Südafrika mit La Réunion & Mauritius 2 mit der AIDAstella, Port Elizabeth / Südafrika 06.02.26

Bei jeder unserer zahlreichen zwei Safaris sehen wir Elefanten und Schildkröten. Heute sind es ganze Elefanten-Familien, die wir wild lebend im riesigen Addo Elephant National Park erleben. Auf der Straße, über die Savanne schreitend, im Wasserloch badend. Ein majestätischer Anblick. Antilopen und Zebras gehören natürlich auch zu Afrika dazu. Und Löwen. Wir sind nach der Safari beeindruckt und begeistert.


Bilder folgen hier in Kürze

Südafrika mit La Réunion & Mauritius
AIDAstella 2026

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  • Tag 2:

Die fehlenden Gäste, die es vorgestern nicht bis Kapstadt geschafft haben, gehören zu einer Reisegruppe. Sie sind inzwischen in Port Elizabeth angekommen und haben die Nacht im Hotel verbracht. Heute Morgen werden sie nun zu uns stoßen und so noch den Rest der Reise genießen können.

Früher Frühstück als geplant

Eigentlich begann unser Ausflug erst um 13 Uhr, ist aber von AIDA auf 10 Uhr vorverlegt worden. Ich hatte ja bereits gestern berichtet, dass wir versucht haben, auf einen späteren Ausflug umzubuchen, das ging aber nicht, weil alles voll war.

Erfreulicherweise öffnet das Rossini heute etwas früher zum Frühstück, und so sind wir Punkt 7 Uhr mit die ersten, die das Restaurant betreten. So wie gestern geht es wieder rasant schnell, die Kellner sind flott und so haben wir in Rekordzeit das Essen an unserem Tisch. Der heute direkt am Fenster steht und so haben wir während des Frühstücks einen freien Blick auf das Anlegen am Kai im Containerhafen.

Game Reserve vs. Nationalpark

Bevor ich das jetzt weiterführe, muss ich mit einem kurzen Exkurs starten:
Es gibt wichtige Unterschiede zwischen den privaten Game Reserves und den staatlichen Nationalparks. In den Game Reserves werden auf kleinerer Fläche viele Tiere zusammengeführt, die zum Teil gar nicht in dieser Gegend vorkommen. Damit sind diese Reserves geeignet für Menschen, die eine Garantie haben wollen, viele Tiere zu sehen.

Die staatlichen Nationalparks sind anders. Hier steht die Idee im Vordergrund, die tatsächlich vorkommende Natur zu erhalten. So werden oft auf riesigen Flächen nicht Tiere zusammengetragen, sondern nur die Tiere angesiedelt, die hier heimisch sind oder waren. Dann ist es aber auch Natur pur. Und der Nachteil ist deshalb, dass es keine Garantie gibt, überhaupt interessante Tiere zu sehen.

Aber so ist eben die Natur. Wenn sie es gut mit uns meint, dann werden wir heute einige Tiere sehen. Ein Ranger erzählt uns später, dass es durchaus vorkommt, dass auf einer Safari überhaupt kein größeres Tier gesehen wird.
Aber an dieser Stelle spoilere ich gerne: Der liebe Gott meint es gut mit uns. Sehr gut.

Der Addo Elephant National Park

Der Addo Elephant National Park ist einer der ganz großen von Südafrika. Er hat eine Fläche, die etwa dem halben Saarland entspricht. Gegründet wurde er 1931 sehr viel kleiner, die Idee war damals, die letzten paar Kap-Elefanten zu erhalten.

Vorher war die Situation so, dass die Elefanten im Auftrag der Farmer geschossen wurden, weil sie immer wieder Ackerland und Ernte zerstört haben. Damals waren dann nur noch ein rundes Dutzend Elefanten übrig.
Deshalb hat man durch die Nationalparks Wildtiere und Farmer getrennt.

Auf unseren Fotos später sehen wir, dass einige der Tiere einen Sender tragen. Das hat genau diesen Hintergrund: Sollte es doch einmal einem Elefant oder Löwen gelingen, aus dem Nationalpark auszubrechen, kann er schneller geortet werden, bevor Schäden entstehen.

