Große Skandinavien-Reise ab Kiel mit der AIDAnova, Århus 10.05.26

Das Latiner-Viertel in Århus ist eine sehr hübsche Altstadt mit kleinen Häusern, schönen Gassen und vielen Cafés, das zum Schlendern und Treibenlassen einlädt. Genau das genießen wir, endlich einmal ohne Regen.
Frühstück und Abendbrot gibt es im Ristorante Casa Nova, was wir ebenso genießen.


Bilder folgen hier in Kürze

Große Skandinavien-Reise ab Kiel
AIDAnova 2026

  • Tag 1: Kommt noch: Ort und Titel mit Link ab hier
  • Tag 2:

In Århus waren wir zuletzt vor einem Jahr mit Großeltern und Freunden.
Der geneigte Leser erinnert sich sicherlich, wie diese uns irgendwie vergessen haben und alleine in den Ort gegangen sind. Belohnt mit strömendem Regen.
Wir dagegen haben den Regenradar angeschaut und konnten so eine Regenpause abpassen.

Das wird heute nicht nötig sein. Zwar gibt es zwischendurch dunkle Wolken, aber dann scheint auch wieder strahlende Sonne bei 13°C.

So kennen wir Århus gar nicht. Bei einem vergangenen Besuch saßen wir im Regen auf einer Bank am Fluss. Beim letzten Mal hat es so geregnet, dass wir die Abschiedsband durch den Regenschleier überhaupt nicht mehr erkennen konnten. Diese wird uns aber ewig in Erinnerung bleiben, weil sie tapfer immer weiter gespielt hat.

Casa Nova statt French Kiss

Zunächst geht es aber zum Frühstück. Eigentlich dürfen wir sogar doppelt frühstücken, denn wir haben sowohl eine Einladung für unsere Kabinenkategorie zum Frühstück bekommen, als auch für unsere Club-Stufe. Und beides im Ristorante Casa Nova.

Das ist schön. Denn auf diesen großen Schiffen durften wir zum Frühstück in der Regel nicht ins Rossini gehen, sondern hatten unser exklusives Frühstück im French Kiss. Und das ist sehr ambivalent. Denn wir hatten mal eine nette Bedienung, mal war es eher eine Massenabfertigung, so dass immer ein etwas schales Gefühl bleibt, wenn wir dort zum Frühstück gehen.

Heute nun also im Casa Nova, dort waren wir nur bei einer einzigen Reise zum Frühstück, und das auch nur, weil das French Kiss derart voll war, dass wir umgeroutet wurden. Damals hatte es uns ausgesprochen gut gefallen

Und so ist es auch heute. Obwohl es um 8:30 Uhr voll ist, ist die Personaldichte so hoch, dass wir kaum warten müssen.
Erstaunlich, dass es so voll ist, denn eigentlich kennen wir das so, dass der Höhepunkt des Besuchs um 9 Uhr ist. Vielleicht liegt es daran, dass wir schon angelegt haben und die Leute deshalb etwas früher frühstücken gehen.

Die Kellner sind sehr freundlich und müssen anders als beim letzten Mal im French Kiss nicht verzweifelt herbeigewunken werden, sondern kommen von alleine und erkundigen sich nach unserem Wohlbefinden.
Das auf der höchsten Stufe angelangt ist, denn es ist alles wieder sehr lecker. Für mich besonders wichtig natürlich der Lachs, der diesmal mit einer Meerrettich-Praline serviert wird. Genau mein Geschmack.

So sitzen wir hier sehr gemütlich und ausdauernd und genießen unser erstes Frühstück an Bord ohne Gedränge.

Muttertags-Telefonate

Die Kaffee-Durchlaufzeit verbringen wir natürlich wieder in unserer Kabine. Wie wir das auch von anderen Fahrten kennen, hat uns irgendein Spaßvogel wieder das “Do not disturb” Schild an der Tür geklaut. Also malen wir uns selber eines, damit der Steward weiß, dass wir ihn erst später brauchen.

Eine wichtige Aufgabe ist noch: heute ist Muttertag, und deshalb rufen wir natürlich unsere Mütter an. Spannender ist die Frage, ob auch unsere Kinder daran denken.
Spoiler: im Laufe des Tages tun sie das. Natürlich verschweigen wir, dass eine die anderen erinnert.

Zwischendurch wird angesagt, dass wir ruhig noch einen Moment auf dem Schiff bleiben können, weil gerade Schlangen an den Shuttle-Bussen entstehen. Also bleiben wir noch einen Augenblick hier.

Wieso Shuttle in Århus?

Kurz vor 12 Uhr gehen wir dann los. Die Schlangen vor dem Shuttle sind offensichtlich abgebaut, wir sind die einzigen, die mit dem Bus zum Zentrum fahren.
Es kommen aber viele Gäste mit dem Bus zurück zum Schiff.

Der geneigte Leser wird an dieser Stelle natürlich stutzig und fragt sich, was ich hier von Shuttle schreibe. Jedes Mal, wenn wir hier waren, habe ich nur davon geschrieben, wie wir eben aus dem Schiff zu Fuß um das Hafenbecken gehen. Tatsächlich sind wir selber erstaunt, dass angesagt wird, dass das Verlassen des Hafens zu Fuß nicht erlaubt ist und die Stadt deshalb kostenlose Shuttle-Busse zur Verfügung stellt.

Ein Blick nach draußen zeigt aber schnell den Grund: wir liegen ein Becken weiter als sonst. Vermutlich ist die Nova zu groß. Das führt dazu, dass wir hier mitten in einem Industriehafen liegen. Und der Weg mit dem Bus ist dann auch tatsächlich weit durch die ganzen Firmen hier, obwohl wir gefühlt nur ein paar Meter weiter entfernt liegen als sonst.

