Große Skandinavien-Reise ab Kiel mit der AIDAnova, Flåm 19.05.26

Mit der Flåmsbana fahren wir eine der schönsten Eisenbahn-Strecken über 800 Meter hoch in die Berge, vom Frühling in den Winter. Und damit durch eine beeindruckende Natur mit tiefen Tälern, steilen Felsen, Schneekappen, Wasserfällen und Gebirgsbächen. Das genießen wir sehr, genauso wie danach das Auslaufen aus dem Aurlandsfjord.


Bilder folgen hier in Kürze

Große Skandinavien-Reise ab Kiel
AIDAnova 2026

  • Tag 1: Kommt noch: Ort und Titel mit Link ab hier
  • Tag 2:

Die Nacht war ohnehin schon kurz, wie immer haben uns die Bässe aus dem Brauhaus bis 23:30 Uhr wach gehalten. Und jetzt klingelt auch noch der Wecker mitten in der Nacht, um 6:30 Uhr.

Das hat allerdings einen Grund: wir fahren heute in den Aurlandsjord, einer der vielen Fjorde, die wir noch nicht kennen. Geirangerfjord und Eidfjord haben wir schon erlebt und als fantastisch gelabelt. Nun also der Aurlandsfjord.

Zu spät auf dem Balkon

Wie wir wissen, ist Kommunikation nicht die Stärke von AIDA. Wie gut es läuft, hängt immer sehr stark davon ab, wie kommunikativ der Kapitän oder der Entertainment-Manager sind. Wir haben da schon sehr schöne Beispiele erlebt, aber auch schon so etwas wie heute, nämlich null Information. Auf anderen Schiffen ist es so, dass vorher ausführlich angekündigt wird, ab wann es sich lohnt, aufzustehen und die Einfahrt in den Fjord mitzuerleben. Hier kam nichts dazu. Lediglich in der „AIDA heute“ steht unter „Highlights“: ab 6 Uhr Fjord beobachten.

So haben wir jetzt gedacht: Okay, 6 Uhr geht das los, das ist noch nicht gleich interessant. Gucken wir erst kurz nach sechs. Und das ist alles Blödsinn. Denn viel zu gucken haben wir nicht mehr, als wir auf den Balkon treten, sind wir schon auf der Zielgeraden hin nach Flåm.

Wir hätten das auch nicht ausrechnen können, denn angesagt war, dass wir ab 8 Uhr in Flåm sind. Tatsächlich sind wir jetzt viel früher da.

Also blöd, von der Fjord-Einfahrt und -Durchfahrt haben wir nicht viel erlebt. Also müssen wir auf heute Abend setzen bei der Ausfahrt.

Komplett still zwischen den Felswänden

Trotzdem ist das, was wir sehen, beeindruckend. Und wir werden heute noch einiges sehen, was wirklich beeindruckend ist. Und zu allem muss man sagen: es lohnt sich wirklich, das alles live zu sehen. Kein einziges unserer Fotos kann das wiedergeben, was hier zu sehen ist.

Obwohl unser Schiff ja schon das größte Schiff der Flotte ist und wir in anderen Städten von weit oben über die ganze Stadt gucken können, sind wir hier nun ganz klein zwischen den Felswänden, die sich zu beiden Seiten des schmalen Fjords weit über uns aufrichten.

Diese Felswände sind manchmal in mehreren Schichten zu sehen. Dahinter dann noch ein höherer und dann noch ein weit höherer Berg. Manches ist kahler grauer Fels, anderes ist sehr dicht bewachsen und inzwischen grün. Immer wieder kommen wir an Wasserfällen vorbei, die sich aus hoher Höhe in die Tiefe des Fjords stürzen. Auf manchen Gipfeln ist Schnee zu sehen.

Es ist unglaublich still. Das einzige, was man hört, sind gelegentlich Möwen. Und wenn wir an einem Wasserfall vorbeikommen, hört man das dumpfe Brausen des herabstürzenden Wassers. Das wirkt dann zwischen diesen Felswänden und der Stille rundrum sehr laut.

Da das kaum zu beschreiben ist und wie schon gesagt auch Fotos das Panorama nicht wirklich wiedergeben können, können wir nur jedem empfehlen, das einmal selbst zu erleben.

Ein kleiner Ort zwischen Schiff und Felsen

Beim Frühstück im Casa Nova sind wir damit schon früher als sonst, wir sind ja nun mal wach. Das geht offensichtlich vielen anderen auch so. Trotzdem geht alles zügig und ist gewohnt lecker.

Für heute haben wir einen Ausflug gebucht. Dazu gehen wir um 13 Uhr von Bord.

Unten vor dem Schiff liegt ein kleiner Ort, Flåm (gesprochen „Floom“).
Hier sind nur ein paar Häuser, ein Hotel, ein Fluss und ein Campingplatz zu sehen.

