Südafrika mit La Réunion & Mauritius 2 mit der AIDAstella, East London / Südafrika 08.02.26
Bei einer Stadtrundfahrt mit wenigen Sehenswürdigkeiten bekommen wir einen Überblick über East London. Wir gedenken der deutschen Siedler und erleben eine deutlich grünere Umgebung. Die Küste ist aber malerisch und wir hätten davon gerne viel mehr gesehen als nur Impressionen. Und auch gern weniger Regen gehabt, den das Land aber dringend braucht.
Bilder folgen hier in Kürze
Südafrika mit La Réunion & Mauritius
AIDAstella 2026
Unser Kellner ist offensichtlich ein treuer Leser unserer Reiseberichte, vor allem derer, die noch gar nicht veröffentlicht sind. Bei der Bestellung der gekochten Eier fragt er heute explizit nach der Minutenzahl. Das ist deshalb gut, weil die gekochten weichen Eier bisher durchgehend hart waren.
Heute geht es also nach Minuten und siehe da, die Eier sind weich. Oder genauer: flüssig. Flüssiges Eiweiß war jetzt auch nicht die Idee, aber sagen wir: der Wille zählt.
Damit haben wir bis heute einen Weich-Ei-Index von 1/8.
Nachts werden wir eingeschlossen
Auch in East London gibt es wieder die Warnungen, die wir die ganzen letzten Tage schon hören: Am besten gar nicht alleine unterwegs sein, nicht durch die City wandern, und wenn überhaupt, dann nur in großer Gruppe. Dann aber ohne Schmuck, Uhren, teure Taschen.
Zudem hat der Kapitän gestern noch die Besonderheit angekündigt, dass der Hafen heute um 18:30 Uhr komplett schließt und erst um 6 Uhr morgens wieder öffnet. In dieser Zeit ist es weder möglich, den Hafen zu betreten, noch zu verlassen. Wer also später ankommt, muss vor dem Tor übernachten, was möglicherweise keine so gute Idee ist.
Lediglich für versehentlich später zurückkommende Ausflüge von AIDA oder privaten Anbietern würde es die Sonderregelung geben, dass jemand mit Schlüssel vorbeikommt und diese Busse einlässt.
Planmäßig kommen allerdings alle Ausflüge früher zurück.
So haben auch wir heute keinen Landgang auf eigene Faust geplant, auch morgen natürlich nicht. Heute machen wir einen AIDA-Ausflug mit, morgen gibt es aufgrund der kurzen Zeit, die wir noch hier sind, keine Chance dazu.
Unser Ausflug startet um 14:30 Uhr und endet um 17 Uhr. Also keine Gefahr für die Schließungszeit.
Zu heiß auf dem Balkon
Die Zeit bis dahin verbringen wir auf dem Balkon. Zumindest anfangs.
Ähnlich wie gestern ist es beim Aufstehen draußen dicht bewölkt und es sieht nach Regen aus. Aber im Laufe des Frühstücks reißen die Wolken langsam auf, und es setzt sich strahlende Sonne durch.
Dadurch ist es jetzt zu heiß auf dem Balkon, denn wir haben hier die pralle Sonne, bei angeblich nur 22°C. Das halten wir ein bisschen aus, schauen uns in der Zeit das Spektakel auf dem Pier an, wo die Gäste zu den Ausflugsbussen, zum Shuttlebus oder zu Anbietern von Ausflügen strömen.
Zwischendurch müssen wir dann immer wieder reingehen, um uns wieder abzukühlen, bis wir gegen Mittag dann etwas Schatten auf dem Balkon haben und es wieder dort aushalten können.
Vor dem Ausflug bereiten wir uns natürlich wieder vor. Mit Mückenspray und Sonnencreme. Der einzige Nutzen davon ist heute aber, dass die Sonnencreme dann in Strömen vom Gesicht läuft.