In der Zwischenzeit ist der Park immer weiter gewachsen und wurde auch auf das Meer ausgedehnt. Die Elefantenpopulation hat sich deutlich erholt, inzwischen leben rund tausend Elefanten in diesem Park.
Das hört sich jetzt viel an, wenn wir uns aber noch einmal das halbe Saarland vorstellen, dann kann es nicht mal hierbei eine Garantie geben, einen dieser 1000 Elefanten zu sehen. Geschweige denn einen der sechs Löwen, die in diesem Park auch noch leben.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, durch den Park zu fahren. Das geht per Reisebus, das geht in kleinen Jeeps oder Trucks mit Allrad, das geht sogar in Privatautos.

Der Reisebus ist für uns keine so gute Idee, denn im gesamten Park ist das Aussteigen verboten (was bei den frei lebenden, wilden Tieren auch sinnvoll ist), das bedeutet, dass man alles nur durch die geschlossenen Busfenster sehen könnte. Das halten wir eher für eine Option für Menschen mit Geh- oder Rückenproblemen, die in einem Jeep oder Truck nicht gut aufgehoben wären.

So eine Fahrt mit dem Reisebus oder ein Besuch in einem privaten Game Resort würde uns dann eher an den Serengeti-Park in Hodenhagen erinnern. Der ist auch durchaus eindrucksvoll, dann aber auch deutlich günstiger zu haben, als dafür nach Afrika zu fliegen.

Unser Favorit ist ein offener Wagen mit Allradantrieb. Mit so einem Jeep haben wir schon aufs Sri Lanka eine wundervolle Safari gemacht. Der Unterschied zu damals ist, dass wir diesmal nicht einen Allrad-Jeep, sondern ein Allrad-Truck bekommen, in den nominell 32 Leute passen.

Hat der Fahrer damals in Sri Lanka mit seinem Jeep so manchen schrägen Weg genommen, bei dem wir schon befürchtet haben, dass wir die Abbruchkanten runterstürzen, geht es hier mit dem Truck zivilisierter zu. Und trotzdem bei Bedarf auch querfeldein.

Eine Gemeinsamkeit gibt es aber zwischen der Safari damals und heute in Afrika: Wir sehen Elefanten und Schildkröten, das nehme ich schon mal vorweg.

Gut vorbereitet auf Safari

Wir machen uns also nach dem Frühstück fertig. Zur Reisevorbereitung gehört, genug Wasser einzupacken. Der Lektor hat uns erinnert, unbedingt auch Jacken mitzunehmen, denn wenn die Sonne nicht scheint, dann kann es in den offenen Wagen auch kühl werden.
Wir nehmen die Jacken mit, haben das Problem dann aber nicht, denn es scheint durchgehend die Sonne bei 24°C.

Weiter wurde empfohlen, ein Fernglas mitzunehmen. Das halten wir tatsächlich für eine sehr gute Idee, haben dies Problem aber auch nicht, denn unser Fernglas liegt zu Hause im Arbeitszimmer.

Wichtig ist natürlich immer eine gute Gesundheitsvorbereitung, so haben wir im Vorfeld erkundet, dass hier (im Gegensatz zu anderen Teilen Südafrikas) kein Malariagebiet ist. Deshalb haben wir keine Malaria-Prophylaxe genommen. Mückenspray tragen wir trotzdem auf, denn andere Krankheiten gibt es hier sehr wohl. Und natürlich Sonnenschutz.

Durch karges Buschland

Natürlich sind wir pünktlich am Bus. Auch wieder ein Unterschied zu Sri Lanka, dieser Reisebus ist sehr modern und gemütlich.
Was uns wundert ist, dass der Bus nicht voll wird. Auch später in den Trucks wäre noch Platz gewesen.
Trotzdem hat AIDA diesen Ausflug als ausgebucht gekennzeichnet. Entweder haben sie sich da verrechnet oder es haben Gäste die vorverlegte Zeit nicht mitbekommen.

Aus Port Elizabeth geht es nun übers Land nach Norden immer an der Küste entlang.

Wir kommen an dem zweiten Hafen von Port Elizabeth vorbei, einem Tiefseehafen. Kommen an Townships vorbei, kommen an Farmen vorbei.

Überwiegend aber an freier Natur. Diese kann man hier als Buschland bezeichnen. Der Boden ist steinig, es gibt eine sehr traurige Grasschicht und überall wachsen Büsche, nur wenig Bäume.

Toilettenpause gesichert

Nach anderthalb Stunden Fahrt kommen wir am Haupteingang des Nationalparks an.

