Große Skandinavien-Reise ab Kiel mit der AIDAnova, Ostsee 11.05.26
Am Seetag haben wir Zeit und können klären, warum wir in der Kälte sind und nicht in Griechenland, was Dubai damit zu tun hat, warum die Lounge gegen das Rossini gewonnen hat, wo es eigentlich lang geht und in welcher Kabine wir grad sitzen.
Bilder folgen hier in Kürze
Große Skandinavien-Reise ab Kiel
AIDAnova 2026
Die Nacht war kurz. Und das wird nicht nur diese Nacht sein, sondern jetzt jede der kommenden Nächte. Das liegt an der Lage der Kabine und wird sich nicht mehr ändern.
Also wachen wir etwas gerädert auf. Zum Frühstück gehen wir dann zur gleichen Zeit wie immer, der Mensch ist ja ein Gewohnheitstier. Wir zumindest, alle anderen offensichtlich nicht, dann war es gestern um diese Zeit voll, sind heute kaum Tische besetzt.
Wie fange ich jetzt bloß den Bericht heute an. Wenn ich mit dem Frühstück im Casa Nova anfange, dann kommt die Frage: wieso Casa Nova? Und wenn ich berichte, dass wir direkt am Fenster sitzen, dann fragt der erfahrene AIDA-Fahrer: wieso Fenster im Casa Nova?
Also muss ich erst damit anfangen, dass das Casa Nova auf der AIDAnova anders aussieht als auf AIDAperla oder AIDAprima. Und das wirft schon die nächste Frage auf: wieso AIDAnova? War der Plan nicht anders?
Von Südafrika nach Norden
Gut, die letzte Frage ist eine eher interne. Die vielleicht nicht dem geneigten Leser kommt, wohl aber Familie und Freunden. Also fange ich jetzt hier an und rolle das Feld von hinten auf. Die Zeit haben wir heute auch: Es ist Seetag, wir haben keine Termine, außer dass wir heute Abend ein Restaurant gebucht haben. Und natürlich zwischendurch zum Kaffee in die Lounge müssen. Der Rest ist freie Zeit.
Also geht es jetzt los mit Südafrika, dann mit Route und Schiff. Dann arbeiten wir uns durch zu Kabinen-Kategorie und Club. Und münden dann schließlich beim Frühstück.
Dass ich jetzt hier locker einmal „Südafrika“ rein gestreut habe, hat nicht nur dramaturgische Gründe: Tatsächlich muss ich von hier an den Bogen spannen.
Bei unserer letzten großen Fahrt waren wir im Februar in Südafrika. Der Flug ging dabei mit Zwischenstopp in Dubai.
Beim Stichwort „Dubai“ fängt vielleicht beim einen oder anderen Leser ein kleines Glöckchen an im Hinterkopf zu bimmeln. Und tatsächlich zeigt dies Glöckchen in die richtige Richtung:
Wir haben mit unserem Rückflug aus Südafrika damals viel Glück gehabt. Gott sei Dank.
Denn kurz nach uns fing der Iran an, die Vereinigten Arabischen Emirate zu bombardieren, unter anderem den Flughafen von Dubai. Wir kennen Gäste, die in Dubai fest saßen und zunächst nicht nach Hause gekommen sind.
Somit ist die ganze Gegend ein flugunsicheres Gebiet. Und das ist ein Grund, der uns für diese Reise jetzt beeinflusst hat.
Rossini oder Lounge
Der zweite Grund ist die schwere Entscheidung, was wir lieber wollen: Frühstück im Rossini (wie es uns durch unsere Club-Stufe zusteht)? Oder Nutzung der Lounge (die zu manchen Kabinen-Kategorien dazu gehört)?
Eine schwere Frage.
Ursprünglich war das klar: wir können in diesen beiden Wochen Urlaub nehmen. Da es in Deutschland noch kalt ist, was liegt näher, als in die Wärme zu fliegen. Somit war die erste Wahl, die AIDAblu mit ihrer Griechenland-Tour.
Der AIDAblu hat keine Lounge, aber die Mitglieder der Clubstufe Kiss können im Rossini frühstücken. Um dorthin zu kommen, wäre aber ein Flug ins östliche Mittelmeer nötig. Zum Zeitpunkt der Buchung war dann nicht klar, wie sich der Krieg zwischen Israel und USA auf der einen Seite und dem Iran auf der anderen Seite entwickelt. Deshalb erschien uns ein Flug ins östliche Mittelmeer als zumindest risikoreich.