Denn inzwischen hat es sich so stark bezogen, dass wir durchaus zu Recht mit Regen rechnen können.
Stadtrundfahrt statt Abenteuer
Heute ist der Plan ein ganz anderer. So gern wir auch Abenteuer machen, über Wellen reiten oder Tiere beobachten, um den Überblick über eine Stadt zu bekommen, fahren wir auch gerne mit dem Hop-on-hop-off-Bus oder machen eine Stadtrundfahrt. Hop-on-hop-off gibt es hier nicht, alleine durch die Gegend wandern geht nicht, wie ich jetzt schon mehrfach beschrieben habe. Und da auch nicht viele andere interessante Ausflüge angeboten wurden, haben wir eine Stadtrundfahrt mit Küstenimpressionen gebucht.
Da eine Viertelstunde vor der Zeit schon alle Gäste im Bus sitzen, geht es auch schon los. Dabei wird die versprochene Fahrzeit genau eingehalten, wir kommen auch 15 Minuten vor der angekündigten Rückkehr-Zeit zurück
Denkmal für die deutschen Siedler
Als erstes geht es durch einer der Hauptstraße von East London zu zwei Denkmälern.
Das für uns wichtigere ist ein Denkmal für die deutschen Siedler. Es war so, dass in zwei Wellen deutsche Siedler hergebracht wurden, die den dichten Buschwald mühsam erschlossen haben. Dieser Leistung ist das Denkmal gewidmet. Der Einfluss der Siedler wirkt bis heute fort, so gibt es hier in der Umgebung jede Menge deutsche Ortsnamen, so Hannover, Braunschweig, Frankfurt, Potsdam, Berlin. Die Orte sind allerdings sehr klein.
Kurz am Nahoon Point Nature Reserve
Weiter geht es zum Naturschutzgebiet Nahoon Point Nature Reserve, direkt an der Küste, an der Mündung des Nahoon Rivers. Hier gibt es die Möglichkeit auf Holzstegen oberhalb der steinigen Küste am Ufer entlang zu gehen. Der Blick geht dabei auf die an die Steine anbrandenden Wellen auf der einen Seite und dichtes Buschwerk auf der anderen. Das Naturschutzgebiet ist sehr grün, hier soll auch einiges an Tierwelt leben, die aber tagsüber kaum zu sehen ist.
Schon auf dem Weg hierher ist uns aufgefallen, dass die Natur hier viel grüner ist als um Port Elizabeth herum. War es dort trockenes Buschland mit nur wenigen Bäumen, ist es hier ein dichter grüner Dschungel aus Büschen und Bäumen.
Am Parkplatz dieses Naturschutzgebietes ist noch eine Information mit einem kleinen Museum aufgebaut, in dem ein von einem Hai angebissenes Surfbrett hängt, dies stammt von einem Haiangriff an einem benachbarten Strand. Außerdem ist hier ein Abguss von über hunderttausend Jahre alten Fußabdrücken eines Kindes und eines Tieres ausgestellt, die hier gefunden wurden.
Wenn ich schreibe „kleines Museum“, dann meine ich auch klein, denn es gibt nur noch eine Handvoll weiterer Exponate oder Erklärungen zur Umgebung.
Insgesamt gibt uns unsere Reiseleiterin hier 10 Minuten Zeit, um entweder auf den Holzplatten zu wandern oder ins Museum zu gehen oder die Toiletten zu nutzen. Oder alles drei. Das reicht gerade einmal, um auf den Holzplanken zur Küste zu rennen, ein Foto zu machen, zurück zum Museum, ein weiteres Foto zu machen und wieder zum Bus zu gehen. Schade, auf diesen Holzplanken wären wir gerne länger gewandert.
