durch, haben die Bordkarten für diesen und für den Anschlussflug bekommen.
Aber 1,5 Stunden in der Schlange stehen, das ist zumindest eins, nämlich eine der überflüssigsten Dinge des Tages.
Die Sicherheitskontrolle an Gate C wird direkt vor uns geschlossen, wir müssen zu Gate B, dort durch die Sicherheitskontrolle und dann über einen Quergang zurück zu Gate C.
Das geht zumindest schnell, aber die Wege sind weit.
6 Stunden für den ersten Flug
Boarding geht zügig, das Flugzeug ist riesig über 2 Decks und wir kommen pünktlich los.
Bis Dubai flegen wir rund 6 Stunden. Ein bisschen können wir schlafen, denn inzwischen ist es Nacht, und wir bekommen neben allerlei Getränken ein erstaunlich gutes Gulasch. Mit Vorspeise, Nachspeise, noch ein Brötchen, noch eine Nachspeise und noch ein Schoki.
Zum Glück konnten wir einen Zweier-Sitz buchen und haben so Platz nach links und rechts. Und nach vorne, denn Emirates hat mehr Platz als andere.
Viel Zeit in Dubai
Um 3 Uhr morgens landen wir in Dubai. Deutscher Zeit, hier ist es bereits 6 Uhr.
Der Umweg über Dubai bringt uns eine Zeitverschiebung von 3 Stunden, die wir nachher auf dem Weg nach Kapstadt wieder um 2 Stunden reduzieren.
Der Flughafen ist riesig. Jedes der Terminals ist schon riesig und dann sind diese teilweise auch noch weit auseinander.
Wir müssen einmal von C durch das ganze Terminal B hindurch gehen, dann mit riesigen Fahrstühlen nach unten fahren, mit einer automatischen Bahn weiterfahren und dann wieder mit Fahrstühlen nach oben zum Terminal A.
Zwischendurch müssen wir wie die letzten Male nochmal durch eine Sicherheitskontrolle, die aber schnell geht.
Die Wege sind weit und wir wandern an vielen kleinen Geschäften und Restaurants vorbei. Neben den üblichen Souvenirs und Shirts sind hier auch Luxusmarken vertreten.
Der Vorteil dieses riesigen Flughafens ist aber ganz klar: Die 3 Stunden Wartezeit vergehen mit dem Marsch und kurzem Erholen von alleine.
An unserem Gate geht es wieder nach unten, denn wir müssen in Busse einsteigen, um zum Flugzeug zu kommen.
9 Stunden für den zweiten Flug
Das beginnt dann deutlich früher und ganz unspektakulär, auf einmal gehen Menschen zum Boarding und dann zum Bus, ohne dass es eine Ansage gegeben hätte. Darum stellen wir uns dann schnell an die inzwischen aufgelaufene Schlange an.
Mit dem Bus ist es eine längere Fahrt über das Rollfeld zu einer Reihe Emirates-Maschinen, die hier weit draußen stehen.
Zu einer dieser Maschinen werden wir gebracht, kleiner als die letzte. Aber das Einsteigen dauert länger, weil es keinen Aufruf nach Gruppen gibt und deshalb die Gänge immer wieder blockiert sind von Menschen, die ihre Kabinentrollies unterbringen wollen.
Fast pünktlich rollen wir endlos über das Rollfeld, so dass wir den Start kaum noch mitbekommen, so müde sind wir.
So besteht der Flug aus Schlafen, Essen, Film, Essen, Reisebericht schreiben, schon wieder essen.
Auch Frühstück und Mittag sind genauso reichlich wie beim ersten Flug.
Dabei ist das Käse-Omelett für ein Flugzeug erstaunlich gut und das Rindergulasch anders als vorhin, aber genauso gut.
Und wir sind proppensatt.
Als Goodie bekommen wir von Emirates noch ein kleines Täschchen mit Zahnbürste, Augenklappen, Socken, Ohrstöpseln. Eine schöne Idee, besonders die Zahnbürste.
Diesmal gab es keine Zweier-Sitze, sondern nur Dreier. So sitzt neben mir eine Dame, die eigentlich zu einer Sechser-Gruppe gehört. Diese hat aber nicht vorher Sitzplätze reserviert, Das spart zwar viel Geld, aber nun sitzen alle Sechs verteilt über das ganze Flugzeug.
