Südafrika mit La Réunion & Mauritius 2 mit der AIDAstella, Indischer Ozean 13.02.26
Der herrlich frische Seewind macht die Hitze auf dem Balkon angenehm. Aber Termine halten uns in Bewegung: Vom Kaffeeklatsch über Lektor und Kapitän, zum ausgefallenen Zauberer, bis hin zum Bison und in die Haifischbar, ist alles dabei. Und schunkeln können wir heute besonders gut duftend.
Bilder folgen hier in Kürze
Südafrika mit La Réunion & Mauritius
AIDAstella 2026
Die Nacht war heiß und schwül. Draußen. Und auch in der Kabine, weil wir – wie so gerne – die Balkontür ein Stück aufgelassen haben. Eigentlich zu warm zum Schlafen, aber die Erschöpfung hat die Oberhand gewonnen und wir haben richtig gut geschlafen. Und wenn der geneigte Leser nun fragt: was für eine Erschöpfung? Dann muss ich an dieser Stelle erklären, dass so ein Tag auf dem Balkon in der Hitze mit Blick auf den Ozean ganz schön schlaucht. Naja.
Denselben Plan haben wir heute und sind insofern gerne erschöpft. Heute kommt dazu, dass wir nach Delfinen Ausschau halten sollen, die hier wohl vorkommen. Wir sind gespannt und werden das machen.
Tatar ohne Eis
Vorher natürlich eine Runde Frühstück. Wie immer wird es voll. Wir finden noch einen schönen Fensterplatz, aber nach uns füllt sich das Restaurant.
Dabei gibt es immer wieder eigenartige Leute. Direkt am Eingang sitzt diesmal ein Pärchen, das die ganze Zeit nur böse guckt. Jeder der reinkommt sagt „Guten Morgen“ zu dem nächst Sitzenden, aber die beiden würdigen niemanden einer Antwort. Leute gibt’s…
Als den Tipp des Tages gibt es heute Rindertatar. Ausgesprochen lecker, der Koch hat nur das Trüffel-Eis vergessen.
Naja, das gehört natürlich nicht dazu, aber als wir das neulich Abend hier im Rossini hatten, war das schon ein Gedicht.
Heute gebe ich mir noch mal einen Ruck und versuche es noch einmal, die Eier nicht mit „medium rare“ sondern mit viereinhalb Minuten zu bestellen. Und was soll ich sagen: heute ist das erste Mal, dass die Eier so sind, wie ich mir das wünsche. Nämlich Eigelb weich, Eiweiß hart.
Das hatten wir auf dieser Reise bisher erst ein einziges Mal und zwar das eine Mal. als wir ins Marktrestaurant ausweichen mussten.
Aber heute klappt es und prompt steigt der Weich-Ei-Index auf 5/18
Es ist voll im Rossini
Dadurch, dass es so voll ist, klappt zwar immer noch die Erstbestellung, die Kellner stürzen sich sofort auf uns, aber das Nachbestellen ist schwierig, weil die Kellner so beschäftigt sind. Das ist gar nicht schlimm, dafür haben wir selbstverständlich Verständnis. Nur zieht sich das Frühstück dadurch halt in die Länge. Auch das macht uns nichts, wir haben ja Urlaub, und genießen das Frühstück gerne.
Allerdings bahnt sich zwischendurch eine Butterkrise an. Auf vergangenen Reise habe ich ja schon von wahren Butterbergen geschrieben, die die Kellner anschleppen mussten, heute stockt es beim Nachschub. Aber egal, irgendwann kommt alles.
Überhaupt ist es so, dass es sehr von den Kellnern abhängig ist, wie aufmerksam die Gäste behandelt werden. Bis vorgestern war hier noch ein Kellner, der sehr gut Deutsch sprach, dessen Namen wir aber nicht wissen. Deshalb nennen wir in Blackbeard, weil er der einzige mit schwarzem Bart ist. Der war gestern schon nicht da. Und heute nicht, so ist unsere Befürchtung, dass sein Vertrag zu Ende ist und er uns in Maputo verlassen hat, oder jetzt in einem anderen Restaurant arbeitet. Das ist schade, denn der war wirklich sehr aufmerksam.