Zunächst haben wir etwas Zeit für einen Toilettengang und einen Rundgang im Souvenirshop. Das ist wirklich gut organisiert. Da während der Safari nicht ausgestiegen werden darf, ist auch ein Toilettengang zwischendurch nicht möglich. Aber sowohl vorher als auch nachher gibt es genug Zeit, die Toiletten hier aufzusuchen.

Dann werden wir auf Trucks verteilt. Diese haben fest installierte Sitze mit Metallrahmen, so dass man sich gut festhalten kann. Und ein Dach gegen die Sonne.
Als wir zu dem Truck kommen, ist er bereits voll, die Ranger versichern uns aber, dass gleich noch ein weiterer kommt.

Und genauso ist es, wenige Augenblicke später kommt ein weiterer Truck. Wir müssen aber erst noch warten, weil der Ranger den Truck einmal durchwischt.
Unsere Vermutung ist, dass unsere Vorgänger Löwen getroffen haben und der Ranger nun die Blutspuren entfernt. Dies leugnet er allerdings nachhaltig.

Dann dürfen wir einsteigen und es stellt sich heraus, dass wir nur 16 Leute sind. Hier stehen immer vier Sitze in einer Reihe mit einem breiten Mittelgang. Da die meisten als Pärchen nebeneinander sitzen, sind einige Reihen frei, was ich als äußerst wertvoll herausstellt, weil wir uns alle bei Sichtung von Tieren über die freien Reihen verteilen können und jeder so gute Fotos machen kann.
Zwar darf während der Fahrt nicht aufgestanden werden, das wäre tatsächlich gefährlich, weil wir auch über holprige Sandwege fahren. Aber wenn Tiere in der Nähe sind, hält der Ranger an und wir dürfen aufstehen und dabei leise sein.

Erst Antilopen und Zebras

Los geht es über eine geteerte Straße in den Park hinein, dann fahren wir aber auch Sandwege und an wenigen Stellen auch einfach in die Prärie hinein.
Das ist ein unschlagbarer Vorteil der Allradfahrzeuge. Der Reisebus eines anderen AIDA-Ausflugs, der mit uns gleichzeitig in den Park gefahren ist, kann die geteerten Straßen nicht verlassen. Wir dagegen sind seit Ski Lanka Off-Road-Junkies.

Und dann kommt die spannende Frage, ob wir einige der größeren Tiere sehen, die hier leben.
Der Ranger hat ein gutes Auge und sieht Tiere dort, wo wir nur Busch sehen. Allerdings übt er das auch schon seit 18 Jahren.

Als erstes sehen wir Antilopen. Bei genauerem Hinsehen entdecken wir auch Zebras, die sich gerne mit den Antilopen vergesellschaften. Die Tiere kennen das, dass hier Besucher durch den Park fahren, und lassen sich nicht stören.

Die Elefanten begeistern uns

Dann fahren wir ein Stück weiter und tatsächlich sehen wir zu unserer großen Freude die ersten zwei bis drei Elefanten noch schüchtern hinter Buschwerk, aber das war nur der Startschuss. Im Laufe der nächsten zwei Stunden treffen wir auf mehrere Elefanten. Teils auf dem Weg zu einem Wasserloch, teils einfach querfeldein. Manche laufen auf uns zu, um dann vor unserem Fahrzeug über die Straße zu gehen, einmal trottet ein großer Elefantenbulle einfach vor uns auf der Straße her.

Manche wandern einzeln durch die Gegend, andere in großen Familiengruppen. Ein oder zweimal gelingt es uns sogar, kleine Baby-Elefanten in der Gruppe zu erkennen.

An anderer Stelle baden die Elefanten im tiefen Wasserloch und haben sichtlich Spaß.

Und wir auch. Immer wieder hält der Ranger an und gibt uns Zeit zum Gucken und Fotografieren und Filmen und fährt dann irgendwann weiter, um die Tiere nicht zu lange zu stören.

Wir sind hellauf begeistert. Das ist wirklich für uns extrem eindrücklich, diese riesigen, würdig schreitenden Elefanten in freier Natur zu beobachten.
Der afrikanische Elefant, der hier lebt, ist auch noch mal ein Stück größer als der asiatische Elefant, den wir in Sri Lanka beobachtet haben. Wobei es noch etwas größer geht, wir haben hier die Unterart der Kap-Elefanten, die etwas kleiner sind als im Rest Afrikas. Wir sind durch und durch begeistert. Und beeindruckt, das wollen wir immer wieder machen.