Es reicht aber, uns einen Plan zu entwickeln. Als wir vor 2,5 Jahren auf La Réunion waren, hatte ich ja geschrieben, wie überrascht wir von der Gefahr der Haie dort waren. Das Foto des angebissenen Surfbrettes werde ich nun in genau 1 Woche von dort der Familie schicken mit der Unterschrift: „Wir haben das mit den Haien nochmal überprüft. Es geht uns aber gut“.
Die schöne Küste von Gonubie
Weiter geht es dann per Bus zum Nachbarort Gonubie. Der deutlich jünger und schöner ist als East London. Hier wird versucht, die schöne und auch reichere Seite von Südafrika zu zeigen.
Und hier liegt auch unser letztes Ziel, der Strand mit seinem künstlichen Meerwasserbecken.
Auch hier führt ein Holzsteg vom Parkplatz an einem Hotel vorbei zu einem Sandstrand, der in einem großen Bogen in einer Halbbucht liegt. Direkt am Anfang hat man Meerwasserbecken gebaut, in denen man sicher baden kann. Sicher vor der hier deutlich herrschenden Strömung und sicher vor Haien.
Inzwischen hat es angefangen, in Strömen zu regnen, so dass nur wenige der Gäste aus dem Bus aussteigen. Wir haben natürlich einen Schirm dabei. Nicht so einen großen AIDA-Schirm, unter den die ganze Busladung gepasst hätte, sondern einen kleinen Taschenschirm, unter den wir zu zweit passen , damit die eine Schulter trocken bleibt, während die anderen den Regen aufsaugt.
Wir bekommen jetzt großzügige 15 Minuten Zeit. Die nutzen wir, um einmal den Holzsteg bis zu dem Meerwasserbecken zu gehen. Hier finden wir einen schmalen Unterstand und können uns so in Ruhe den Strand mit dem dichten Grün dahinter angucken. Bei Sonnenschein ist das bestimmt wunderschön, jetzt liegt alles im Regen. Trotzdem geht einer der Gäste einmal kurz im Meer baden.
Aber ich hatte ja bereits berichtet, wie dringend Südafrika nach einer sehr langen Dürre Regen braucht, also sei das gegönnt.
Hat sich der Ausflug gelohnt?
Zurück geht es dann noch durch die Innenstadt von East London, die vielleicht eine Handvoll schöner historischer Gebäude, wie das Rathaus, hergibt. Ansonsten wirkt es hier weniger dreckig als In Port Elizabeth.
Morgen erzähle ich darüber noch ein bisschen mehr.
Nach den angekündigten zweieinhalb Stunden, sind wir pünktlich im Hafen zurück. Inzwischen hat es freundlicherweise aufgehört zu regnen.
Hat sich der Ausflug jetzt gelohnt?
Ja insofern, dass wir tatsächlich einen Überblick über die Stadt East London und die Nachbargemeinde Gonubie bekommen haben. Das hätten wir alleine so nicht sehen können. Auch der Blick auf die Küste war wirklich schön.
Und nein, weil die Stadt nicht wirklich etwas hermacht. Man hat fast den Eindruck, dass mühsam versucht wird, ein paar Sehenswürdigkeiten zusammen zu kratzen, die man uns zeigen kann. Außerdem waren die Stopps zum Aussteigen viel zu kurz. Das hätten wir alleine ganz anders gemacht und hätten uns besonders an der Küste viel Zeit genommen. Das ist allerdings eine alte Erfahrung, die wir bei solchen Rundfahrten gemacht haben, dass es immer nur heißt: „schnell, schnell raus, Foto machen und wieder weiter“.
Trocken, Essen, Show
Wir haben noch etwas Zeit zum Trocknen, um 18 Uhr sind wir pünktlich im Marktrestaurant. Das ist auch nötig, denn da alle Gäste inzwischen wieder an Bord sind, wird es sehr voll.
Da heute keine Show ist, sehen wir uns mit einem Abschieds-Cocktail noch die Prime Time an.
Auch morgen sind wir noch in East London.
ÜBERSCHRIFT BILDER FOLGT
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