Südafrika mit La Réunion & Mauritius 2 mit der AIDAstella, Port Elizabeth / Südafrika 07.02.26

Mit dem Boot geht es ganz gemütlich über den Sundays River mit seiner Vielfalt aus Landschaft, Vögeln und Fischen. Wobei viele gerade beim Mittagsschlaf sind. Das ist eine schöne, entspannende Tour bis zum UNESCO-Welterbe Alexandria Coastal Dünenfeld, das wir kurz erwandern können.
Der Tag endet mit einem unglaublich leckeren Menü und einer Tanzshow mit perfektem Timing.


Bilder folgen hier in Kürze

Südafrika mit La Réunion & Mauritius
AIDAstella 2026

  • Tag 1: Kommt noch: Ort und Titel mit Link ab hier
  • Tag 2:

Heute Morgen ist es etwas diesig und stark bewölkt. Das sieht fast nach Regen aus, was unseren heutigen Ausflug gefährden würde.

Aber im Laufe des Vormittags ziehen die Wolken weg und wir haben wolkenlose Sonne bei 26°C.

Pünktlich, manche sagen überpünktlich, machen wir uns wieder auf den Weg zum Bus.
Beim Verlassen des Schiffs kommt ein Taxi an mit lauter Koffern, die bei der Anreise verloren gegangen waren.
Wir sind so froh, dass uns das noch nie passiert ist und trotz manches Sorgenmoments immer alle Koffer rechtzeitig angekommen sind.

Der Bus steht schon bereit und ist so modern und bequem wie gestern.

So wie gestern ist auch heute die Reiseleitung englischsprachig. Wobei die englische Aussprache manchmal recht eigenwillig ist. So brauchen wir eine ganze Weile, bis wir verstehen, dass mit “Foxwachen” nicht etwa wachsame Füchse gemeint sind, sondern ein großer Arbeitgeber hier, VW hat in der Nähe ein großes Werk. Wir hatten im Hafen schon eine riesige Fläche mit kleinen VW gesehen.

Ein Überblick über Port Elizabeth

Während die Reiseleiterin also erzählt, habe ich die Gelegenheit, all diese Informationen – wie gestern versprochen – zu bündeln:

Port Elizabeth gehört inzwischen zu den wichtigsten Hafenstädten Südafrikas. Der Name verführt dazu zu denken, das wäre zu Ehren einer der englischen Königinnen. Ist es aber nicht. Der Gründer von Port Elizabeth hat die Stadt nach seiner verstorbenen und geliebten Frau benannt.

Eigentlich heißt sie auch nicht so, schon vor 5 Jahren wurde die Stadt umbenannt. Korrekterweise heißt sie jetzt Gqeberha, aus der Sprache der hier ursprünglich heimischen Xhosa. Das macht uns aber erhebliche Probleme bei der Aussprache, denn das „Q“ ist ein Klick-Laut. Ein Name, der mit einem Klick-Laut beginnt, fällt uns aber schwer auszusprechen.

Zum Glück kann man als Nicht-Südafrikaner auch einfach P. E. sagen, dann weiß jeder, was gemeint ist. Und die Stadt hat noch andere Beinamen, nämlich „die freundliche Stadt“ oder „die windige Stadt“.

Windig ja, auch freundlich?

Ersteres kommt uns merkwürdig vor, denn erneut werden wir hier vor der Kriminalität gewarnt, Immer wieder wird darauf hingewiesen, dass wir nicht alleine oder zu zweit losziehen sollen, allenfalls in großen Gruppen. Und möglichst gar nicht in die City, sondern allenfalls zum Strand, zu dem auch ein Shuttle fährt, der Strand wäre halbwegs sicher. Das dann aber auch ohne Schmuck, Uhren und nur mit verstecktem Handy.
Zu der umfangreichen Kriminalität hier schreibe ich übermorgen nochmal ein paar Sätze.

Der letzte Beiname allerdings passt, denn hier weht fast immer eine ordentlicher Wind.

Port Elizabeth liegt in der Algoa Bay, einer langgezogenen Bucht, an der es viele bekannte, lange weiße Strände gibt. Die man sich gelegentlich mit Haien teilt.
Das Wasser ist eher kalt, wie an der Nordsee, aber bei Wassersportlern wegen des ewigen Windes sehr beliebt.