Trotzdem ist natürlich alles noch in Ordnung und wir genießen es hier sehr
Es tropft von der Decke
Der nächste Weg ist – natürlich – auf dem Balkon. Wir müssen ja unserer Pflicht nachkommen und nach Delfinen Ausschau halten. Die Luft ist wie heute Nacht schwer und feucht, es ist warm, bei 26°C
Es tropft von der Decke. Das ist die Feuchtigkeit, die sich am Metall der Decke niedergeschlagen hat, diese tropft den Vormittag über immer mal runter. Auch wir werden davon gelegentlich getroffen. Egal, gehört dazu.
Wir fahren weiter fast exakt nach Osten, Wie gestern auch scheint die Sonne auf den Balkon, aber weil sie so hoch steht, nur einen Streifen. Wir haben genug Platz, im Schatten zu sitzen. In der prallen Sonne wäre es sonst auch nicht auszuhalten. Wir haben schon so einige Gäste gesehen, deren Hautfarbe sich in ein leuchtendes krebsrot verwandelt hat. Wobei „Krebs“ hier durchaus doppeldeutig ist, ich bin manchmal erstaunt über den Leichtsinn der Menschen.
Kabinen-Reinigung trotz Balkon-Besetzung
Dem aufmerksamen Leser stellt sich hier natürlich die Frage: wie machen wir das mit der Kabinen-Reinigung, wenn wir dauernd auf dem Balkon sitzen? Denn irgendwann muss ja der Kabinen-Stewart in die Kabine kommen, um einmal durchzufeudeln.
An den Landtagen ist das kein Problem, da geben wir die Kabine frei, wenn wir das Schiff verlassen. Das hat jetzt auch jeden Tag gut geklappt, dass in der Zeit unsere Kabine fertig gemacht wurde.
An den Seetagen ist das natürlich etwas schwieriger, weil wir viel auf dem Balkon sind und genau das ist die Lösung: entweder haben wir Termine und verlassen noch einmal den Balkon und geben in der Zeit die Kabine frei, oder wir setzen uns auf dem Balkon, schließen die Balkontür und geben dann die Kabine frei. Der Kabinen-Stewart kennt das, dass er dann in Ruhe die Kabine machen kann. Und wir ihm auch nicht auf die Finger gucken.
Termine, Termine
Heute ist so ein Tag, wo ein Termin den anderen jagt, insgesamt vier Termine, damit ist Zeit genug für die Kabinenreinigung.
Um 10 Uhr macht der Kapitän seine übliche Ansage, erzählt uns, wo genau wir uns befinden. Das ist hilfreich, denn ein Blick vom Balkon auf die Weite des Ozeans hilft nicht, die genaue Position zu erkennen.
Heute erzählt er, dass wir gegen Mittag an der Südspitze von Madagaskar vorbeifahren werden. Durch die hohe Luftfeuchtigkeit ist es etwas diesig, deshalb ist nicht klar, ob wir die Küste sehen werden, obwohl sie nur rund 30 km entfernt ist.
Wir würden einmal sagen, dass die Durchsagen nicht die Kernkompetenz des Kapitäns sind. Muss auch nicht. Wichtiger ist uns, dass er das Schiff sicher steuert.
„Verrückt nach Meer“ vs. „Traumschiff“
Der erste Termin, den wir haben, ist um 11 Uhr der Kaffeeklatsch mit Dennie.
Bei diesem unterhalten sich Dennie und der Chief Purser über ihre unterschiedlichen Erfahrungen mit dem Fernsehen. Dennie ist ja durch „Verrückt nach Meer“ bekannt geworden. Der Purser war bei den Dreharbeiten zum „Traumschiff“ an Bord und auch gelegentlich vor der Kamera. Dieser Austausch ist ganz unterhaltsam, auch wenn meist nur einer redet, da ist Dennie durch und durch Entertainer.
