Südafrika mit La Réunion & Mauritius 2 mit der AIDAstella, Indischer Ozean 05.02.26
Nach der langen Anreise ist Aufwachen gar nicht so leicht. Beschleunigt wird dies durch die Aussicht auf das exklusive Frühstück, endlich wieder im Rossini. Danach ist Balkonzeit. Und dort ist ein Wechsel zwischen Sonne und Bademantel. Und Zeit, Sonnenstand und Jahreszeit im Süden zu klären. Und den richtigen Ozean. Und unsere Route.
Bilder folgen hier in Kürze
Südafrika mit La Réunion & Mauritius
AIDAstella 2026
Wir sind so müde, dass wir gar nicht aus dem Bett kommen.
Es ist auf dem Balkon viel zu heiß. Südafrikanische Sonne, unser Balkon nach Norden, pralle Sonne über Mittag. Nicht auszuhalten.
Gleichzeitig ist es irgendwie diesig, die Sicht ist gar nicht so weit, ohne Bademantel geht es nicht. Fische sollen hier sein, sie sind aber nicht zu sehen. Und der frisch gepresste Orangensaft ist gar nicht frisch gepresst.
Ja, ich muss jetzt jammern. Nein, nicht meinetwegen. Wir genießen das komplett. Sondern für alle daheim Gebliebenen, die sich gerade mit Minustemperaturen, Eis und Schnee rumschlagen. Da jammere ich jetzt ein bisschen, dann fühlen sich alle zu Hause nicht mehr so kalt. Deshalb jetzt der Spoiler: wer sich weiterhin nicht so kalt fühlen will, sollte den kommenden Absatz überspringen.
Gabelstapler für die Augen
Es ist herrlich.
Gut, völlig gelogen ist der Teil davor nicht: wir kommen kaum aus dem Bett. Die insgesamt 30 Stunden Anfahrt, das oberflächliche Dösen im Flugzeug, das alles hat schon geschlaucht und wir kriegen nun die Augen kaum auf.
Aber dann fällt uns ein, dass wir zum Frühstück gehen können. Und das nicht einfach irgendwo hin, sondern ins Gourmet-Restaurant Rossini. Das verspricht mehr als letztes Mal im French Kiss. Das ist Motivation genug, doch irgendwie mit Hilfe eines Gabelstaplers die schweren Augen aufzubekommen und sich ins Bad zu schleppen.
Unglaublich, wie gut so eine Dusche tun kann. Und wenn wir danach noch nicht wach geworden wären, dann bei unserem nächsten Schritten. Diese führen nämlich ins Rossini.
Wieso jetzt Rossini?
Da muss ich kurz erklären, wie das kommt: Anfang letzten Jahres sind wir ja irgendwie aus Versehen in die höchste Clubstufe gerutscht. Nach jener Fahrt war das dann wieder vorbei. Aber die letzten beiden Fahrten mit der Junior-Suite haben ausgereicht, dass wir wieder in der höchsten Clubstufe angekommen sind. Und diese nun auch eine Weile behalten werden.
Das kommt so: für die Eingruppierung in eine Clubstufe berechnet AIDA die erworbenen Seemeilen der letzten 5 Jahre. Nach fünf Jahren verfallen diese.
In den letzten Jahren dümpelten wir immer in der zweithöchsten Clubstufe herum. Bis wir vor zwei Jahren unsere Vorliebe für Junior-Suiten entdeckt haben. Die dort erworbenen Seemeilen führten dazu, dass wir nun doch die höchste Clubstufe „Kiss“ erreicht haben.
Vor fünf Jahren war die Hauptzeit mit Corona. In der Zeit gab es teilweise gar keine und später dann nur wenige Kreuzfahrt-Angebote. Demnach konnten wir 2020 gar nicht fahren und 2021 nur ein einziges Mal. Und das führt dazu, das wird dort keine Seemeilen erworben haben, die nun verfallen könnten.
Also werden wir nun eine Weile in der höchsten Clubstufe sein. Und zu dieser Clubstufe gehört etwas, das wir schon in der Vergangenheit immer geliebt haben, nämlich das exklusive Frühstück im Buffalo Steak House. Oder wenn zu viele Anspruchsberechtigte da sind, im Gourmet-Restaurant Rossini. Und dorthin sind wir für diese Reise nun gebucht.
Ein besonderes Frühstück
Also führt unser Weg ins Rossini. Eigentlich denken wir, wir sind um 8:30 Uhr früh genug, denn erfahrungsgemäß ist der größte Ansturm um 9 Uhr. Tatsächlich ist es auch so, dass um 9 Uhr alles voll ist, aber bereits um 8:30 Uhr, als wir ankommen, sind alle Fensterplätze belegt. So nehmen wir einen Tisch an der Wand, den gleichen Tisch, an dem wir auf unserer Kurzreise mit Freunden und Eltern im Juli gesessen hatten. Eine schöne Erinnerung.