Der reiche Vorort am Sundays River

Wir fahren zunächst die gleiche Strecke wie gestern an der Küste entlang und kommen nach 45 Minuten am Sundays River an. Das letzte Stück geht es mitten durch einen sehr reichen Vorort am Fluss, Cannonville. Hier stehen auf kleinen Grundstücken, große Häuser, oft mit hohen Zäunen und teilweise Elektro-Draht gesichert. Damit wird dann auch klar, wo das Geld in Südafrika ist.

Direkt am Fluss halten wir dann an einem Gebäude, das nur aus einem großen Saal und Toiletten besteht. Hier ist die Toilettenpause eingeplant.

Dieser Ausflug ist definitiv für ältere Menschen geeignet, ganz anders als so manche Bootsfahrt, die wir in der Vergangenheit schon gemacht haben. Wir werden gleich sehr gemächlich über den Fluss schippern, es gibt vorher eine Toilettenpause, es gibt hinterher eine Toilettenpause und zur Not sind am Bus und auf dem Boot auch noch Toiletten.
Der Einstieg in das Boot ist sehr einfach über einen stabilen Steg und der Kapitän spricht ein sehr gut verständliches Englisch.

Die einzige Frage, die sich der geneigte Leser jetzt stellt, ist: wenn dieser Ausflug für alte Leute geeignet ist, was machen wir dann hier. Die Antwort ist einfach: entspannen.

Der Gentleman und sine Fru

Nach der Toilettenpause werden wir vom Kapitän und seiner Frau in Empfang genommen. Wenn der geneigte Leser mich zwingen würde, einen englischen Gentleman zu beschreiben, dann würde ich diesen Kapitän als Vorbild nehmen. Immer ruhig, wohlgesetzte Worte, aufrecht, graue Haare, tiefe Stimme. Sympathisch.

Dabei ist er gar nicht Engländer, sondern von der Abstammung her Holländer, also Nachfahre der Buren, und stammt aus East London, unserem nächsten Hafen.

Er und seine Frau sind ein süßes Paar. Während er der ruhige Part ist, ist sie der extrovertierte Fleiß. Sie heißt uns willkommen, beschreibt uns den Tagesablauf, kündigt uns an, dass sie uns nach der Fahrt mit selbstgemachten kleinen Sandwiches und kalten Getränken überraschen wird.

Dann führt uns der Skipper über eine trockene Rasenfläche direkt zum Steg und auf das Boot.

Mit der „Fähre“ über den Sundays River

Das Boot wird von ihm als Fähre bezeichnet, und das kommt insofern hin, als dass es einfach nur rechteckig ist, keine Spitze hat, ganz flach auf dem Wasser liegt.

Unten im Boot sind 18 Plätze auf Sitzbänken, gut so verteilt, dass jeder sehen kann. Oben auf dem Dach sind noch einmal zehn Plätze.

Inzwischen scheint die Sonne prall auf uns herab, deshalb geht keiner nach oben, sondern alle 20 Gäste verteilen sich hier unten. Das erschüttert den Skipper aber nicht, aus diversen Kisten werden eben schnell zwei weitere Sitzplätze gezimmert.

Dann geht es los, zunächst rund einen Kilometer ins Landesinnere, dann wieder zurück Richtung Flussmündung und Meer.

Eine Vielfalt an Landschaft, Fischen und Vögeln

Was diesen Fluss so attraktiv macht, ist nicht das gemächliche Dahingleiten. Das ist auch schön und entspannt total. Was diesen Fluss so attraktiv macht, ist seine Vielfalt besonders an Fischen und Vögeln.
Und die sehr unterschiedliche Landschaft, an der wir auf dieser schon recht kurzen Strecke vorbeikommen.

Auf der einen Uferseite, an der wir auch gestartet sind, wechseln bewohnte Teile mit freier Natur ab.

Zunächst stehen lauter luxuriöse Häuser direkt am Wasser, jeweils mit eigenem Steg.

Ein Stück weiter sind die Häuser weiter zurückgesetzt, die Stege sind dann über einen öffentlichen Bereich zu erreichen.

