Kurzreise nach Danzig & Bornholm ab Warnemünde mit der AIDAmar, Warnemünde 15.04.26
Es ist eine andere Route und die Zusammensetzung hat sich etwas verändert, aber ansonsten ist die Kurzreise eine Erinnerung an das letzte Jahr. Mit Koffer-Tetris passen wir alle in einen Wagen und genießen, dass die Anreise angenehmer ist, als mit langen Flügen. Den Check-In machen wir wieder zu einem Spektakel, stehen in langen Schlangen vor der Sicherheitskontrolle und wundern uns über die Koffer-Verdopplung, bevor das Auslaufen aus Warnemünde sehr schön ist.
Bilder folgen hier in Kürze
Kurztour nach Danzig und Bornholm mit Erinnerung
AIDAmar 2026
Fast alle unserer letzten Reisen waren mit einem Flug, teilweise mit einem sehr langen Flug verbunden. Zuletzt nach Südafrika waren es 13 Stunden plus Aufenthalt in Dubai. Plus die Wartezeit am Flughafen vorher. Was letztlich eine Anreise von gut 30 Stunden bedeutete.
Wie wohltuend ist es da, mal wieder ein Schiff direkt ab Deutschland zu nehmen. Das einzige bei der Anreise ist die Fahrt mit dem Auto. Dann vom Parkplatz ins Schiff und das war’s. Keine 30 Stunden, heute sind es gerade einmal 4,5 Stunden, mit Kaffeepause und Umweg über die Großeltern.
Denn das machen wir heute und auch das nächste Mal: Kreuzfahrt mit dem Schiff direkt ab Deutschland.
Erinnerung an letztes Jahr
Konkret geht es heute los in Warnemünde. Dort wartet schon die AIDAmar auf uns für eine Kurzreise.
Da klingelt es beim geneigten Leser vermutlich, denn genau dasselbe haben wir vor fast einem Jahr auch gemacht: mit der AIDAmar durch die Ostsee. Damals war unser Ziel allerdings nur das dänische Festland, diesmal geht es ein Stück weiter nach Danzig und zur dänischen Insel Bornholm
Auch die Zusammensetzung unserer Reisegruppe ist etwas anders als letztes Jahr, allerdings nicht freiwillig. Welchen traurigen Hintergrund das hat, werde ich morgen in Ruhe am Seetag berichten.
Heute geht es erst einmal zum Schiff. Gegen 10 Uhr geht es los, zu dritt fahren wir zunächst zu den Oma und Opa. Diese laden wir nach einer Stunde auch noch ein und dann geht es etwas beengt zu fünft, aber mit dem Erfolg, dass wir alle Koffer irgendwie hinein bekommen, weiter Richtung Osten.
Koffer-Tetris
Hier ist ein kleiner Einschub nötig. Ich habe das zwar letztes Jahr auch erklärt, aber stetige Wiederholung lässt es besser sacken: Eltern neigen ja dazu, ihre Eltern als Großeltern zu bezeichnen, aus der Sicht der eigenen Kinder heraus. Damit haben wir nun auch in der Vergangenheit angefangen und machen das einfach weiter. In Wirklichkeit sind „Oma und Opa“ also die Eltern des Autors dieser Zeilen.
Das mit den Koffern ist ebenso schwierig wie erstaunlich. Denn spätestens an dieser Stelle stolpert der geneigte Leser, denn weiter oben schrieb ich das Wort “Kurzreise”. Kurzreise heißt wirklich kurz. Es sind gerade einmal vier Nächte. Trotzdem schaffen wir es nur mit aller Erfahrung von Tetris, die Koffer irgendwie in den Wagen zu bekommen. Keiner wird je verstehen, was alles auf diese vier Tage Fahrt mit muss. Gut, wir haben immer noch April, und der Wetterbericht sagt uns, dass es arg kalt wird. Aber auch das ist sicherlich noch keine vollständige Erklärung und wird deshalb immer ein Mysterium bleiben. Ich sage nur: Nochmal gut, dass wir nicht fliegen und so keine Gewichtsbegrenzung haben.
Kurz hinter Wismar gibt es eine kleine Kaffeepause, immerhin ist es jetzt gegen Mittag, und da hilft Kaffee, den fehlenden Mittagsschlaf zu überstehen. Das nutzen wir natürlich auch gleich, um den Wagen noch einmal zu laden. Müssten wir zwar noch nicht, gibt uns aber ein schönes Polster für die Rückfahrt.