Und tatsächlich ist das Frühstück genauso herrlich, wie wir das in Erinnerung haben. Es ist wirklich ruhig. Anders als im French Kiss auf der letzten Fahrt mit der AIDAperla, das offen am Gang liegt, und in dem doch recht viele Gäste das Frühstück zubuchen, ist es hier sehr leise, wie sich das in einem Gourmet-Restaurant gehört. Die Kellner sind sehr aufmerksam und sehr schnell. Auch das haben wir bei der letzten Fahrt auf der AIDAperla vermisst. Tatsächlich ist es hier so, dass wir kaum den Sitz berührt haben, als schon der Kellner kommt und fragt, ob wir schon bestellen wollen oder erst noch in Ruhe die Karte studieren wollen. Nein, wollen wir nicht, gleich bestellen, wir wissen was wir wollen. Und was wir wollen, ist ganz klar, und auch das unterscheidet das exklusive Frühstück im Rossini vom French Kiss: hier gibt es das Minutensteak. Der geneigte Leser erinnert sich bestimmt, auch wenn er schon ein paar Jahre her ist, dass dies das Lieblings-Frühstück der besten Ehefrau von allen ist. Und das ist es auch heute, denn das Steak ist wieder medium, auf den Punkt.
Auch ist es überhaupt kein Problem, zum Lachs Meerrettich zu bestellen und so wird dies ein fantastisches Frühstück. Dazu kommt noch, dass das Ehepaar, das sich an den Nachbartisch setzt, in einer angenehmen Plauderlaune ist.
Eine harte Prüfung
Und doch unterziehen sie uns einer Prüfung. Natürlich wissen wir, wie gut wir das haben und was für ein Vorrecht es ist, so einen Urlaub zu verbringen. Die Prüfung besteht darin, dass der liebe Gott uns bereits gestern ein Ehepaar in den Weg gelegt hat, das erzählt hat, dass sie diese Reise nicht nur zwei, sondern natürlich gleich drei Wochen machen. Bis zu dem Seychellen. Und auch das Ehepaar heute prüft uns auf diese Weise: sie sind schon zwei Wochen da und werden noch weitere vier Wochen an Bord bleiben.
Die Prüfung besteht nun darin, sich nicht als arme Schlucker zu fühlen. Ich erinnere gern an das Gefühl, dass wir in vielen Häfen haben, wenn wir diese stinkreichen Jachten sehen. Da denke ich immer: es ist völlig egal, wie groß und angeberisch die eigene Jacht ist, es wird immer einer am Pier nebenan liegen, der noch eine größere, teurere und schönere Jacht hat.
Und deshalb bestehen wir die Prüfung auch und sind weiterhin unendlich dankbar für das, was wir erleben dürfen.
Ja, der Koch ist auch noch müde, denn die Eier sind hart und nicht weich. Und der frisch gepresste Orangensaft, den es immer gab, wird nicht mehr als frisch gepresst beworben, und das ist gut so, denn das ist er nicht. Aber das sind Kleinigkeiten angesichts des sehr leckeren Lachses mit echtem Meerrettich, angesichts des großen bunten Früchtetellers und angesichts der Riesenauswahl an Käse und Aufschnitt.
So fühlen wir uns gleich wohl. Fühlen uns angekommen. Und genießen das Frühstück ausführlich.
Der Norden und der Süden
Danach geht es natürlich direkt auf den Balkon. War der schon immer so klein? Ja, das war er, aber im Vergleich zu den Veranden auf der großen Schiffen oder den Balkonen der Junior-Suiten, wirkt dieser nun besonders klein auf uns, vom Gefühl gerade zwei Handtücher groß.
Egal, zwei Liegen sind drauf, diese lassen sich bequem nach hinten klappen. Und schon genießen wir den nächsten Punkt der Reise.
Heute Morgen ist es noch diesig und bewölkt, aber zwischendurch kommt schon immer mal die Sonne heraus und dann ist es sehr warm. Besonders auf diesem Balkon. Das liegt daran, dass unser Balkon genau nach Norden zeigt und damit die Sonne prall darauf scheint.
Falls der geneigte Leser nun darüber stolpert, dass die Sonne von Norden kommt, wo jeder weiß, dass die Sonne im Norden nie zu sehen ist, muss ich das kurz erklären.
Viele kennen ja noch den Spruch, den sie in der Schule gelernt haben: Im Osten geht die Sonne auf, im Süden nimmt sie ihren Lauf, im Westen wird sie untergehen, im Norden ist sie nicht zu sehen.
Das stimmt aber nur für die Nordhalbkugel.
