Von der Dominikanischen Republik nach Teneriffa mit der AIDAperla, Karibik 05.04.19

Ohne Erwartung gehen wir zum Frühstück, nachdem AIDA uns das exklusive Frühstück beschnitten hat. Es gelingt diese Erwartung zu unterbieten, worüber wir in keinster Weise böse sein können und treu bleiben. Im Gegensatz zum Notebook, das sich akut verabschiedet und mir ein chronisches Reiseberichtschreibproblem bereitet.

Casa Nova Karibik 19.04.05 - Strände der Karibik über den Atlantik AIDAperla

Karibische Strände bis Europa
AIDAperla 2019

Wir haben uns wohl noch nicht an die Zeitumstellung gewöhnt. Obwohl wir gestern so völlig müde waren, sind wir bereits um 7 Uhr wach. Gut, in Deutschland ist es jetzt bereits 13 Uhr.

Der Balkon ist beschattet und in der Sicht eingeschränkt

Der erste Weg geht auf den Balkon. Die Sonne steht morgens noch so tief, dass sie auf den Balkon scheint. Das wird nachher nicht mehr möglich sein.

Karibik 19.04.05 - Strände der Karibik über den Atlantik AIDAperla

Der Grund dafür ist, dass wir auf Deck 12 sind. Das bedeutet, dass über uns – mathematisch nicht korrekt, aber dafür abergläubisch – Deck 14 ist. Und Deck 14 ist gegenüber den Decks darunter etwas vorgezogen.

Die Balkone der Verandakabinen auf der AIDAperla haben einen größeren Balkon als auf den kleineren AIDA-Schiffen. Größer heißt vor allem tiefer. Das ist sehr angenehm, weil dadurch sehr viel mehr Platz auf dem Balkon ist. Allerdings wirken die Balkone dadurch kastiger. Hier bei uns ist nun auch noch die Decke vorgezogen, wodurch deutlich weniger Sonne auf den Balkon gelangt. Das hat durchaus Vorteile bei der heißen karibischen Sonne, sonst würde man das hier mittags bei voller Sonnenbestrahlung nicht aushalten.

Insgesamt ist auch die seitliche Sicht der Kabinen unterhalb von Deck 14 etwas eingeschränkt, weil alle paar Kabinen ein senkrechter Stahlträger im Weg ist. Speziell bei unserer Kabine kommt noch hinzu, dass wir 2 Kabinen hinter dem ausgestellten Bereich sind, der durch das Theatrium gebildet wird. Dafür können wir nach vorne zum Schiff gar nicht gucken. Lediglich auf die vorgezogen Kabinen, die haben aber einen seitlichen Sichtschutz, so dass wir nicht am Leben der anderen teilhaben können. Die aber an unserem schon, denn jetzt erst entdecke ich, dass die an der Ecke der Balkonbrüstung eine kleine Action-Kamera angeschraubt haben. Ich hoffe mal für deren Seelenheil, dass die wirklich nur aufs Meer gerichtet ist und uns nicht erfasst…

Nach unten schauen wir auf den Beginn des Lanaidecks. Schön ist, dass keine Restaurants oder Raucherecken unter oder über uns sind, das verspricht viel Ruhe. Aber wir entdecken unter uns eine Reihe von Liegen unter Sonnenschirmen. Alle diese Liegen sind schon zu dieser frühen Morgenstunden belegt. Mit Handtüchern und jeweils etwas Persönlichem. Mit keinem einzigen Menschen. In diesem Moment überlege ich, ob ich eine andere Staatsbürgerschaft beantragen soll, meine ist mir nach gestern etwas peinlich, und jetzt erst recht.

Beim Frühstücksdesaster mit gutem Restaurantleiter gibt es Hoffnung auf morgen

Karibik 19.04.05 - Strände der Karibik über den Atlantik AIDAperla

Das bringt uns direkt zum Frühstück. Der geneigte Leser erinnert sich vielleicht, dass ich AIDA dauerhaft böse bin, dass sie auf dieser Schiffsklasse „ihre treuesten Kunden, die AIDA groß gemacht haben“ (Zitat AIDA) zum Frühstück aus dem Buffalo-Steak-House rausgeworfen haben. Stattdessen ein exklusives Frühstück im French Kiss. Auf drei verschiedenen Reisen auf der AIDAperla und AIDAprima haben wir das ausprobiert und es war jedes Mal grottenschlecht, so dass wir meist in die Buffet-Restaurants ausgewichen sind. Wobei ich jedes Mal betont habe, dass der Fisch vom Kopf her stinkt, es also an der Ignoranz und manchmal Arroganz der jeweiligen Restaurantleiter lag. Insofern haben wir keinerlei positive Erwartungen, probieren es aber erst aus.

Inzwischen hat AIDA die Gold-Kunden noch weiter beschnitten. War uns anfangs der Zugang zur AIDA Lounge möglich, was ein gewisser Ausgleich für das Frühstücksdesaster war, sind wir da ab diesem Jahr auch rausgeflogen. Nur noch Suiten-Gäste haben Zugang. Aufgrund unserer Treue habe ich AIDA dazu angeschrieben, aber das berichte ich lieber ein anderes Mal, nachdem ich nun schon vom Frühstück angefangen habe, bin ich sonst Herzinfarktgefährdet…

Also Frühstück. Im Club-Anschreiben lesen wir, dass nicht nur das French Kiss, sondern auch das Casa Nova für uns geöffnet ist. Das bedeutet, dass hier sehr viele Club-Gold-Fahrer sein müssen. Unsere Freunde haben berichtet, dass sowas schon einmal vorgekommen ist und es im Casa Nova gar nicht so schlecht gewesen sein soll. Also gehen wir versuchsweise dorthin.

