Große Skandinavien-Reise ab Kiel mit der AIDAnova, Ostsee 17.05.26
Trotz Kälte sitzen wir mit offener Tür dick eingemummelt im Wintergarten und genießen das Meer. Und haben damit Zeit, einmal die Lounges der großen AIDA-Schiffe zu beschreiben und miteinander zu vergleichen: Was schätzen wir daran so und wo sind die Unterschiede?
Den Abend übersteht der Pianist erstaunlicher Weise unverletzt.
Bilder folgen hier in Kürze
Große Skandinavien-Reise ab Kiel
AIDAnova 2026
Ja, bei 8 Grad ist es kalt, daran ist nicht zu rütteln. Aber die Luft ist so herrlich klar hier auf dem Meer. Nach anfänglichem Nebel scheint inzwischen auch die Sonne. Leider nicht auf unseren Balkon, aber wir können sie draußen auf dem Meer sehen. Also kommen wir nicht darum herum, uns dick eingemummelt in Bademantel und Decken in den Wintergarten zu setzen und das ist wirklich herrlich.
Weniger Türen knallen
Da bei der Temperatur auch nicht viele Leute draußen rumlaufen, hören wir das Meer pur. Und den Schiffsmotor. Und für eine Zeit lang auch die Musik im Brauhaus, letzteres ist am verzichtbarsten.
Gestern war ja Wechseltag, ich hatte von den vielen Neuankömmlingen und dem Gewusel an Bord berichtet.
Tatsächlich ist es nun in unserer Kabine deutlich ruhiger. Das liegt daran, dass in der letzten Woche sehr viel mehr Kinder an Bord waren. Insgesamt 1600. Dabei viele Schulkinder.
Das hatte uns gewundert, denn eigentlich suchen wir unsere Fahrten immer so aus, dass gerade keine Schulferien sind, einfach, weil es in diesen Zeiten günstiger ist. Hier hatten wir offensichtlich aber nur nach den zwei Wochen unserer Fahrt geguckt. Dass diese Fahrt auch in einzelnen Wochen zu buchen war, haben wir nicht bedacht. Und daran hängt, dass letzte Woche ja Himmelfahrt war und deshalb in einigen Bereichen auch Schulferien. Und deshalb die vielen Kinder.
Nun ist ja gegen Kinder nicht viel einzuwenden, wir haben ja selbst einige davon. Es sind auch nicht die Kinder, es sind die Eltern. Denn was wir diese Woche nicht vermissen, ist dass neben uns unterbrochen die Kabinentür geschlagen wird. Ja Kinder wissen das nicht und müssen das lernen, aber eigentlich sind dafür Eltern da. Nur die der letzten Woche waren offensichtlich nicht da.
Die Kabinentüren sind schwer. Deshalb wackeln die Wände ordentlich und alle Gläser klappern, wenn nebenan eine solche Tür zugeschlagen wird.
Deshalb haben wir unsere Kinder immer angehalten, die Tür nicht mit Schwung zu schlagen, sondern leise zu schließen. Das ist nämlich durchaus möglich.
Und nun ist es so viel ruhiger, und das Türschlagen vermissen wir kein bisschen.
Beim Frühstück ist es heute so, wie wir das auch von der Vergangenheit kennen, nur letzte Woche war das ja komischerweise anders: um 9 Uhr wird es proppenvoll. Wir sind natürlich eine halbe Stunde früher da, und finden noch einen schönen Platz. Das hat den Vorteil, dass der Kellner uns wieder erkennt und wir alles so bekommen, wie wir das wollen. Und es ist alles wieder lecker. Auch die Eier stimmen wieder, insgesamt sind wir jetzt bei einem Weich-Ei-Index von 13/16.
Den Vormittag sitzen wir nun also im Wintergarten und genießen einfach. Ach ja, falls der geneigte Leser darüber stolpert, dass wir auf dem Balkon keine Sonne haben: Wir sind ja mit unserer Kabine steuerbord. Irgendwann in der Nacht sind wir an Skagen vorbeigefahren, und müssen jetzt westlich fahren, um um die untere Spitze von Norwegen herumzufahren. Das bedeutet, dass wir mit unserer Kabine Richtung Norden schauen. Keine Sonne über Mittag.
Zum Kaffee finden wir uns natürlich rechtzeitig in der Lounge ein. Die beste Ehefrau von allen hat es richtig ausgerechnet: heute gibt es wieder diese fiesen Nuss-Sahne-weiße-Schokolade-Törtchen.
Dabei spielen wir noch eine Runde Phase 10. Da die beste Ehefrau von allen schon zweimal gewonnen hat, bin ich im Rückstand. Und schaffe es tatsächlich, diesmal zu gewinnen. Gefährlich, wo jemand nicht so gut verlieren kann…
Vorteile der Lounge
Wo wir gerade in der Lounge sind:
Ich hatte versprochen, noch etwas zur Lounge zu schreiben. Bereits gestern konnte der geneigte Leser nachlesen, welchen großen Vorteil die Lounge ausspielt: Ruhe.
Naturgemäß ist es am Wechseltag auf dem Schiff sehr wuselig. Viele warten, dass sie abreisen können, andere versuchen sich zu orientieren, alle Neuen wollen einmal zur Rettungsübung. Da ist es einfach schön, sich in diesen Hort der Ruhe zurückzuziehen sich in eine Ecke zu setzen und ein bisschen was zu naschen. Oder auch ein bisschen mehr.
Mit der Lounge hat es folgendes auf sich: die Lounge ist ein exklusiver Bereich, zu dem nur Gäste der Suiten Zugang haben. Und dazu gehören auch die Junior Suiten, in der wir ja gerade sitzen.
Diese Lounges gibt es nur auf den vier größten AIDA-Schiffen. Dabei unterscheiden sie sich teils deutlich.
