Mediterrane Highlights 6 mit der AIDAstella, Villefranche-sur-Mer 25.07.16

In Villefranche-sur-Mer sind wir in einem richtig schönen kleinen Ort an der Côte d‘Azur. Etwas überfüllt von den ganzen Kreuzfahrern, aber mit sehr hübschen schmalen Gassen. Während die AIDAstella weiter zerfällt, können wir die Wäsche trockenpusten.

Villefranche-sur-Mer 16.07.25 - Die kleinen Perlen des Mittelmeers AIDAstella

Um 7 Uhr ist die Nacht zu Ende. Nicht nur wegen des Gebollers über uns, sondern weil wir heute wieder tendern und das unbedingt über Lautsprecher in alle Kabinen angesagt werden muss.

Villefranche-sur-Mer 16.07.25 - Die kleinen Perlen des Mittelmeers AIDAstella

Wir kennen das von letzter Woche und tatsächlich sind wir ja gar nicht so weit weg von Cannes an der Côte d‘Azur. Heinz Ehrhardt hatte einst mit seinem unvergleichlichen Humor erklärt, warum dieser beliebte Küstenstrich überhaupt Kot Asür (so sprach er es immer aus) heißt. Angesichts des damals noch überall fehlenden Umweltbewusstseins und der mangelnden Kläranlagen erklärte er, dass man beim Schwimmen so manche Bekannte wiedertrifft…

Tendern in die Stadt

Ich kann versichern, dass das heute anders ist. Das Wasser ist herrlich blau, wir schauen außerdem auf dicht bewachsene Felsen mit schönen, teils palastartigen Häusern. Dazwischen gehen Serpentinen den Berg hoch, die mit Mauern gegen Abbruch geschützt sind. Villefranche (wie es noch bis 1988 einfach hieß) ist ein richtig hübscher Ort. Zu klein für einen großen Pier, aber doch groß genug, dass bis in die 1960er eine ganze Flotte hier stationiert war. Heute laufen hier reihenweise Kreuzfahrtschiffe an. Auch wir sind nicht allein, sondern neben uns liegt noch die Celebrity Equinox, ebenfalls ein großes Kreuzfahrtschiff. Damit dürfte der kleine Ort völlig überlaufen sein. Tatsächlich wird angekündigt, dass es beim Tendern zu Wartezeiten kommen kann, weil einfach nicht genug Platz ist. Andererseits dürften viele Gäste in das nahegelegene Nizza oder Monaco fahren. Hierbei sind allerdings alle offiziellen Ausflüge nach Nizza gestrichen worden angesichts des Anschlags dort vor rund 2 Wochen. Ich denke nicht, dass nun noch eine erhöhte Anschlaggefahr in Nizza besteht, aber ich kann mir auch nicht vorstellen, dort eine Promenade zu bewundern, auf der so viele Menschen gestorben sind. Insofern ist das die richtige Entscheidung, auch wenn hier letztlich für die Unternehmen nur die Frage ist, wie lange eine solche Pietätspause dauern sollte, bis das Leben normal weitergeht…

Der übliche Rundgang auf Deck zur Stadterkundung ist nicht nur sehr schön, sondern artet auch in einen Basketball-Wettwurf aus. So wissen wir im Anschluss a. wo wir nachher in der Stadt entlanggehen und b. wer eigentlich diese bescheuerten Leute sind, die sich bei der größten Mittagshitze auf dem Deck sportlich betätigen und anschließend über die Hitze und verrenkten Muskeln jammern: wir.