Nach Dänemark und Norwegen
Nun hatten wir schon für diese Zeit Urlaub beantragt. Eine kurze Recherche ergab, dass zur gleichen Zeit die AIDAnova im Norden unterwegs ist. Somit keine Fahrt in die Wärme, aber eine Fahrt direkt ab Deutschland, kein Flug nötig. Das wirkte auf uns verführerisch.
Zudem sind die Fahrten aktuell so geplant, dass sie wöchentlich wechseln. Das bedeutet, dass es möglich ist, nur eine Woche zu buchen. Wenn man dann aber zwei Wochen bucht, fährt man nicht zweimal die gleiche Route, sondern die Routen variieren.
Hier ist es jetzt so, dass wir die erste Woche von Kiel aus zu dänischen Häfen fahren, mit einem kleinen Abstecher zu einem norwegischen Hafen. Dabei bewegen wir uns gerade mal etwas in die Nordsee hinein. Dann geht es nach Kiel zurück und in der zweiten Woche steuern wir dann nur norwegische Häfen an und fahren auch in die Fjorde. Das klingt noch verführerischer.
Zudem waren wir ewig nicht auf der AIDAnova. Genauer gesagt, erst ein einziges Mal, nämlich 2019, als die AIDAnova noch das neueste Schiff der AIDA-Flotte war und wir es erst einmal staunend entdeckt haben.
Mit all den Besonderheiten, den Spezialitäten-Restaurants, die es viel mehr gibt, als auf den kleineren Schiffen, dem Escape-Room, den es ausschließlich auf der AIDAnova gibt.
Die andere Seite der Diskussion war natürlich, dass das Club-Frühstück hier nicht im Rossini stattfindet, sondern zumeist im French Kiss. Ja, hatte ich ja schon geschrieben, dass wir das immer etwas ambivalent sehen, weil es uns dort nicht immer gefallen hat. Dafür gibt es hier aber die exklusive Lounge, die es nur auf den vier größten AIDA-Schiffen gibt.
Diese dürfen nicht mehr wie anfangs die Mitglieder der höchsten Club-Stufe nutzen, sondern sie ist vorbehalten für Suiten-Gäste.
Und auch für Gäste der Junior-Suite.
Nochmal eine Junior-Suite
Vorletztes Jahr haben wir in der Karibik die Junior-Suite zum ersten Mal gebucht und entdeckt, wie gut es uns gefällt. Hier ist der Luxus nicht ganz so groß wie in den großen Suiten, dafür sind sie aber deutlich günstiger als diese.
Zu den Vorteilen der Junior-Suiten gehören nicht nur die größere Kabine, sondern eben auch die Nutzung der Lounge und ein exklusives Frühstück. Und natürlich, nicht zu unterschätzen, die Mini-Bar in der Kabine, deren Getränke inzwischen kostenlos genutzt werden dürfen.
An dieser langen Vorrede hört der geneigte Leser nun, dass wir noch einmal eine Junior-Suite gebucht haben. Diese sind bereits etwas größer als die herkömmlichen Balkon-Kabinen. Dazu kommt ein Wintergarten und davor dann der normalerweise größere Balkon.
Das mit dem größeren Balkon trifft auf uns aber nicht zu. Wir sind fast ganz hinten steuerbord und hier sind die Balkone nicht größer als bei den normalen Balkon-Kabinen. Direkt vor uns ist eine Kabine mit größerem Balkon. Das hat den Nachteil, dass unser Balkon etwas zurückgesetzt ist. Was wiederum den Nachteil hat, dass der Balkon neben uns etwas weiter vorsteht. Wodurch wir, wenn wir an unserer Reling stehen und Richtung Bug gucken, zunächst auf den Balkon neben uns gucken. Na gut, so können wir halt täglich kontrollieren, ob dort aufgeräumt ist.
Die Balkone über uns sind auch etwas eingerückt, deshalb können die Gäste dort ihrerseits unseren Balkon kontrollieren.
Das bedeutet also, dass unsere Sicht direkt nach vorne eingeschränkt ist. Zur Seite und nach hinten haben wir aber freie Sicht.