Um 14 Uhr geht es dann weiter mit dem Lektor, der uns La Réunion vorstellt. Den ganzen Tag über ist das Schiff wie ausgestorben, weil alle Gäste an Deck sind und sich sonnen. Aber wenn der Lektor spricht, ist das Theatrium brechend voll. Das spricht für seine Qualität.
Zwischendurch schaffen wir noch einen Latte Macchiato im Café. Mare, bevor um 15:30 Uhr die Kapitänsfragestunde beginnt. Hier muss es heute genug Kekse geben, zum Abendbrot dauert es noch lange.
Keine Delfine in Sicht
Die übrige Zeit sitzen wir auf dem Balkon. Es ist weiterhin warm, aber Wellengang und Wind haben zugenommen. Inzwischen haben wir die Südspitze von Madagaskar umrundet und fahren jetzt eher nordöstlich. Deshalb scheint nachmittags und abends die Sonne mehr auf unserem Balkon, was uns aber nichts ausmacht, da wir immer noch ein bisschen Schatten haben.
Und es ist weiter herrlich. Der leichte Seewind, der uns frisch um die Ohren pustet bei der Wärme draußen, ist so angenehm. Wir halten das Stunde um Stunde aus und wollen gar nicht weg. Nur Delfine sehen wir nicht.
Aber Termine stehen fest und da gibt es keine Ausreden.
Da wir heute erst spät zum Abendbrot reservieren konnten, wollen wir uns den zweiten Teil der Zaubershow ansehen. Leider ist der Zauberer spontan krank geworden. Das muss auch schon kurz vorher in einer Durchsage angesagt worden sein, die haben wir aber auf dem Balkon nicht gehört.
Jedenfalls spielt stattdessen der Gitarrist Lee Wheatman amerikanische Songs, und das macht er gut.
Duftend zum Bison
Trotzdem müssen wir vorzeitig gehen, denn im Shop gibt es heute Parfums im Angebot. Die beste Ehefrau von allen kann sich aber kaum entscheiden und so rieche ich als Versuchskaninchen so wie eine ganze Parfümerie.
Und so gehen wir dann auch zum Essen. Wir haben noch einmal im Buffalo Steak House reserviert. Leider war das erst um 20 Uhr möglich. Dadurch ist es hier proppenvoll und wir bekommen nur einen schmalen Zweier-Tisch mit Anschluss an die Nachbarn.
Weil es so voll ist, ist zunächst eine Unterhaltung gar nicht möglich, der Geräuschpegel ist einfach zu hoch. Aber als sich das dann etwas leert, ist es wieder sehr schön.
Heute möchte ich einmal statt dem üblichen Rinderfilet ein Stück Bison-Top-Butt-Cap probieren, das Fleisch soll marmorierter und geschmacksintensiver sein. Ist es auch, wirklich sehr lecker. Aber marmorierter bedeutet auch, mehr zu kauen. Und noch mehr, ich weiß gar nicht, wie man solche Mengen essen soll. Natürlich stelle ich mich dieser Herausforderung, auch um den Preis von Muskelkater in den Kaumuskeln.
Schunkeln in der Haifischbar
Schon beim Essen hören wir lautes Lachen und Johlen aus dem Theatrium.
Hier ist um 21 Uhr die Haifischbar angesetzt. Davon halten wir uns meist fern, bedeutet das doch, dass ein Shanty-Chor aus Crew-Mitgliedern in der AIDA Bar Seemanns-Lieder singt. Sonst nicht so ganz unser Stil.
Aber es muss etwas bedeuten, dass das hier nicht in der AIDA Bar, sondern im Theatrium stattfindet. Und das tut es auch: Es ist brechend voll und Dennie führt derart lustig und stimmungsvoll durch das Programm, dass am Ende alle mitschunkeln und mitsingen. Auch mal schön.
Und einen Kurzen gibt es für jeden noch umsonst dazu.
Auch morgen ist noch ein Seetag.
ÜBERSCHRIFT BILDER FOLGT
GALERIE FOLGT
Sie haben Fragen oder Kommentare? Gerne mit uns teilen!