Kurzreise nach Danzig & Bornholm ab Warnemünde mit der AIDAmar, Ostsee 16.04.26
Der Tag beginnt mit weinseligen oder verwirrten Damen und einem sehr guten, exklusiven Frühstück. Die mehrfach angedeutete Veränderung unserer Gruppen-Zusammensetzung hat einen sehr traurigen Grund, den ich nun heute erkläre. Und dann geht es weiter, tapfer. Richtung Osten.
Für Balkon ist es zu kalt und zu nebelig, aber das erste Spiel startet erfolgreich. Und wir werfen einen Blick auf die Kabine.
Bilder folgen hier in Kürze
Kurzreise nach Danzig & Bornholm ab Warnemünde
AIDAmar 2026
Kurzreisen sind prädestiniert für Gruppenfahrten von Kegelclubs, Fahrradfreunden oder Firmen. Im letzten Jahr haben wir das nicht so empfunden, aber bei vielen anderen Kurzreisen haben wir das schon so erlebt.
Weinselige Gruppen und verwirrte Damen
Und so ist es auch bei dieser Fahrt. Viele Gruppen, viele von denen weinselig fröhlich. Das geht schon beim Frühstück los, wo eine große Gruppe junger Frauen ganz hinten in der Ecke das Restaurant dominiert.
Nein, eigentlich geht es früher los, schon früh klingelt das Telefon in der Kabine, und als die beste Ehefrau von allen abnimmt, wird sie gleich von einer Dame aufgefordert, schnell mal zurückzurufen, weil sie nicht mit dem Telefon zurecht käme. Was offensichtlich ist, denn wir kennen diese Dame gar nicht.
Wenige Stunden später versucht eine andere Dame mit ihrer Karte in unsere Kabine zu gelangen. Mit einiger Überzeugungskraft ist ihr dann deutlich zu machen, dass dies nicht ihre Kabine ist.
Ob das jetzt an der Weinseligkeit liegt oder daran, dass viele Erstfahrer an Bord sind, sei dahingestellt.
Exklusives Frühstück
Für uns geht es heute los mit dem Frühstück im Gourmet-Restaurant Rossini. Zu unserer Club-Stufe gehört dort ein exklusives Frühstück. Auch Oma und Opa und Jürgen kommen mit, so sitzen wir zu fünft an dem gleichen Tisch im Rossini, den wir auch letztes Jahr jeden Morgen hatten. Nur dass wir da zu siebt waren.
Der Kellner schlägt vor, dass wir heute die Etagere nicht individuell bestellen, sondern er einfach von Wurst, Schinken, Lachs, Käse, Pasteten jeweils einen Teller mitbringt und wir uns das teilen. Den Vorschlag nehmen wir an und probieren es einfach mal aus, ich greife nur so korrigierend ein, dass vom Lachs gleich zwei Teller gebracht werden.
Dazu kommen dann natürlich noch Früchte, das Minutensteak für die beste Ehefrau von allen und die Eier für den Autor dieser Zeilen.
Das klappt alles wunderbar und wir genießen ein sehr gutes, ruhiges, exklusives Frühstück. So ruhig, dass ich erst denke, dass das laute Sprechen des etwas schwerhörigen Opas in dem exklusiven Restaurant störend wirken könnte. Das ist aber natürlich völliger Unsinn, da wie berichtet die Prosecco-Lerchen später alles übertönen.
Wie immer ist es sehr gemütlich, wir werden von den Kellnern gut umsorgt und, da jetzt so viel auf dem Tisch steht und wir nicht widerstehen können, werden wir auch reichlich übersatt.
Opa quetscht derweil wie immer die Kellner aus. Vom Restaurant-Chef erfährt er so, dass dieser zwar einen spanischen Namen hat, aber von den Philippinen kommt.
Er klärt auch noch einmal gleich, ob die eine Gruppe dort hinten im Restaurant wirklich Gäste sind oder doch irgendwelche Künstler sind. Stellt sich aber als Gäste heraus.
Dabei hört er schon nicht mehr so gut, und so kommt manche lustige Konversation zustande. So fragt er etwa den Restaurant-Chef, wie lange er schon hier ist. Dieser fragt zurück, ob er meint “bei AIDA”. Opa hat seine Hörgeräte nicht drin, versteht deshalb “ein Jahr”. So geht das Gespräch weiter. Vermutlich versteht keiner, was der andere sagt, aber immerhin haben Sie ein lustiges Gespräch und alle sind glücklich.