Pünktlich in Kapstadt
Nahezu pünktlich landen wir kurz vor 17 Uhr in Kapstadt. Der Flughafen ist deutlich kleiner, als wir das vorhin in Düsseldorf oder gar Dubai erlebt haben.
Da wir ganz hinten im Flugzeug sitzen und nur vorne ein Rüssel an das Flugzeug geführt wurde, dauert das Aussteigen diesmal lange. Dann müssen wir durch die Passkontrolle. Davor hat sich schon eine lange Schlange gebildet, diese wird aber zügig abgebaut, denn letztlich wird nur der Reisepass genau angeguckt und ein Stempel im Reisepass hinterlassen.
Kurz dahinter sind dann die Kofferbänder. Tatsächlich haben die Mitarbeiter schon begonnen, die Koffer auszuladen die ersten drehen bereits ihre Runden.
Der zweite Herzschlag-Moment am Kofferband
Wir durften auf dieser Fahrt jeder großzügige zwei Koffer mit je 23 Kilogramm mitnehmen. Das brauchen wir natürlich nicht für 14 Tage, so haben wir zwei große Koffer und als Goodie noch einem kleinen süßen Trolley.
Der kleine Trolley kommt als erstes, direkt daneben einer unserer großen Koffer.
Und dann war es das. Runde um Runde kommt unser zweiter Koffer nicht, die meisten anderen AIDA Gäste sind schon weg.
Ein Koffer dreht seine Runden, der so ähnlich aussieht wie unser Koffer und der das gleiche AIDA-Kofferband hat. Da kommt die beste Ehefrau von allen auf die gute Idee, dass jemand vielleicht versehentlich unseren Koffer genommen hat und deshalb dieser ähnliche Koffer hier einsam immer weiter seine Runden dreht. Wenn das jetzt so wäre, was wäre dann die Konsequenz? Diesen fremden Koffer mitnehmen in der Erwartung, dass unser Koffer dann an Bord auftaucht? Das wäre sicherlich keine gute Idee, denn dass jemand unseren Koffer mitgenommen hat, ist nur eine vage Vermutung. Also hieße es eher, sich bei „Lost and Found“ zu melden und zu hoffen, dass der Koffer nachgeliefert wird.
Zum Glück setzen wir diese Idee nicht um, sonst hätten wir glatt einen fremden Koffer geklaut. Denn schließlich fällt der besten Ehefrau von allen auf, dass da ein Koffer seine Runden dreht, der schon unserem Koffer ähnlich sieht, aber eben kein Kofferband hat. Und bei genauerem Hinsehen fällt auf, dass das Kofferband doch da ist, sich aber gelöst hat und unter dem Koffer auf dem Band liegt. Und nun gelingt es ganz einfach, unseren Koffer anhand des Anhängers zu identifizieren, auf dem dann unser Name steht. Also ist unser Koffer doch da, ist uns nur nicht aufgefallen, weil er irgendwie genauso aussieht wie alle anderen auch und unser auffälliges Kofferband halt nur nicht zu sehen war.
Wobei „auffälliges Kofferband“ dann doch von der Realität überholt ist. Es gab als Club-Geschenk. mal AIDA-Kofferbänder. Diese sind ganz schön und halten den Koffer auch gut zusammen. Nur blöderweise haben jetzt viele hier diese Kofferbänder und wenn man dann noch einen Koffer hat, der aussieht wie jeder andere auch, macht es die Identifikation nicht ganz einfach. Daher ja auch unsere Befürchtung, dass jemand anders diesen Koffer mitgenommen haben könnte. Nun hat sich also dieser Herzschlag-Moment doch noch gut gelöst.
Das übliche Mittelfinger-Menscheln
Jetzt müssen wir nur noch durch den Zoll. Vor uns ist ein älteres Ehepaar, das uns heute schon ein paar Mal aufgefallen ist, weil es sich die ganze Zeit schon immer irgendwie vordrängeln musste. Nun drängeln sie sich auch hier direkt vor uns. Und werden prompt von den Zöllnern für eine Stichprobe ausgewählt. Wir können einfach erhobenen Hauptes mit einem Lächeln daran vorbeigehen.
Im Terminal werden wir in einer langen Schlange gesammelt und in Gruppen zu den Bussen geführt.
Wobei das mit der Schlange relativ ist. Als die Gruppe vor uns weggeführt wird und wir damit recht weit vorne in der letzten Gruppe stehen, schaffen es immer wieder Leute, sich nicht in der Schlange anzustellen, sondern vorne am Schlangenanfang das Ganze in die Breite aufzufächern. Dabei natürlich auch das ältere Ehepaar von eben.
