Große Skandinavien-Reise ab Kiel mit der AIDAnova, Bergen 18.05.26

Nachdem geklärt ist, wo wir sind, machen wir wieder eine digitale Stadtführung in unserem Tempo. Und sehen dabei in 3 Stunden nicht nur die bekannten Sehenswürdigkeiten wie Bryggen oder den Fischmarkt, sondern auch Gassen der Altstadt, die wir noch nicht kennen.
Zum Abschluss gibt es einen Pekingenten-Baukasten ohne Anleitung.


Bilder folgen hier in Kürze

Große Skandinavien-Reise ab Kiel
AIDAnova 2026

  • Tag 1: Kommt noch: Ort und Titel mit Link ab hier
  • Tag 2:

Nun sind wir also nach einer Woche wieder in Norwegen.
Diesmal in Bergen. Denken wir.
Google Maps ist anderer Meinung und verortet uns hartnäckig an einen Fähranleger in Oslo. Da können wir machen, was wir wollen, Google ist sich sicher, dass wir in Oslo sind. Und wir fragen uns langsam, ob der Kapitän sich doch verfahren hat. Zumal es draußen auch anders aussieht als sonst.

Oslo oder Bergen

Die Einfahrt nach Bergen ist nicht wie die in die Fjords mit diesen riesigen Felswänden. Und doch sind hier auf beiden Seiten Felsen, in die Häuser gebaut sind.
Soweit passt es zu Bergen. Oder Oslo, da sieht das ähnlich aus.

Auch der Anleger draußen sieht ganz anders aus als bei jedem der Male, die wir schon hier waren.
Das allerdings liegt daran, dass wir woanders liegen. Nun, wie sich herausstellt, nicht in Oslo, sondern an einem anderen Anleger.
Bisher lagen wir immer am Kreuzfahrtterminal direkt an der Festung Bergenhus. Von dort konnten wir immer den kurzen Weg durch die Festung nach Bryggen gehen.

Heute liegen wir zwei Hafenbecken weiter im Damsgårdssundet, quasi auf der anderen Seite des Aquariums, das wir auch schon einmal besucht haben.

Nachdem das alles geklärt ist, gibt es erst einmal Frühstück im Ristorante Casa Nova.

Zu Fuß über den Berg

Um 12:30 Uhr verlassen wir das Schiff. Das ist hier problemlos zu Fuß möglich. Google Maps sagt uns, dass es bis zum Fischmarkt rund 20 Minuten Fußweg sind. Und wieder liegt Google Maps falsch. Nicht mit den 20 Minuten, das kommt schon hin, aber mit der Behauptung, dass der Weg „überwiegend flach“ sei. Müssen wir doch eine Straße überqueren, die zu einem Berg hoch führt und dazu steile Treppen überwinden.

Eigentlich dachten wir, dass wir die Seilbahnfahrt zum Berg Ulriken abgesagt hatten damit wir zu Fuß in die Stadt gehen können, und nicht, damit wir nun zu Fuß den Berg hochklettern.

Ganz so hoch ist es dann aber doch nicht. Auf der anderen Seite der Straße geht es dann wieder nach unten und dann stehen wir an dem Hafenbecken, dem gegenüber dann die wunderschönen bunten Häuser von Bryggen sind.

Ich muss an dieser Stelle noch einmal etwas zum Berg Ulriken sagen. Wir hatten hier ursprünglich eine Seilbahnfahrt auf den Berg gebucht, um von oben einen tollen Ausblick über Bergen zu haben. Diesen Ausflug haben wir mit AIDA gebucht und vorgestern dann wieder storniert.

Grund ist vor allem der Wetterbericht gewesen, der für heute überwiegend Regen angesagt hat. Ganz so kommt es dann aber doch nicht. Es gibt zwar Nieselregen, aber erst, als wir gerade wieder zurück an Bord gehen.

Und nun sehen wir, dass wir auch problemlos jederzeit Tickets für die Seilbahn hier vor Ort kaufen können und auch mit einem Bus dorthin gebracht werden. Das nehmen wir uns dann beim nächsten Mal vor, ganz so drängend ist es nicht, denn wir waren mit der Fløibanen vor einigen Jahren schon auf dem Berg Fløyen und hatten von dort einen schönen Blick über Bergen.

Wieder mit Stadtführungs-App

Heute also eine Stadtbesichtigung zu Fuß. Wir haben das schon in Kopenhagen ausprobiert und es hat uns richtig gut gefallen, uns mit einer App durch die Stadt leiten zu lassen und jeweils vor Ort dann Informationen zu den Sehenswürdigkeiten zu bekommen.

Dafür gibt es auch in Bergen mehrere Anbieter und die beste Ehefrau von allen hat sogar einen kostenlosen Anbieter gefunden.
Dieser hat seine App speziell für Kreuzfahrer konzipiert, damit beginnt er an dem Anleger, an dem wir heute nicht sind.

Wir gehen nun zum Fischmarkt und starten den Rundgang dann von hier und gehen den Weg der App halt rückwärts.
Manche der Ziele kennen wir schon von vergangenen Besuchen, wir sind schon auf eigene Faust im Bryggen gewesen, sind schon durch die Fußgängerzone spazieren gegangen und haben so das eine oder andere schon gesehen.
Aber tatsächlich zeigt uns die App, dass wir einige schöne Straßen und Orte übersehen haben, die wir nie gegangen wären, wenn wir nicht so einer App folgen würden.

Vom Fischmarkt nach Bryggen

Los geht es also am Fischmarkt. Dieser hat historische Bedeutung als Markt und ist jetzt eher touristisch ausgerichtet. Von hier geht es weiter zur Festung Bergenhus und von dort dann zurück über die Marienkirche zu den Holzhäusern von Bryggen.