Die meisten haben eine Art trockenen Rasen, Südafrika wartet dringend auf Regen. Manche haben Palmen dazu gepflanzt. Manche sehen fast europäisch aus, manche haben eine riesige Fensterfront mit sicherlich tollem Blick auf den Fluss.

Die andere Uferseite ist durchgehend unbebaut. Hier wechselt eher flaches Ufer mit Steilküste ab. Im Hintergrund sieht man Sanddünen, die dann Richtung Meer auch direkt an den Fluss angrenzen. Dorthin kommen wir noch später.

Fische und Vögel beim Mittagsschlaf

Zunächst fährt uns der Skipper an eine Abbruchkante, in der hunderte Löcher sind. Das sind die Brutstätten unterschiedlicher Vögel, die hier Löcher gegraben und am Ende ein Nest gebaut haben.

Die oberen, größeren Löcher haben vor allem Fels-Tauben eingenommen. Die unteren kleineren Löcher eher Eisvögel.

Die Fels-Tauben sehen wir mehrfach, die Eisvögel und auch die angekündigten Bienenfresser entdecken wir leider nicht, jetzt in der Mittagszeit ziehen sich die Vögel zurück. Wir sehen aber noch jede Menge anderer Vögel: Purpur-Reiher, Ibisse, recht bunte exotische Vögel, deren Namen wir nicht wissen.

Die Vielfalt der Fische sehen wir naturgemäß nicht. Was nicht ganz stimmt, hin und wieder fühlt sich ein fliegender Fisch von uns gestört und springt aus dem Wasser.

Immer wenn etwas Interessantes zu sehen ist, fährt der Skipper langsam an das umgebende Schilf heran und lässt uns genug Zeit zum Entdecken und Fotografieren.

Dabei erklärt er viel und sein Englisch ist sogar für uns ausgezeichnet zu verstehen.

Dadurch, dass wir den Weg hin und auch wieder zurückfahren, kann jeder beide Seiten des Ufers angucken.

Auf der unbebauten Uferseite gibt es immer wieder kleine Sandstrände, an denen Motorboote festgemacht haben, teilweise Tisch und Stühle aufgebaut haben. Insgesamt ist aber besonders diese Uferseite dicht bewachsen.

Im Alexandria Coastal Dünenfeld

Nach einer scharfen Kurve fahren wir dann Richtung Flussmündung. Dort haben wir dann rechts riesige Sanddünen, links ein Steilufer.

Dieser Sanddünen sind interessant. Es handelt sich hierbei um das Alexandria Coastal Dünenfeld, den größten zusammenhängenden Dünen-Gürtel, der als UNESCO Weltkulturerbe eingetragen ist.

Nun kennen wir Dünen und schon aus unserer Lieblings-Jammerbucht in Dänemark. Im Prinzip sehen die auch genau gleich aus. Der Unterschied ist, dass diese insgesamt höher und deutlich bewachsener sind als in Dänemark. Während in Dänemark Strandhafer die Dünen befestigen soll, haben sich hier dichte Büsche angesiedelt. Lediglich hier an der Flussmündung sind die Dünen so kahl, dass sie uns an die Durchfahrt durch den Suezkanal mit seiner umgebenen Wüste erinnern.

Entstanden sind die Dünen durch den schon beschriebenen ewig wehenden Wind, der den Sand hier auftürmt.

An den Sanddünnen halten wir an und es besteht die Möglichkeit, die Dünen hoch zu klettern. Das machen einige und erzählen dann hinterher, dass der Sand sehr fest ist und man deshalb recht gut hochgehen kann ohne Einzusinken.

Andere machen einen Spaziergang am Strand entlang Richtung Meer. Bis dahin kommen wir allerdings nicht, wir haben nur 20 Minuten Zeit. Aber man kann hier sehr gut lang gehen und auch die Füße in das Wasser tauchen. Dabei fällt auf, dass der Fluss bis weit ins Land hinein aus Salzwasser besteht.