Vom Schiff aus sieht das so aus, als wenn der Ort rundrum komplett von hohen Felsen umgeben ist. Gleich werden wir aber sehen, dass der Fluss zwischen den Felsen hindurchfließt und es hier einen Weg nach oben gibt.

Mit oder ohne Waffel in die Flåmsbana

Wir werden zunächst vor dem Schiff auf dem Kai in mehrerer Reihen aufgeteilt. Die einen, die einen an der Waffel haben, und die anderen, die keinen an der Waffel haben. Ach nein, das war nicht das Kriterium: die einen, die den Ausflug mit Waffel-Essen gebucht haben und die anderen, die das ohne gebucht haben.

Wir haben mit Waffel gebucht. Damit werden wir gleich eigene Abteile im Zug bekommen.

In Zweier-Reihen geht es los. In 5 Minuten sind wir am Bahnhof. Dieser Bahnhof ist der Startpunkt der Flåmsbana. Eine Eisenbahn, die als Verbindung zwischen Flåm und der Bergensbane (Strecke Oslo – Bergen) in Myrdal geschaffen wurde, insgesamt 20 Kilometer lang.
Mit dieser Bahn wurde es möglich, auch Flåm und den Aurlandsfjord zu versorgen.

Inzwischen wird diese Bahnlinie vor allem touristisch genutzt, was sich ausgesprochen lohnt, denn diese Bahnstrecke gehört zu einer der schönsten der Welt.

Schon am Bahnhof ist die Organisation perfekt. Es gibt eigene Spuren für die AIDAnova Fahrer und für die Gäste, die ein eigenes Ticket gebucht haben. Die AIDAnova-Fahrer sind noch einmal aufgeteilt in Abteile mit Waffel- und ohne Waffelbuchung.

Mit der Flåmsbana durch die Berge

Die Fahrt mit der Bahn dauert bis zu unserem Haltepunkt 45 Minuten und geht durch eine wunderschöne Landschaft sowie 20 Tunnel.

Wir fahren in dieser Zeit an Gebirgsbächen, an tiefen Schluchten und steilen Felswänden vorbei. Zunächst ist alles sehr schön grün, aber je höher wir kommen, desto kahler, grauer und kälter wird es. Ganz oben gibt es noch schneebedeckte Bereiche und die Bäume haben noch nicht ausgeschlagen. Ganz oben bedeutet 860 m höher.

Wir sitzen durchaus bequem in Dreier- oder Zweier-Gruppen und können aus großen sauberen Fenstern schauen. Das macht auch Fotos möglich.

Die Strecke ist nicht nur steil (bis 55 Promille Steigung), sondern auch kurvig, an einer Stelle fährt der Zug einen 180-Grad-Bogen.

Die Strecke ist eingleisig, nur am Bahnhof Berekvam gibt es eine zweigleisige Strecke. An dieser müssen wir halten, um den entgegenkommenden Zug durchzulassen.

Es gibt noch einen weiteren Halt an einen Tunnel, Kjosfossen. Kurz vor diesem Tunnel ist der gleichnamige Wasserfall und hier gibt es eine kurze Aufführung der sagenhaften Huldras, die einen Tanz am Wasserfall aufführen.
Den wir aber leider nicht sehen können. Wir sind ganz vorne im Zug im Tunnel, und bis wir uns durch die Menschenmassen am Wasserfall durchgekämpft haben, ist alles vorbei.

Es ist die Natur, die so beeindruckend ist. Diese tiefen Einschnitte im Felsen, die kleinen Pflanzen, der Schnee oben auf manchen Gipfeln, die vielen kleinen und größeren Wasserfälle. Es ist eine wirklich schöne Strecke, die wir hier fahren.

Waffeln in Vatnahalsen

Alle, die mit Waffeln gebucht haben, steigen an der vorletzten Station Vatnahalsen aus. Direkt hinter der Station ist das gleichnamige Hotel, in dem es ein Buffet mit Waffeln und Kaffee gibt.

Besonders die Marmelade zu den Waffeln ist lecker, wir genießen das kurz, aber dann zieht es uns nach draußen. Zunächst einen Stock höher in den Wintergarten, dort ist ein Balkon, von dem wir noch mal einen wunderschönen Ausblick über einen See und die umliegenden Berge haben.

Dann geben wir draußen in Richtung See, aber nicht die ganze Strecke, denn wir müssen den Weg ja auch wieder zurück. Am Wegesrand liegt überall noch Schnee, hier oben hat sich der Frühling tatsächlich noch nicht durchgesetzt, es ist so gut wie noch kein Grün zu sehen. Wasser fließt an den Felsen herunter und bildet Rinnsale, die dann letztlich in den See münden.

Dementsprechend ist es hier oben auch deutlich kühler, überall wo ein Wind um die Ecke fehlt, fangen wir an zu frösteln.