Diese Häuser haben die Kaufleute der Hanse einst als Lager und Wohnsitz für Arbeiter benutzt und sie sind wirklich eindrücklich. In vielen Häusern kann man im Erdgeschoss durch eine Galerie gehen, manche haben eine Galerie auch noch im ersten Stock. An einigen hängen Flaschenzüge, womit einst schwere Fässer nach oben transportiert wurden.

Jetzt sind überall kleine Boutiquen und Kunsthandwerk in den Häusern und es macht Spaß, hier einmal hindurchzugehen.

Durch die Altstadt zum See

Weiter geht es durch die Altstadt, die wir noch gar nicht kennen und auch hier weiße oder bunte Häuser, die kleine Straßen und noch kleinere Gassen bilden.
Das gefällt uns tatsächlich sehr gut

Von hier geht es an der Domkirche und am alten Rathaus vorbei zum großen Festplatz am See Lille Lungegårdsvannet.

Und schließlich durch den Byparken bis zum Nationaltheater.
Von dort geht es wieder zum Schiff zurück.

Insgesamt sind wir 3 Stunden unterwegs, haben viele Eindrücke und Informationen gesammelt und konnten in unserem Tempo durch Bergen gehen, ohne auf eine Gruppe Rücksicht zu nehmen, wie das bei einem geführten Rundgang gewesen wäre.
Das hat uns richtig Spaß gemacht.

Nieseln erst am Schiff

Als wir am Schiff ankommen, fängt es leicht zu nieseln an.
Zum Glück nicht zu stark, denn nun müssen wir erst einmal warten. Vor beiden Eingängen haben sich lange Schlangen gebildet, das ist wohl der Preis, wenn so viele Menschen an Bord sind.

Als wir es endlich geschafft haben, an Bord zu kommen, geht es direkt in die Lounge. Dort wartet schon ein leckerer Kaffee auf uns. Vielleicht auch eine kleine Leckerei.

Bis zum Abendbrot haben wir noch ein bisschen Zeit, diese verbringen wir in Decken gehüllt im Wintergarten. Dabei müssen wir uns nicht so dick einmummeln wie die letzten Tage, so kalt ist es heute nicht. Das hatten wir kälter erwartet. Wir haben tatsächlich 12°C und das fast ohne Wind. Da mussten wir in der Stadt doch manchmal sogar die Jacke öffnen, damit es nicht zu warm wird.

Um 18 Uhr sollte Auslaufen sein. Es gibt aber keine Ansage, keine Auslaufmusik, kein Typhon. Bergen gehört zu den stillen Häfen und das bedeutet, dass die Schiffe hier keinen Lärm machen dürfen. Erst außerhalb des Hafens ist dieser erlaubt und so merken wir erst, als die Musik losgeht, dass wir uns längst aus dem Hafen entfernt haben. Derart still, dass wir das überhaupt nicht mitbekommen haben.

Ein bisschen können wir noch schauen, wie wir an lauter Inseln mit Wald und Wohnbebauung vorbeifahren, das sieht ein bisschen wie die Schären vor Stockholm aus. Dabei nieselt es aber nun ununterbrochen.
Bei Sonnenschein wäre das bestimmt ein schöner Anblick und man könnte auch eine ganze Weile das Auslaufen beobachten. Nun ist es zu nass. Und außerdem haben wir gleich einen Termin.

Kein Sushi im Sushi House

Um 18:30 Uhr haben wir im Sushi House reserviert. Dieses hat zwei Teile, das Sushi House (in dem es Sushi gibt) und den Sushi House Hot Pot, in dem es eine Art asiatisches Fondue gibt. Beide gehören zu den À-la-carte-Restaurants, was bedeutet: Essen und Trinken müssen bezahlt werden.

Wir haben im Sushi House reserviert. Aber nicht zum Sushi-Essen, sondern auf Vorbestellung gibt es hier ein 3-Gang-Spezial-Menü mit Peking-Ente. Dieses haben wir von zu Hause aus reserviert.

So werden wir jetzt nicht an der Sushi-Bar, sondern an einem Zweier-Tisch platziert. Nicht sehr schön, wie wir finden, ganz in der Ecke vor einem Schrank, an den die Kellner immer wieder heranmüssen.

Pekingente im Baukasten

Das Essen kommt in 3 Gängen: Erst eine Suppe mit Essenz von der Pekingente und Gemüse. Sehr lecker.
Als Zwischengang zwei Sommerrollen mit Fleisch von der Entenkeule und knackigem Gemüse. Auch sehr gut.
Und dann kommt ein Baukasten: Hervorragend gebratene Entenbrust mit krosser Kruste. Stäbchen aus Gurke und Lauch. Eine kalte Soße. Und hauchdünne gedämpfte Pfannkuchen.
Tja, da sitzen wir nun und fragen uns, was wir damit anfangen sollen. Hier wäre eine Einweisung gut gewesen, die kommt aber nicht.

Also probieren wir das aus und basteln uns Wraps aus den Zutaten. Das gelingt ganz gut und es schmeckt hervorragend.
Instinktiv haben wir das auch richtig gemacht, wie wir im Nachhinein in einer Anleitung googeln. Diese „Wraps“ hätten wir dann allerdings mit der Hand essen sollen, statt sie mit dem Messer zu zerschneiden (was auch schwierig ist, weil der Teig so dünn ist und mehr reißt als schneidet). Das erklärt auch, warum es vorweg ein warmes Handtuch zum Händewaschen gab.

Zum Abschluss gibt es noch ein Glas in der Lounge, bevor wir uns wieder zu den hämmernden Brauhaus-Bässen in die Kabine legen.

Die nächste Etappe sind 254 Kilometer bis nach Flåm.

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