Was das soll, ist uns nicht ganz klar, denn wir können uns schon darauf verlassen, dass AIDA genug Plätze im Bus hat.
Dann geht es ein paar hundert Meter zu dem Bus. Vorweg geht eine lokale Mitarbeiterin. Und auch hier schaffen es einige, das Feld von hinten aufzurollen und sogar die Mitarbeiterin zu überholen. Einfach, weil sie schneller zu Fuß sind und weil es ihnen nichts ausmacht, gehbehinderte Menschen, die nicht ganz so schnell sind, mit geschickten Body-Checks vom Feld zu drängen.
Ja, es menschelt mal wieder.
Einen kleinen Moment müssen wir noch auf dem Bus warten, hier stellen wir uns längs des Bürgersteigs auf. Und dann kommt der Bus, und der hält nicht ganz vorne bei den Dränglern, sondern eher so in der Mitte genau da, wo wir stehen. Damit sind wir dann die ersten, die die Koffer bei den Kofferträgern abgeben können, die dann die Koffer in den Bus verfrachten. Und die ein breites Kreuz haben, an dem die natürlich sofort wieder aktiven Drängler zerschellen.
Das ist jetzt das zweite Mal, dass wir jenem älteren Ehepaar virtuell den Mittelfinger zeigen können
Erster Eindruck von Kapstadt
Die Fahrt mit dem Bus und der Blick vom Schiff ist leider alles, was wir von Kapstadt oder wie es im Original heißt, Cape Town, sehen werden. Das hätten wir gerne anders gemacht.
Wie jetzt häufig, gab es bei AIDA auch hier die Möglichkeit, die Reise an verschiedenen Start- und Endpunkten zu beginnen oder zu beenden.
Hier war es jetzt möglich, heute oder bereits gestern nach Kapstadt anzureisen und dementsprechend am Ende zwei oder drei Tage auf Mauritius zu haben.
Wir wären gerne gestern schon in Kapstadt angekommen, um dann heute Kapstadt zu erkunden. Leider war es so, dass beide Startpunkte komplett ausgebucht waren. So blieb uns nichts anderes übrig, als unser Reisebüro darauf anzusetzen, auf Kabinen-Rückläufer zu warten. Und tatsächlich wurde eine Balkonkabine auf dieser Reise frei, aber eben mit Startpunkt heute.
Dadurch sehen wir von Kapstadt eben nicht viel. Aber bekommen immerhin einen Eindruck.
Die Fahrt geht vom Flughafen über Autobahnen an der City vorbei zum Hafen.
Diese Fahrt kann gute 30 Minuten dauern, oder, so wie heute, fast eine Stunde. Was daran liegt, dass viele Staus sind. Dazu trägt zum einen der Feierabend bei, zum anderen ein wichtiges Fußballspiel im Stadion heute Abend. Hierzu sehen wir schon überall Kleinbusse anreisen, aus denen Fan-Schals hängen.
Wellblech-Hütten und Golf-Platz
Das erste, was wir vom Flughafen kommend sehen, sind kleine Siedlungen aus ärmsten Wellblechhütten. Das sind die Townships, in denen einst die schwarze Bevölkerung gettoisiert wurde und in denen sie heute noch lebt. Hier sogar das größte Township mit 500.000 Einwohnern. Die Regel heißt: Bloß nicht aus Versehen hier reinwandern.
Das ist schon ein Punkt, den wir nicht nachvollziehen können, denn Südafrika ist nicht arm. Südafrika bekommt aber die Armut nicht in den Griff, obwohl – oder weil – es eine reiche Oberschicht gibt.
Wir fahren an mehreren Kanälen vorbei. In allen steht Wasser, das ist aber nicht immer zu sehen, besonders in der Nähe dieser Wellblechhütten-Siedlungen sind die Kanäle derart voll mit Plastikmüll, dass das Wasser darunter gar nicht zu sehen ist.
Dann kommen wir aber auch an Siedlungen mit festen Häusern vorbei. Diese Häuser stehen dicht an dicht, strahlen auch einfachere Verhältnisse aus, wirken aber sehr sauber. Dann kommt wieder eine Wellblechhütten-Siedlung, dann ein Park, der wirklich sehr schön und sehr sauber ist. Bis wir merken, dass das gar kein Park ist, sondern zu einem riesigen Golfplatz gehört.