Ballermann in der Kabine
Einen weiteren gravierenden Nachteil hat diese Kabine noch. Da wir fast ganz hinten sind, sind wir genau über dem Brauhaus. Und hier findet jeden Abend bis 23 Uhr, manchmal bis 23:30 Uhr Party statt. Die ist so laut, dass wir schwören können, dass der Bass direkt in unserer Kabine steht. Prinzipiell ist dabei schlafen unmöglich. Und deshalb können wir immer erst später schlafen, als wir Gewohnheitstiere das gewohnt sind und sind morgens immer etwas müde.
Nun, daran ist nichts zu ändern und darauf müssen wir uns halt irgendwie einstellen. Natürlich kann man normalerweise beim Buchen darauf achten. Die Wahl hatten wir aber nicht, denn wir warten gerne mit dem Buchen, ob AIDA irgendwann den günstigeren Classik-Tarif (ehemals Vario) anbietet. Kam hier aber nicht mehr, von Anfang bis Ende konnte man nur Premium buchen. Bei Premium-Buchung ist die Wahl der Kabine möglich, es gab aber kaum noch Auswahl, deshalb sind wir nun hier hinten in abendlicher Partylaune.
Der Wintergarten ist hier allerdings Gold wert. Wir hatten ihn auch schon in der Karibik, da ist er im Wesentlichen überflüssig. Denn wenn die Sonne heiß scheint, dann ist der Wintergarten ebenfalls heiß wie ein Backofen.
Aber hier, in kälteren Regionen, spielt er seine Stärke aus: auch wenn es draußen kalt ist, können wir wunderbar im Wintergarten sitzen und auf das Meer hinausschauen ohne zu frieren. An den letzten Tagen konnten wir sogar die Balkon-Tür nach draußen auflassen, mussten uns lediglich eine Decke umwickeln und dann war es herrlich.
Casa Nova statt French Kiss
Nun hat es also der geneigte Leser geschafft und sich durch Route und Kabine durchgearbeitet.
Deshalb jetzt zurück zum Frühstück:
Wir sind also wie beschrieben nicht im French Kiss, sondern hier gehört sowohl zur Club-Stufe als auch zur Kabinen-Kategorie das exklusive Frühstück im Ristorante Casa Nova.
Das Casa Nova gibt es nur auf drei Schiffen, nämlich auf der AIDAperla, der AIDAprima und der AIDAnova. Auf der AIDAcosma gibt es stattdessen das Ristorante Mamma Mia.
Die meisten kennen das Casa Nova nun von AIDAperla und AIDAprima. Dort ist es so, dass die Tische ein bisschen hinter Vorhängen versteckt sind. Davor gibt es aber eine Reihe Tische direkt an dem Gang, an dem die Gäste von einem Restaurant zum nächsten strömen.
Das ist hier auf der AIDAnova insofern anders, weil es auch auf der anderen Seite des Ganges noch Tische gibt, die direkt an den Außenfenstern mit Blick auf die Außen-Promenade stehen.
Das ist ein durchgehendes Konzept bei den Restaurants auf der AIDAnova und AIDAcosma.
Und so sitzen wir heute nicht in dem Hauptteil des Restaurants, sondern direkt am Fenster mit Blick auf das Meer und auf lauter kleinere und größere Schiffe, die uns überholen. Dann wir dümpeln mit niedrigster Geschwindigkeit durch die Ostsee, da wir noch viel Zeit haben, morgen in Kristiansand anzukommen.
Und wir haben wieder ein herrlich ruhiges und leckeres Frühstück. Lachs mit Meerrettich ist genug da, die Eier sind heute auf den Punkt, und alles andere stimmt auch. Ein schöner Beginn des Tages.
Kaffee in der Lounge
Danach genießen wir die Zeit in der Kabine und im Wintergarten, lesen, schreiben Reiseberichte und lassen uns einfach treiben.
Und haben wieder Party im Brauhaus unter uns.
Zwischendurch gehen wir natürlich auch in die Lounge zum Kaffee trinken. Auch hier habe ich natürlich etwas zu berichten, denn die Lounge unterscheidet sich hier grundlegend von der auf AIDAprima oder AIDAperla. Und auch zu der des Schwesterschiff AIDAcosma gibt es einen wesentlichen Unterschied. Aber das berichte ich dann beim nächsten Seetag, ein bisschen Spannung muss ich ja noch erhalten.