Auch auf den kleinen Schiffen soll eine Art Lounge im Rahmen der AIDA Evolution nachgerüstet werden. Das sieht dann so aus, dass tagsüber ein Teil des Rossini-Restaurants als Lounge für Suiten-Gäste genutzt wird. Das werden wir nicht so schnell ausprobieren, denn eine Junior-Suite ist für uns sicherlich in Ordnung, die gibt es aber auf den kleinen Schiffen nicht. Eine Suite ist dagegen doch sehr kostspielig.
Neben der Ruhe hat die Lounge noch andere Besonderheiten: dreimal am Tag sitzt eine Concierge hier, die quasi als verlängerter Arm der Rezeption unsere Wünsche aufnimmt.
Es gibt hier ein eigenes Buffet mit leckeren Kleinigkeiten, angepasst an die vier verschiedenen Zeiten Frühstück, Mittag, Kaffeetrinken, Abendbrot.
Diese Kleinigkeiten sind in der Regel sehr hochwertig, manche kleinen Tellerchen könnten direkt aus dem Rossini stammen und tun es vermutlich auch, der Kuchen ist nicht vergleichbar mit dem Kuchen in den Bars oder Cafés.
Dazu stehen hier verschiedene Softgetränke, Bier, Sekt und Wein bereit. Und ein Kaffee-Vollautomat.
Es gibt auch eigene Kellner, die für Sauberkeit sorgen oder auch Bestellung aus der Bar-Karte aufnehmen.
Insgesamt kann man hier in sehr gemütlichen Sesseln sitzen, sowohl im Innenbereich, als auch im Außenbereich. Viele Tische sind auch zum Spielen geeignet.
Der Lounge-Vergleich
Tatsächlich gibt es zwischen den Lounges auf den verschiedenen Schiffen aber deutlicher Unterschiede.
Die Lounges auf AIDAprima und AIDAperla sind identisch. Sie unterscheiden sich aber komplett von AIDAnova und AIDAcosma, die sich auch noch einmal voneinander unterscheiden.
Die Lounge auf der AIDAprima oder AIDAperla ist seitlich backbord auf Deck 8 vor dem Theatrium angebaut. Der Außenbereich befindet sich direkt daneben und ist durch eine Schiebetür zu erreichen. Auch dort stehen gemütliche Korbsessel.
Die Lounge bei AIDAnova und AIDAcosma befindet sich weit oben auf Deck 17 in der Mitte des Schiffes. Außen kann man die Leute auf dem Sonnendeck sitzen oder liegen sehen.
Die Lounge auf der AIDAnova und AIDAcosma ist deutlich größer, auch das Buffet deutlich größer als auf der prima oder perla. Toiletten befinden sich hier direkt in der Lounge.
Bei der AIDAcosma ist es so, dass der Außenbereich ebenfalls seitlich neben der Lounge ist und direkt durch eine Schiebetür erreichbar ist. Neben gemütlichen Sesseln stehen auch Liegen bereit, was sicherlich jetzt hier Norwegen nicht so viel Sinn macht, wohl aber ein wärmeren Gegenden.
Der Außenbereich der Lounge hier auf der AIDAnova ist aber noch einmal anders. Er befindet sich ein Deck höher und ist über eine kleine Treppe oder einen Fahrstuhl zu erreichen. Oben sind auch jede Menge Sessel und Liegen. Durch die mittige Lage kann man von oben zu beiden Seiten vom Schiff herunterschauen.
„Schießen Sie nicht auf den Pianisten“
Den Nachmittag verbringen wir wieder dick eingemummelt im Wintergarten mit Lesen und Genießen.
Zum Abendbrot haben wir noch einmal im Ristorante Casa Nova reserviert. Und genießen wieder italienisches Essen, besonders die Parmesancremesuppe
Abends nimmt dann das Schicksal seinen Lauf. Und nicht nur, weil es inzwischen ordentlich regnet:
Von Zeit zu Zeit gibt es in der Lounge für eine Stunde eine Piano-Begleitung. Das ist heute der Fall. Nun kann man nicht sagen, dass Piano die Lieblingsmusik der besten Ehefrau von allen ist.
Und dann spielen wir noch eine weitere Runde Phase 10, die ich auch noch gewinne. Da steht doch die beste Ehefrau von allen auf und haut dem Piano-Mann voll einen auf die Kalotte.
Naja, letzteres ist nicht passiert, aber es war kurz davor, ist die beste Ehefrau von allen doch dafür bekannt, mit Nervenstärke und Geduld über den Dingen zu stehen, wenn sie ein Spiel verliert. Oder auch nicht. Sagen wir es so: will ich nicht das virtuelle Schicksal des Piano-Mannes erleiden, sollte ich die nächste Runde nicht gewinnen.
In jedem Fall ist es äußerst angenehm und eine nette Untermalung, dass der Pianist leise und sanft spielt. Dazu spendieren die Kellner noch einen harmlosen Drink. Denke ich, beim Verlassen der Lounge merke ich dann auf der Treppe, dass da doch Rum drin war.
Natürlich nehmen wir die Treppe, auch mit Rum. Unsere Kabine ist auf Deck 9, die Lounge ist auf Deck 17. Aus Trainingsgründen nehmen wir immer die Treppe, die ganzen 7 Decks (Deck 13 gibt es nicht).
Runter.
Hoch natürlich nicht, man soll es mit dem Training ja nicht übertreiben.
Genauso wie mit zu viel Piano-Musik. Als Ausgleich haben wir dann wieder 2 Stunden Bässe aus dem Brauhaus mitten in der Kabine.
Morgen sind wir dann in Bergen.
ÜBERSCHRIFT BILDER FOLGT
GALERIE FOLGT
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