Ein Blick auf die Route
Die anschließende Kaffee-Durchlaufzeit nutzen wir dann wie immer, um Reiseberichte zu schreiben oder die eine kostenlose Internetstunde, die AIDA verschenkt, zu verbrauchen.
Ich hatte ja schon erwähnt, dass die Route ein bisschen anders ist als letztes Jahr. Zuerst geht es nach Danzig, oder genauer nach Gdynia, den Hafen von Danzig, dann weiter zur dänischen Insel Bornholm und dann wieder zurück nach Warnemünde.
Danzig liegt bekanntlich in Polen und östlich von Deutschland. Gestern sind wir in Warnemünde abgefahren, und dann ging es erst einmal mehr nach Norden als nach Osten, denn wir mussten erst an Fischland-Darß vorbei, dann an Rügen vorbei, das alles deutlich nordöstlicher liegt als Warnemünde.
Erst danach konnten wir einen Ostkurs einschlagen. Heute Morgen beim Aufwachen haben wir gerade die Höhe von Usedom passiert. Das Schiff fährt also langsam, so dass wir heute einen ganzen Seetag vor uns haben.
Was auch schön ist, denn so direkt aus dem Alltag heraus ist ein Seetag immer hilfreich, um erst einmal auf Urlaubsmodus umzustellen.
Normalerweise würden wir dabei auf dem Balkon sitzen und über das Meer blicken. Aber draußen ist es sehr diesig und bei 7°C nicht gerade einladend. Deshalb schauen wir nun eher von der Kabine hinaus.
Das Meer ist dabei glatt wie ein Baby-Popo, man merkt gar nicht, dass wir auf dem Wasser sind.
Heike
So gerne wie ich humorvoll von unseren Reisen berichte, so geht das doch nicht immer. Das haben wir beispielsweise in der Vergangenheit erlebt, wenn wir wegen terroristischer Bedrohung oder Kriegen umgeroutet wurden.
An dieser Stelle muss ich nun einige Andeutungen von gestern und heute erläutern.
Dem geneigten Leser ist sicherlich aufgefallen, dass in vielen Reiseberichten immer wieder Heike und Jürgen vorkamen. Die ja auch auf der allerersten Seite unseres kleinen Kreuzfahrer-Blogs erwähnt werden, weil sie Schuld sind, dass wir überhaupt mit Kreuzfahrt angefangen haben.
Auch Grüße sind immer mal wieder herausgegangen, denn wie wir nach und nach gelernt haben, gibt es zu unserer großen Freude einige sehr treue Leser unserer Berichte. So auch Heike und Jürgen, die zudem nach jeder Reise dazu verdonnert waren, all unsere Fotos anzusehen und dabei jede Geschichte noch einmal zu hören.
Manchmal waren wir auch gemeinsam auf Kreuzfahrt, so auch vor einem Jahr. Vor fast genau einem Jahr waren wir wie berichtet auf demselben Schiff auch auf der Ostsee unterwegs. Und das hat allen so gut gefallen, dass wir die Reise jetzt wiederholen, wenn auch mit etwas anderen Zielen.
Damals haben wir es erstmals in einer ganz anderen Zusammensetzung probiert. Heike und Jürgen waren dabei, Heikes Mutter, meine Eltern. Im Buffalo Steak House haben wir gemeinsam Heikes 60. Geburtstag gefeiert.
Heikes Mutter musste sich allerdings aus gesundheitlichen Gründen schon früh von der diesjährigen Reise abmelden.
Und dann hat sich unser aller Leben verändert. Am 03.03. starb Heike bei einem furchtbaren Autounfall.
Die Lücke in unserem Leben ist unbeschreiblich.
Seitdem haben wir viel geredet, Jürgen ist viel bei uns. Auch über diese Reise haben wir natürlich gesprochen. Und letztlich haben wir gesagt, wir machen trotzdem gemeinsam weiter und so ist auch Jürgen heute mit dabei. Auch wenn es niemanden so viel Kraft kostet wie ihn, denn in jeder Ecke hängt eine Erinnerung.
Und niemand ist so tapfer wie er, indem er probiert, was schon wieder geht und auszuhalten ist.
Und nichts anders machen wir auf dieser Reise: Weitermachen.
Und genauso ist dieser Bericht.
Das Schiff kommt in die Werft
Weiter geht es hier mit der Analyse von AIDA:
AIDA ist ja dabei, alle Schiffe der Sphinx-Klasse komplett zu überarbeiten, die sogenannte AIDA Evolution.