In Warnemünde angekommen, haben wir wieder einen Parkplatz gebucht, diesmal sind auf dem großen Gelände noch reichlich Parkplätze frei. Das war in der Vergangenheit auch schon anders. Allerdings lagen dann auch zwei oder drei Kreuzfahrer im Hafen. Heute ist die AIDAmar alleine.
Ein Shuttle bringt uns in gut 5 Minuten direkt zum Schiff. Hier eben die Koffer abgeben, und dann geht es schon zum Einchecken.
Eine Überholspur wie in Neapel
Aufgrund unserer Club-Stufe steht uns am Check-in die Überholspur zu. Das ist heute tatsächlich eine gute Idee, denn es hat sich eine lange Schlange vor den Schaltern gebildet.
Der Mitarbeiter, der den Eingang bewacht, weiß aber gar nicht so recht etwas mit uns anzufangen. Er weiß, dass die Suiten die Überholspur benutzen dürfen, aber dass auch die höchste Club-Stufe dies darf, scheint ihm nicht so klar zu sein. Aber egal, manchmal hilft einfach entschlossenes Auftreten und er lässt uns durch. Und muss es irgendwie falsch verstanden haben, dann versehentlich lässt er auch noch Leute hinter uns durch, die selber ganz verwundert sind, dass sie jetzt auf der Überholspur sind.
Offensichtlich ist hieran auch nicht die beste Ehefrau von allen ganz unschuldig, die mit einem großen Armschwung zeigt, wer alles zu uns gehört und damit quasi die ganze Check-In-Halle umfasst. Erfahrene Leser erinnern sich sicherlich gerne an die Szene im Bahnhof von Neapel, bei dem ich immer noch nicht weiß, ob wir jetzt lebenslanges Betretungsverbot haben, weil wir den größten Auflauf in der Geschichte Italiens verursacht haben.
Leider bin ich bei so etwas nicht plietsch genug. Nachdem die Leute hinter uns derart verblüfft waren, dass sie jetzt die Überholspur nutzen können, hätte ich einfach sagen sollen, dass ich dem Mitarbeiter 100 € in die Hand gedrückt habe, damit er uns durchlässt, und sie sich jetzt mit 50 € beteiligen dürften. Aber auf sowas kommt man immer erst hinterher.
Schlangen vor der Sicherheitskontrolle
Wir stehen nun jedenfalls vorne an der Überholspur und wären auch die nächsten, die zum Check-In vortreten können, aber erstmal geht überhaupt nichts weiter. Die Mitarbeiter am Check-In langweilen sich und wir warten. Das liegt daran, dass ein Stück weiter dahinter die Sicherheitskontrolle einen solchen Stau verursacht, dass hier eine Pause eingelegt werden muss.
Aber irgendwann geht es dann weiter, der Check-In selbst dauert keine fünf Minuten, es wird lediglich ein Foto vom Personalausweis und von uns selbst gemacht und dann am nächsten Stand die Bordkarte eingesammelt.
Wer will, kann dann noch ein gemeinsames Begrüßungsfoto machen, dann kommt die eben schon erwähnte Schlange vor der Sicherheitskontrolle. Leider gibt es hier keine Überholspur, und zu drehen wir unsere Serpentinen bis wir endlich an der Kontrolle stehen.
Wo es dann auch nicht weitergeht, denn es gibt irgendein Problem, um das sich der leitende Mitarbeiter dieser Station kümmern muss. Solange geht halt nichts weiter und die anderen Mitarbeiter genießen wieder eine Pause. Das Ganze dauert nun etwas länger, bis der leitende Mitarbeiter schließlich einen Polizisten dazu zieht, der das Problem nun übernimmt.
Dann geht es ganz schnell, einmal die Taschen und Jacken durch den Scanner schieben und schon können wir an Bord gehen.
Sehr schnelle Sicherheitsübung
Diesmal ist die beste Ehefrau von allen besonders pfiffig und nutzt schon die Wartezeit vor der Sicherheitskontrolle aus. Denn wir haben hier bereits den WLAN-Empfang des Bordportals. Und können so schon einmal die verpflichtende Sicherheitseinweisung dort ablaufen lassen. Das bedeutet, dass wir nachher an Bord nur noch einmal mit der Rettungs-Weste zu unserem Sammelpunkt gehen müssen und dort die Bordkarte einlesen müssen, dann haben wir die Sicherheitsübung erledigt.