Wir gehen auch noch einmal zur anderen Seite, da ist eine Zipline aufgebaut, mit der man mit 100 km/h ins Tal rasen kann. Diese ist noch nicht geöffnet, das wäre aber auch nichts für uns. An der Zipline ist eine Plattform, von der man noch einmal in das Tal hier schauen kann und mehrere schöne Wasserfälle sehen und hören kann.

Hier oben gibt es noch eine Handvoll andere Häuser verstreut in den Berg. Wer wirklich Einsamkeit sucht (wenn nicht gerade ein Schiff in Flåm liegt) ist hier richtig.

Hoch am besten steuerbord

Die andere Gruppe ohne Waffeln ist übrigens eine Station weiter zu Endstation gefahren und hatte dort etwas Freizeit.

Die Züge fahren immer zu hin und her, das heißt nach gut einer Stunde holt uns unser Zug wieder ab und wir fahren die gleiche Strecke zurück. Es bleibt eine wunderschöne Strecke.

Insgesamt ist es auch zu beiden Seiten schön zu gucken, trotzdem kann man sagen, dass man den besten Platz bergauf in Fahrtrichtung rechts, also steuerbord, hat, bergab folglich umgekehrt.

Zurück in Flåm gehen wir noch etwas durch den Ort zu dem kleinen Fluss. Unglaublicher Weise zieht sich dort jemand aus und geht baden. Das Wasser dürfte gerade mal etwas über null Grad haben.

Lecker Essen im Fischrestaurant

Zurück an Bord müssen wir uns schon für das Abendbrot vorbereiten. Um 18:30 Uhr haben wir im Fischrestaurant Ocean‘s reserviert.
Unser Platz ist vielleicht nicht ganz optimal, mitten am Durchgang zum Yachtclub Restaurant, aber das Essen ist sehr lecker. Das Ocean‘s ist ein Spezialitäten-Restaurant, das bedeutet, dass die Getränke bezahlt werden müssen, das Essen ist inklusive. Das besondere hier ist, dass es nicht nur Essen à-la-carte gibt, sondern dass man zusätzlich Salat, Smørrebrød, Obst, Nachtisch am Buffet holen kann.
Was wir natürlich machen. Wodurch das mit unserem Menü Lachs-Tatar, Tagliatelle aus dem Wok (mit Krabben und Hummercreme), Hamburger Pannfisch, Crème Brûllée und Mandarinentörtchen arg viel wird, aber es ist einfach lecker, besonders die verschiedenen Sorten mit Fisch belegten Smørrebrød.

Durch den wunderschönen Aurlandsjord

Dadurch, dass wir erst um 19 Uhr auslaufen, können wir das Auslaufen sogar noch beobachten und sehen so das, was wir heute Morgen verpasst haben. Das letzte Stück vor Flåm hatten wir ja schon gesehen, deshalb ist es okay, dass wir da noch essen. Danach stellen wir uns erst auf den Balkon und gehen dann auf das Außendeck der Lounge, da wir hier ja zu beiden Seiten gucken können.

Jetzt inzwischen haben wir strahlenden Sonnenschein. Dieser scheint natürlich zwischen die hohen Berge nur punktuell, aber das sieht dann besonders schön aus.

Das Ganze ist wieder extrem beeindruckend, wie ich das heute Morgen schon beschrieben habe. Auf beiden Seiten diese riesigen hohen Felswände, die so viel höher aufragen, als wir sind. Immer wieder sind Wasserfälle zu sehen. Dafür ist jetzt auch die beste Zeit, denn jetzt im Frühjahr schmilzt der Schnee und speist die Wasserfälle. Im Winter, wenn alles gefroren ist, sind diese weniger, genauso im Sommer, wenn der meiste Schnee weggetaut ist.

Es ist wirklich toll, diese verschiedenen Linien der Bergketten zu sehen, wie immer wieder hintere mit Schnee bedeckte Berge durchschimmern. Hier im Vordergrund der graue Fels, der teils total kahl ist, teils dicht grün bewachsen ist. Hin und wieder sind kleine Orte zu sehen, bei denen man sich fragt, wie die Autos denn dahin kommen.

Besonders schön auch der Blick in den Nebenfjord Nærøyfjord, weil hier einmal die ganze Tiefe zu sehen ist, die wir an der Seite des Schiffes nicht so sehen können.

So gucken wir uns noch lange die Fahrt aus dem Aurlandsjord und zuletzt dem Sognefjord an und schließen es dann mit einem Glas in der Lounge ab.
Dann sind wir auch müde, denn wir sind ja früh aufgestanden, und ignorieren standhaft die Bässe aus dem Brauhaus.

Die nächste Etappe sind 378 Kilometer bis nach Ålesund.

ÜBERSCHRIFT BILDER FOLGT

GALERIE FOLGT

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