Deutschland liegt ja auf der Nordhalbkugel, also nördlich vom Äquator. Und die Sonne, die bildlich gesprochen immer vom Äquator aus hoch und runter wandert, scheint auf der Nordhalbkugel folglich vom Süden her.
Auf der Südhalbkugel ist es dann anders. Hier im Süden müssen wir nach Norden schauen, um zum Äquator zu gucken. Und folglich steht hier die Sonne mittags im Norden. Das Auf- und Untergehen der Sonne ist auf der Südhalbkugel allerdings dasselbe wie auf der Nordhalbkugel: im Osten geht die Sonne auf, im Westen geht sie unter.
Kleiner Exkurs zu den Jahreszeiten: Auch die sind spiegelbildlich. Wenn auf der Nordhalbkugel Winter ist, ist hier Sommer. Also jetzt.
Zwischen Sonnenbrand und Bademantel
Der Kapitän hat in seiner Ansage heute Morgen durchgesagt, dass der Ozean hier recht flach ist und fischreich. Deshalb sind hier viele Fische zu sehen, besonders auch Wale und Delfine, die hier auf Fischfang gehen. Und wir sollen deshalb Ausschau halten, und das machen wir jetzt auf dem Balkon sitzend.
Aber wir sehen nichts.
In der prallen Sonne ist es heiß auf dem Balkon. Oft ist es heute aber bewölkt, dann ist es bei 23°C so frisch im Fahrtwind, dass wir uns einen Bademantel überziehen müssen. Kann man aushalten.
Um 14:30 Uhr spricht heute der Lektor im Theatrium.
Vorher machen wir aber noch einen Umweg zum Ausflugsberater. Denn AIDA hat für morgen mal wieder den gebuchten Safari-Ausflug von 13 Uhr auf 10 Uhr vorverlegt. Denselben Ausflug gibt es nochmal um 15:30 Uhr, das ist uns sympathischer, weil die Tiere über Mittag auch weniger aktiv sind. Gibt aber keine Chance umzubuchen, weil alle Plätze belegt sind.
Im Café Mare gibt es noch den von früher bekannten Caramel Macchiato. In der Zeit beginnt dann der Lektor Robert Borchert seinen Vortrag über Port Elizabeth. Sehr interessant, ich werde morgen die eine oder andere Information mit einfließen lassen.
Ein Blick auf die Route
Vorher will ich wie üblich noch die Route vorstellen:
Wir sind gestern in Kapstadt gestartet und fahren nur ostwärts, später nordöstlich um die Südspitze Afrikas herum. Dabei laufen wir noch 3 südafrikanische Häfen an: Port Elizabeth (2 Tage Aufenthalt), East London (2 Tage) und Durban.
Dann halten wir noch ein Stück weiter nördlich in Maputo in Mosambik.
Und dann geht es nach Osten unterhalb von Madagaskar entlang nach La Réunion und Mauritius (3 Tage).
Wo wir jetzt gerade auf dem Ozean sind, will ich auch die Frage beantworten: auf welchem Ozean?
Denn anders, als vielfach angenommen, liegt Kapstadt noch am Atlantik. Offizieller Übergang vom Atlantik zum Indischen Ozean ist der südlichste Punkt Afrikas: Das Kap Agulhas in Südafrika. Hier sind wir jetzt schon lange vorbeigefahren und deshalb mitten im Indischen Ozean.
Beinahe das Abendbrot verpasst
Den Nachmittag genießen wir dann wieder auf dem Balkon. Das ist so schön, dass wir fast die Abendbrotzeit verpasst hätten. Nur fast, wir schaffen es gerade noch, einen Platz im Marktrestaurant zu finden. So viel mehr finden wir aber nicht, denn vieles ist uns heute zu exotisch. Aber Salat, Geflügel, Obst, Käse und Nachtisch gehen immer.
Zum Abschluss sehen wir uns die „Shining Stars“ an, die Vorstellungs-Show des Ensembles. 1 Sänger ist krank, die anderen 3 singen wieder so fantastisch, wie das gestern schon klang.
Bei den Tänzern und Tänzerinnen fällt uns auf, was wir die letzten Male schon als Tendenz gesehen haben: Anders als früher kommt keiner aus der Ukraine. Bis auf einen Argentinier stammen alle aus englischsprachigen Ländern. Ich will gar nicht wissen, wie viele junge Leute dabei umgekommen sind, ihr Land gegen den Kriegsverbrecher aus dem Kreml zu verteidigen.
Erstaunlicher Weise ist es um 20 Uhr noch hell, als wir wieder zum Balkon kommen. Oder doch nicht so erstaunlich, wie vorhin erklärt, ist es hier ja Sommer.
Morgen sind wir dann in Port Elizabeth.
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