Und haben so neben der Walpirsch unsere zweite große Leidenschaft der Tier-Beobachtung entdeckt.

Zwei Stunden sind zu kurz

Definitiv sind die zwei Stunden dafür viel zu wenig, wie auch der Ranger anmerkt. Ja, wir sehen in dieser kurzen Zeit jede Menge Tiere (es geht gleich noch weiter), aber wir fahren nur durch einen winzigen Teil des Parks. Hier könnte man viele Stunden oder sogar Tage verbringen und viele Ecken erkunden. Schade, dass AIDA diesen Ausflug nur so kurz anbietet.

Auch Zebras und Kudus sehen wir immer wieder. Einmal läuft das Warzenschwein Pumba an uns vorbei. Auch ein Sekretär schreitet würdig durch den Busch.
Wie sich das für uns als Schildkrötenhalter gehört, sehen wir auch eine Schildkröte. Riesig im Vergleich zu unseren, diese hier könnten wir zu Hause nicht halten.

Der Löwen-Jackpot

Und obwohl wir Elefanten für das Größte überhaupt halten, sieht der Ranger plötzlich in der Ferne einen hellen Flecken. Er vergewissert sich noch einmal mit dem Fernglas und versucht genau zu beschreiben, wo er das sieht. Nach unendlicher Suche sehen wir auch diesen hellen Fleck. Schön, wir haben einen hellen Fleck gefunden. Hurra.
Bis der helle Fleck sich erhebt und wir erkennen, dass wir heute im Lotto gewonnen haben. Es ist einer der sechs Löwen des Parks. Eine ausgewachsene Löwin.

Das ist jetzt die Stelle, an der der Ranger über einen huckeligen Sandweg braust, so dass wir auf unseren Sitzen hoch hüpfen, und dann langsam in die Savanne hinein fährt. Dabei sind wir nicht allein, auch drei andere Trucks haben die Löwin entdeckt. Diese hat sich inzwischen unter einen Busch gelegt und während wir die Löwin anschauen, schaut sie uns an. Das sieht so aus, als ob sie da lauert und sprungbereit zum Glück auf einen anderen Truck guckt.

Was für ein eindrückliches Tier, das müssen wir uns einfach einen Moment angucken, bevor alle brav wieder fahren und die Löwin ihrem Mittagsschlaf überlassen.

Wir sind glücklich.

Die kleiner Zebraherde, die mitsamt Fohlen noch unseren Weg kreuzt, ist danach nur noch das Sahnehäubchen.

Antilopen, Elefanten, Zebras, Löwe. Heute haben wir die Safari durchgespielt mit dem Jackpot.

Thunfisch, Gorgonzola und Kräuterbutter

Nach zwei Stunden geht es dann raus aus dem Park, noch einmal zur Toilette, und dann wieder mit dem Bus anderthalb Stunden zurück. Für viele eine Gelegenheit für ein kleines Schläfchen nach der anstrengenden, trockenen Wärme und den vielen Eindrücken.
Für andere Zeit, diese gleich in einem Reisebericht festzuhalten.

Um 16 Uhr sind wir wieder an Bord. Da passt noch ein kleiner Latte Macchiato im Café Mare.

Danach ist es noch herrlich auf dem Balkon, das genießen wir noch eine Zeit, bis wir um 18 Uhr zum Abendessen im Marktrestaurant erscheinen.

Wenn auf dem Teller die Thunfischsoße des Vitello Tonnato mit der Gorgonzolasauce des Schweinefleisches und Kräuterbutter zusammenfließen ist klar: Thema heute ist Italien. Dazu noch ein paar Extra-Teller mit Carpaccio und Büffel-Mozzarella, dann ist das Abendbrot perfekt.

Da wir über Nacht in Port Elizabeth bleiben, gibt es heute keine Show und wir sitzen stattdessen noch lange in der milden Abenddämmerung auf dem Balkon.

Das war heute so viel Aufregendes, dass ich gar nicht viel über Port Elizabeth berichtet habe, das werde ich morgen dann nachholen.

Auch Morgen sind wir noch in Port Elizabeth.

ÜBERSCHRIFT BILDER FOLGT

GALERIE FOLGT

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