Vorher allerdings schauen wir nach, ob unsere Kabine schon fertig ist. Das ist sie. Und dann gehen wir erst einmal zum Café Mare für einen Begrüßungs-Latte-Macchiato.
Und es ist erstaunlich, wie schnell die Zeit vergeht, denn nun müssen wir uns tatsächlich etwas beeilen, das Einlesen der Bordkarten am Sammelpunkt ist nur noch bis 16:30 Uhr möglich.
Das schaffen wir aber und so sind wir rechtzeitig um 17 Uhr auf dem Balkon, um das Auslaufen zu genießen.
Auslaufen aus Warnemünde ist schön
Das Auslaufen aus einem so schönen Hafen wie Warnemünde ist um ein vielfaches beeindruckender, als wenn wir in irgendeinem Containerhafen liegen.
Hier ist es so, dass wir von mehreren Hafenrundfahrt-Schiffen begleitet werden. Am Ufer stehen ganz viele Menschen, die das Auslaufen sehen wollen und uns zuwinken.
Wir fahren vorbei an der Warnow-Fähre, an dem Riesenrad, dem Wohnmobilstellplatz, auf dem wir auch schon standen. Dahinter können wir den Leuchtturm, die Muschel, den Strand und das riesige Hotel Neptun sehen.
Das ist wirklich ein schöner Anblick und wir halten das aus, bis wir auf dem offenen Meer sind. Dann allerdings wird es auf dem Balkon zu kalt.
Koffer-Verdopplung
Inzwischen ist auch unser Koffer angekommen. Genauer gesagt, zwei Koffer. Das erstaunt uns nun doch, denn wir haben zwar einen riesigen Koffer mitgenommen, aber eben nur einen Koffer. So forschen wir nach und stellen fest, dass der zweite Koffer fast die gleiche Kabinennummer hat wie wir, nur vier Decks tiefer.
Dort wird vermutlich dieser Koffer vermisst, deshalb rufen wir in der Kabine dort an und sagen Bescheid, dass ihr Koffer hier vor unserer Tür steht. Offensichtlich handelt es sich am anderen Ende der Leitung um Jugendliche, die unseren Anruf halbinteressiert zur Kenntnis nehmen.
Um 18 Uhr haben wir uns im Marktrestaurant verabredet. Weil wir pünktlich da sind, finden wir noch einen 6er Tisch. Allerdings hatten diese Idee auch andere, so dass es an den Buffets sehr voll wird. Aber zum einen haben wir es nicht eilig, zum anderen fällt es uns nicht schwer, antizyklisch zu gehen, das heißt, erst einmal dort etwas zu holen, wo nichts los ist. Das ist dann auch egal, ob es Nachtisch, ob es Obst, ob es die Käseplatte ist. Am Ende kommt ja doch alles in den gleichen Magen und wir werden reichlich satt. Und staunen, dass wir fast zwei Stunden im Marktrestaurant sitzen.
Vom Sekt-Buffet zur Show
Beim Abendprogramm wollen wir gerne das Sekt-Buffet und die Begrüßung der neuen Gäste genießen. Wir sind aber noch zu früh dran, deshalb sehen wir noch die Prime Time mit Annett, von der wir erfahren, dass sie aus der gleichen Stadt kommt wie die Großeltern.
Nach der üblichen Begrüßung sehen wir uns dann noch die Show “Shining Stars” an, mit der sich die Künstler vorstellen. Ich hatte bei den letzten Reisen schon geschrieben, dass der Trend der ist, dass immer weniger Künstler aus der Ukraine kommen. Tänzer und Akrobaten aus der Ukraine oder Weißrussland haben in der Vergangenheit den Hauptteil der Künstler gestellt.
Bei den letzten Reisen wurden das immer weniger.
Auf dieser Reise ist es jetzt so, dass kein einziger Künstler mehr von dort kommt, sondern fast alle kommen aus Südamerika.
So schlägt sich hier die Weltpolitik nieder, indem sich Menschen, die einst genauso wie wir gelebt haben, nun um die Verteidigung ihres Landes kümmern müssen, weil ein größenwahnsinniger Diktator dort eingefallen ist.
Obwohl wir nur ab Deutschland abfahren, ist so eine Anreise doch anstrengend und nun sind wir müde. Deshalb beschließen wir mit dieser Show das Tagesprogramm.
Die erste Etappe sind 542 Kilometer bis Gdynia / Danzig. Morgen ist aber erst einmal Seetag.
ÜBERSCHRIFT BILDER FOLGT
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