Große Skandinavien-Reise ab Kiel mit der AIDAnova, Ålesund 20.05.26
Unser längster und schönster Ausflug auf dieser Reise geht mit dem Schiff durch die Fjorde bis Geiranger. Und dann mit Bus zu tollen Aussichtspunkten und zurück. Bei strahlendem Sonnenschein sehen wir immer höhere Berge, senkrechte Felsen, gewaltige Wasserfälle aus nächster Nähe. Und haben den Blick der Wikinger.
Bilder folgen hier in Kürze
Große Skandinavien-Reise ab Kiel
AIDAnova 2026
Norwegen hat eine sehr stark gefurchte Küste. Überall ziehen Fjorde bis tief das Landesinnere.
Als wir das allererste Mal in den bekanntesten und vielleicht schönsten Fjord eingefahren sind, den Geirangerfjord, und direkt vor unserem Balkon die riesigen Felswände fast zum Greifen nah gesehen haben, konnten wir nur mit offenem Mund dieses Wunder der Natur bestaunen.
Inzwischen waren wir ein paar Mal im Geirangerfjord oder auch im Eidfjord, zuletzt vor 7 Jahren, und wir sind jedes Mal wieder fasziniert.
Die norwegische Regierung wollte gerne die Fjorde von Abgasen freihalten und deshalb nur noch Schiffen mit Batterie die Einfahrt in bestimmte Fjorde erlauben. Aus irgendeinem Grund ist das noch nicht umgesetzt und teilweise bis 2032 vertagt. Trotzdem fahren wir diesmal nicht mit unserem Schiff in den Geirangerfjord, sondern bleiben ganz weit außen am Eingang zu den Fjorden in Ålesund liegen.
Der Ausflugs-Plan
Auf dieser Reise haben wir noch nicht viele Ausflüge mit AIDA gebucht. Heute muss das sein, denn auch wenn wir schon im Geirangerfjord waren, ist das schon ein paar Jahre her und wir wollen uns dieses Erlebnis heute nicht entgehen lassen.
Darum haben wir den wahrscheinlich teuersten Ausflug unserer gesamten AIDA-Geschichte gebucht. Und wie sich noch herausstellen wird, einen der lohnenswertesten.
Plan ist mit einem kleinen Schiff von Ålesund aus immer tiefer in die Fjord-Landschaft hineinzufahren bis zum Endpunkt Geiranger. Dort dann in den Bus umzusteigen und mit dem Bus immer in der Nähe der Fjorde zurück zum Schiff zu fahren. Mit ein paar Stopps an löhnenden Aussichtspunkten.
Dabei wird die Fahrt mit dem Schiff gut 3 Stunden dauern. Dann ist etwas Zeit in Geiranger eingeplant, die Fahrt mit dem Bus zurück wird dann noch einmal 3,5 Stunden dauern.
Oft hatten wir nicht so gutes Wetter hier. Aber wir mussten jetzt feststellen, dass die hohen Berge, die grauen Felsen, die Bewaldung, die Schneekappen auf den Bergen, nochmal um ein vielfaches schöner wirken, wenn die Sonne scheint. Und das Glück haben wir heute: strahlenden Sonnenschein bei 11°C.
Frühstück im East
Zunächst heißt es aber früh aufzustehen. Das ist gar nicht so leicht nach den üblichen abendlichen Bässen aus dem Brauhaus, aber unvermeidlich.
Dabei gehen wir zum Frühstück heute zum ersten Mal nicht ins Casa Nova, sondern in das East Restaurant, das als erstes Frühstücks Restaurant öffnet. Der Plan ist, damit genug Kaffee-Durchlaufzeit bis zum Ausflugsbeginn zu haben. Dauert der Ausflug doch sieben Stunden und wir wissen nicht, ob es irgendwo Toiletten gibt.
Das Frühstück im East Restaurant ist genauso gut wie in jedem anderen Buffet-Restaurant. Es ist alles da, was man braucht. Nur mit dem Lachs bin ich unzufrieden, der schmeckt hier etwas trocken und fischig.
Auf der Fähre
Wie immer gehen wir frühzeitig von Bord, das macht auch Sinn, denn diesmal gibt es Schlangen am Ausgang.
Direkt vor unserem Schiff liegt dann unsere Fähre (Jürgen sagt, das heißt korrekt Fahrgastschiff, weil keine Autos mit an Bord sind), mit der wir durch die Fjorde fahren werden. Diese Fähre stellt sich heraus als ein Schiff, das unten einen sehr gemütlichen Fahrgastraum für rund 150 Passagiere hat, die jeder in einem gemütlichen Fliegersessel sitzen können. Noch mal 20 Leute finden oben am offenen Deck Platz, da ist es nicht ganz so gemütlich. Und jetzt bereits voll.
Deshalb gehen wir unten in den Fahrgastraum. Die Fenster sind groß, aber ein bisschen milchig. Das bedeutet für Fotos nicht so geeignet. Voll wird es hier nicht, insgesamt sind wir 50 Gäste, die diesen Ausflug mitmachen.
Hier sitzen wir erst einmal gut mit Blick auf das Ufer. Sicherheitshalber haben wir Bücher mitgenommen, falls es bei dieser langen Fahrt langweilig werden sollte. Ich nehme schon mal vorweg: die Bücher haben wir nicht einmal angefasst.
Zwischendurch werden Baguette, Apfel und eine Flasche Wasser gereicht, weitere Getränke können käuflich erworben werden.
Zuerst durch die breiten Fjorde
Zunächst geht es durch den Storfjord. Das ist interessant, aber noch nicht spektakulär. Zunächst ist am Ufer die Stadt gebaut, dann werden es nur noch einzelne Häuser auf gepflegtem Rasen. Hin und wieder fahren wir an kleinen Fabriken vorbei. Zumeist Fischfabriken. Die Inseln, an denen wir vorbeifahren, sind eher hügelig, von Bergen kann noch keine Rede sein. Aber auch hier besteht alles aus Fels.