Wir tendern gegen 14 Uhr zur Stadt. Zunächst müssen wir aber warten, bis ein ganzer Ausflug dem Tenderboot entstiegen ist. Die Fahrt ist langsam, genüsslich, denn der Blick auf die Stadt ist wunderschön: Die Stadt ist rund um die Bucht in Berge hineingebaut. Wir entdecken zwischen den vielen Jachten 2 nicht zu große und damit volle Strände, selbst zu dieser Mittagszeit. In der Stadt selber gehen wir überall durch schmale Gassen, in vielen stehen die Tische der Restaurants oder die Auslagen der Geschäfte, viele Quergassen sind selbst dazu zu schmal und es gehen Treppen den Berg hoch, um von einer Gasse zur nächsten zu kommen. Die Wege sind sehr gut ausgebaut, an manchen Gassen gehen wir neben riesigen Mauern entlang, hinter denen noch Gärten liegen. Viele dieser Mauern sind mit herrlich lila oder rot blühenden Rankgewächsen bewachsen. Das alles ist wirklich schön und wir setzen uns gerne vor der Eglise Saint Michel unter einen riesigen Baum in den Schatten und schauen dem Treiben zu. Selbst dieser Platz ist mit eingebaut, denn die breite Treppe vor der Kirche führt nur zur Hälfte zur Kirche und zur anderen auf diesen Platz.

Obskure und schöne Gassen

Eine besonders obskure Gasse ist die Rue Obscure, die derart mit Häusern überbaut ist, dass man eher das Gefühl hat, durch ein Kellergewölbe zu gehen. In so einem Gewölbe endet sie auch blind, wie überall gehen aber seitlich schmale Treppen zur Stadt hoch oder zum Wasser herunter.
Auch die Zitadelle ist in erreichbarer Nähe, aber an dieser Stelle muss ich doch wieder daran erinnern, was ich schon die ganze Zeit schreibe: 29°C, brennender Sonnenschein. Das bedeutet: Zurück zum Anleger. Hier erwartet uns kein Tenderboot des Schiffs, sondern ein von der Stadt bereitgestelltes Boot, was den Vorteil hat, dass es zur Hälfte offen ist, was einen tollen Blick über die Bucht, auf die beiden Kreuzfahrtschiffe und auf gewaltige Jachten mit mehreren Motorbooten und Hubschrauber ab Bord erlaubt.

Villefranche-sur-Mer 16.07.25 - Die kleinen Perlen des Mittelmeers AIDAstella

In Cannes haben wir das ja schon gesehen, aber hier wird es noch deutlicher: Die Côte d’Azur ist wirklich wunderschön, und im Moment ist das kleine Villefranche-sur-Mer der Star.

Natürlich gibt es im Anschluss den obligatorischen kalten Milchshake und die dazugehörige heiße Runde „Phase 10“, die der Autor dieser Zeilen souverän für sich bestimmt. Dass dies in aller Regel nicht als Ergebnis in den Berichten steht, mag den geneigten Leser zu dem voreiligen, wenn auch berechtigten, Schluss führen, dass derselbige Gewinner dieses nicht oft tut, so dass sich die Erwähnung lohnt.

Waschen ohne Trocknen

Bis zum Abendbrot ist eigentlich der Plan, noch etwas auf dem Balkon zu chillen, da jetzt aber die Sonne prall darauf steht, ist das nur kurz möglich.

Auf Wunsch eines Einzelnen gibt es heute noch einmal einen Burger im California Grill. Highlight ist dabei ein Litschi-Lassi aus dem East Restaurant. Danach schauen wir uns das Auslaufen an. Im Anschluss müssen wir noch einmal eine Maschine waschen. Das klappt problemlos, aber zum Trocknen geht die AIDAstella leider weiter kaputt: Das Kartenlesegerät fällt aus. Während wir im Theatrium „Wer wird Millionär“ ansehen, ist ein Techniker irgendwie nicht aufzutreiben und statt einfach das Trocknen freizugeben kommt da ein großes Schild „Außer Betrieb“ drauf. In der Konsequenz bedeutet das, dass auf 3 bis 4 Kabinen, die alle dasselbe Problem haben, nun nasse Wäsche rumliegt. Das Trockenpusten ist doch schwierig…

Die nächste Etappe sind 226 km bis La Spezia.

Villefranche-sur-Mer

Der Lohn des Schreibens ist das Lesen. Das Kommentieren. Besonders das Teilen auf Blogs und Netzwerken!

Bisher keine Bewertungen
Seetag heißt Sonne, Balkon, Sonne, Meer, Sonne
Missverstandene Präventivtherapeuten und grüne Berge