Hier ist nun deutlich zu merken, dass die AIDAmar dieses Jahr noch dazu die Werft geht. Offensichtlich werden Reparaturen dafür aufgeschoben. Das merkt man an der Reling auf dem Balkonen, die so etwas von trocken und rau ist, dass sie längst hätte gestrichen werden müssen.
Das merkt man an der LED-Wand im Theater, wo ein Rechteck den Ausfall eines Bereichs der LEDs zeigt.
Auch mit der Beleuchtung im Badezimmer tut sich AIDA keinen Gefallen. Normalerweise würde man ja ein warmes Licht erwarten, das die Haut schön aussehen lässt, so wird es zumindest in jedem Firmen-Workshop empfohlen. Stattdessen ist dieses Licht so kalt und grell, dass die Haut total blass aussieht. So elendig und blass sehen wir aber nicht aus, ich schwöre.
Vor unserem Balkon nur Nebel
Gegen Mittag geht das Diesige in dichten Nebel über. Deutlich daran zu hören, dass die Brücke immer wieder das Nebelhorn betätigt.
Es ist so nebelig, dass wirklich gar nichts um uns herum zu sehen ist, gerade einmal das Meer direkt unter unserem Balkon ist zu sehen.
Apropos Balkon: Wir haben eine Balkonkabine backbord, ganz hinten im Schiff. Direkt über uns ist das Marktrestaurant, was wir auch am Stühlerücken zur Essenszeit hören.
Nach einer Kabinen-Inspektion durch die Großeltern geht es zu Cocktail und Kaffee (in der Reihenfolge) in die AIDA Bar. Und zu unseren ersten beiden Spielen. Oma und Opa lernen „Dog“ neu, womit sie sich quasi freiwillig als Verlierer melden. Gewinnen tut zweimal die beste Ehefrau von allen, womit der Tag gerettet wäre.
Um 13 Uhr ist die AIDA Bar noch nicht voll, weil viele beim Mittag sind. Später ist jeder einzelne Platz besetzt, denn bei dem Wetter liegt keiner draußen am Pool.
Prime Time satt Kälte
Bis zum Abendbrot machen wir eine kurze Erholungspause.
Der Balkon muss natürlich ausgenutzt werden, deshalb setze ich mich in dicker Jacke raus. Es ist weiter komplett nebelig, aber die Luft ist frisch.
So frisch, dass ich nach weniger als einer halben Stunde durchgefroren aufgeben muss.
Abendbrot gibt es wieder im Marktrestaurant. Eigentlich wollen wir ins Bella Donna Restaurant, aber wir sind noch etwas zu früh, denn überall sind Tische für Familien reserviert und alle anderen Tische sind überfüllt. Das liegt daran, dass hier erst Familienzeit ist und die Tische erst später für die Allgemeinheit freigegeben werden.
Im Marktrestaurant finden wir einen Platz, aber nach kurzer Zeit ist auch hier alles voll. Genauso voll ist es dann auch an den Buffets, aber genau wie gestern essen wir antizyklisch. Ein Stück saftiges Rindfleisch bekomme ich deshalb erst gegen Ende, dann allerdings steht dort niemand mehr an und das Fleisch wird gerade frisch vom Grill nachgefüllt.
Als Überbrückung sehen wir uns die Prime Time, heute mit dem Kapitän Manuel Pannzek an. Danach wollen wir die Show „80’s forever“ sehen.
Probleme mit der Bühne
Es gibt aber noch ein technisches Problem mit der Bühne. Mehrfach werden wir für 5 Minuten vertröstet, weil sich die Bühne nicht mehr richtig bewegen lässt. Letztlich gelingt es, sie hochzufahren. Dafür müssen dann im Schnelldurchgang die Künstler die Choreographie ändern, die sonst auf eine bewegliche Bühne zugeschnitten ist. Kompliment für alle Künstler, die sich so schnell umorientieren können. Mit halbstündiger Verspätung geht es dann los.
Die Show ist bunt, wie es zu den 80ern Jahren passt. Und es gibt damit einen Punkt mehr, den die AIDAmar in der Werft abhaken muss.
Zum Abschluss gibt es noch einen letzten Cocktail in der AIDA Bar, begleitet von Live-Musik. Und dem kreischenden Gelächter der Prosecco-Lerchen.
Morgen sind wir dann in Gdynia / Danzig.
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