Hin und wieder fahren wir an riesigen runden Käfigen vorbei, in denen Fische gezüchtet werden.
Langsam fahren wir immer weiter ins Landesinnere fahren aus dem Storfjord in den Sunnylvsfjord und biegen dann zuletzt in Geirangerfjord ab.
Im fantastischen Geiranger
Dabei werden dann die Berge immer höher, zuletzt bis 1.500 Meter.
Kahle Felsen wechseln sich ab mit dichtem grünen Bewuchs. Manchmal sieht man nackten Fels dort, wo Geröll-Lawinen abgegangen sind.
Je höher man die Felsen hochguckt, desto kleiner werden die Bäume bis schließlich oben gar kein Grün mehr ist. Auf vielen der Berge hier direkt am Fjord oder auch in zweiter oder dritter Reihe liegt noch Schnee. Von diesen Schneekappen gehen immer wieder Wasserfälle ab, die weiß in die Tiefe stürzen.
Gehen die Berge zunächst noch leicht schräg und dann immer steiler vom Fjord aus in die Höhe, sind es zuletzt senkrechte Wände, die aus der Höhe bis zum Fjord reichen und dann noch ein paar hundert Meter weiter in die Tiefe gehen.
Ist der Fjord zunächst breit und noch gar nicht so beeindruckend, wird es immer schmaler. Besonders beeindruckend ist es dort, wo wir nicht nur auf eine Wand gucken, sondern nach hinten aus dem Fahrgastraum herausgehen und auf beide Seiten gleichzeitig schauen können. Oder wo wir einen Blick in einen Seitenfjord haben und so die ganze Tiefe auch optisch sehen mit an beiden Seiten hochragenden Wänden und am Ende einen Berg, der noch höher und mit Schnee bedeckt ist.
Das ist unglaublich beeindruckend und wir sind so dankbar, dass wir das sehen und erleben können.
Wasserfälle überall
Auch die bekanntesten Wasserfälle des Geirangerfjordes, die Sieben Schwestern (sieben dicht nebeneinander liegende Wasserfälle, von den nur fünf anwesend sind, da noch nicht genug Schneeschmelze eingesetzt hat) und den gegenüberliegenden Freier (der aus Enttäuschung zur Flasche gegriffen hat und als Wasserfall nun eine Flasche umfließt) sehen wir natürlich. Konnten wir hier mit dem großen Schiff nur vorbeifahren, fährt unser Kapitän jetzt ganz nah heran und gibt uns reichlich Zeit, die Wasserfälle genauer anzusehen. Auch das ist wirklich schön.
Nach dreieinhalb Stunden kommen wir dann in dem kleinen Ort Geiranger an. Wir haben uns also etwas mehr Zeit gelassen auf der Fahrt, dadurch haben wir in Geiranger nicht so viel Zeit. Es reicht aber für ein Softeis.
Aussicht über den Fjord
Dann verteilen wir uns auf zwei Busse. Sowohl eben auf dem Schiff, als auch jetzt in den Bussen haben wir eine sehr gute deutschsprachige Reiseleitung und erfahren ganz viel über das, was wir unterwegs sehen.
Zunächst fahren wir zu einem Aussichtspunkt über Geiranger. In den Berg kommt man nur über Serpentinen, die der Busfahrer mutig und sportlich nimmt.
Von oben haben wir dann einen fantastischen Blick über Geiranger und über den davor liegenden Fjord.
Dasselbe machen wir noch einmal auf der anderen Seite: ganz oben an den 11 Haarnadelkurven, den Adlerkehren, auch eine Serpentinenstraße, gibt es einen Aussichtspunkt, der ebenfalls eine fantastische Aussicht über den Fjord bietet und an dem auch Szenen der Serie „Vikings“ gedreht wurden.
Hier meldet sich dann die natürliche Höhenskepsis. Denn es gibt eine Aussichtsplattform, schön mit Zaum. Aber unsere Reiseleiterin führt uns 100 Meter weiter einen steinigen Weg hinauf. Die Aussicht ist noch beeindruckender, aber es gibt keine Begrenzung zur steil abfallenden Feldkante.
Mit dem Bus zurück
Weiter geht es dann immer grob am Fjord entlang. An einer Stelle müssen wir den Fjord mit einer Fähre überqueren. Haltepunkte sind noch an einem See, der auch durch Schneeschmelze entstanden ist, und dann einer Kirche.
Auch die Busfahrt bietet so viele schöne Aussichtspunkte, dass die Fahrt richtig Spaß macht.
Nach etwas über sieben Stunden kommen wir glücklich wieder am Schiff an. Viel Zeit haben wir nicht mehr, zum einen laufen wir bald aus, zum anderen haben wir noch einen Termin im French Kiss Restaurant. Heute gehen noch einmal Beef Tatar, Selleriecremesuppe, Entenbrust, Rinderfilet und Tartes.
Das Essen ist wieder sehr lecker, nur mit dem Tisch können wir nicht zufrieden sein, denn wir bekommen einen Zweier-Tisch direkt am Gang. Aber so können wir uns zumindest die anderen Gäste einmal genauer angucken. Und diese unsere Teller.
Zum Abschluss stoßen wir noch einmal in der AIDA Lounge an, bevor wir dann erschöpft in die Kabine gehen.
Dis nächste Etappe sind 409 Kilometer bis Haugesund.
ÜBERSCHRIFT BILDER FOLGT
GALERIE FOLGT
Sie haben Fragen oder Kommentare? Gerne mit uns teilen!