Um es vorweg zu nehmen: es läuft eigentlich fast nichts, es dauert unendlich lange, es kommt nicht alles Bestellte und doch habe ich – im Gegensatz zu anderen – nichts zu meckern.

Wie das kommt? Auch hier liegt das am Restaurantleiter, diesmal Ricardo Nickel: der ist sehr freundlich und zugewandt. Schon beim Reinkommen bittet er um Verständnis, dass sie das hier zum ersten Mal machen und sich noch einspielen müssen. Es würde bestimmt noch besser werden. Dann geht er viel rum, packt mit an, spricht allen Mut zu und als es ruhiger wird setzt er sich zu uns an den Tisch, um alles in Ruhe zu besprechen.

Und genau das ist es: wenn einer das erklärt und verständnisvoll ist und sich Möglichkeiten zur Verbesserung überlegt, dann haben wir Verständnis und sind überhaupt nicht böse. Heute ist Seetag, wir haben alle Zeit der Welt und am Ende bekommen wir hier alles, was wir bestellt haben. Und noch mehr.

Und auch das nehme ich vorweg: morgen klappt es reibungslos (nicht weil ich Hellsehen kann, sondern weil ich diesen Bericht mit einem Tag Verspätung schreibe. Ärgerlicher Weise. Doch dazu später mehr). Vielleicht auch deshalb, weil trotz der Bemühungen des Restaurantleiters einige Stinkstiefel kein Verständnis haben und motzig abdampfen und morgen nicht wiederkommen.

Es gibt hier alles, was es auch im Buffalo Steak House gibt. Außer die gebratenen Sachen, wie zum Beispiel das Minutensteak der besten Ehefrau von allen. Sogar der Orangensaft ist jetzt frisch gepresst, was man im French Kiss nicht sagen konnte. Und Nachnehmen ist schwierig, da es nur ein rudimentäres Buffet gibt. Dafür bringen die Kellner alles, was gewünscht ist. Also, sicher werden sie das tun, wenn ein bisschen Übung ist. Im Moment laufen sie viel zu viele Wege sinnlos ohne Ware hin und her. Aber als genug Motzer abgezogen sind, klappt das ganz gut. Und satt werden wir allemal, der Lachs ist hervorragend, die Eier einwandfrei, Obst bekommen wir mehr als bestellt und der Kaffee ist ein Traum. Was soll’s also, dass es dauert.

Karibik 19.04.05 - Strände der Karibik über den Atlantik AIDAperla

Das Notebook raucht ab, schlecht für die Berichte

Genug gesättigt ist Zeit für die zweitliebste Beschäftigung (nach Essen): Auf dem Balkon liegen, Reiseberichte schreiben und lesen. Das klappt auch soweit ganz gut, die Luft ist herrlich bei sonnigen 28°C, und wir genießen das.

Bis das passiert, was meiner Karriere als Reiseberichtschreiber einen herben Rückschlag versetzt: Ich schaffe es gerade noch, den gestrigen Bericht hochzuladen, bevor ich das bei MeWe (meiner neuen social-media-Heimat seit dem Abschalten von Google+) und Twitter verlinken kann, schaltet das Notebook ab und lässt sich nicht mehr wiederbeleben. Uaaaaaaa, da sind alle bisher gemachten Fotos drauf und auch vorbereitete Sachen für diese Reise. Sicher ist das nicht langfristig tragisch, denn zu Hause kann ich auch auf ein abgerauchtes Notebook zugreifen und zur Not habe ich alle Daten gesichert, aber das nützt mir jetzt und hier gar nichts.

Also heißt das erst einmal Schreibpause, vielleicht bringt ein Durchladen des Akkus bis morgen noch was und als Notfallprogramm schreibe ich auf dem Handy weiter. Was keine Freude ist.

Spielen und Show lenken ab

Karibik 19.04.05 - Strände der Karibik über den Atlantik AIDAperla

Erst einmal geht es zum Kaffee ins Theatrium. Ein richtiges Kaffee-Restaurant gibt es hier nicht, aber an verschiedenen Bars ist kostenfrei Kaffee und Kuchen aufgebaut. Ersteren genießen wir, letzteren die Kinder und dann beginnt eine neue Runde Spiele-Marathon. Nach dem Notebook-Desaster ist es mir eine Freude, „Skull-King“ zu gewinnen, beim „Schwimmen“ gewinnt dagegen die beste Ehefrau von allen. Ja, die armen Kinder diese gewinnenden Raben-Eltern…

Abendbrot genießen wir heute im East Restaurant. Hier gibt es ja die Möglichkeit, Teller selbst zusammenzustellen und dann zum Koch zu bringen, was wir ausgiebig genießen.

Im Anschluss gibt es als Show die Vorstellung der Solisten. Hier sind es wieder sechs, jeder wird mit einem Einspieler vorgestellt und präsentiert dann einen Song. Wieder sehr schöne Stimmen dabei.

Eine weitere Runde Spielen scheitert an der Müdigkeit, und kaum auf der Kabine angekommen, schlafen wir schon ein. Ja, die Zeitumstellung…

Morgen sind wir dann in Oranjestad, Aruba.

Karibik

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