Abgesetzt werden wir direkt am Hafenbecken gegenüber der Bücherei Dokk1. Hier sind ein paar Souvenirstände aufgebaut, aber niemand spricht uns aufdringlich an.

An der Hafen-Promenade

Wir gehen heute nicht direkt in die Stadt, sondern zunächst am Hafenbecken entlang. Hier ist eine große Fläche mit Stufen geschaffen, auf denen im Sommer bestimmt viele junge Leute gemütlich sitzen und auf das Hafenbecken schauen. Ein Stück weiter gehen wir noch einmal um die Universität herum und dann von hier erst in die Stadt hinein.

Damit sind wir einmal am Latiner-Viertel, dem ältesten Viertel von Århus vorbeigegangen und können jetzt von Norden kommend durch dieses zurückgehen.

Durch das schöne Latiner-Viertel

Das Latiner-Viertel ist die quirlige Innenstadt von Århus. Hier finden wir Fußgängerzonen, viele mit Kopfsteinpflaster versehene schmale Einbahnstraßen, kleine Boutiquen, jede Menge Cafés. Und hier mitten durch fließt der Fluss Århus Å. der einst kanalisiert wurde. Ursprünglich war er hier komplett überbaut, in diesem Viertel hat man ihn dann wieder befreit.

Wir gehen durch schöne kleine Straßen. Viele Häuser sind klein und sehr hübsch. Wenige sehen ein bisschen verfallen aus oder sind mit Plakaten zugeklebt.

Man sieht, dass Århus eine Studentenstadt ist. Hier sind viele junge Leute unterwegs. Zudem ist die zweitgrößte Stadt Dänemarks auch ein kulturelles Zentrum.

Einige dieser Straßen haben wir schon einmal gesehen, aber so ohne Regen sieht es ganz anders aus und wir können langsam schlendern und es genießen, statt schnell unter dem Regen durchzulaufen.
Dabei lassen wir uns einfach treiben, schauen auch mal in kleine Gassen und in schön gestaltete Hinterhöfe.

Wir kommen an einem Kloster vorbei, gehen durch die ursprünglichste und gut erhaltene historische Straße Møllestien mit seinen kleinen, bunten Häusern. Wir sitzen in einem Park und schlendern dann am Fluss zurück.

Der Weg zum Fluss erinnert in manchen Straßen an Amsterdam: Hauseingänge unterhalb des Bürgersteigs, Unmengen Fahrräder am Rand und vor uns kanalisierte Grachten.

Immer wieder gehen Steinbrücken über den Fluss. Diese sind für die Autos. Direkt daneben kleine Holzbrücken für die Fußgänger. Das ist alles sehr hübsch gemacht.

Am vorletzten Stück des Flusses ist der Bürgersteig breiter und hier ist ein Café mit Außenbereich neben dem anderen. Das sieht alles sehr gemütlich aus.

Unverschämte Kleinigkeiten in der Lounge

Die Shuttle zurück zum Schiff sind sehr gut organisiert. Es stehen bereits mehrere Shuttle bereit und die Busfahrer zählen mit, dass nicht zu viele Gäste in den Bus einsteigen und schicken die überzähligen gleich zum nächsten Bus. Von daher gibt es ja keinen Stau und wir kommen zügig zum Schiff zurück.

Eigentlich wollten wir noch kurz zur Kabine, aber diese wird gerade gereinigt. Also gehen wir hoch zur Lounge, denn nun haben wir richtig Kaffee-Durst. Und unverschämter Weise stehen hier wieder verführerische Kleinigkeiten wie Nuss-Sahne-Törtchen mit weißer Schokolade.

Bis zum Abendbrot haben wir noch Zeit zum Lesen und Reisebericht Schreiben im Wintergarten. Von dem erzähle ich aber erst morgen.

Es geht nicht ohne Parmesancremesuppe

Gegen 17:30 Uhr beginnt das Ausrufen einzelner Kabinen. Diese sind entweder noch nicht an Bord oder deren Karte wurde am Eingang nicht richtig eingelesen.

Pünktlich um 18 Uhr laufen wir aus. Das ist immer schön mit Blick auf die Umgebung und der Auslaufmelodie. Zumindest auf der anderen Seite des Schiffs, wir schauen nur auf Container.

Heute essen wir in dem ersten Restaurant, das die Concierge für uns reservieren konnte. Um 18:30 Uhr sind wir pünktlich im Ristorante Casa Nova. Wir bekommen einen schönen Tisch und zügig unser Essen.

Statt wie vorgeschlagen eine Vorspeise, zwei Hauptgänge und Nachtisch nehmen wir zwei Vorspeisen, einen Hauptgang und Nachtisch.

Besonders an der Parmesancremesuppe führt kein Weg vorbei. Antipasti und Rindercarpaccio sind auch lecker, gefolgt von Schweinefilet in Gorgonzola und Panna Cotta mit Erdbeeren.

Im Anschluss können wir nur den Rest der Show „Alles Liebe“ sehen. Die Prime Time danach ist eher langweilig. Interessant eher, dass unser Kapitän Nicola Dolfi Italiener ist und seine deutschsprachigen morgendlichen Ansagen so macht, wie wir uns einen Italiener mit italienischem Akzent vorstellen.
Ansonsten spricht er in der Prime Time nur englisch.

Die Show wird heute Abend noch einmal gezeigt, wir geben aber irgendwann schlafen. Begleitet von der Brauhaus-Party.

Die nächste Etappe sind 516 Kilometer bis nach Kristiansand. Morgen ist aber erst einmal Seetag.

ÜBERSCHRIFT BILDER FOLGT

GALERIE FOLGT

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Frühstück im Rossini vs. Lounge