Auch an großen, hoch umzäunten Anwesen kommen wir vorbei. Die Straßen, die wir benutzen, sind alle sehr ordentlich und gut in Schuss.
Passend dazu der Hinweis von AIDA: Tagsüber ist die City sehr sicher und problemlos zu Fuß zu erkunden, aber möglichst nicht in einsamen Bezirken. Nachts ist auch die City nicht sicher.
Um den Tafelberg herum
Der Weg führt vom Flughafen immer auf einen großen Berg zu, dann um diesen Berg herum, Auf der anderen Seite liegt dann die City. Dies ist der berühmte Tafelberg, auf den auch eine Seilbahn führt, und von dem man dann einen schönen Blick über die Stadt hat. Das werden wir aber wie gesagt leider nicht selber ausprobieren können.
Der Hafen selbst ist zunächst ein typischer Industriehafen, mit Container-Terminals. Ganz am Ende dann das Cruise Terminal.
Hier ist es dann wieder etwas kompliziert, aber es sind jede Menge Hafenmitarbeiter zum Einweisen da. Check-in und Schiffszugang liegen in zwei unterschiedlichen Gebäudebereichen. Zunächst gehen wir also zum Check-in.
Wie üblich benutzen wir die Überholspur mit schnellem Zugang zu den Mitarbeitern. Anders als üblich benutzten diesen Weg auch alle anderen. Einfach deshalb, weil wir jetzt so wenige sind, dass alles leer ist und und wir die freie Auswahl zwischen den wartenden Mitarbeitern haben.
Von hier müssen wir dann wieder nach draußen gehen zu einem anderen Eingang und dort ist dann der Schiffszugang. Kurze Sicherheitskontrolle durch den Hafen und dann sind wir endlich am Schiff.
Schnell die Sicherheitseinweisung
Als erstes denken wir an die Sicherheitseinweisung. Wir befürchten schon, dass wir so spät dran sind, dass wir die sehr einfach gewordene Sicherheitseinweisung nicht mitmachen können, sondern zu der eigentlichen Rettungsübung erscheinen müssen. Aber das ist nicht so, sicherlich auch der Tatsache geschuldet, dass noch verspätete Flüge nach uns ankommen.
Jedenfalls können wir als allererstes den verpflichtenden Sicherheitsfilm im Bordportal ansehen, und dann mit angelegter Weste zu unserer Rettungsstation gehen, um dort die Bordkarte einlesen zu lassen. Das ist eine Sache von 10 Minuten. Und damit haben wir alle Pflichten erfüllt und müssen gar nichts mehr.
Danach haben wir es eilig, an Deck zu kommen, weil wir so gerne noch den Sonnenuntergang sehen wollen. Daraus wird aber nichts, die Sonne ist schon hinter den Bergen verschwunden. So gehen wir einmal über Deck und machen Fotos vom Tafelberg und von der City, soweit sie zu sehen ist.
Nur schnell etwas Frisches
Mit dem Abendbrot sind wir etwas zwiespältig. Wir sind derart gemästet von Emirates, dass wir eigentlich gar nichts mehr können. Auf der anderen Seite haben wir richtig Durst und Appetit auf etwas Frisches.
Deshalb geben wir jetzt durch die Restaurants, um wenigstens etwas frisches Obst zu essen. Was daran scheitert, dass alle voll sind. Also versuchen wir es um 20 Uhr nochmal zur zweiten Essenszeit im Marktrestaurant. Und das klappt. Dabei gelingt es mir, den Mitarbeiter am Obststand zu überreden, mir eine Mango aufzuschneiden. Das macht er auch und ich freue mich schon darauf, einen neuen Mango-Man gefunden zu haben und die beste Ehefrau von allen zu überraschen. Leider ist die Mango bei weitem noch nicht reif und hat etwa die Qualität, wie wir sie auch in Deutschland finden. Kein Vergleich mit dieser wunderbaren orangen Mango, die wir täglich in der Karibik genießen konnten. Auch das andere Obst ist eher noch im Teenie-Alter, sprich: könnte noch etwas reifen.
Macht aber nichts, wir sind da unerschütterlich. Also gibt es jetzt nur frisches Obst. Und, weil so frisch und kühl, ein kleines Eis dazu. Und eine Kichererbsensuppe, die ist ja quasi auch Obst und flüssig. Und wer wollte noch was gegen die große Käseplatte haben…
Kein Moment für uns
Nach dem Essen haben wir noch ein Date beim Reiseberater. In unserem Begrüßungsschreiben steht, dass uns AIDA einen besonderen Moment schenken will. Dafür muss man sich hier anmelden.