Noch ist es leer hier, erst zur Kaffeezeit wird es voll.
Wir gönnen uns jetzt aber schon einen Kaffee. Und auch einen zweiten mit den leckeren Backwaren hier, schließlich ist unsere Tisch-Reservierung heute Abend erst spät.
Dabei spielen wir eine Runde „Phase 10“, die die beste Ehefrau von allen wie immer haushoch gewinnt.
Gegen 14:30 Uhr sind wir in der Höhe von Skagen, daran zu erkennen, dass davor lauter Schiffe auf Reede liegen. Das werden wir übermorgen auch tun, aber erstmal fahren wir hier vorbei Richtung Norwegen. Und damit von der Ostsee in die Nordsee.
Wir müssen noch einmal beim „Fernweh-Experten“ vorbeischauen. Es gibt noch eine Einladung alternativ zu einem gemeinsamen Event oder einen Essen für zwei.
Da keiner so richtig weiß oder sagt, was das gemeinsame Event ist, entscheiden wir uns für den Gutschein zum Essen. Den werden wir im Steakhouse verbraten, im wahrsten Sinne des Wortes.
Im Wintergarten ist es dann noch schön und wir lesen und schreiben. Die Balkontür müssen wir aber bald zumachen, bei 8°C wird es dann doch kalt.
Doch noch im French Kiss
Heute schaffen wir zum ersten Mal auf dieser Fahrt eine Show. Sogar die erste Show um 19 Uhr. Das haben wir bisher nicht geschafft, weil das Essen immer so lange gedauert hat. Heute ist es umgekehrt und wir gehen erst ins Theatrium und dann zum Essen.
Bei der Show „Nashville – Just Good Music“ geben die 6 Sängerinnen und Sänger ein Wohnzimmerkonzert mit Band. Die Band wird über LED-Leinwand eingeblendet. Dabei interagieren Solisten und Band ganz toll miteinander.
Für 20:30 Uhr hat die Concierge für uns im French Kiss reserviert. Damit gehören wir zu den letzten Gästen hier. Der Restaurant-Chef bittet uns, einen kleinen Moment zu warten, damit ein schöner Tisch frei ist. Sonst wären nur die kleinen Zweier-Tische direkt am Gang frei und er hat recht: das kann man zwar machen, es sind aber nicht die schönsten Plätze. Nur wenige Minuten später ist ein Tisch hinten an der Wand für uns hergerichtet. Das ist schön, zum einen ist das genau der Bereich, an dem wir früher immer zum Frühstück saßen, zum anderen haben wir von hier einen schönen Blick über das gesamte Restaurant und den Gang. Dort ist deutlich mehr los als vor dem Casa Nova, es ziehen ganze Menschenmassen zu den Restaurants hinter uns
Das Essen kommt zügig, und ist sehr lecker. Nach und nach leert sich dann das Restaurant und wir gehören zu den letzten, die hier sitzen. Aber keiner drängt uns. So können wir in aller Ruhe wieder zwei Vorspeisen genießen, diesmal Beef Tatar und Selleriecremesuppe. Als Hauptspeise ist das Filet wieder köstlich. Zum Nachtisch gibt es verschiedene Tartes.
Das ist wieder ein rundum gelungenes Essen. Normalerweise würden wir jetzt wieder zur Kabine gehen. Aber es ist wie immer: die ersten Tage ist noch die Erschöpfung von den Arbeitstagen vorher da. Wie immer braucht das ein paar Tage, um in die Ruhe zu kommen. Aber heute Abend merken wir, dass das langsam losgeht. Außerdem lockt uns nichts in die Kabine, denn wie schon beschrieben ist wieder Brauhaus-Party in unserer Kabine.
Deshalb geben wir noch einmal in die Lounge zu einem schönen Glas Rosé.
Essen gibt es in der Lounge bis 22 Uhr. Das interessiert uns nun weniger, wir sind ja wohlig gesättigt. Schließen wird die Lounge um 23 Uhr, ganz so lange warten wir aber nicht, bevor wir in die Kabine gehen.
Morgen sind wir dann in Kristiansand.
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GALERIE FOLGT
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