Sandwiches zum Abschluss

Gemächlich geht es dann wieder zurück. Nach insgesamt zweieinhalb Stunden kommen wir wieder an der Ausgangsposition an. Wie versprochen können alle noch einmal eine Toilettenpause machen und die Frau des Skippers hat einen Haufen Sandwiches gemacht und kalte Getränke bereitgelegt. Zuerst sind die deutschen Gäste etwas zurückhaltend, aber dann wird doch beherzt zugegriffen und ich muss bestätigen, dass das Hähnchen-Curry-Sandwich, das ich hatte, wirklich lecker ist.

Das war eine wirklich schöne, auch ruhige Bootsfahrt, bei der viele unterschiedliche Landschaften und so einiges an Tieren zu sehen war. Auch das hat Spaß gemacht.

Zurück geht es dann wieder mit dem Bus in 45 Minuten zum Schiff zurück. 16:30 Uhr sind wir wieder an Bord, und haben nur etwas Zeit, uns frisch zu machen, dann wir haben noch Programm.

Um 17:45 Uhr sind wir im Theatrium für den Vortrag des Lektors über East London, unsere nächste Station. Zum einen finden wir es immer interessant, etwas über die Orte zu lernen, die wir besuchen, zum anderen hat uns der letzte Vortrag des Lektors gut gefallen

Leider werden wir den Vortrag nicht ganz zu Ende hören können, weil dann schon der nächste Termin drängt.
Egal, man gönnt sich ja sonst nichts…

Wir erfahren wieder viele Details über Südafrika und East London. Und auch das Stichwort “Vorsicht vor Überfall” kommt nicht zu kurz, dazu muss ich unbedingt übermorgen etwas schreiben.

Inzwischen erreicht uns die Botschaft, dass sich bei den kommenden drei Häfen Änderungen ergeben. Ich berichte darüber dann am jeweiligen Tag.

Aromen im Gourmet-Restaurant

Die beste Ehefrau von allen ist immer etwas skeptisch, wenn wir im Gourmet-Restaurant Rossini reservieren.
Das haben wir heute gemacht, weil wir noch einen Gutschein für ein 3-Gänge-Menü haben.

Da wir dabei immer nur die Wahl zwischen je 2 Vorspeisen, Hauptgängen und Nachspeisen haben, kann man Pech haben, dass der persönliche Geschmack nicht zum Menü passt.

Das haben wir entschärft, als wir entdeckt haben, dass wir die abendlichen Menükarten bereits vorher einsehen können. An maximal 2 Tagen hintereinander gibt es dasselbe, ansonsten wechselt das Menü ständig.

Nun haben wir entdeckt, dass es heute ein Menü gibt, das uns besonders gefallen würde und deshalb für heute reserviert.

Und wir haben richtig gedacht:

Es ist so schön, hier so ruhig und exklusiv mit perfekt geschulten Kellnern zu essen. Dieselben wie morgens natürlich. Und das ist besonders schön, schon bekannt zu sein.

Das Essen ist dermaßen lecker, dass wir ganz begeistert sind.
Nie wäre ich auf die Idee gekommen, Rindertartar mit Eis, in diesem Fall Trüffel-Eis zu kombinieren, aber das ist genial. Das Kalbsfilet ist zart und wunderbar rosa. Gruß aus der Küche, Zwischengang und Dessert sind auch raffinierte Kombinationen.

Schwankend zum „Augenblick“

Aber die Weinbegleitung. Zum Gutschein gehören eine Flasche Wein und eine Flasche Wasser.
Der Rotwein aus Südafrika ist tatsächlich fruchtig und sehr lecker.
Das erste Glas. Das zweite auch. Und dann wird es schwierig. Ist dem geneigten Leser schon mal aufgefallen, dass das Rossini ganz schön schwankt?
Und das nicht, weil wir zwischendurch abgelegt haben. Was wir haben.

Trotzdem sehen wir uns zum Abschluss noch die zweite Aufführung der Tanzshow „Augenblick“ an.
Unfassbar, wie modern, spritzig und schön diese Show ist. Heute sogar noch etwas besser als sonst eh schon, weil das Timing der Tänzer in der Interaktion mit der LED-Wand so perfekt ist.

Die nächste Etappe sind 261 Kilometer bis East London.

ÜBERSCHRIFT BILDER FOLGT

GALERIE FOLGT

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