Das tut uns sehr leid, dass die Reiseberaterin dann so enttäuscht guckt, als wir diesen Moment absagen müssen. Die Idee war schön: AIDA möchte uns als Goodie für unsere Club-Stufe einladen. Zu einer Safari. Wirklich eine ganz tolle Idee, und wir sind traurig, dass wir ablehnen müssen. Die Safari würde um 4 Uhr morgens beginnen. Das ist schön, weil dort die Tiere noch besonders aktiv sind. Dieser Herausforderung um 4 Uhr morgens zu einem Ausflug aufzubrechen hätten wir uns noch gestellt, aber wir würden es nicht schaffen, wieder rechtzeitig an Bord zu sein, für den nächsten Ausflug, den wir für den Tag schon gebucht hatten, nämlich eine Flussfahrt. Dazu kommt, dass wir den Tag davor bereits eine Safari gebucht haben. Wenn wir das alles vorher gewusst hätten, hätten wir das natürlich anders gemacht. Aber nun ist es leider so.
Zurück auf der Kabine, sind tatsächlich die Koffer schon da. Das freut uns., und so können wir uns schon einmal komplett in der Kabine einrichten.
“Sie haben Urlaub!“
Natürlich gehen wir um 21:15 Uhr zum Begrüßungssekt aufs Pooldeck. Denn auf den größeren Schiffen fehlt eine zentrale Begrüßung und gemeinsames Anstoßen auf den Urlaub. Da geht es einfach irgendwie los.
Hier haben wir das Sekt-Buffet, Begrüßung durch Hotel- und Entertainment-Manager, danach noch ein bisschen Show der Sänger, Sängerinnen, Tänzer und Tänzerinnen.
Tolle Stimmen sind dabei und so ist es auch die richtige Stimmung für den Urlaubsbeginn. Wir sind gespannt auf die Vorstellung der Stars morgen Abend.
Und wer ist der Entertainment-Manager? Zum ersten Mal fahren wir mit dem vielen AIDA-Fahrern und auch aus dem Fernsehen schon bekannten Dennie aus Hamburg.
Und damit ist auch klar, warum die beste Ehefrau von allen unbedingt diese Fahrt machen wollte.
Dabei erfahren wir auch, dass wir eine Stunde später ablegen. Grund ist das Wetter in Deutschland, dadurch hat ein Flug aus Frankfurt Verspätung und wir warten noch auf 20 Gäste.
Aber es geht noch viel schlimmer: 100 weitere Gäste schaffen es gar nicht, heute herzukommen und werden erst übermorgen in Port Elizabeth zu uns stoßen.
Ich hatte von gestern ja berichtet, wie schlimm das Wetter bei uns war und welch ein Unterschied zu Düsseldorf war.
Im Osten und Norden der Republik war es teils noch viel schlimmer.
Wie gut, dass wir diesmal nicht wie sonst nach Frankfurt gebucht wurden.
Oder gar weiter, ich bin gespannt, was sich herausstellt, woher der verschobene Flug kommen sollte.
(Nachtrag 07.02.26: Der verschobene Flug ging auch ab Frankfurt.)
Apropos Wetter.
Dennie verkündet, dass wir nicht nur für uns, sondern für all die Nachbarn, Familienmitglieder und Kollegen fahren, die zu Hause frieren.
Also, liebe Freunde, Kolleginnen, Nachbarn und Familie: wir schwitzen hier auch für Euch bei sonnigen 27°C. Und der Wetterbericht sagt, es soll jeden Tag wärmer werden.
Gegen 22 Uhr geht es dann los. Die AIDAstella muss rückwärts ausparken und fährt dann rückwärts fast durch den ganzen Hafen. Wir haben dabei einen tollen Blick auf die Stadt und den Tafelberg dahinter im Dunklen.
Schön ist nur nicht der ganze Plastikmüll, den die Schiffsschrauben beim Ausparken aufwühlen. Das passt zu unserem Eindruck von vorhin.
Und dann sind wir so fertig, dass wir nur noch ins Bett fallen. Die Anreise hat gut 30 Stunden gedauert, und wir sind erledigt.
Die erste Etappe sind 837 Kilometer bis Port Elizabeth. Morgen ist aber erst einmal Seetag.
ÜBERSCHRIFT BILDER FOLGT
GALERIE FOLGT
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